Monatsarchive: Dezember 2013

Buchrezension: White Identity

Racial Consciousness in the 21st Century

Von: Andreas Tögel

Wenn US-Präsident Obama heute aus den Reihen der schwarzen Minderheit des Landes kritisiert wird, dann dafür, dass seine Politik nicht schwarz genug ist. Wenn mexikanischstämmige Abgeordnete, Senatoren oder Bürgermeister mit Attacken seitens (legal oder illegal) zugewanderter Latinos konfrontiert werden, dann deshalb, weil sie deren Interessen nicht nachdrücklich genug vertreten. Selbst die Immigranten aus Asien erkennen nach und nach, dass sich mit Initiativen zu Lasten der weißen Mehrheit materielle Vorteile erringen lassen.

Den Grund für die genannten Entwicklungen ortet der Autor Jared Taylor, Philosoph und Ökonom, im ausgeprägten Rassenbewusstsein dieser Bevölkerungsgruppen. Ein Rassenbewusstsein, das eine seit den 1960er Jahren betriebene, auf Integration und Förderung von Minderheiten gerichtete Regierungspolitik der weißen Mehrheit im Lande gründlich ausgetrieben hat.

Rassenbewusstsein zu zeigen, ist in den USA heute jedermann erlaubt – so lange er nicht weiß ist. 95 Prozent der Schwarzen im Lande haben Barack Obama zum Präsidenten gewählt. Eine beträchtliche Zahl von ihnen ausschließlich seiner Hautfarbe wegen. Niemand kommt auf die Idee, sie deshalb des Rassismus zu zeihen.

Würde dagegen ein Weißer seine Entscheidung für John McCain oder Mitt Romney mit dessen Hautfarbe begründen, stünde das Urteil sofort fest: Ein ewiggestriger Rassist. Nur in einer einzigen Sache wird den Weißen kollektives Bewusstsein zugestanden: Wenn es um deren unauslöschliche Schuld geht – ihre vor langer Zeit an schwarzen Sklaven begangenen Verbrechen…

Taylor untersucht den Mythos der multiethnischen Integration, die von den (linken) Eliten als Identität stiftendes Merkmal und Grund für die Stärke der Nation gefeiert wird. Er kommt zu einem ernüchternden Befund: Die USA wurden als Staat von Weißen für Weiße gegründet. Selbst der (fälschlich) zum Sklavenbefreier stilisierte Präsident Lincoln verschwendete keinen Gedanken an eine Integration oder Gleichstellung der Schwarzen. Vielmehr empfing er anno 1862 – nicht lange nach Ausbruch des Bürgerkriegs – als erster US-Präsident eine schwarze Delegation, um mit ihr über die Aussiedlung befreiter Sklaven zu verhandeln.

Ein (positiver) Beitrag zugewanderter, nichtweißer Minderheiten (gleich welcher Herkunft) zum Fortschritt der amerikanischen Nation ist schwer zu finden. Im Gegenteil – der größte Teil aller Probleme, mit denen die Vereinigten Staaten heute intern zu kämpfen haben, hat mit der schwarzen, rund 13 Prozent starken Minderheit und mit der seit den 1960er Jahren explodierenden Zuwanderung von Latinos (die mittlerweile rund 18 Prozent der Bevölkerung stellen) zu tun.

Wäre eine bunte Bevölkerungsmischung – wie von den Progressiven rund um den Globus ebenso unermüdlich wie unwidersprochen behauptet – tatsächlich vorteilhaft, müssten Staaten wie der Libanon, Jugoslawien oder Afghanistan Erfolgsmodelle darstellen. Das Gegenteil ist der Fall. Stattdessen schreiben homogene, „reinrassige“ Staaten wie Japan, Taiwan oder Südkorea Erfolgsgeschichten. Das sollte auch nicht weiter verwundern, denn rassistisch motivierte „Hate Crimes“, „affirmative Actions“ oder Zerwürfnisse um ethnisch „gerechte“ Quotenbesetzungen für Führungsfunktionen sind dort unbekannt. Alle damit verbundenen Reibungsverluste ebenso.

