Monatsarchive: Juni 2016

Bericht von einer Veranstaltung im Club Unabhängiger Liberaler

Kapitalismus und katholisch Soziallehre: eine Hassliebe

Von Anadreas Tögel

Der Philosoph, Hochschullehrer und Priester, Martin Rhonheimer verfügt innerhalb der katholischen Kirche, wie sie sich heute präsentiert, über ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal: Es ist weder ein Feind der Marktwirtschaft noch ein Kapitalismuskritiker. Er steht fest auf dem Boden der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“ und weiß, im Gegensatz zu den meisten Amtsträgern seiner Kirche, dass Armutsbekämpfung nicht durch „gerechte“ Verteilung, sondern durch effiziente Produktion gelingt.

Der Kirchenmann macht bei einer Diskussion im „Club Unabhängiger Liberaler“ klar: Er misst dem Begriff Kapitalismus höhere Aussagekraft bei als dem Begriff Marktwirtschaft. Begründung: Im Wort Kapitalismus kommt die Transformation von Reichtum in produktives Kapital zum Ausdruck. Die rhetorische Frage, ob der Kapitalismus „sozial“ sei, beantwortet er mit einem klaren „Ja!“ Der Kapitalist nutzt seinen Reichtum ja nicht zur Befriedigung seiner Konsumwünsche, sondern investiert sein Vermögen dergestalt, dass (auch) andere daraus Nutzen ziehen. Zuallererst diejenigen, denen der Kapitalist eine Anstellung und ein fixes Einkommen bietet – lange bevor er selbst Profit aus seiner Investition zu ziehen vermag (falls überhaupt).

Der von Papst Franziskus in seinem apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“ (2013) erhobenen Behauptung „Diese Wirtschaft tötet“ (gemeint ist die Marktwirtschaft) tritt Rhonheimer vehement entgegen. Er merkt – auch und besonders im Zusammenhang mit Franziskus´ Schrift „Laudato si´“ (in dem es um Fragen des Klima- und Umweltschutzes geht) – an, dass der Papst möglicherweise besser daran täte, sich in Fragen, in denen er über keine profunden Sachkenntnisse verfügt, nicht allzu weit zu exponieren.

Rhonheimer sieht der Kapitalismus als ein „System des Gebens“ (nämlich Arbeit und Wohlstand für die Unselbständigen) im schroffen Gegensatz zum Sozialismus, als „System des Nehmens“. Als entscheidender Akteur des Kapitalismus´ fungiert der Unternehmer, der als „schöpferischer Zerstörer“ (Joseph Schumpeter) sowie Entdecker (F. A. Hayek) fungiert und durch seinen auf eigenes Risiko erfolgenden Kapitaleinsatz Innovation, Skaleneffekte und damit kostengünstige Massenproduktion (Ludwig Mises) ermöglicht.

Die moralische Bewertung der Intention des Unternehmers ist letztlich irrelevant. Sie tritt jedenfalls gegenüber der Bedeutung der Ergebnisse seiner Aktivitäten klar in den Hintergrund. Was zählt, ist allemal das Erreichte.

Die katholische Soziallehre weist im Hinblick auf die Bewertung der Unternehmerfunktion einen blinden Fleck auf – übrigens ebenso wie die neoklassische Wirtschaftstheorie.

Was nicht oft genug wiederholt werden kann: „Kapitalistisch“ eingesetztes Vermögen schafft breiten Wohlstand – im Gegensatz zu hohen Steuern und „sozialer“ Umverteilung. Es ist ein Missverständnis, dem Unternehmer seine Daseinsberechtigung nur als Schaffer von Arbeitsplätzen zuzugestehen. Primäre Funktion des Unternehmers ist es nämlich, die Produktion voranzutreiben und Konsumentenwünsche bestmöglich zu befriedigen. Mittel dazu bilden sein Kapital und die Beschäftigung von Arbeitskräften. Das unternehmerische Streben nach Gewinn bildet folglich die Grundlage für den Nutzen der Allgemeinheit. Wer den Unternehmer daran hindert, Gewinne zu erzielen, schadet damit zuallererst den Arbeitnehmern.

Es ist wichtig, das von Karl Marx in die Welt gesetzte Missverständnis zu entlarven, dass der Kapitalismus zur Verelendung eines großen Teils der Menschen führt. Bittere Armut ist vielmehr der Urzustand, in dem sich die Menschheit von jeher befand. Der konnte erst durch die mit dem Kapitalismus möglich gewordene industrielle Revolution überwunden werden.

Seit dem Triumph des Kapitalismus gehören Hungersnöte der Vergangenheit an. Nur dort, wo er seine Wirkung nie entfalten konnte – etwa wegen fehlender Rechtssicherheit und mangelndem Schutz privaten Eigentums –, verhungern noch heute die Menschen.

Das Erfolgsrezept des Kapitalismus erblickt Rhonheimer in der Transformation von unproduktivem Reichtum in Kapital und in den dadurch möglich werdenden Innovationsleistungen und Produktivitätssteigerungen.

