Monatsarchive: Februar 2016

Unternehmer: Warenproduzenten und Dienstleister?

**Von Andreas Tögel**

Eher verlängerte Werkbänke des Fiskus!

Die Debatten um die den Betrieben von der Regierung verordneten Registrierkassen reißen nicht ab. Hohe Anschaffungskosten, vermehrte Bürokratie und institutionalisiertes Misstrauen beklagen die einen; Mehr Steuerehrlichkeit und vermehrte Einnahmen für den Staat reklamieren die anderen. Insbesondere linke Kräfte argumentieren mit dem Fairness-Argument: Immerhin könnten ja unselbständig Beschäftigte auch keinen Cent an Steuern verkürzen. Ergo: gleiches Recht für alle!

Ein Aspekt wird bei diesen Diskussionen völlig ausgeblendet: Wesen und Sinn des Unternehmertums. Die in Wahrheit einzige Aufgabe der Unternehmen ist es, kaufkräftige Nachfrage mit Waren und Dienstleistungen zu befriedigen. Basta. Unternehmen sind weder dazu da, um als Arbeitsbeschaffungsinstitute zu fungieren, noch um dem Finanzminister und den Sozialversicherungen als verlängerte Werkbänke zu dienen. Genau dazu werden sie aber genötigt – wiewohl es nicht dem Unternehmenszweck dient. Jede ihnen von der Obrigkeit aufgezwungene Aufgabe, die außerhalb des Betriebsziels liegt, führt zu höherem Aufwand und zu einer geringeren Produktivität. Die Kosten dafür werden selbstverständlich auf die Konsumenten überwälzt. Dass Arbeitnehmer ihre Steuern und SV-Abgaben nicht selbst zu errechnen und abzuführen haben, ist also nur scheinbar ein Gewinn für sie. Die Rechnung dafür bezahlen sie nämlich bei jedem ihrer Einkäufe. Denn auch die von den Betrieben notgedrungen engagierten Lohnverrechnungs- und Steuerberaterkanzleien, arbeiten schließlich nicht für Gottes Lohn.

Wer allerdings die Welt außerhalb geschützter Werkstätten nie kennengelernt hat und nie gezwungen war, betriebswirtschaftliche Überlegungen umzusetzen – und das trifft auf die überwiegende Zahl derjenigen zu, die für Wirtschaftsregulierung und Fiskalgesetzgebung verantwortlich sind – macht sich davon naturgemäß keine Vorstellung. Wenn es nicht so grotesk wäre, könnte man darüber ja glatt in Heiterkeit ausbrechen: Typen, die keine leise Ahnung davon haben, wie man sich werteschaffend betätigt, produzieren am laufenden Band Vorschriften, an denen die produktiv Tätigen sich zu orientieren haben. Witzig, nicht wahr?

Für Staatsbürokraten, Gewerkschafter und Intellektuelle, sind Unternehmer dubiose Figuren und Klassenfeinde, die rigoros zu bevormunden, zu überwachen und auszunehmen sind. Die einzige Aufgabe der Unternehmen besteht demnach in der Abführung hoher Steuern und in der Bereitstellung sicherer, komfortabler und möglichst hochbezahlter Arbeitsplätze. Dies ist allerdings eine fundamentale Fehleinschätzung, die zur Folge hat, dass insbesondere der gut ausgebildete Nachwuchs im Land der Hämmer nicht im Traum daran denkt, unternehmerisch tätig zu werden. Wer in Österreich studiert, will Beamter werden (oder auf andere Weise parasitär leben). Konsequenz: Das Land „sandelt wirtschaftlich ab“, wie WKO-Präsident Leitl in einem lichten Moment einst korrekt feststellte.

Während die Universitäten in den USA die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsbetrieben nach Kräften fördern (das gilt natürlich auch dort nicht für die beliebtesten Spielwiesen linker Spinner, wie Soziologie oder Politikwissenschaften), Joint Ventures bilden und die Studenten schon während der Ausbildung dazu animieren, unternehmerisch tätig zu werden, ist hierzulande das Gegenteil der Fall. Unter Marktbedingungen tätig werden – am Ende gar selbständig? Igitt!

Unternehmerischer Erfolg wird hierzulande, dank der emsigen Wühlarbeit der sozialistischen Neidgenossenschaft, vom Hautgout der Kriminalität, Ausbeutung wehrloser Lohnsklaven und routinemäßiger Steuerhinterziehung umweht. Ansehen genießt dagegen, wer sich von den vermeintlich trostlosen Niederungen des Marktes fernhält und sein Sinnen und Trachten stattdessen darauf richtet, produktiv Tätigen Vorschriften über Art und Weise deren Tätigkeit zu machen.

Die Einführung der Registrierkassenpflicht ist erklärtermaßen der erhofften Vereitelung von Abgabenhinterziehung geschuldet. Während die Steuerlast unselbständig Erwerbstätiger durch die aktuelle Steuerreform immerhin moderat gemildert wird, werden Unternehmer ab sofort noch stärker bluten. Jeder Unselbständige frohlockt über die paar Euro, die ihm nun netto übrigblieben. Dass dieses zusätzliche Geld aber von seinem Dienstgeber aufzubringen ist, weil der jetzt beispielsweise um immerhin zehn Prozent mehr Kapitalertragssteuer – nämlich 27,5 anstatt, wie bisher, 25 zu bezahlen hat, wird entweder nicht wahrgenommen oder sogar begrüßt.

Dass unternehmerische Tätigkeit auch in jenen Fällen mit Wertschöpfung verbunden ist, in denen keine Steuern abgeführt werden, scheint nicht zu interessieren. Ob aber der Staat sein Schutzgeld vom Unternehmer nun erhält oder nicht –Wertschöpfung findet jedenfalls statt. Der Wiederaufbau Österreichs nach dem Kriege, wäre ohne steuerschonende „Nachbarschaftshilfe“ unmöglich gewesen. Klartext: Der heute vorhandene Wohlstand verdankt sich zu einem guten Teil der systematischen Steuerhinterziehung. Und heute? Wer heute 15 Euro Nettostundenlohn erhält, dem dürfte es nicht leichtfallen, 70 Euro für eine „weiße“ Handwerkerstunde zu löhnen. Folglich folgen nach wie vor zahlreiche Mitbürger der fiskalfeindlichen Devise: Es lebe der Pfusch!