Taylor stellt die berechtigte Frage: *„Wenn die Nichtweißen damit fortfahren, ihre rassenbasierten Interessen auszubauen, ist es dann klug, wenn die Weißen weiterhin so agieren, als ob sie keine hätten?“ Sein Buch versteht er als „den Versuch, Rassenbeziehungen zu verstehen, wie sie sind, und nicht, wie wir uns wünschen würden, dass sie sein sollten.“
*
Dass Wikipedia ihn als „White Supremacist“ denunziert und als Stichwortgeber des Ku-Klux-Klan darstellt, überrascht nicht. Gegen seine – passagenweise etwas ermüdende – Präsentation von Zahlen und Fakten weiß der Meinungshauptstrom eben kein anderes Mittel ins Treffen zu führen als die Rassismuskeule.

Der Autor weist akribisch (mit hunderten von Quellenverweisen) nach, dass die Vorstellung einer zum gemeinsamen Vorteil gereichenden, multikulturellen Gesellschaft nichts weiter ist als eine Illusion. Ethnische Inhomogenität bringt Spannungen und Probleme, keine „gegenseitige Befruchtung“. Gleich und gleich gesellt sich eben gern. Nie waren die einzelnen ethnischen Gruppen in den USA durch tiefere Gräben getrennt als heute.

Noch jeder Versuch einer von den politischen Eliten gewünschten, zum Teil mit robusten Mitteln vorangetriebenen Rassenmischung, ist gescheitert. Allein die „Hauptkampflinie“ hat sich deutlich verschoben: Rassenunruhen entzünden sich heute nicht mehr bevorzugt zwischen schwarz und weiß, sondern meist zwischen der etablierten schwarzen und der (durch massenhafte illegale Einwanderung) progressiv wachsenden, lateinischen Minderheit. Bürgerkriegsähnliche Zustände in den von mexikanischstämmiger Zuwanderung besonders stark geprägten Bundesstaaten (wie Kalifornien, New Mexico und Texas), die nur durch massive Aufgebote von Eliteeinheiten der Polizei unter Kontrolle gehalten werden können, sind keine Seltenheit.

Ob in den Schulen, an den Arbeitsplätzen, in öffentlichen Einrichtungen, ob beim Wohnen oder in der Kultur: Von freiwilliger, von den Betroffenen selbst gewünschter Integration kann keine Rede sein. Wer nicht anders muss, bleibt bei seiner Gruppe. Je weniger Berührungslinien, desto weniger Gefahr von rassisch motivierten Konflikten.

Keine Rede von der vorteilhaften Wirkung des „einander besser Kennenlernens“: Je mehr man über die jeweils andere Gruppe weiß, desto größer deren Ablehnung. Dass die angeblich diskriminierten (in Wahrheit aber durch einschlägige Gesetze und Quotenregelungen zu Lasten der Weißen massiv bevorzugten) nichtweißen Minderheiten mittlerweile zu den lautstärksten Befürwortern rassenorientierter (d. h. antiweißer) Politik geworden sind, passt ins Bild.

Allen anders lautenden zeitgeistigen Behauptungen zum Trotz, sind die zum Schluss getroffenen Feststellungen des Autors, die auch für Europa von Bedeutung sind, bedenkenswert: „Die demographischen Kräfte, die wir in Bewegung gesetzt haben, haben Bedingungen geschaffen, die inhärent instabil und potentiell gefährlich sind. Alle anderen Gruppen wachsen zahlenmäßig und verfügen über eine klare rassische Identität. Nur die Weißen haben kein rassische Identität, befinden sich permanent in der Defensive und auf dem Rückzug. Sie haben die Wahl: Wiedererlangung des Sinns für ihre Identität und die Entschlossenheit, ihre Zahl zu erhalten, ihre Traditionen und ihre Art zu leben – oder in Vergessenheit zu geraten.