Er zitiert aus den drei „Sozialenzykliken“, Rerum Novarum (Leo XIII., 1891), Quadragesimo anno (Pius XI., 1931) und „Centesimus Annus“ (Johannes Paul II., 1991), um die (einst) selbstverständliche Ablehnung des Sozialismus durch die römische Kirche und deren Verteidigung von Markt und Privateigentum zu unterstreichen.

Es ist entscheidend, die Bedeutung der Produktion zur Armutsbekämpfung zu verstehen. Armut kann durch Almosen zwar kurzfristig gelindert, nicht aber nachhaltig aus der Welt geschafft werden.

Den auch in Kirchenkreisen gerne erhobenen Einwand, dass ererbter Reichtum ein anstrengungsfreies Leben als Rentier ermögliche, lässt Rhonheimer nicht gelten. Reichtum fällt ja nicht vom Himmel, sondern muss zuerst einmal aufgebaut werden. Die Bewahrung oder Mehrung ererbten Reichtums ist aber nur durch dessen produktiven Einsatz möglich. Der reiche Erbe, der sein Vermögen ausschließlich zum Zweck des persönlichen Konsums einsetzt, wird es über kurz oder lang aufbrauchen und verlieren. Wer es indessen in seinem Unternehmen belässt, stiftet damit auch dann Gemeinnutzen, wenn er sich selbst nicht an der Unternehmensführung beteiligt, sondern auf fremde Verwalter vertraut.

Viele rezente Wirtschaftswissenschaftler, Philosophen und Kirchenfunktionäre sind besessen vom Wunsch nach der Herstellung materieller Gleichheit. Großer Reichtum stellt aber ebenso wenig ein Problem dar, wie große Ungleichheit. Im Kapitalismus basiert der Reichtum des einen ja eben nicht auf der Armut des anderen. Die relevanten Unterschiede zwischen Armen und Reichen sind heute aber wesentlich geringer als zur Zeit des Feudalismus. Der Reiche unserer Tage mag zwar über Yachten, Luxusautos und mehrere Häuser verfügen, die sich Arme niemals leisten könnten. Doch die entscheidenden, das Leben angenehm gestaltenden Errungenschaften, wie mit fließendem Wasser und WC ausgestattete Wohnungen, Waschmaschinen, Geschirrspüler, gute Ernährung und medizinische Versorgung, genießen heute auch die unbedeutendsten Mitglieder der Gesellschaft.

Das einzige verbleibende Problem, sind daher weder großer Reichtum noch große Ungleichheit, sondern lediglich die Armut – und der ist nur durch produktiven Kapitaleinsatz der Garaus zu machen.

Somit besteht der von Karl Marx behauptete, strukturelle Gegensatz zwischen Arbeit und Kapital in Wahrheit gar nicht. Im Gegenteil! Wie der französische Ökonom Frédéric Bastiat bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bemerkte, profitieren einfache Arbeiter am allermeisten vom Kapital. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts steigen – erstmals seit Menschengedenken – die Reallöhne der einfachen Arbeiter. Die Kapitalakkumulation macht´s möglich!

Die „nichtantagonistische Natur des Kapitalismus“ gründet auf der organisatorischen und intellektuellen Leistung des Unternehmers, der die Schaffung eines „Mehrwerts“ ermöglicht. Mit seinen bloßen Händen allein könnte ein Arbeiter nämlich niemals zu Wohlstand gelangen.

Der Kapitalismus und die katholische Soziallehre bilden daher – nach Rhonheimers fester Überzeugung – keinen Gegensatz.

Zur Person des Vortragenden : Der gebürtige Schweizer Martin Rhonheimer hat an der Universität Zürich Geschichte, Philosophie und politische Wissenschaften studiert. Er ist Professor an der Pontificia Università della Santa Croce in Rom und Gründer der in Wien ansässigen Denkfabrik „Austrian Institute of Economics and Social Philosophy“ ( https://www.facebook.com/austrian.institute).




