Monthly Archives: September 2017

Human Action

Human Action sollte das Standardwerk für jeden werden, der an Freiheit und Individualismus glaubt, sowie an die Möglichkeit, dass eine freie Marktwirtschaft nicht nur jedes von der Regierung geplante System zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen für die Massen in den Schatten stellt, sondern auch daran, dass sie die intellektuellen, kulturellen und moralischen Werte, auf die sich unsere Zivilisation ultimativ stützt, vor kollektivistischer Tyrannei schützt.

Human Action: Ein kompromissloses Plädoyer für den Kapitalismus

29.9.2017 – Heute vor 136 Jahren wurde Ludwig von Mises (29.9.1881 – 10.10.1973) in Lemberg geboren. Ihm zu Ehren veröffentlichen wir einen Auszug aus Two Masterpieces by Mises von Henry Hazlitt. Mit Human Action hat Mises sein Magnum Opus Nationalökonomie….



Sind Kapitaleinkommen ungerechtfertigt?

Die Ethik der Kapitalrente

Vom 14. bis 19. September ging die Jahreskonferenz der Property and Freedom Society in Bodrum / Westtürkei über die Bühne. Wie in den Jahren zuvor, konnte Hausherr Hans-Hermann Hoppe wieder ein beachtliches Aufgebot interessanter Referenten gewinnen. Einer davon war Professor Guido Hülsmann, der an der Universität von Angers/Frankreich Volkswirtschaft unterrichtet. Er sprach zum Thema „Die Ethik von Kapitaleinkommen". Hier eine Zusammenfassung seiner Ausführungen:

Wie schon Aristoteles („Geld bedeutet keinen echten Wohlstand" und ist „ein willkürliches Ding"), verurteilte auch die Kirche viele Jahrhunderte lang jedes Kapital- oder Zinseinkommen als verwerflich. Geld an sich sei steril, könne und dürfe sich daher also nicht vermehren. Mehr zurückzubekommen als man verliehen hat, sei für einen Christenmenschen ungebührlich. Das war nach kanonischem Recht „Wucher". Thomas von Aquin verurteilte den Wucher in all seinen Formen und verdammte das Zinsnehmen als Betrug. Lediglich das Kassieren von „Risikoprämien" galt als zulässig.

Die sowohl von Aristoteles, als auch von den Kirchenlehrern im Geschäftsleben geforderte Gerechtigkeit, stellte im Prinzip auf Gleichheit ab. Man übersah dabei das jedem Tausch zugrundeliegende Prinzip: Jemand gibt A, um B zu erhalten – weil er den Besitz von B höher bewertet – und umgekehrt. Damit ein Tausch (ein Geschäft) überhaupt zustande kommt, ist die unterschiedliche Bewertung der Güter durch die Beteiligten daher Grundvoraussetzung. Es ist also nicht nur nicht „ungerecht", sondern sogar notwendig, dass zu tauschende Güter von verschiedenen Personen unterschiedlich bewertet werden.

Dasselbe gilt auch im Hinblick auf die Zeit. Ob man eine Sache heute oder in einem Jahr besitzt, bedeutet eben nicht dasselbe. Man denke etwa an das Risiko eines Verlustes der Sache. Der Zins ist daher sowohl als Verzichtsprämie zu betrachten (weil die verliehene Sache oder das Geld, für die Dauer der Leihe nicht vom Eigentümer genutzt werden kann), als auch als Risikoaufschlag für den Fall, dass der Schuldner, aus welchem Grund auch immer, seinen Verpflichtungen nicht nachkommt.

Es ist interessant, dass ein guter Teil der von Aristoteles gegen den Zins vorgebrachten Argumente, in einem durch staatliche Eingriffe und politisch motivierte, willkürliche Verzerrungen der Märkte bestimmten Wirtschaftssystem, völlig gerechtfertigt sind – nicht aber in einem freien Markt. Der freie Markt nämlich, garantiert die Freiwilligkeit der Transaktionen und tendiert stets zu sinkenden Zinsen, was Kumulationseffekte durch Zinseinkommen begrenzt.