Eine Prognose kann jetzt schon gefahrlos gewagt werden: Der Versuch, auch noch die letzten Schlupflöcher zu verstopfen, durch die der eine oder andere Steuercent versickert ist, wird eine kontraproduktive Wirkung entfalten. Viele Kleinunternehmer werden aufgeben, weil ihnen der Mehraufwand unverhältnismäßig erscheint. Viele andere werden ihr Angebot – und damit ihre Nachfrage nach Mitarbeitern – einschränken. Steuerliche Mindereinnahmen einerseits und erhöhter Aufwand für die Arbeitslosenunterstützung anderseits, werden die Folge sein.

Den Konsumenten werden viele preiswerte Angebote nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Erwartung des Fiskus, durch Registrierkassen und verstärkten Einsatz von Steuerschergen höhere Einnahmen lukrieren zu können, wird sich als Illusion erweisen.

Was die weiter oben apostrophierte Frage der „Fairness“ angeht: Wer ernsthaft fiskalische „Waffengleichheit“ zwischen Selbständigen und Unselbständigen herstellen möchte, braucht nur eines zu tun: Die Unternehmen von der Bürde zu entbinden, Steuern und Abgaben ihrer Mitarbeiter an die verschiedenen Staatskassen abzuführen. Wenn jeder Arbeitnehmer seine Steuern und SV-Abgaben selbst abrechnet (oder auch nicht), wäre doch endlich totale Gleichheit vor dem Fiskus hergestellt, nicht wahr?

Seltsam, dass die auf „Steuergerechtigkeit“ so erpichten Sozialisten und Gewerkschafter diese Forderung nicht längst auf ihre Fahnen geschrieben haben…




Buchbesprechung: Die Tugend des Egoismus

**Von Andreas Tögel**

Wer das Opus magnum der in Europa weithin unbekannten, brillanten Denkerin und Begründerin der Denkschule des „Objektivismus“, Ayn Rand, den 1.100-Seiten-Roman „Atlas Shrugged“ (deutscher Titel: „Wer ist John Galt?“ oder „Der Streik“) gelesen hat, ist mit der unerbittlichen Strenge ihres Denkens bereits vertraut. Holzschnittartig legt sie die Protagonisten dieses Werkes an: Schwarz oder Weiß, Gut oder Böse, Held oder Schweinehund – für Zwischentöne ist hier kein Platz. Grautöne kommen auf der Farbpalette der Autorin nicht vor.

In dem nun endlich erstmals auch in deutscher Sprache vorliegenden Text (der Anfang der 1960er Jahre erschienene Originaltitel der Beitragssammlung lautet „The Virtue of Selfishness“) erläutert sie, ergänzt durch einige Beiträge aus der Feder ihres langjährigen Weggefährten und Mitstreiters Nathaniel Branden, warum das so ist, ja, warum es unbedingt so sein muß! Kompromisse zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch darf – und kann! – es nach ihrer Überzeugung nicht geben. Warum? Weil es der menschlichen Vernunft zuwiderläuft. Weshalb sollte beispielsweise das Ideal der Freiheit – und sei es zu noch so kleinen Teilen – an die Verfechter und Wortführer der Sklaverei verraten werden? Wäre es etwa ein erstrebenswerter, „guter“ Kompromiss, anstatt einer ganzen Gesellschaft, „nur“ der Hälfte davon die Freiheit zu rauben? Oder anstatt 100 Unschuldiger „nur“ 50 zu exekutieren? Kompromisse mit dem Übel einzugehen, bedeutet stets eine Niederlage des Tugendhaften und verhilft immer nur dem Bösen zum Sieg.

Relativismus ist ihre Sache wahrlich nicht. Die eiserne Unerbittlichkeit Ayn Rands „objektivistischer“ Philosophie, leuchtet aus jedem ihrer Sätze hervor. Abstriche von als richtig erkannten Positionen zu machen, betrachtet sie als feigen Verrat. Die heute allseits zur Kardinaltugend hochstilisierte Toleranz – in diesem Punkt stimmt sie mit den Ideen Friedrich Nietzsches überein – findet vor ihrem harten Urteil ebenso wenig Gnade, wie der unserer Tage nicht minder gelobte Altruismus. Doch der von ihr beschworene, „rationale Egoismus“ läuft keineswegs auf kruden Sozialdarwinismus hinaus. Es geht ihr nicht um die Verfolgung von Träumen und das Ausleben von (Herrschafts-)Sehnsüchten des Stärkeren, sondern um die Formulierung objektiver Kriterien, die ein gedeihliches und friedvolles Zusammenleben aller Menschen möglich machen.

Es dürfte kaum überraschen, dass die Autorin auch sämtliche Spielarten des Sozialismus – von dunkelrot bis braun – vernichtend kritisiert.

In insgesamt 19 Beiträgen (fünf davon wurden von Nathaniel Branden beigesteuert) skizziert und begründet sie schwungvoll und mit kraftvollen Worten ihre Philosophie, die die Grundlage ihres oben zitierten, in Europa leider viel zu wenig bekannten Meisterwerkes (eines der bis heute meistgelesenen Bücher in den USA!) bildet.

In mehr als einem der voneinander unabhängigen, vor nunmehr über 50 Jahren entstandenen Aufsätze, zitiert sie dessen sagenhaften Helden, John Galt. Er dient ihr in der „Tugend des Egoismus“ quasi als Sprachrohr – so wie es der geniale Architekt Howard Roark aus ihrem Roman „Fountainhead“ tut (dieser Stoff wurde im Jahr 1949 von King Vidor mit Gary Cooper in der Hauptrolle – passenderweise in Schwarzweiß – verfilmt. Der etwas unglücklich gewählte deutsche Titel des Streifens lautet: „Ein Mann wie Sprengstoff“).

Gerade in unserer, völlig dem Relativismus verfallenen, wertebefreiten Welt, in der schwammige Gefühle hundertmal mehr zählen als scharf formulierte Rechte, wird die Lektüre des Buches – je nach Standpunkt des Lesers – entweder zutiefst verstören und zu Widerspruch herausfordern, oder restlos begeistern. Es gibt nur wenige Bücher, die in einer derart schroffen Art zu polarisieren vermögen, wie dieses Manifest selbstbewussten Freisinns. In den Bibliotheken von Freidenkern, Libertären und Befürwortern einer Marktwirtschaft ohne Adjektive, sollte dieses Manifest der militanten Atheistin Ayn Rand jedenfalls nicht fehlen. Es ist ein wahres Labsal.