Die einzige Weltmacht im Jahr 2016

Von Andreas Tögel

Dass auch ein gelernter Jurist imstande ist, ein gutes Geschichtsbuch zu schreiben, wird mit dem vorliegenden Buch klar. In dessen ersten Teil werden die Ausgangslage vor der Abspaltung der 13 amerikanischen Kolonien vom britischen Mutterland und die Entstehungsmuster von Imperien beschrieben. Es folgen neun Kapitel, in denen der Weg der USA von der Unabhängigkeitserklärung bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg chronologisch dargestellt wird. Das letzte Kapitel ist schließlich der Gegenwart und einem Ausblick auf die Zukunftsaussichten des US-Imperiums gewidmet.
Dass der Autor die USA und deren Mutterland Großbritannien nicht besonders liebt, tut nichts zur Sache. Eine von jeder Schlagseite freie Geschichtsschreibung ist schließlich so gut wie unmöglich. Deutsche Historiker, die nach zwei verlorenen Weltkriegen im Sinne der Bezwinger gründlich gehirngewaschen und umerzogen wurden, werden das Werk mit Sicherheit als „politisch unkorrekt“ oder gar „revanchistisch“ einschätzen. Von den von diesen Fachleuten kniend oder auf dem Bauch liegend verfassten, gegenüber den Siegermächten gewöhnlich völlig unkritischen Darstellungen, hebt sich das Buch wohltuend ab.
Dessen zentrale These lautet, dass die USA nach Deklaration der „Monroe-Doktrin“ anno 1823, ihren ersten hundertjährigen Krieg als eine Art „Konsolidierungskrieg“ führten, der 1918 mit dem Sieg über die europäischen Mittelmächte endete. Der Autor sieht nicht die Deklaration des unumschränkten U-Boot-Kriegs durch das Deutsche Reich, sondern die Abdankung des Zaren als unmittelbaren Grund für die USA, in den Krieg einzutreten. Demnach hätte US-Präsident Wilson befürchtet, dass nach Wegfall der Ostfront das Reich in der Lage gewesen wäre, in Europa eine Hegemonie zu errichten und sich damit zur Gefahr für die Weltmachtambitionen der USA zu entwickeln.
Der sich an den ersten unmittelbar anschließende, bis in unsere Tage währende zweite hundertjährige Krieg, diente dem Aufbau eines weltbeherrschenden Imperiums, was nach dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991 faktisch auch erreicht wurde.
Die Anwendung moralischer Doppelstandards bei der Bewertung eigener Aktivitäten und der Bewertung von Taten anderer Nationen, sind für die USA (und deren Mutterland) typisch. Was auch immer auf dem Weg zur Errichtung und Absicherung ihrer Einflusssphäre getan wurde, es war gut. Wer und was dabei auch immer im Weg stand, war die Inkarnation des Bösen – besonders die kriegslüsternen Deutschen.
Die Doktrin der „Manifest Destiny“, die die USA zur in göttlichem Auftrag – und daher stets rechtmäßig – handelnden Nation erklärt, immunisiert zuverlässig gegen jede Kritik von innen wie von außen. Jede an in- und ausländischen Völkern begangene Untat, reduziert sich dadurch auf eine unumgänglich notwendige Maßnahme in Verfolgung seiner heiligen Bestimmung, das neue Jerusalem zu errichten. Lesenwert!

Das Werden des Imperium Americanum und seine zwei hundertjährigen Kriege
Menno Aden
Ares Verlag 2016
231 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-902732-63-7
18,- Euro