In einem staatlich manipulierten Geldsystem mit unbeschränkter, monopolisierter Geldproduktion dagegen, bildet sich jedenfalls ein Geldadel heraus, dessen Reichtum allein aufgrund seiner Nähe zur Macht immer weiter zunimmt. Hier werden tatsächlich die Reichen immer reicher – und zwar auf Kosten des Kreises von nicht zur Elite zählenden Personen. Exakt das – und die daraus resultierende Wohlstandsumverteilung von unten nach oben („Cantillon-Effekt") – erleben wir dieser Tage.

Die aristotelische Zinskritik ist im Lichte des Umstands zu sehen, dass sie auf Basis des zu seiner Zeit bereits bestehenden „Fiat-Geldsystems" formuliert wurde. Fazit: In einem freien Markt sind Kapitaleinkommen grundsätzlich ethisch gerechtfertigt; in einem durch Interventionismus geprägten System dagegen nicht.

Von Andreas Tögel



Reich macht ökonomische Freiheit

Nach der aktuellen Rangliste[1] herrscht die größte Wirtschaftsfreiheit in Hongkong, gefolgt von Singapur, Australien, der Schweiz, Neuseeland und Kanada. Die ersten EU-Länder landen auf den Plätzen neun bis elf (Irland, Dänemark, Estland), gefolgt vom Vereinigten Königreich, den Niederlanden und Luxemburg (Plätze 14 bis 16). Deutschland belegt den EFI-Rang 18, Frankreich 70, Italien 86.

Wohlstand und Armut in der Welt

25.9.2017 – Je größer die Wirtschaftsfreiheit, desto höher der Reichtum von Jörg Guido Hülsmann. Es ist ein Allgemeinplatz, dass wirtschaftliche Freiheit, Wirtschaftswachstum und Wohlstand miteinander einhergehen. Wie stark dieser Zusammenhang ist, erweisen
insbesondere jene langen Entwicklungen, die sich über einige Jahrzehnte…



Hans-Hermann Hoppes Radikalkur

Vom 14. bis 19. September ging die Jahreskonferenz der Property and Freedom Society – heuer zum zwölften Mal – in Bodrum in der Westtürkei über die Bühne. Wie in den Jahren zuvor konnte Hausherr Hans-Hermann Hoppe wieder ein beachtliches Aufgebot von hochinteressanten Referenten gewinnen, die ihre Standpunkte zu den unterschiedlichsten Themen präsentierten. Zu Wort kamen u. a. Ökonomen, Philosophen, Rechtsanwälte, Historiker, ein Arzt und ein Architekt. Das Spektrum ihrer Themen reichte von Betrachtungen antiker Kulturen, bis zum modernen Vertragsrecht und von der Geschichte des Unternehmertums bis zu Einblicken ins „Narrenasyl" des EU-Parlaments. Insgesamt 15 Referate wurden den rund 80, aus aller Welt angereisten Teilnehmern geboten.

Hoppe selbst wählte für seinen die Konferenz abschließenden Vortrag ein im Zuge des zurückliegenden US-Präsidentschaftswahlkampfes hochaktuell gewordenes Thema: Libertarianism und die Alt-Right.

Die Erläuterung der zentralen libertären Prinzipien stand am Beginn seiner Ausführungen: Konfliktvermeidung bei konkurrierenden Interessen an knappen Gütern stehen demnach im Vordergrund. Führende Köpfe der amerikanischen Alt-Right-Bewegung, wie Paul Gottfried, Jared Taylor und Peter Brimelow, oder Sean Gabb aus England zeigen nicht nur weitgehende Übereinstimmung mit libertären Idealen, sondern waren darüber hinaus auch schon mehrfach als Besucher oder Vortragende bei der PFS gerne gesehene Gäste.

Zentrales Anliegen Hoppes war es diesmal nicht, die angestrebten Ziele des Libertarianismus zu diskutieren, sondern das große Problem des Übergangs vom Status quo in eine libertäre Gesellschaft zu beleuchten.