**[Die Tugend des Egoismus](http://www.amazon.de/gp/product/3940431559/ref=as_li_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3940431559&linkCode=as2&tag=ludwvonmisein-21)**
**Ayn Rand, mit Beiträgen von Nathaniel Branden**
*TvR Medienverlag*
190 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-940431-55-4
19,90,- Euro




Der Kampf ums Bargeld geht jeden an

**Von Andreas Tögel**

###Gegen die Allmacht des Staates

Die Freunde und Herolde des totalen Staates können es einfach nicht lassen. Kaum _eine_ Woche vergeht, in der kein neuerlicher Vorstoß zur Einschränkung des Bargeldverkehrs – oder zu dessen völliger Abschaffung – unternommen wird. Dabei an vorderster Front: Bankmanager, beamtete Ökonomen und linke Politschranzen, die aus ihrer Ablehnung des Privateigentums kein Geheimnis machen.

Die von der ehrenwerten Gesellschaft der Freunde des virtuellen Geldes vorgebrachten „Argumente“ sind von einer Fadenscheinigkeit, die ihresgleichen sucht. So wird von den Anti-Bargeld-Aktivisten etwa treuherzig versichert, es gehe lediglich um den „_Kampf gegen den Drogenhandel_“, sowie um die „ _Verhinderung der Steuerhinterziehung_, _der Geldwäsche_ und der internationalen Waffenschieberei“. Na klar! Wer die Aktivitäten böser Buben (und Mädels) einzudämmen im Sinn hat, bekämpft sicherheitshalber die Interessen aller Guten und Braven. Was denn sonst?

Wer glaubt denn ernsthaft, dass jene weltumspannend tätigen Riesenbetriebe, die – unter Nutzung der ihnen gesetzlich gebotenen Möglichkeiten – derzeit so gut wie keine Steuern abführen, das _nach der Abschaffung des Bargeldes_ plötzlich tun werden? Wer ist schwindelfrei genug anzunehmen, dass Internationale Drogenkartelle und (die ohnehin routinemäßig stets im besten Einvernehmen mit staatlichen Agenten operierenden) Waffenproduzenten keine Alternativen zu Bargeldtransaktionen finden? Na eben.

In Wahrheit werden alle rechtschaffenen Bürger einen entscheidenden Teil der kümmerlichen Reste ihrer verbliebenen Freiheit verlieren, wenn _Eigentum_ (an Banknoten und Münzen) durch bloße _Forderungen_ gegen (vom Staat abhängige und ihm willfährig ergebene) Banken ersetzt wird. Man könnte auch sagen: ein Sachenrechtstitel wiegt allemal schwerer als ein Schuldrechtstitel. Was man hat – dessen Ausfolgung also nicht vom Gutdünken Dritter abhängt – das hat man eben.

Nebenbei bemerkt: Der Umstand, dass die exzessive Staatsverschuldung den Regierungen kaum noch einen anderen Ausweg bietet, als die Enteignung der Privathaushalte – die dann besonders elegant erfolgen kann, wenn möglichst alle Vermögenswerte dem Leviathan bekannt und seinem Zugriff ungeschützt ausgeliefert sind – spielt bei den Bargeldabschaffungsphantasien der Obertanen natürlich überhaupt keine Rolle. Großes Ehrenwort des ewig klammen Fiskus!

Die hoffnungslos naive Vorstellung, der Staat wäre auch nur im Geringsten dem Wohl seiner Bürger verpflichtet, ist erstaunlicherweise nicht umzubringen – wiewohl jedermann tagtäglich vorgeführt bekommt, dass das Gegenteil richtig ist. Von der Missachtung – je geradezu fahrlässigen Gefährdung – der Sicherheitsinteressen seiner Bürger (Stichwort Völkerwanderung und Islamisierung), bis zur schrittweisen Abschaffung des Eigentumsrechts – der Staat und seine Schergen waren, sind bleiben die schlimmsten Feinde der bürgerlichen Freiheit und Sicherheit.

Big Government und big (financial) Business sind allerdings – in schrillem Gegensatz zum Tenor klassenkämpferischer Sonntagsreden stimmenmaximierender Politfunktionäre – stets ein Herz und eine Seele. Konzernbetrieben werden – nicht nur in steuerlicher Hinsicht – Konzessionen gemacht, von denen kleine und mittlere Unternehmen nur träumen können. Denen wird dafür, wie jedem anderen Leistungsträger, unausgesetzt mit unerbittlicher fiskalischer Strenge nachgestellt.

_„Folge stets der Spur des Geldes“,_ lautet ein alter Grundsatz der Kriminologie. Er ist auf fast alle Lebensbereiche anwendbar. Die Verfügbarkeit baren Geldes nutzt _jedermann_. Bargeld versetzt – unabhängig vom Gutdünken der Obertanen und Bankster – jedermann jederzeit in die Lage, unkontrollierbare, anonyme Transaktionen vorzunehmen. Und das ist gut so. So wie der Käufer eines Ferraris nicht von Vornherein der notorischen Schnellfahrerei verdächtig ist, berechtigt das Eintreten für die Möglichkeit von Barzahlungen nicht zum Generalverdacht, es ginge um die Abwicklung krummer Geschäfte. Es geht einzig und allein darum, dass es weder den Fiskus, noch die Hausbank etwas angeht, was jemand mit seinem Geld anstellt, solange er dabei nicht die Rechte Dritter verletzt. Wer Vorhänge vor seinen Fenstern aufhängt und sich die Montage von Überwachungskameras und Abhöranlagen in seinem Haus verbittet, ist deshalb kein potentieller Straftäter. Er besteht lediglich – wie auch der Barzahler – auf seinem guten Recht auf Privatsphäre. Das ist alles.

Wer würde denn von der Abschaffung des Bargeldes profitieren? Einzig und allein der politisch-geldindustrielle Komplex. Der Regierung winkte dadurch die totale Kontrolle über alle Bürger und den Banken die Einhebung willkürlich festzusetzender Gebühren für jede noch so kleine Transaktion. Schließlich gäbe es ja dann keine Alternative mehr zur Banküberweisung. Die Bürger wären der Willkür von Politik und Banken wehrlos ausgeliefert.

Der Bolschewik Leo Trotzki sprach einst freimütig aus, was einem Dissidenten in einer Gesellschaft blüht, in der sich alle Produktionsmittel in staatlicher Hand befinden: der langsame Hungertod nämlich. Nicht anders würde es in einer Welt zugehen, in der Innen- oder Finanzminister, respektive deren Büttel, mit einem Mausklick darüber entscheiden könnten, ob jemand sich eine Wurstsemmel, einen Wintermantel, ein Bahnticket oder ein paar Liter Treibstoff kaufen darf oder nicht. Wer sich klarmacht, welche Macht jedem Regime durch die Vereitelung von mit Bargeld getätigten Einkäufen zufiele, wird erkennen, dass _alles_ getan werden muss, um zu verhindern, dass es jemals so weit kommt.