Brexit: Schwarzer Tag für die EU, guter Tag für Europa

Von Andreas Tögel

Nichts wird bleiben wie es ist

Die Briten haben sich überraschend klar für den Austritt aus der EU entschieden. Die sich schon als Sieger fühlende „Remain-Fraktion“ hat das Nachsehen. Die Kanzlerschaft David Camerons ist Geschichte.
Die Finanzmärkte und Börsen reagieren – weltweit – hypernervös und mit zum Teil kräftigen Kursabschlägen. Das britische Pfund stürzt nach Bekanntwerden der ersten Meldungen auf einen neuen Tiefststand ab.
Hätte das „Remain-Lager“ obsiegt, wären Europa alle nun kurzfristig zu erwartenden Turbulenzen natürlich erspart geblieben. Die großen Akteure, die beiden Symbionten Big Government und Big (Capital-)Business, lieben nun einmal Planbarkeit, Sicherheit und Ruhe im Schiff. Damit ist es nun vorerst vorbei. Wir stehen vor Wochen, vielleicht Monaten erhöhter Volatilität – und das gilt nicht nur für die Aktienbörsen. Wie werden die Schotten reagieren? Wie werden sich die Katalanen verhalten? Werden die in Belgien bestehenden Gegensätze zwischen Flamen und Wallonen dadurch erneut hochkochen?
Die von den Wirtschaftsforschern in den letzten Wochen präsentierten, durchwegs optimistischen Prognosen, sind jedenfalls mit einem Schlag Makulatur. Ein nie dagewesenes Phänomen dieser Größenordnung, wirft einfach alle Vorhersagen über den Haufen.
Die im Aufwind befindlichen EU-Skeptiker, werden europaweit zusätzlichen Wind unter die Flügel bekommen. Marine Le Pen, Frauke Petry, Geert Wilders, H. C. Strache und Kameraden, können sich entspannt zurücklehnen. Niemand kann im gegenwärtigen Zeitpunkt mit Sicherheit voraussagen, wie es mit der Union weitergehen wird.
Sicher ist lediglich: Ein unmittelbarer Bonus ist mit dem Austritt der Briten nicht verbunden – weder für die Inseln, noch für das Festland. Langfristig, wenn sich die dem Ereignis in Wahrheit völlig unangemessene Hysterie erst einmal gelegt hat, werden die positiven Effekte wohl überwiegen: Die von der Brüsseler Bürokratie immer weiter und immer schneller vorangetriebene Regulierung aller Lebensbereiche, wird sich aufhören (müssen). Allein das ist schon viel wert. Der Gewinn für die Bürger Europas besteht darin, dass die arroganten und inzwischen völlig abgehobenen Eurokraten, auf dem Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Selbst in den in Brüssel und Strasbourg errichteten Zwingburgen des europiden Imperiums, wird es zu einer Rückbesinnung auf die Wurzel der EU – nämlich auf den Freihandel – kommen müssen, um einen totalen Zerfall zu verhindern.
Wären die Briten mehrheitlich für den Verbleib eingetreten, hätte die Brüsseler Nomenklatura das als Auftrag gedeutet, ihren beinharten, auf eine völlige Auflösung der Nationalstaaten gerichteten Zentralisierungskurs unbeirrt, vielleicht sogar beschleunigt, fortzusetzen. Das allerdings wäre kaum gutgegangen, wie das Schicksal sämtlicher Imperien in der Geschichte zeigt: Sie alle sind an innerer oder äußerer Überdehnung und/oder an der Anmaßung jenes Wissens gescheitert, das die Grundlage ihrer Konstruktion bildete.
Tatsächlich ist auch nicht einzusehen, wem die Gleichschaltung und zentrale Führung außerordentlich unterschiedlich verfasster Staaten und deren Bürgern nutzen soll. Einzige Profiteure waren und sind ein machtgeiler Funktionärsklüngel, der dadurch seine Ambitionen befriedigen kann und die damit im Bunde stehende Kapitalindustrie.
Der Sicherung von Frieden und Wohlstand ist allein durch offene Handelsbeziehungen und Personenfreizügigkeit gedient. Dazu bedarf es ganz sicher keiner politischen Union, die Sozialstandards, Steuersysteme, sowie die Beschaffenheit von WC-Spülungen und Vorzimmerbeleuchtungen regelt.
Die zuletzt immer stärker marginalisierten Vertreter des Subsidiaritätsgedankens, werden nach dem Referendum Aufwind bekommen und nicht länger ungestraft als nationalistische Saurier gebrandmarkt werden können. Das dem Größenwahn anheimgefallene Merkel-Regime wird seine Politik, die durchaus geeignet ist, die Alte Welt aus den Angeln zu heben, nicht ungebremst fortsetzen können. Der Druck auf Regierungen jener Provinzen des Imperiums, die nicht kritiklos parieren (wie Ungarn und Österreich), wird nachlassen. Die Politik der Umvolkung Europas (Vertreibung der jungen, gut ausgebildeten Autochthonen nach Übersee, bei gleichzeitigem, massenhaften Import von Analphabeten und sprenggläubigen Gewalttätern aus dem Orient und Afrika), wird an Dynamik verlieren. Das ist der wichtigste „Kollateralnutzen“, den die Mitglieder der Union aus der Entscheidung der Briten ziehen werden.
Vorerst aber ist Verunsicherung angesagt: Die Aktienmärkte reagieren panisch und der Goldpreis steigt sprunghaft an – ein sicheres Krisensignal. Der Außenwert des Euro wird abnehmen und die EZB wird alle Hände voll zu tun haben, allzu kräftigen Kursverlusten entgegenzuwirken.
Sollten die Granden der EU hartnäckig an ihrem bisher gefahrenen Kurs festhalten wollen, wird „Resteuropa“ durch ein tiefes Tal gehen. Denn das von den Briten bisher gebildete, wirtschaftsliberale Korrektiv fällt ja nun weg. Die Sozialistische Internationale der EUdSSR, könnte sich daher ermutigt sehen, auf dem Weg zur Planwirtschaft noch zügiger voranzuschreiten als bisher. Der endgültige Bankrott der EU würde dadurch zweifellos näher rücken.
Doch wie heißt es so schön: Prognosen sind schwierig – besonders, wenn sie die Zukunft betreffen…