Für jene Europäer, die sich unentwegt vor einer weiter zunehmenden Übermacht der USA ängstigen, ist das eine möglicherweise trostreiche Lektüre. In Wahrheit aber ist es eine erschreckende Bestandsaufnahme, die mit wenigen Anpassungen auch auf die Alte Welt anzuwenden ist. Die westliche, weiße Kultur scheint ihre Zukunft hinter sich zu haben…

White Identity, Racial Consciousness in the 21st century
Jared Taylor
New Century Books
340 Seiten, broschiert, Englisch
ISBN: 978-0-9656383-9-5




Evangelii Gaudium

Harsche Kapitalismuskritik aus dem Vatikan

Von Andreas Tögel

Das kürzlich herausgegebene Apostolische Schreiben ist nicht das erste Papier, mit dem der Heiligen Stuhl zu Wirtschaftsfragen Stellung bezieht. Das war schon in mehren „Sozialenzykliken“, wie Rerum Novarum (1891), Quadragesimo anno (1931) oder Populorum progressio (1967) der Fall. Keiner seiner Vorgänger allerdings hat das System der freien Marktwirtschaft in derart expliziter Weise attackiert, wie das der amtierende Papst Franziskus eben getan hat. Einige Passagen seines Papiers erinnern an Pamphlete aus der Feder von Jean Ziegler oder Sahra Wagenknecht. Der in Brasilien wirkende Bischof Erwin Kräutler nannte das Schreiben in einem Radiointerview – nicht ohne Grund – ein „Dokument der Befreiungstheologie“, das, wie er anmerkt, allerdings nur aus lateinamerikanischer Sicht zu verstehen sei.

Fragen von Mission und Neuausrichtung des Papsttums bleiben an dieser Stelle unberücksichtigt. Hier wird nur auf die wirtschaftsrelevanten Teile des Textes Bezug genommen.

Die sich durch das gesamte Schreiben ziehende Beschwörung, ja Verherrlichung der Armut fällt als erstes ins Auge. Die Kritik an einer angeblich zunehmenden „sozialen Ungleichheit“ als nächstes. Gerechtigkeit manifestiert sich für den Bischof von Rom in materieller Gleichheit. Folgerichtig kommt er zu dem Urteil: „Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der Disparität der Einkommen“. Und um jedem Missverständnis vorzubeugen: „Diese Wirtschaft tötet.“ Das sitzt. Die Sozialisten in allen Parteien haben hiermit einen neuen Verbündeten.

Dass es genau das kritisierte System des freien Marktes war und ist, das in den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten hunderte Millionen Menschen aus bitterster Armut zu bescheidenem Wohlstand geführt hat, wie das beispielsweise in vielen Ländern im Osten Asiens der Fall war, will der Papst nicht zur Kenntnis nehmen. Und daß viele Menschen nach wie vor ausgerechnet in jenen Teilen der Welt hungern und unter den furchtbarsten Bedingungen vegetieren, wo keine Rechtssicherheit herrscht, wo weder gesichertes Privateigentum noch freie Märkte existieren, lässt er unberücksichtigt.

Franziskus´ Verständnis von der Funktionsweise einer Marktwirtschaft liest sich so: „Heute spielt sich alles nach den Kriterien der Konkurrenzfähigkeit und nach dem Gesetz des Stärkeren ab, wo der Mächtigere den Schwächeren zunichte macht.“ Was er hier beschreibt, ist primitives Faustrecht, das in jenen finsteren Winkeln der Welt herrscht, die in den Berichten über Hunger und Elend am häufigsten genannt werden. Dort hat tatsächlich immer derjenige recht, dem der dickste Prügel gehört, oder der über den Ausnahmezustand gebietet. Marktwirtschaft hat indes mit Faustrecht gar nichts gemein. Die Marktgesellschaft zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass sie gewalttätige, mit Mord und Totschlag verbundene Konflikte durch friedliche Arbeitsteilung, Kooperation und Freihandel überwindet und in Vorteile für alle daran Beteiligten verwandelt.