Die kriminelle Energie der Regierungen, richtet sich derzeit sich mehr und mehr gegen die Bürger des eigenen Landes. Die verstärkte Haltung liquider Mittel, ob in Form von Papiergeld oder Edelmetallen ist Geschmacksache, trägt dieser Tatsache Rechnung.

Vorerst unternimmt der Große Bruder nur Teiloffensiven – etwa zur Begrenzung der Höhe von Barzahlungen oder zur Abschaffung großer Banknoten. Bald schon allerdings könnte er zum Generalangriff antreten und seine einschlägigen Begehrlichkeiten _vollständig_ durchsetzen. Entschlossene Gegenwehr tut daher not. Jede Barzahlung ist ein Bekenntnis zu Unabhängigkeit und Freiheit. Jede Kreditkarten- oder Bankomattransaktion, ist dagegen Wasser auf die Mühlen beamteter Kontrollfreaks. Daher sollte jedermann auf den Einsatz von Plastikgeld so oft wie möglich verzichten – auch wenn damit ein Bequemlichkeitsverlust verbunden ist. Mit der Bequemlichkeit nähme es nämlich sehr bald ein vollständiges Ende, wenn die eiserne Hand des „ _kältesten aller kalten Ungeheuer“_ sich ungehindert an sämtlichen Konten vergreift – ohne dass den Bürgern (wo auch immer gehortete) Barmittel zur Verfügung stünden.

Es liegt auf der Hand, dass seit dem Entfall der Realwertbindung des Geldes (Golddeckung), kein Grund mehr besteht, sich über dessen Wertaufbewahrungsfunktion irgendwelchen Illusionen hinzugeben. Dennoch bleibt auch in einem Fiat-Geldsystem die Privatsphäre der Geldverwendung unangetastet – solange Scheine und Münzen ihren Tauschwert noch nicht verloren haben.

Die Welt hat mit dem „_Fall Zypern_“ im Jahre 2013 erlebt, wozu Regierungen fähig sind: Den Bürgern wurde damals schlicht der freie Zugang zu ihren Bankkonten – _zu ihrem rechtmäßig erworbenem Eigentum!_ – verwehrt. Wer in dieser Zeit über _kein_ _Bargeld_ verfügte, hatte selbst damit erhebliche Probleme, seine materiellen Grundbedürfnisse zu befriedigen.

Wer möchte erleben, dass seine über Jahrzehnte für den Lebensabend gebildeten Reserven (z. B. in Form von Erlebensversicherungen), vom Staat ohne weiteres enteignet werden, weil sie seinem Zugriff nicht wirksam zu entziehen sind?

Wer seine fünf Sinne beisammen hat, dürfte kaum in einer Welt leben wollen, wie George Orwell sie in seinen dystopischen Romanen beschrieben hat. Und – noch etwas: Wer mag schon auf die Freiheit verzichten, seinem Enkel etwas Geld zuzustecken (oder Hämorrhoidensalbe zu kaufen) – ohne dass Big Brother noch in derselben Sekunde davon erfährt? Wer ist wirklich scharf darauf, dass Hausbank und Regierung über jeden einzelnen seiner Schritte zu jedem Zeitpunkt genauestens im Bilde sind?




Buchbesprechung: Die Energiewende ist schon gescheitert

**Von Andreas Tögel**

Günter Keil ist weder politischer Ideologe noch Lobbyist. Er ist, als promovierter Ingenieur und ehemaliger Mitarbeiter des Bundesforschungsministeriums, profunder Kenner jener Materie, der er sich im vorliegenden Buch widmet. Mit der Nüchternheit und Sachkunde des Technikers, erstellt der Autor einen Katalog der mit der deutschen „Energiewende“ verbundenen Fehleinschätzungen und nachteiligen Konsequenzen für Deutschland und dessen Nachbarstaaten.

Dieser Tage ist das Buch deshalb interessant, weil seit seinem Erscheinen immerhin drei Jahre vergangen sind. Alle vom Autor damals geäußerten Befürchtungen, haben sich als wahr erwiesen. Günter Keil rechnet mit der von Kanzlerin Merkel nach der Tsunamikatastrophe im fernen Japan anno 2011 verkündeten „Energiewende“ schonungslos ab. Einen, besonders für einen Industriesandort, wesentlichen Teil der Wirtschaft, nämlich die Energieversorgung, den Gesetzmäßigkeiten des Marktes zu entziehen und nach den Vorgaben einer hoheitlich geplanten Kommandowirtschaft zu führen, so seine These, kann nur in eine Sackgasse führen. Exakt das ist geschehen.

Nicht nur die Netzsicherheit und Stabilität der Versorgung mit elektrischer Energie, steht durch den Entfall der Grundlastleistung von acht Hals über Kopf abgeschalteten AKW auf dem Spiel. Auch der Verbleib energieintensiver Industrien und High-Tech-Betrieben am Standort Deutschland, ist unter den neuen Bedingungen nicht mehr gesichert. Die Inkaufnahme schwerer Verstimmungen bei den Nachbarstaaten, die nun unter stark schwankenden Exporten deutscher Windstromerzeuger leiden, bildet den sprichwörtlichen Tupfen auf dem I.

Dass eine gelernte Physikerin, wie Kanzlerin Merkel, nicht imstande war, zu erkennen, dass wind- und wetterabhängige Energielieferanten (Windräder und Photovoltaikanlagen) keine zuverlässige Grundlastversorgung garantieren können, sofern keine großtechnischen Speichermöglichkeiten vorhanden sind (genau das ist der Fall), ist schwer zu verstehen. Haushalte und Industrie benötigen eben auch dann elektrische Energie, wenn weder der Wind bläst noch die Sonne scheint. Die auf Wind und Sonne gestützte Stromgewinnung, bedingt also annähernd gleich leistungsfähige konventionelle „Back-up-Systeme“ und damit letztlich doppelte Kosten. Ein Schildbürgerstreich.

Dass zudem CO₂-neutrale AKW durch Kohlekraftwerke – nicht nur im Hinblick auf die CO₂-Bilanz wahre Dreckschleudern – ersetzt werden müssen, was (Stichwort Verschmutzungszertifikate) zu weiteren zusätzlichen Kosten führt, entlarvt die planwirtschaftlich orchestrierte „Energiewende“ als schwerwiegende Fehlentscheidung mit unabsehbaren Konsequenzen.