Sozialismus wirkt eben

Von Andreas Tögel

<ironie>Immer und überall</ironie>

Am Beispiel des rohstoffreichen, klimatisch begünstigten und obendrein wunderschönen Venezuela, kann sich gegenwärtig jeder von der Überlegenheit des Sozialismus überzeugte Zeitgenosse, ein eindrucksvolles Bild von den Früchten dieser nicht totzukriegenden Ideologie machen: Mangel, Unfreiheit und Elend, wohin das Auge auch blickt. Und: Je schneller die wirtschaftliche Abwärtsspirale sich dreht, desto wilder schlägt das Regime um sich und beschleunigt damit den Niedergang weiter (Ähnlichkeiten mit der Politik der EU sind rein zufällig).
Kommt den Gelehrten der „Österreichischen Schule“ das Verdienst zu, den theoretischen Beweis für die Unmöglichkeit des Sozialismus erbracht zu haben, liefert nüchterne Empirie – etwa die Auseinandersetzung mit dem Beispiel der genannten lateinamerikanischen Bananenrepublik – den praktischen Nachweis dafür.
Sozialismus bedeutet einen Aufstand gegen die Vernunft, einen Kult des Niedergangs und die Verherrlichung des Mangels. Nicht etwa chronisch ungeeignetes Führungspersonal, stets missgünstige Nachbarn oder „widrige Umstände“ sind für die in jedem Fall verheerenden Konsequenzen sozialistischer Experimente verantwortlich. Das Scheitern ist dem Sozialismus vielmehr immanent. Es gibt eben kein richtiges Leben im falschen. Eine der menschlichen Natur zuwiderlaufenden Unterjochungs- und Gewaltideologie, kann niemals etwas anderes hervorbringen als Unfreiheit, Leid und materielles Elend.
Kaum zu fassen, dass diese politische Religion auch im 21. Jahrhundert, besonders im westlich zivilisierten Teil Europas, immer noch fröhliche Urständ´ feiert und sich massenhafter Gefolgschaft erfreut. Ein besonders anschauliches Beispiel dafür liefert ein kleines Land, von dem dessen Nationaldichter Franz Grillparzer einst sagte: „Österreich ist eine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält.“
Nicht wenige Spaßvögel haben den neuen Kanzler, Cristian Kern, den Nachfolger eines Totalversagers, dessen Namen seine Genossen am liebsten restlos aus den Annalen der Partei tilgen würden, als smarten Manager“ hochgelobt. Offenbar hat es gereicht, dass er einige Zeit (zumindest formal) als Chef der heimischen Staatsbahnen fungiert hat. Selbst manche Wirtschaftstreibende setzten tatsächlich ihre Hoffnungen auf diesen Mann. Woher allerdings die mehr als krause Vorstellung stammte, dass ein Mann, der sein gesamtes Berufsleben in geschützten Werkstätten, wie dem Milliardengrab ÖBB zugebracht hat, wisse, welcher Voraussetzungen eine funktionierende Volkswirtschaft bedarf, liegt im Dunkeln. Wie auch immer – der famose „Manager“ (die Betriebsführungskompetenz der ÖBB lag und liegt faktisch in den Händen des dunkelroten Zentralbetriebsrats, der dem Management erklärt, wo´s langgeht), hat sich des Nimbus´ seiner angeblichen Wirtschaftskompetenz zügig und vollständig entledigt.
Den Kenner der heimischen Sozialdemokratie überrascht es nicht, dass alle von Herrn Kern präsentierten, wirtschaftsrelevanten Vorhaben, nicht nur nicht dazu geeignet sind, die darniederliegende Konjunktur anzuschieben, sondern sogar nachteilige Effekte zeitigen werden.
Ausgerechnet jetzt, da dank international zunehmenden Wettbewerbsdrucks die Lohnstückkosten von größter Bedeutung sind, eine Arbeitszeitverkürzung (selbstverständlich bei vollem Lohnausgleich, da ansonsten die Massenkaufkraft sinken würde!) zu fordern, kann schwerlich als der Weisheit letzter Schluss gelten.
Die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer zu verlangen, die von seinem Parteifreund Lacina einst abgeschafft wurde, weil sie so gut wie ausschließlich zulasten der Substanz der ohnehin chronisch unterkapitalisierten Betriebe ging, ist eine Torheit der Sonderklasse. Glaubt Kern ernsthaft, dass sich die Bestrafung des Kapitalaufbaus konjunkturbelebend auswirken könnte? Ein Kuchen muss erst einmal gebacken sein, ehe man ihn verteilen und essen kann!
Besonders fatal aber ist die von ihm aufs Tapet gebrachte Idee der Einführung einer Maschinensteuer („Wertschöpfungsabgabe“), die anno 1989 zusammen mit ihrem Erfinder, dem ultralinken Sozialminister Alfred Dallinger, im Bodensee versank. Der zugrundliegende Gedanke, Maschinen, Anlagen und Grundstücke sozialversicherungspflichtig zu machen, ist vom Ansatz her ebenso verfehlt, wie abwegig. Jede Abgabe hat in einer logischen Beziehung zu ihrer Quelle zu stehen: So bezahlen Werktätige deshalb Versicherungsbeiträge, weil sie damit Rentenansprüche erwerben. Maschinen und Anlagen gehen aber bekanntlich nicht in Rente, sondern werden abgeschrieben. Was also soll der haarsträubende Unfug, sie der Sozialversicherungspflicht zu unterwerfen? Kein bei Sinnen befindlicher Mensch würde etwa auf die Idee kommen, flächendeckende Straßenbenutzungsgebühren einzuführen, um damit den Bau von Altenheimen zu finanzieren (wohingegen der gemeine Sozi auch dieser Idee vermutlich einiges abgewinnen könnte).
Eine Maschinensteuer würde den Standort Österreich gleich auf mehrfache Weise belasten. Zum einen würde sie von betrieblichen Innovationen, die sich gewöhnlich in der Erhöhung des Kapitaleinsatzes manifestieren, abschrecken. Das dabei angepeilte, offensichtlich unsinnige Ziel: Investitionen in Maschinen durch den Einsatz von Körperkraft zu ersetzen und auf diese Weise neue Arbeitsplätze zu schaffen. Also etwa eine Armee von Sherpas aufzustellen, anstelle LKWs rollen zu lassen; Sänftenträger anstatt Taxis einzusetzen; Aufwendige händische Buchhaltung auf fliegenden Blättern, anstatt mit dem PC durchzuführen. Raffiniert, nicht wahr?
Spaß beiseite: Wer im 21. Jahrhundert derartigen Träumen nachhängt, sollte keine Zeit verlieren und umgehend den Psychoklempner konsultieren.
Dass in einer grenzenlos gewordenen Welt Maschinen nicht unbedingt in Österreich stehen müssen, sondern auch ins benachbarte oder überseeische Ausland verlagert werden können, was nach den Großen selbst kleine und mittelständische Betriebe bereits jetzt schon praktizieren, hat sich bis ins Kanzleramt noch nicht durchgesprochen. Kommt die eine österreichische Maschinensteuer ohne innerhalb der EU konzertiert zu sein, können sich die verbliebenen Arbeitskräfte im produzierenden Sektor auf dauerhaft trübe Aussichten einstellen. Wie man als mit dem Anspruch des „Machers“ angetretener Kanzler derartig abartige Forderungen erheben kann? Ganz einfach: Herr Kern verfügt eben über den immensen Weitblick des ewig Daheimgebliebenen, der zudem niemals ein Unternehmen, das diesen Namen verdient, von innen gesehen hat.
Bleibt abschließend anzumerken, dass eine Verdrängung kapitalintensiver Betriebe durch arbeitsintensive, notwendigerweise zu einer Verringerung der Wertschöpfung führen muss, da eine Dienstbotengesellschaft nun einmal weniger produktiv ist als eine Industriegesellschaft. Die Höhe des Einkommens ist untrennbar mit dem Kapitaleinsatz verknüpft. Erst das Aufgebot von (möglichst viel) Kapital liefert jene Hebel, die Skaleneffekte ermöglichen und die Voraussetzung dafür bilden, Massenwohlstand zu schaffen. Auch wenn notorisch uneinsichtige Linke das nicht hören wollen: Wer – auf welche Weise auch immer – seinen Furor gegen das Kapital richtet, legt die Axt zuallererst an die Wurzel des Wohlstands der kleinen Leute. Denn die Reichen ziehen dann sofort ab und der für die Bereitstellung von Arbeitsplätzen unverzichtbare Mittelstand wird demoralisiert, vertrieben oder ruiniert.
Übrigens gibt es Anschauungsmaterial, das man dem neuen Mann am Ballhausplatz dringend ans Herz legen sollte. Er braucht gar nicht nach Nordkorea, Kuba oder Venezuela zu blicken. Es reicht schon der Vergleich Frankreichs, wo man alle von Christian Kern ventilierten Ideen bereits seit Jahren praktiziert, mit Deutschland. Dieser Vergleich lässt keine Zweifel offen: Sozialismus wirkt! Und zwar stets zu Lasten von Wohlstand und sozialem Frieden.