Pure Blindheit für das Offensichtliche tritt zutage, wenn der Papst meint, es sei eine „…Ansicht, die nie von den Fakten bestätigt wurde…“, dass freie Märkte zur Verbesserung der Lebensumstände der Menschen führen. Er sollte seinen Blick zum Beispiel auf China richten – ein Land, in dem unter planwirtschaftlichen Konditionen Dutzende Millionen Menschen verhungerten. Dort haben heute nicht nur einige wenige von der wirtschaftlichen Liberalisierung profitiert, sondern es ist auch eine breite, stetig wachsende Mittelschicht entstanden, die in materiellem Wohlstand lebt.

Daß die „Diktatur einer Wirtschaft ohne Gesicht und ohne ein wirklich menschliches Ziel“ ausgerechnet von einem Mann gegeißelt wird, der selbst erlebt hat, wie rechte und linke Diktaturen ein einstmals blühendes Land ruinieren, entbehrt nicht der Ironie. In einem freien Markt kann – anders als in einer planwirtschaftlichen Diktatur – kein Produzent dem Publikum seine Waren oder Dienstleistungen aufzwingen. Um also zu verstehen, wie etwa die Vorstände von Daimler-Benz oder Novartis eine „Diktatur“ errichten können sollten, muss man schon über eine munter blühende Phantasie verfügen.

Danach greift der Heilige Vater einen weiteren Irrtum notorischer Antikapitalisten auf, wenn er meint: *„Während die Einkommen einiger weniger exponentiell steigen, sind die der Mehrheit immer weiter entfernt vom Wohlstand dieser glücklichen Minderheit.“ * Unsinn wird – siehe das Beispiel Chinas – durch beharrliche Wiederholungen nicht wahrer. Aber selbst wenn die Reichen tatsächlich rascher an Einkommen gewinnen sollten als die weniger reichen, wäre das völlig belanglos, so lange sich die Lage der Armen absolut verbessert – was in den „kapitalistischen“ Schwellenländern der Fall ist. Zweifellos ist ein Wirtschaftssystem, von dem einige wenige stärker profitieren mögen als andere, in dem sich immerhin aber auch die Lebensumstände der Unterprivilegierten verbessern, einem solchen vorzuziehen, das kollektive Gleichheit in Mangel, Armut und Elend garantiert.

Franziskus ist mit seinem antikapitalistischen Latein aber noch lange nicht am Ende, denn er setzt fort: „Dieses Ungleichgewicht geht auf Ideologien zurück, die die absolute Autonomie der Märkte und die Finanzspekulation verteidigen.“ Dieser Satz könnte einer Aussendung der Gewerkschaftsjugend aus dem tiefroten Simmering entstammen und ist völlig abwegig. Freiheit folgt keiner Ideologie, sondern ist ein unter Abwesenheit willkürlichen Zwanges herrschender Normalzustand. Wenn freie Menschen aus freien Stücken und nach ihrem Gutdünken Güter und Dienstleistungen kaufen und verkaufen, so folgen sie damit keinem Dogma, sondern schlicht und ergreifend ihren Präferenzen. In Wahrheit ist also vielmehr derjenige, der die hart attackierte „Autonomie der Märkte“ beenden möchte, ein totalitärer Träumer, der die Menschen unter das Joch seiner (linken) Ideologie zwingen will.
Finanzspekulationen möchte der Papst origineller Weise durch das segensreiche Wirken des Staates unterbunden sehen – ausgerechnet jenes Staates, der dank seines Geldmonopols und seiner eigentumsfeindlichen Zinspolitik an der Wiege jeder Finanzspekulation steht. Die Vorstellung von einem die Spekulation unterbindenden Staat ist wohl seiner absoluten Ahnungslosigkeit hinsichtlich Funktionsweise und Wirkung jedes Fiat-Money-Systems geschuldet.