Robert Heinlein verdanken wir die Erkenntnis, dass es kein freies Mittagessen gibt. Auch Strom gibt es nicht geschenkt. Nutznießer der „Energiewende“ sind ausschließlich jene regierungsnahen Investoren (und deren regierungsnahen Herolde), die auf „erneuerbare Energien“ gesetzt haben. Die Zeche für die Merkelsche Hybris haben nun Steuerzahler und Verbraucher – gegen ihren Willen –zu bezahlen.
Prof. Helmut Alt von der FH Aachen zu den Konsequenzen dieser Energiepolitik: „Die deutsche Politik hat Energie zum Luxusgut erklärt. Die Ärmsten werden es zuerst zu spüren bekommen, aber die haben kein Lobby.“

**_Die Energiewende ist schon gescheitert_**

**_Günter Keil_**
**_TvR Medienverlag_**
**_136 Seiten, gebunden_**
**_ISBN 978-3-940431-32-5_**
**_14,90,- Euro_**




Buchbesprechung: Spukschloss Deutschland

**Von Andreas Tögel**

Drei Themenfeldern widmet sich der Autor in seinen im vorliegenden Buch versammelten Aufsätzen: der EU-Krise, der Staatsschuldenproblematik und dem Zuwanderungschaos.

In 62 Kommentaren werden Phänomene wie _„Verlagszensur“, „Die Ampelquote“, „Der verhinderte Grexit“ „Feindbild Bürgertum“_ und _„Auf der Flucht“_ kritisch abgehandelt. Die voneinander unabhängigen und auf aktuelle Tagesthemen der letzten Monate zugeschnittenen Beiträge, umfassen nicht mehr als zwei bis drei Seiten, was die Lektüre recht kurzweilig gestaltet.

Im Prolog erläutert Ramin Peymani, worum es ihm geht: um die Kritik eines „gespenstischen Zeitgeistes“, der Politik und veröffentlichte Meinung seit Jahren im Griff hält. Zitat: _„Die links-grüne Gesinnungspolizei hat sich über eine einseitige Medienberichterstattung inzwischen die Meinungsführerschaft gesichert und treibt die Gesellschaft vor sich her.“_

Die Tugendwächter in Ministerien und Redaktionen haben es geschafft, Kritiker der EU, des Gouvernantenstaates oder einer undifferenzierten „Willkommenskultur“, ins Abseits zu drängen. Die im Besitz der Deutungshoheit befindlichen Eliten, sind schnell in der Schubladisierung von Dissidenten, die als Hinterwäldler, Dummköpfe oder Reaktionäre abgekanzelt werden. Und wenn das alles noch nicht reicht, greifen sie zur Faschismuskeule. Damit meinen die regierungsnahen Dressureliten, sich der Mühe einer seriösen Argumentation und damit jeder kontroversiellen Debatte entziehen zu können.

Der politisch-mediale Komplex scheint den Bogen allerdings überspannt zu haben. Die Bürger glauben den Darstellungen der Meinungsführer nicht mehr. Die klassischen Massenmedien verlieren dramatisch an Zuspruch („Lügenpresse“!). Das Image der politischen Klasse ist so schlecht wie nie zuvor. Derweil erfreuen sich Webseiten, deren Betreiber sich kritisch mit dem herrschenden Zeitgeist auseinandersetzen und Publikationen wie die vorliegende, wachsender Beliebtheit. Das lässt zwar hoffen, bedeutet aber keineswegs bereits den Sieg von Anstand und Vernunft und die Überwindung der vom linken Meinungsmainstream betriebenen Desinformation. Der Autor ruft die Bürger in seinem Schlusswort daher dazu auf, dem „_Zeitgeist-Gespenst_“ furchtlos und entschlossen entgegenzutreten, Flagge zu zeigen und in keiner Debatte klein beizugeben.

**_Spukschloss Deutschland_**
**_Ramin Peymani_**
**_Juwelen-Verlag 2016_**
**_188 Seiten, broschiert_**
**_ISBN 978-3-945822-07-4_**
**_11,90,- Euro_**

[Tagebuch](http://www.andreas-unterberger.at/Gastkommentar)




Pöbel gegen Pack

**Von Andreas Tögel**

##Da bleibt kein Auge trocken

Dem Wiener Kabarettisten, Helmut Qualtinger, verdanken wir die Figur des „Travnicek“, eines ewig griesgrämigen Misanthropen und Ignoranten. Im Sketch „_Tavnicek im Urlaub_“ gibt er auf die Frage, was ihm denn Spanien sage, zur Antwort: _„Offen gestanden nichts. Die Stierkämpf´, a matte Sache. Simmering-Kapfenberg, des nenn´ I Brutalität.“_ Der Satz hat sich zum geflügelten Wort entwickelt. Das Fußballmatch der Vereine Simmering gegen Kapfenberg gilt in der Alpenrepublik als Sinnbild extrem harter Auseinandersetzungen.

Die deutsche Entsprechung dieses Zitats lautet dieser Tage: _Regierung gegen Pack – da bleibt kein Auge trocken._ In ihrem durch keinerlei Selbstzweifel getrübten Bewusstsein, schlechthin das Gute zu verkörpern und – auf fremder Leute Kosten, versteht sich – alles richtig zu machen, kennen deutsche Regierungspolitiker keinerlei Hemmungen, wenn es darum geht, Kritiker abzuqualifizieren, ihnen jede denkbare Niedertracht zu unterstellen und sie aufs Übelste zu beschimpfen. Funktionäre einer im Aufwind befindlichen Oppositionspartei als „Schande für Deutschland“ und als „Rattenfänger“ zu bezeichnen (wie das Finanzminister Schäuble kürzlich getan hat) ist schon stark. Rund 10 Millionen Bundesbürger (12% würden derzeit AfD wählen), sind nach Meinung des christdemokratischen Herz-Jesu-Sozialisten also _Ratten_. Das ist eine Sprache, wie sie seit 1945 nicht mehr zu hören war.

Aber auch die Fraktion der orthodoxen Sozis ist nicht faul. _Jabba-the-Hut_-Gabriel macht aus seinem übergroßen Herzen keine Mördergrube und tituliert die Kritiker der katastrophalen Regierungsarbeit kurzerhand als „_Pack_“. Die spürbare Nervosität der Großkoalitionäre treibt, angesichts der täglich deutlicher hervortretenden, katastrophalen Folgen ihrer frivolen Einwanderungspolitik, täglich neue Blüten.

Der ultralinke Justizminister Heiko Maas etwa, der Gesellschaftspolitik unter Einsatz des Justizapparates treibt (wie das weiland schon sein neomarxistischer Amtskollege Christian Broda in Österreich getan hat und wie es für jedes totalitäre Regime typisch ist), geriert sich plötzlich überraschend als entschlossener Bewahrer des Gewaltmonopols.