Buchbesprechung – Für den neuen Intellektuellen

Von Andreas Tögel

Eine Streitschrift gegen die pseudointellektuellen Verführer in den Medien und Universitäten

Endlich liegt dieser Querschnitt der Arbeit der Begründerin der Denkschulde des Objektivismus, Ayn Rand, auch in deutscher Sprache vor. Das im englischsprachigen Original 1960 erschienene Werk, glänzt durch den ebenso erfrischenden, wie vollständigen Mangel an politischer Korrektheit. Für sie ist ein „Wilder in Afrika“ eben ein solcher und eine Hure ist und bleibt eine Hure. Das Recht, kritische (moralische) Urteile über Mitmenschen zu fällen, ist für die Autorin von zentraler Bedeutung.
Das Buch enthält Exzerpte, die ihren wichtigsten Büchern entnommen sind. Das längste davon bildet John Galts Rede aus ihrem 1957 erschienenen Opus Magnum „Atlas Shrugged“ („Der Streik“). In dieser Predigt verdichten sich die zentralen Elemente der Philosophie Ayn Rands.
Im ersten Abschnitt, dem das Buch seinen Titel verdankt, übernimmt die Autorin einen Gedanken ihres langjährigen Weggefährten Nathaniel Branden und führt ihn detailliert aus. Dabei geht es um die Allianz von Attila und dem Geisterbeschwörer. Ersterer steht für die Anwendung aggressiver Gewalt zwecks Bestreitung seines Lebensunterhalts. Letzterer liefert Attila die für ihn wichtige Apologie seiner Untaten. Attila und der Geisterbeschwörer sind voneinander abhängige Symbionten. Beide stehen sie im Gegensatz zum Produzenten (dem Ackerbauern oder dem Kaufmann), der sein Einkommen nicht wie sie selbst auf Raub und Diebstahl gründet.
Es braucht nicht allzu viel Phantasie, um in Attila den modernen Staatenlenker und im Geisterbeschwörer den Intellektuellen unserer Tage zu erkennen. Beide sind parasitäre Elemente, die auf Kosten der produktiv Werktätigen leben.
Den von Rand diagnostizierten Niedergang des Westens (sie bezieht sich dabei ausschließlich auf die USA), führt sie auf einen „Verrat“ der Intellektuellen zurück. Anstatt den Kapitalisten, denen sie schließlich ihre Existenz verdanken (erst mit der industriellen Revolution schlug die Geburtsstunde der modernen Intellektuellen), das geistige Fundament für ihr segensreiches Wirken zu liefern, bekämpfen sie diese mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln. Die Unternehmer reagieren ihrerseits mit der totaler Verachtung dieser „nutzlosen“ Kopfarbeiter.
Die Ablehnung, die Unternehmer und Intellektuelle einander wechselseitig entgegenbringen, zerstört am Ende beide. Im „Unternehmer-Philosophen“ (der an Platons Philosophenkönig erinnert), erkennt Ayn Rand die Figur des Neuen Intellektuellen, der das Zeug dazu hätte, den Niedergang des Westens zu stoppen.