Hierbei ortet er bei den Libertären generell einen zu theoretischen und häufig nur an Idealbildern orientierten Zugang. So kann etwa kein Zweifel daran bestehen, dass (im Hinblick auf die laufende Völkerwanderung) keine Rede vom „gleichen Recht für alle" sein kann, wenn es um den Anspruch Fremder auf Aufenthalt in bereits besiedelten Gebieten geht. Selbstverständlich gilt auch hier der Grundsatz „wer zuerst kommt, mahlt zuerst", womit der Freizügigkeit logische Grenzen gesetzt sind und denen, die schon länger hier leben, Vorrang gebührt. Gerade in der Frage der hier erkennbaren mangelnden Bodenhaftung einiger Libertärer ist von der Alt-Right, deren Problem wiederum darin besteht, über keine konsistente Theorie zu verfügen, einiges zu lernen. „Die Alt-Right weiß zumindest genau, was sie nicht will." Ihre immer wieder geäußerte Kritik an der Globalisierung und dem Freihandel sowie ihr Eintreten für staatlichen Protektionismus lassen sich auf das Fehlen theoretischer Grundlagen zurückführen.

Anderseits mangelt es den Libertären vielfach an gesundem Menschverstand und Grundkenntnissen der Psychologie. Allein die Beachtung des Nichtaggressionsprinzips, die von vielen Libertären als hinreichende Basis für ein gutes Zusammenleben betrachtet wird, reicht im wirklichen Leben einfach nicht aus. Hoppe macht das am Phänomen des „schlechten Nachbarn" deutlich. Allein, dass der seinen Müll nicht auf das Grundstück seines Nachbarn entsorgt, oder diesen nicht tätlich angreift, ist zu wenig. Man stelle sich etwa ein Szenario vor, bei dem der „schlechte Nachbar" sein Anwesen verkommen lässt, sodass, davon ausgehend, massenhaft Ungeziefer die Nachbargrundstücke verseucht.

Dieses einfache Beispiel verdeutlicht, dass ein konfliktfreies Nebeneinander über libertäre Grundforderungen hinaus auch der Erfüllung kultureller Bedingungen bedarf, die von der Alt-Right zu Recht betont werden. An dieser Stelle erfolgt, nicht ohne Koketterie, der Hinweis auf einen seiner meist zitierten Aussprüche, nämlich die Notwendigkeit zur „physical removal" inkompatibler und damit das friedvolle Zusammenleben torpedierender Elemente aus der Nachbarschaft.

Zur Frage der Transformation der derzeit bestehenden sozialistisch-kollektivistischen in freiheitliche Gesellschaften sind zunächst die wesentlichsten Gegner und die derzeitigen Opfer zu benennen. Bei den ersteren handelt es sich primär um die willigen Vollstrecker des Wohlfahrtsstaates: Politiker, Banker und staatsabhängige Intellektuelle. Als Opfer stehen in erster Linie die Nettosteuerzahler da. Öffentlich finanzierte Wohlfahrtsprogramme und die „Systeme sozialer Sicherheit" sorgen für die Schaffung einer scheinbar altruistischen Gesellschaft, dienen tatsächlich aber der Korrumpierung der Bürger. Dadurch wird das Problem des „schlechten Nachbarn" aber nicht beseitigt, sondern – im Gegenteil – sogar noch nach Kräften gefördert.

Die von Friedrich A. Hayek getroffene Prognose, wonach sich die besseren Ideen [des Liberalismus, Anm. d. V.] langfristig durchsetzen würden, hat sich als falsch herausgestellt. Die durch den Wohlfahrtstaat erzeugten Verzerrungen haben sich als übermächtig erwiesen. Nicht einen „Kampf der Ideen" zu führen verspricht Erfolg, sondern der gezielte Einsatz von „Buttom-up-Populismus" im Kampf gegen die steuerfinanzierten Systemlinge. Hoppes 10-Punkte Katalog für den Transformationsprozess:

  • Ende der Massenimmigration. Dabei handelt es sich [unter den gegebenen Bedingungen des Wohlfahrtsstaates, Anm. d. V.] ausschließlich um eine Einladung zum Missbrauch von Wohlfahrtsleistungen. Es darf keine Sozialisierung der Kosten der Einwanderung geben. Arbeitgeber von Einwanderern sind nicht nur für die Bezahlung deren Gehälter, sondern auch für alle durch die Zuwanderung entstehenden Sozialkosten in die Pflicht zu nehmen.
  • Augenblickliche Einstellung sämtlicher Militäraktionen in oder gegenüber fremden Ländern und Beendigung aller (militärischer) Hilfsaktionen von Staat zu Staat. Militärischer Interventionismus war und ist immerhin eine der Hauptursachen der laufenden Masseneinwanderung in Europa.
  • Den herrschenden Eliten und Intellektuellen ist die Finanzierungsbasis zu entziehen.
  • Ausschaltung der Zentralbanken.
  • Sofortiges Ende sämtlicher Programme zur bevorzugen Behandlung („affirmative action") bestimmter Personengruppen und jeglicher Antidiskriminierungsbestimmungen. Menschen und Unternehmen sollen selbst frei darüber entscheiden, mit wem sie es zu tun haben wollen und mit wem nicht.
  • Zerschlagung des antifaschistischen Mobs – vorwiegend bestehend aus Kämpfern für die „soziale Gerechtigkeit".
  • Zerschlagung der Banden von Straßenkriminellen. Es kann nicht angehen, dass – unter dem Deckmantel von Religion und/oder Kultur – bestimmte Menschen gegenüber anderen eine bevorzugte strafrechtliche Behandlung genießen. No-go-areas dürfen nicht geduldet werden. Sämtliche waffenrechtlichen Restriktionen sind abzuschaffen.
  • Wohlfahrtsschmarotzertum muss unterbunden werden. Der Staat darf keinesfalls länger der Entstehung und Förderung einer unproduktiven Unterklasse dienen.
  • Der Staat hat sich aus Bildung und Ausbildung herauszuhalten. Ziel des staatlichen Schulsystems war nämlich zu keiner Zeit die Heranbildung mündiger Bürger, sondern stets die Produktion von Soldaten, Beamten und leicht lenkbaren Untertanen.
  • Niemals Hoffnungen in Politik und politische Parteien setzen! Stattdessen Konzentration auf lokale Agenden, auf Dezentralisation, Sezession und Segregation.

Mit einem Plädoyer, seinen libertären Überzeugungen immer und überall laut Ausdruck zu verleihen und niemals dem Bösen zu weichen, beendete Hans-Hermann Hoppe seinen fulminanten Vortrag.

Von Andreas Tögel



Bundestagswahl: Wie sehr lagen die Umfrageinstitute daneben?

Fazit: Die Umfrageinstitute sind besser als ihr Ruf.

Bundestagswahl: Wie sehr lagen die Umfrageinstitute daneben?

(Jürgen Fritz) Umfrageinstitute genießen keinen sehr guten Ruf. Zu Recht oder zu Unrecht? Wahl-O-Matrix, Deutschlands führendes Meta-Analyse-Tool, gegründet von Jürgen Fritz, hat untersucht, wie sehr stark die einzelnen Umfragen dieses Mal vom Wahlergebnis abwichen. Wer bietet die beste Orientierung und wessen Umfragen sind eher mit Vorsicht zu genießen?



Bundestagswahl 2017: kein Grund zur Freude

Armes Tomania!