![Die Ähnlichkeit ist reiner Zufall!](http://www.freiheits-akademie.at/wp-content/uploads/2016/02/heiko_maas_adolf_eichmann.jpg „Die Ähnlichkeit ist reiner Zufall!“)

**Abb. 1: Die Ähnlichkeit ist reiner Zufall!**

Nicht, dass er etwa daran denken würde, den unerträglichen Übergriffen kulturferner Barbaren auf heimische Bürgerinnen unter Einsatz härtester Bandagen zu begegnen. Übergriffen übrigens, die eine unbestreitbare Konsequenz der von ihm und seinen Regierungskumpanen betriebenen, grob fahrlässigen Zuwanderungsförderung bilden. Nein, das natürlich nicht! Er gedenkt vielmehr, das de facto bankrotte Gewaltmonopol des Staates, gegen jene sich da und dort bildende Bürgerwehren einsetzen, die die vom Staat nicht mehr erbrachte Ordnungsfunktion in ihre Hände nehmen wollen. Die Regierung führt mutwillig Probleme herbei, die es ohne ihr Zutun nicht geben würde und geht in der Folge gegen jene vor, die sich dagegen wehren möchten. Man wähnt sich im Tollhaus.

Das von Maas beschworene, staatliche Gewaltmonopol, das sollte der umtriebige Ex-Juso indes wissen, beruht auf einem „Gesellschaftsvertrag“, dessen Einhaltung nur Sinn ergibt, wenn der Staat das vom Bürger an ihn abgetretene Recht zur Gewaltanwendung tatsächlich dazu nutzt, ihn und sein Eigentum vor Aggressionen zu beschützen. Das tut er aber nicht nur nicht, sondern er beteiligt sich durch die ungebrochene Förderung des Zustroms weiterer potentiell gewaltbereiter Migranten, aktiv an einer zunehmenden Verschlechterung der Sicherheitslage im Lande.

Die Bundesregierung und der von ihr geführte Staat arbeiten – mit nicht zu übersehendem Erfolg, der bereits weltweites Erstaunen hervorruft – an der Verwirklichung der ersten multikriminellen Gesellschaft auf deutschem Boden. Da Merkel & Genossen es offenbar auf ihr Panier geschrieben haben, ein Chaos herbeizuführen, wie man es seit Mai 1945 hierzulande nicht mehr erlebt hat, ist Maas´ Ankündigung eines „_harten Vorgehens gegen Bürgerwehren_ “ allerdings nur logisch. Denn couragierte – womöglich sogar bewaffnete – auf privater Basis organisierte Bürger, könnten ja in der Tat versuchen, wieder für jene Ordnung sorgen, die der Leviathan, ohne Sinn und Verstand, systematisch zerstört.

Als interessierter Beobachter aus dem benachbarten Ausland (der allerdings selbst mit einer absolut inkompetenten Bundesregierung geschlagen ist), fragt man sich, welcher Teufel Merkel & Genossen reitet, ihre verheerende Flüchtlingspolitik – trotz der unüberhörbaren Alarmsignale aus zahlreichen Kommunen – unbeirrt fortzusetzen? Was ist aus den Deutschen geworden, von denen Bismarck einst meinte, sie wären stark genug, selbst „ _den Teufel aus der Hölle zu schlagen“?_

Haben tatsächlich diejenigen recht, die meinen, beim Sozialismus handle es sich um eine (infektiöse) Geisteskrankheit, die alle von ihr Befallenen dazu zwingt, nicht nur verteilungs- sondern auch ordnungs- und gesellschaftspolitisch autodestruktive Strategien zu entwickeln und umzusetzen? Schließlich sitzen, das darf nicht übersehen werden, in Deutschland wie in Österreich, ausschließlich Sozialisten in den Parlamenten und Regierungen. Und deren Selbsteinschätzung kommt in keinem Statement besser zum Ausdruck, als in jenem des einstigen österreichischen Kanzlers Sinowatz: _„Ohne Partei sind wir nichts“._ Wahr gesprochen. Sie sind _nichts_. Gar nichts.

Wer indes von sich selbst (im Falle der Sozialisten natürlich durchaus zurecht) nichts hält, kann auch keine Wertschätzung für andere aufbringen (schlag nach bei Ayn Rand und Nathaniel Branden). Besonders nicht für diejenigen, die auch ohne Partei „etwas“ sind. Die gesamte Gesellschaft auf dem materiell denkbar niedrigsten Niveau zu versammeln, war und ist die unausweichliche Konsequenz der Umtriebe eines regierenden, linken Pöbels. Die geistige und charakterliche Degeneration der Massen, folgt der von den verkommenen Obertanen verordneten Nivellierung auf dem Fuße. Der massenhafte Import mittelloser Analphabeten, ist für die antibürgerlichen Klassenkämpfer ein willkommenes Mittel, um auf ihrem Weg zum Ziel beschleunigt voranzuschreiten.

Ist es also der in ganz Europa grassierende Sozialdemokratismus, dem die Schuld an Deutschlands Weg ins Chaos zukommt oder geht dieser Staat (wieder) einen Sonderweg? ist es am Ende der sprichwörtliche _Selbsthass_ der deutschen Politeliten und des intellektuellen Lumpenproletariats, der die heute lebenden Insassen der DDR 2.0 dazu zwingt, sich wegen der vor vielen Jahrzehnten von ihren Vorfahren auf sich geladenen Schuld, mit einer selbstmörderischen Politik selbst zu bestrafen?

Wie dem auch sei: Die Hoffnung lebt, dass, wenn schon nicht aus eigenem Antrieb, sondern erst im Gefolge verlorener Regionalwahlen, auch in den Zentralen der Großparteien die Vernunft wieder einkehrt – ehe es zu Pogromen kommt oder Deutschland auf bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen zusteuert.




Österreich fällt in allen Rankings zurück

**Von Andreas Tögel**

_Bergauf geht’s nur mit der Zahl der Arbeitslosen_

Bei der Beschäftigung mit Datenaggregaten ist grundsätzlich Vorsicht
geboten. Denn selbstverständlich hat schon die Auswahl der Kriterien
maßgeblichen Einfluss auf Studienergebnisse. Und natürlich ist auch die Art
der Datenerhebung und die Interpretation der Daten entscheidend. Das vom
Studienautor (oder dessen Auftraggeber) gewünschte Ergebnis, kann leicht
durch eine entsprechende Datenselektion- und Interpretation beeinflusst
werden. Ein besonderes Problem bereiten Messungen und Vergleiche „weicher
Daten“, wie etwa Zufriedenheit oder Glück.