Für den Neuen Intellektuellen
Ayn Rand
Verlag Scholarium 2016
251 Seiten, broschiert
ISBN: 98-3-902639-36-3
*14,90 Euro




Migration tötet

Österreich hat seit Jahrzehnten eine sehr geringe Aufwärtsmobilität, die sich insofern zeigt, dass sowohl der Bildungszuwachs wie auch der Vermögenszuwachs von einer Generation auf die Nächste mehr oder weniger stagniert.

Diese fehlenden Chancen für Österreicher werden paradoxerweise nun Migranten eingeräumt, für die die Einwanderung eine gewaltige Verbesserung ihre Status bedeutet. Da nach wie vor Migranten mit Flüchtlingen verwechselt werden, gibt es auch keine Einwanderungskriterien und so kommen zu uns vor allem Armuts-Immigranten, weil die Hochgebildeten eher andere Länder bevorzugen.

Nun spüren wir, dass die Migration keineswegs eingedämmt werden kann, weil der „Belohnungsfaktor“ der letzten Monate so hoch war, dass sich mittlerweile wesentlich mehr Menschen in Bewegung setzen. Das bedeutet, dass unsere ohnehin schon überlasteten Sozialhilfebudgets bald nachbudgetiert werden müssen und mit dem weiteren Familiennachzug endgültig gesprengt werden. Denn Frauen aus muslimischen Familien arbeiten nicht und die niedrigqualifizierten Männer verdrängen höchstens die Niedrigqualifizierten der vorigen Generation.

Da die Sozialisten nach wie vor die Solidarität mit Fremden höher halten als mit den eigenen sozial Schwachen, können wir davon ausgehen, dass dies das Ende der Sozialdemokratie und in weiterer Folge auch des Wohlfahrtsstaats bedeutet. Unser bestehendes Prekariat wird durch das Migrations-Prekariat dermaßen unter Druck gebracht, dass diese Menschen nie wieder links wählen werden.

Andererseits werden die Vermögenden und Hochgebildeten sich weiter abwenden und dorthin gehen, wo es für sie lukrativer ist und die sozialen Konflikte geringer sind.

Selbst wenn wir die enormen Integrationskosten bezahlen können, werden uns die Konfliktkosten finanziell und moralisch ruinieren.




Notiz über Merkels haarsträubendes Staatsversagen

Gestern bei Maybritt Illner wurde die allgenwärtige Gefahr islamistischer Terroranschläge sehr deutlich.
Guido Steinberg, Terrorismusexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik, beklagte, dass es durch den Zustrom von Flüchtlinge zu einer “enormen Verschlechterung” der Sicherheitslage gekommen sei. Der IS habe die unkontrollierte Zuwanderung von Flüchtlingen ausgenutzt, um seine Anhänger einzuschleusen.
Dies macht deutlich, warum die Kritik an der Migrationspolitik der Bundekanzlerin absolut richtig ist. Die Kritik richtet sich – entgegen mancher Behauptungen – ganz und gar nicht gegen die humanitäre Hilfe, die Deutschland bereit ist, Schutzsuchenden zu gewähren.
Sie richtet sich in erster Linie gegen die unkontrollierte Zuwanderung, die durch die von Merkel persönlich verhinderten Grenzkontrollen (eigenmächtige Aussetzung von Dublin III und § 18 AsylG) und von ihr ausgesprochenen „Einladungen“ (Sommeregierungserklärung vom 31.08.2015, Selfies mit Migranten, Pressekonferenz in der Schweiz vom 03.09.2015, etc. pp.) dermaßen gewaltig beschleunigt wurden, dass auch im Nachhinein effektive Kontrollen nahezu unmöglich sind.
Bis heute sind längst nicht alle Zuwanderer erfasst. Viele sind untergetaucht. Wir wissen bis heute eigentlich nicht wirklich, wer alles zu uns gekommen ist. Wir wissen nur, dass viele potentielle Terroristen unter den Migranten sind und mitten unter uns leben. Das ist meines Erachtens die Folge eines völligen Staatsversagens, s.o..




„Geschobene“ Wahlen in Österreich?