Wer, angesichts der dräuenden Regierungsoptionen, nach dieser Wahl von einem „Rechtsruck“ faselt, sollte dringend seine Medikation überprüfen. OK, die Regierung hat immerhin 14 Prozentpunkte an Zustimmung eingebüßt. Das ist schon was. Schön, die einzige ernstzunehmende Oppositionspartei, hat aus dem Stand 13% geschafft – auch nicht schlecht. Aber die Grünen und die Linke haben nicht nur nichts verloren, sondern sogar dazugewonnen! Und das ist alarmierend!
Nachdem der glücklose Schulz-Wahlverein sich in die Opposition zu trollen gedenkt und damit das einzig Richtige tut, bleiben für die Kanzlerin nur Regierungsoptionen übrig, die eines gemeinsam haben: sie treiben verantwortungsbewussten und über den Tellerrand hinausblickenden Bürgern, die schon länger hier leben, die Haare zu Berge.
Mit dem „Pack“, der „Mischpoke“ und Nazi-Schmuddelkindern von der AfD (die ihrerseits ja keinen Gedanken daran verschwenden, der unseligen Frau den Steigbügel zu halten), will die in der Sowjetzone sozialisierte Kanzlerin ja bekanntlich nichts zu tun haben, denn das wäre (zumindest für sie selbst) „nicht hilfreich“.
Bleibt also zunächst die von allen Kommentatoren noch am Tag der Wahl unisono als grandiose Regierungsvariante beschworene „Jamaika“-Koalition: Merkel in einem gemeinsamen Regime mit den windelweichen „Liberalen“ und den zu allem entschlossenen, grünen Selbsthassern? Womöglich mit Grünen als Innen- und Justizministern? Toll. Reichskanzler Bethman-Hollweg sprach 1917 bekanntlich vom „Finis Germaniae“. Damals sollte es aber doch noch nicht sein. Jetzt, exakt 100 Jahre danach, könnte die Zweitauflage des Dramas folgen – diesmal mit garantiertem Ergebnis.
Oder, eine alternative Variante von der zwar keiner spricht, die aber übrigbleibt, falls die „Liberalen“ sich trotz all ihrer Regierungsgeilheit, unerwartet allzu sehr zieren sollten: am Ende vielleicht doch schwarz-grün-ultrarot? Das wäre ein Heidenspaß. Typen, die in der Tradition gewissenloser Desperados stehen, die vor noch nicht allzu langer Zeit an der Grenze auf die eigenen Landsleute haben schießen lassen, und die das bis heute nicht bereuen, in der Bundesregierung? Super! In dieser Konstellation, zusammen mit den grünen Selbstzerstörern, könnte die Endlösung der deutschen Frage wohl bald als erfolgreich abgeschlossen betrachtet werden.
Wie dem auch sei: da die völlig moralbefreite Kanzlerin vermutlich nicht einmal davor zurückschrecken würde, nötigenfalls mit den Taliban, den Resten des IS oder dem Antichrist himself eine Regierung zu bilden, nur um ihr Zerstörungswerk vollenden zu können, wird ihr der auf sie zukommende Aufenthalt im Koalitionsbasar keine schlaflosen Nächte bereiten. Ist eh schon alles wurscht, ihre Fingernägel sind sowieso schon bis aufs physiologisch mögliche Maß abgekaut und die angestoßene Talfahrt der einst bedeutenden, stolzen und mächtigen deutschen Nation, des Landes der Dichter und Denker, mittlerweile so gut wie unumkehrbar. Demnächst werden daran auch 30 oder 40% für die AfD nichts mehr ändern können.
Irgendwie schade drum.