Wirtschaftlich relevante Untersuchungen und Statistiken, konzentrieren
sich daher meist auf „harte Daten“, wie Auftrags- und Investitionsvolumina,
Beschäftigungszahlen oder gesamtwirtschaftliche Zahlen, wie das
Bruttosozialprodukt.

So problematisch korrekte Interpretationen und Vergleiche aggregierter
Wirtschaftsdaten auch sein mögen, so bieten sie doch – zumindest über
längere Zeiträume hinweg betrachtet – wertvolle Aufschlüsse über die
Richtung, in die sich Volkswirtschaften bewegen. Dass im Falle Österreichs
keinerlei Grund zur Freude besteht, sei in der Folge anhand von vier
vergleichenden Untersuchungen dargestellt:

In der Liste der „_Wettbewerbsfähigsten Länder der Welt_“,
erstellt vom „_International Institute for Management Development_“
in Lausanne, fällt Österreich: von Rang 10 (im Jahr 2014) auf Rang 14 (im
Jahr 2015) zurück. Deutschland verharrt in dieser Rangliste unverändert auf
Rang 16, die USA stehen in dieser Untersuchung weiterhin unangefochten auf
Platz eins.

Das _Weltwirtschaftsforum (WEF),_ erstellt einmal jährlich einen
„_Global Competitiveness Report_“, in dem 144 Länder enthalten sind.
Österreich verliert hier zwei Plätze und steigt von Platz 21 auf 23 ab. Die
USA fallen um drei Plätze zurück – von Rang vier auf Rang sieben.
Deutschland verteidigt seine sechste Position. Im Ranking des WEF steht die
Schweiz auf Rang eins.

Die konservative US-Denkfabrik „_Heritage Foundation_“, erstellt
einmal jährlich den “_Index of Economic Freedom_”. Österreich lag
2006 noch auf Platz 18 und stieg bis 2015 schrittweise auf Rang 30 ab.
Deutschland kletterte im selben Zeitraum von Rang 19 auf Rang 16. Die
Schweiz kam im Jahr 2006 auf Rang 15 und steht nunmehr an fünfter Position.
Sie ist damit das seit Jahren bestplatzierte Land Europas im IEF.

Aus österreichischer Sicht besonderen Anlass zur Sorge, bereiten die
Daten des in Zürich erscheinende “_Econ-Cast Business Monitor_”, der
auf Basis einer wöchentlichen Befragung von über 500 geschäftsführenden
Gesellschaftern im Lande erstellt wird. Er sieht Österreich in einer
krisenhaften Abwärtsbewegung. In der zuletzt veröffentlichten Ausgabe heißt
es: _„Im Dezember 2015 fällt der Business Monitor in Österreich erneut
um 1,2 Punkte und liegt bei 86,3. Unter dem Strich hat der
Wirtschaftsindikator seit Anfang 2015 drastische Verluste hinnehmen müssen
und büßte 20,2 Punkte ein. Der Business Monitor für Deutschland steht mit
88,9 Punkten nicht viel besser da – wobei der deutsche Index im Dezember
immerhin einen Anstieg um 0,7 Punkte verzeichnete. Der Business Monitor
setzt sich aus einer Bewertung der momentanen Situation und der
Erwartungskomponente zusammen.“_

Im November 2014 wurde die Ist-Situation der Wirtschaftslage von den
Befragten Unternehmern noch weit besser eingeschätzt. Die
Situationskomponente erreichte vor gut einem Jahr mit 106,5 Zählern einen
Höchststand. Die Erwartungshaltung der Befragten verzeichnet in der
aktuellen Erhebung gegenüber der Vorjahr ein Minus von 21,5 Punkten und
liegt nun bei 85,0 Punkten.

Die letztgenannte Untersuchung ist deshalb sehr besorgniserregend, weil
sie die Einschätzungen direkt Betroffener wiedergibt und nicht die
aufgesetzt zweckoptimistischen Propagandaphrasen gewerkschafts- oder
regierungsnaher „Experten“ (etwa die von WIFO oder IHS), die nie in ihrem
Leben einen Betrieb von innen gesehen haben.

**Fazit**: das Jahr 2016 dürfte, zumindest für auf der freien Wildbahn des
Marktes tätige Zeitgenossen, durchaus „interessant“ werden.

![Business Monitor Graphic](http://www.freiheits-akademie.at/wp-content/uploads/2016/02/business_monitor_graphic.png)




Zurück in der europäischen Steuerwüste

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Alsdann: Es gibt ein Land, einen Inselstaat, der flächenmäßig größer ist als Großbritannien, aber kleiner als Japan, in dem ganze viereinhalb Millionen Menschen leben. Das sind gerade einmal 16 Einwohner pro Quadratkilometer (in Deutschland sind es 227, in Österreich 102). Der Großteil der Bevölkerung siedelt in den Städten – eineinhalb Millionen von ihnen in der größten davon. Die Landschaft ist von unglaublicher Vielfalt und von zum Teil atemberaubender, wildromantischer Schönheit. Wer möchte, kommt ohne warme Bekleidung über die Runden – ohne je Schnee schaufeln zu müssen. Die Menschen sind freundlich, hilfsbereit und scheinen keine Eile zu kennen. Die Zahl der auf den beiden Hauptinseln lebenden Schafe und Kühe, übersteigt die der menschlichen Einwohner um ein Vielfaches.

Sie haben es sicher schon erraten. Die Rede ist von Neuseeland. Die größte Stadt des Landes, Auckland, liegt zweieinhalb Flugstunden von Sydney entfernt. Von der größten Stadt der Südinsel, Christchurch, sind es nur rund 5.000 km bis zum Südpol. Für seine Lage am Ende der Welt im Südwestpazifik, für das besonders auf der Nordinsel angenehm milde Klima und für die spektakulär schöne Landschaft, können seine Einwohner naturgemäß nichts. Wohl aber dafür, wie das Land verwaltet wird und für die wirtschaftliche und politische Lage, die hier herrscht.

Laut der letzten Volkszählung, bekennen sich rund 15% der Einwohner zur Minderheit der Maori, eines indigenen, einst überaus kriegerischen Volkes, das von den pazifischen Inseln aus das Land besiedelte. Zwar bestehen auch heute noch Spannungen zwischen ihnen und der Großteils britischstämmigen Mehrheitsbevölkerung. Radikale Vertreter der Maori, verlangen nach einer eigenständigen, von der für die Weißen geltenden Gesetzgebung unabhängigen Verwaltung. Unruhen oder gewalttätigen Ausschreitungen, wie sie die USA, mit ihrer anteilsmäßig deutlich kleineren, schwarzen Minderheit, kennen, gibt es nicht.