Von Andreas Tögel

Die ekelhafte Doppelmoral der Linken

Nach langer und reiflicher Überlegung haben sich die Freiheitlichen dazu entschlossen, die Stichwahl zur Bundespräsidentschaft beim dafür zuständigen Verfassungsgerichtshof anzufechten. Offenbar ist es in einer großen Zahl von Wahlsprengeln, laut Klagschrift in 94 von 117, zu Unregelmäßigkeiten gekommen – insbesondere im Zusammenhang mit den Wahlkarten, die letztlich den Ausschlag zugunsten des Linkskandidaten Van der Bellen brachten.
Die Reaktionen der üblichen Verdächtigen ließen nicht lange auf sich warten. Die Freiheitlichen seien „schlechte Verlierer“ und sie würden „Weltverschwörungstheorien“ in die Welt setzen, so die Kommentatoren aus den Reihen der Linksparteien. Allerdings steht fest, dass die festgestellten Unregelmäßigkeiten rein zufällig allesamt zugunsten Van der Bellens ausfielen. Deklariert sich jemand, der – unbestrittene – Fehler bemängelt, allein dadurch tatsächlich als „Verschwörungstheoretiker“?
Man stelle sich das gleiche Szenario vor, nur dass der Freiheitliche die Wahl um Haaresbreite für sich entschieden hätte. Was hätte die vereinigte Linke dann wohl getan? Den „guten Verlierer“ gegeben und Herrn Hofer knirschenden Zahnes zu seinem Sieg gratuliert? Wohl kaum.
Die Bilder sind noch sehr gut in Erinnerung als, es begab sich anno 1999, eine Nationalratswahl nicht nach dem Gusto des linken Mobs ausging und wochenlang gegen eine – nach einwandfrei verlaufenen Wahlen – im Februar 2000 gebildete Regierung ohne sozialistische Beteiligung monatelang demonstriert wurde. Die Behörden ließen die Randalierer ungehindert gewähren und auf einem der schönsten Plätze Wiens, dem Heldenplatz, eine als Einsatzzentrale dienende Fetzenburg errichten.
„Widerstand, Schüssel, Haider an die Wand!“ So lautete der Slogan, der von zu den zu schönsten Hoffnungen Anlass gebenden, durch und durch friedfertigen Demokraten, damals in einer Demonstration auf der Wiener Ringstraße skandiert wurde. Verhetzung? Strafbarer Aufruf zu Gewalttaten? Aber nicht doch!. Es waren ja schließlich keine notorisch gewaltbereiten Rechten, sondern naturgemäß harmlose Linke! Quod licet Iovi, non licet bovi.
Soviel zur Frage der Angemessenheit des Einspruchs gegen eine offenbar problematisch verlaufene Wahl. Wenn die linken Kräfte und ihre Herolde in den Medien, die Freiheitlichen nun dafür mit Häme und wüsten Beschuldigungen überziehen, nur weil sie fragwürdige Umstände der Stichwahl vor Gericht bringen, verhalten sie sich so wie jemand, der einen anderen mit Jauche übergießt und sich dann über dessen üblen Geruch mokiert. Aber so sind sie halt, die selbstgerechten linken Spießer, die sich im Alleinbesitz der Moral (der Republik sowieso) wähnen.
Dabei sollte es gerade im Interesse der Linken, die in jedem zweiten Satz die Heiligkeit der Demokratie beschwören liegen, dass deren sinnstiftenden Rituale, die Wahlen nämlich, über jeden Zweifel erhaben bleiben. So unwahrscheinlich es sein mag, dass die Anfechtung (beim rot dominierten VfGH) am Ausgang der Wahl etwas ändert; Ob die von den Freiheitlichen behaupteten „Unregelmäßigkeiten“ nur zufällig oder gar geplant eingetreten sind: Es ist von größter Bedeutung, jeden Zweifel am rechtmäßigen Verlauf dieser Wahlen auszuräumen. Bleibt auch nur der Schatten eines Verdachts auf planmäßige Manipulationen übrig, wäre der Schaden für das System unabsehbar.
Sollte sich, durch den Einspruch bedingt, der Termin für die Amtseinführung des ersten grünen Präsidenten Österreichs verzögern, würde die kleine austriakische Welt trotzdem nicht untergehen. Heinz Fischer würde dann eben ein paar gut bezahlte Überstunden einlegen. Und dem neuen Ersatzkaiser bliebe noch ausreichend Zeit dafür, sein Gebiss der dringend notwendigen Generalsanierung unterziehen zu lassen.




Schweiz – Bedingungsloses Grundeinkommen abgelehnt




Qatar: Die reichste Tankstelle der Welt in Familienbetrieb

von Burak Bekdil – 9. Juni 2016 – Gladstone Institute

  • „Moderne Sklaverei“ ist die Art, wie viele Menschen den Umgang Qatars mit Auslandsarbeitern auf den Baustellen für die Weltmeisterschaft beschreiben. Rund 1.200 Arbeiter sind bereits gestorben und laut Warnungen könnten bis zu 4.000 umkommen, bevor die WM beginnt.

  • „Die Tatsache, dass Tausende sterben mussten, um 12 schöne Stadien für uns zu bauen, hat nichts mit dem Fußball zu tun“, sagte William Kvist von der dänischen Nationalmannschaft.

  • „Wir [Qatar] haben uns verpflichtet den Notleidenden zu helfen“, sagte Hamad bin Nasser al-Thani aus der königlichen Familie Qatars, der der Vorsitzende der Qatar Charity in Doha ist. Wie nett!

  • Warum nicht für „islamische Werte“ werben, indem man einfach ein paar Tausend – vergessen wir Hunderttausende – der syrischen Flüchtlinge aufnimmt, statt die Türkei zu preisen, weil sie fast drei Millionen syrisch-muslimische Flüchtlinge aufnahme und sie für das Werben für „islamische Werte“ zu loben?