Von Andreas Tögel



Geld ist das Mittel zur Freiheit

Gedanken eines Skeptikers zum Phänomen der „Kryptowährungen“

Geld ist geprägte Freiheit, meinte Fjodor Dostojewski und lag damit völlig richtig. Denn Geld ist in einer modernen, arbeitsteiligen Gesellschaft nicht nur dafür erforderlich, die Kosten des täglichen Lebens zu bestreiten, sondern sein Besitz schafft darüber hinaus Möglichkeiten, persönliche Wünsche und Träume zu verwirklichen. Es dient dem „Streben nach Glück“.
Geld und sein Gebrauch wurde nicht erfunden. Es ist nicht das Ergebnis des Denkens und Planens der Regierenden, sondern es wurde einfach „entdeckt“, indem man bestimmte Güter als derart allseits begehrt erkannte, dass sie sich als Tauschmittel für alle möglichen anderen Dinge geradezu aufdrängten.
Eine wesentliche Voraussetzung für seine Geldfunktion ist daher die allgemeine Akzeptanz eines Gutes und das Vertrauen in seine Werthaltigkeit über den Tag hinaus.
Nicht umsonst konnten sich die Edelmetalle Gold und Silber in verschieden Kulturen als bevorzugtes Tauschmittel durchsetzen. Den Herrschenden, gleich ob Stammesführern, Königen oder demokratisch gewählten Volksrepräsentanten, war stets klar, dass die Kontrolle über das Geldwesen eine wesentliche, wenn nicht die entscheidende Säule ihrer Herrschaft darstellt(e). Die Verfügungsgewalt der Regierungen über das Geld und damit ihre Möglichkeit, seine Umlaufmenge zu manipulieren, bildeten immer wieder Ursachen für planmäßige Geldverschlechterungen, die schon lange vor der Erfindung des Papiergeldes stattfanden. Leidtragende der Inflationierung einer von der Regierung zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärten Monopolwährung, waren und sind stets die Geldhalter. Jeder neu gedruckte Schein mindert die Kaufkraft der bereits bestehenden. Hyperinflationen und Währungsreformen mit Enteignungscharakter pflastern den Weg des staatlichen Geldwesens.
Liberale Theoretiker wie F. A. Hayek, forderten daher schon vor Jahrzehnen eine „Denationalisierung“ des Geldes und/oder eine Rückkehr zu einer voll gedeckten Goldwährung.
Da das Misstrauen gegenüber staatlich manipuliertem Fiat-Geld immer mehr wächst, treten nun seit einigen Jahren nun verstärkt private Alternativen zum staatlichen Zwangsgeld auf den Plan. Die zweifellos bekannteste und am weitesten verbreitete davon, ist „Bitcoin“. Dabei handelt es sich um ein elektronisch geschöpftes, rein virtuelles Geld, das auf der Open-source-software basierten Technologie der „Blockchain“ beruht. Die hochkomplexe Software garantiert die Unverfälschbarkeit der einzelnen „coins“, deren Wert auf dem Markt, wie der jedes anderen frei handelbaren Gutes, durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Die Software garantiert, so seine immer zahlreicher werdenden Protagonisten, dass ein einzelner coin nicht mehrfach ausgegeben, und damit dem Betrug Vorschub geleistet werden kann.
Wenn es derzeit auch noch so aussieht, als handle es sich bei Bitcoin eher um ein Spekulationsobjekt, denn um ein Zahlungsmittel, so verfügt es immerhin über einen gewaltigen Vorteil: Es ist rein privat organisiert und daher nicht politisch korrumpiert.
Eine Inflationierung, wie sie für jedes staatlich oktroyierte Geld typisch ist (der US-Dollar hat dadurch in den zurückliegenden 100 Jahren rund 95 Prozent seiner Kaufkraft eingebüßt), ist nicht zu erwarten, zumal seine maximale Menge mit 21 Millionen Einheiten limitiert ist.
Seinem derzeitigen Charakter als Spekulationsobjekt entsprechend, konnten einige Investoren, die zum richtigen Zeitpunkt eingestiegen sind, dank seiner in kurzer Zeit atemberaubenden Wertsteigerung, geradezu märchenhafte Gewinne einstreifen.