Dass Papst Franziskus – wie jeder Befürworter der „sozialen Umverteilung“ –„eine egoistische Steuerhinterziehung“ scharf kritisiert, passt ins Bild. Nicht des Staates„Gier nach Macht und Besitz kennt keine Grenzen.“, indem der die Menschen um immer größere Anteile ihres sauer erarbeiteten Geldes bringt. Kritisiert wird vielmehr derjenige, der einer willkürlichen Enteignung zu entgehen versucht! Daß der ständig wachsende und Macht akkumulierende Staat, selbst dann, wenn er den Werktätigen ohnehin bereits den Löwenanteil ihrer Einkommen abpresst, immer noch nicht ohne Schulden zu machen durchkommt, findet der Papst dagegen keiner Erwähnung wert. Wo sind die Zeiten, als eine starke, selbstbewusste Kirche sich als weit und breit einzige Opposition zum allmächtigen Staat begriffen hat?!

Mit einem Zitat Johannes Chrysostomus´ wird entschlossen die Axt an die Wurzeln unseres westlichen Rechtssystems gelegt: „Die eigenen Güter nicht mit den Armen zu teilen bedeutet, diese zu bestehlen und ihnen das Leben zu entziehen. Die Güter, die wir besitzen, gehören nicht uns, sondern ihnen.“ Der französische Anarchist Proudhon hatte demnach also doch recht: Eigentum ist Diebstahl. Neu ist allerdings, dass ein Papst diese Meinung teilt! Wie – ohne gesichertes Privateigentum – ein zivilisiertes, vor allem aber gewaltfreies Zusammenleben möglich sein sollte, bleibt vorerst ein gut gehütetes vatikanisches Geheimnis.

Selbst vor der abgeschmackten Phrase „Das Geld muss dienen und nicht regieren!“ schreckt Franziskus nicht zurück. Überflüssig, diese peinliche Banalität zu kommentieren. Er findet „…das gesellschaftliche und wirtschaftliche System an der Wurzel ungerecht…“ Natürlich! Gerechtigkeit ist eben nun einmal eine Kategorie des Himmels, nicht aber des irdischen Jammertals. Wer sollte das besser wissen als ein Mann Gottes? Viel gerechter wäre es nach seiner Meinung vermutlich aber dennoch, ein System in der Art von „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ zu etablieren! Das war ja schon einmal da – und es hätte im Grunde auch wirklich großartig funktioniert, wenn es nicht unglücklicherweise an der unterdurchschnittlichen Qualität seiner Umsetzung gescheitert wäre…

Was der Heilige Vater uns mit dem kryptischen Satz *„…erzeugt die soziale Ungleichheit früher oder später eine Gewalt, die der Rüstungswettlauf nicht löst…“ * mitteilen will, ist ein wenig rätselhaft. Was hat die soziale Ungleichheit mit einem Rüstungswettlauf zu tun? Und welcher ist gemeint? Der zwischen der untergegangenen Sowjetunion und den USA (den das liberale Gesellschaftsmodell für sich entscheiden konnte) oder der heraufziehende zwischen den USA und China?

Wie dem auch sei: Papst Franziskus ist es ernst mit seinem Engagement für die Mühseligen und Beladenen dieser Welt. Im Kampf gegen die Armut sieht er eine der Hauptaufgaben der Katholischen Kirche. Dagegen gibt es nichts einzuwenden! Allerdings sucht man in der Heiligen Schrift vergeblich nach einem Aufruf zum (wirtschafts-)politischen Aktionismus. Jesus betont nicht ohne Grund: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Johannes 18/36). Weshalb der Nachfolger Christi also meint, seinem edlen Zweck ausgerechnet mit einem Schulterschluss mit den Sozialisten dienen zu können, bleibt unbegreiflich. Die Armut zu besiegen, indem man gegen den wirkungsvollsten Wohlstandsgenerator kämpft, den die Menschheit bisher jemals zur Verfügung hatte – nämlich die (ohnehin nirgendwo mehr wirklich) freie Marktwirtschaft, kann niemals gelingen!