Nach dem Beitritt des einstigen Mutterlandes Großbritanniens zur EU (und dem damit verbundenen Ausfall eines Großteils der landwirtschaftlichen Exporte dorthin) und dem „Ölpreisschock“ von 1973, erlebte das Land eine tiefe Wirtschaftskrise, die durch eine radikale Liberalisierung der überregulierten Wirtschaft überwunden wurde. Das Wort „Entfesselung“ dröhnt gelernten Österreichern in diesem Zusammenhang geradezu in den Ohren. Nach der Streichung sämtlicher Subventionen für die Landwirtschaft, die auch heute noch für einen wesentlichen Teil der Exportleistung des Landes verantwortlich ist, konnte sich diese zu einer der am besten aufgestellten der ganzen Welt entwickeln.

Der Aufschwung Chinas, und dessen steigende Nachfrage nach Michprodukten, haben zu einer in einigen Regionen dramatischen Umstellung von der Schaf- auf die Rinderwirtschaft geführt. Viele der zum Teil erheblichen Investitionen, etwa in Systeme zur künstlichen Bewässerung von Viehweiden, stehen jetzt, da der chinesische Wirtschaftsmotor ins Stottern gerät, im Feuer. Die intensive Viehwirtschaft bringt überdies ökologische Probleme mit sich, die vorwiegend die Qualität des Grundwassers betreffen.

Der relativ junge Weinbau des Landes, befindet sich im Aufschwung. Das Hauptanbaugebiet liegt in Marlborough, im Nordteil der Südinsel. Hauptrebsorte ist der weltweit angebaute Sauvignon Blanc, der hier besonders aromatische Weine hervorbringt.

Die Versorgung des Landes mit elektrischer Energie erfolgt ohne Kernkraftwerke und durch nur wenige Windräder. Hauptenergielieferant ist die Wasserkraft. Geothermische und kalorische Kraftwerke spielen eine kleinere Rolle.

Neuseeland zählt nicht grundlos seit Jahren zur Spitzengruppe jener Länder, die den „Index of Economic Freedom“ anführen, der einmal jährlich von der US-amerikanischen „Heritage Foundation“ erstellt wird. Im Jahr 2015 lag das Land auf Rang drei (hinter Hong Kong und Singapur).

Das Einkommensteuersystem kennt vier Stufen: bis 14.000 NZ-Dollar (ein Neuseelanddollar entspricht 64 Eurocent), ist der Basissatz von 10,5 Prozent fällig. Bis 48.000 NZD gelten 17,5 Prozent, bis 70.000,- 30 Prozent und darüber 33 Prozent. Arbeiter, Angestellte und Selbständige werden vom Großen Bruder also in erheblich geringerem Maße belastet, als das hierzulande der Fall ist. „Besserverdienern“ bleibt netto rund doppelt so viel übrig, wie in der heimischen Steuerwüste. Kapitalgesellschaften zahlen 28 Prozent von Gewinn. Staatliche Renten und das Gesundheitssystem, werden aus den Steuereinnahmen finanziert.

Die Arbeitslosigkeit liegt bei unter 5 Prozent. Vollbeschäftigung. Junge Leute aus dem Ausland, können über das sogenannte „Work-and-travel“-Programm, ein für ein Jahr gültiges Arbeitsvisum beantragen und finden Arbeit in der Landwirtschaft, im Fremdenverkehr, der besonders im Süden des Landes den Wirtschaftsmotor bildet, oder auf dem Bau. Für sie gilt ein Mindeststundenlohn von 15 NZD. Ein ausgelernter Handwerker (etwa ein Installateur) kommt auf einen Stundenlohn von 40 NZD. Akademisch gebildete Arbeitnehmer können zu Beginn ihrer Kariere mit etwa 50.000 NZD Jahresgage rechnen.

Der Großteil der Menschen lebt in Eigenheimen oder in Eigentumswohnungen. Gebaut wird, an europäischen Standards gemessen, sehr einfach, um nicht zu sagen primitiv: Einfamilienhäuser sind meist nicht unterkellert und bestehen Großteils aus Holz. Vollwärmeschutz und Doppelverglasung, sind weithin unbekannt (!) – auch in solchen Landstrichen, in denen es im Winter Schnee und Frost gibt. Die Immobilienpreise sind in den letzten Jahren auch hier explodiert. Nicht nur dank der weltweit erfolgreichen Bemühungen der Zentralbanken, den Geldwert zu zerstören, sondern auch durch den massiven Zuzug von Asiaten, der von vielen Maori und Weißen mit gemischten Gefühlen gesehen wird. Auch die Investitionen vieler zu Hause reich gewordener Chinesen, die im großen Stil neuseeländische Immobilien kaufen, haben zum Preisauftrieb beigetragen. Nicht wenige wohlhabende Europäer haben in den letzten Jahren ebenfalls bedeutende Summen in den Landerwerb gesteckt. Einfamilienhäuser in den guten Lagen der großen Städte oder an attraktiven Stränden, sind nicht unter 800.000 NZD zu haben. Schöne Appartements in Auckland, in der Hauptstadt Wellington oder in Christchurch, kosten ab etwa 500.000 NZD.

Christchurch, das im Februar 2011 von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht wurde, sieht auch fünf Jahre danach noch so aus, als hätte das Ereignis erst vor ein paar Wochen stattgefunden. Viele freie Flächen und Baukräne beherrschen das Bild. Über das Schicksal der beiden zerstörten Kathedralen (einer katholischen und einer evangelischen) ist immer noch keine Entscheidung gefallen: Wiederaufbau oder Abriss?

Alles in allem: ein wunderbares Land für Menschen, die nicht darauf aus sind, von der Wiege bis zur Bahre von Staatsgouvernanten geführt, behütet bevormundet und ausgeraubt zu werden. Die Einwanderungspolitik ist restriktiv. Wer nicht über eine gesuchte Schlüsselqualifikation, eine gute Gesundheit und/oder über erhebliche finanzielle Mittel verfügt, hat kaum eine Chance.

Dass es viele junge Neuseeländer – besonders die akademisch gebildeten unter ihnen – ins Ausland zieht, hat mit der Struktur der Wirtschaft (wenige Großbetriebe, wenig produzierende Industrie) und mit der Lage des Landes am Rande der Welt zu tun. Viele von ihnen kehren allerdings später wieder zurück – um ihren Lebensabend in ihrer paradiesisch schönen Heimat zu verbringen.