Was Bitcoin und allen anderen virtuellen Geldsystemen, wie auch dem staatlichen Fiat-Geld indes fehlt, ist die Funktion eines zuverlässigen Wertspeichers, die sich in jedem Fall von seiner physischen Qualität ableitet. Scheffel voll Weizen, Biberfelle, Kaurimuscheln, Goldmünzen, Sterlingsilber, etc. also alle klassischen Geldformen der Vergangenheit, schöpften ihren Wert nicht nur daraus, dem Eigentümer exklusiv zum Tausch zur Verfügung zu stehen, sondern auch aus der Möglichkeit, sie ferner anders denn als Tauschmittel (im Falle von Edelmetallen zum Beispiel als Schmuck oder zum Kunstobjekt verarbeitet), nutzen zu können. Die Schöpfung von Warengeld ist außerdem nicht mit der Begründung von Schuldverhältnissen verknüpft, wie das beim staatlichen Fiat-Geld der Fall ist.
Spätestens dann, wenn die Kryptowährungen aufgrund ihres zunehmenden Gebrauchs endgültig ins Radar des Fiskus geraten (der unterstellen wird, dass deren anonymisierter Gebrauch primär der Steuervermeidung dient, wie das jetzt schon immer stärker beim Bargeld geschieht), ist mit massiven Überwachungsmaßnahmen bis hin zu Verboten zu rechnen. Das ist kürzlich in China geschehen, was dem Kurs des Bitcoin kurzfristig einen beachtlichen Dämpfer versetzt und für erhebliche Unruhe in der Elektronikgeld-Gemeinde gesorgt hat.
Einen Haupteinwand gegen die Kryptowährungen als Alternative zum staatlich inflationierten Zwangsgeld, stellt sein Charakter als Fiat-Geld dar. Fiat-Geld verfügt, ungeachtet der Tatsache, ob es staatlich oder privat erzeugt wird, über keinerlei intrinsischen Wert. Hat man aber bei Dollar, Euro und Co. (zumindest derzeit noch) immerhin ein Stück Papier in der Hand, gibt es bei blockchainbasiertem Geld nicht einmal mehr das. Eine Anzeige in der elektronischen Geldbörse ist alles. Es gibt nichts im wahrsten Sinne des Wortes „greifbares“. Ohne Elektronik geht gar nichts. Eine anonyme Transaktion wird daher spätestens ab dem Moment unmöglich, da der Staat behördliche Überwachungen erzwingt, die den Weg jedes einzelnen coins nachvollziehbar machen. Der letzte Raum für Privatheit im Geldverkehr ist dann Geschichte. Da aber zumindest ein Teil des Wertes jedes soliden Geldes darin besteht, anonym – und damit frei von staatlicher oder anderweitiger Kontrolle – ausgegeben werden zu können, sind schwere Bedenken geboten.
Wenn immer wieder die angeblich überlegene Sicherheit des Einsatzes elektronischer Zahlungsmittel gegenüber Bargeld beschworen wird, sei auf mögliche technische Gebrechen hingewiesen, wie Computerversagen und Stromausfälle, oder auch auf cyberkriminelle Attacken. Der Sicherheitsaspekt scheint daher ein eher schwaches Argument zu sein.
Die grundlegenden Vor- und Nachteile privat aufgelegter Kryptowährungen liegen auf der Hand. Das jeweilige Temperament der Geldnutzer, wird wesentlichen Einfluss auf die Entscheidung für oder wider Kryptowährung haben. Zum Abenteuer tendierende Naturen und besonders elektronikaffine junge Menschen, werden wohl einen Teil ihrer Vermögen in Bitcoin & Co. anlegen, wenn sie es nicht schon tun. Konservative Naturen (nach den Beobachtungen des Autors überwiegen hier die älteren Semester), werden im Moment eher (noch) die Finger davon lassen, bis sich klarer abzeichnet, wohin die Reise geht.

Von Andreas Tögel



Finger weg vom Mietpreis

Fazit: Finger weg vom Mietpreis – und das gewünschte Wohnungsangebot wird sich wie von Zauberhand einstellen.

Finger weg vom Mietpreis

15.9.2017 – Wohnungsnot als Wahlkampfthema – vor Wahlen wird von den Genossen jede Vernunft entsorgt. von Andreas Tögel. Wie in Deutschland, wird im Herbst auch in Österreich gewählt. Am 15. Oktober ist es so weit. Da die Geburtsstunden der mit Abstand…



Die korrupten Medien als Kollaborateure der totalen Macht

Medien vor den Wahlen: Über die Schamlosigkeit der Redakteurszunft öffentlich-rechtlicher Sender

14. September 2017 Nicht nur Sympathien spielen eine Rolle, sondern auch wirtschaftliche Interessen Dass die Schamlosigkeit der in öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten tätigen Redakteure selbst die von Straßenhuren um mehrere Längen übertrifft, dürfte jedermann erkannt haben, der ihre politische Berichterstattung und die von ihnen moderierten Diskussionssendungen verfolgt.



Why the West HATES and is DESTROYING Itself

Why the West HATES and is DESTROYING Itself



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