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Österreich hat gewählt

Der Trend ist kein Genosse mehr!

Zwar wird es noch bis zum Donnerstag dauern, bis auch alle Wahlkartenstimmen ausgezählt sind und damit das „amtliche Endergebnis“ der Nationalratswahl definitiv vorliegt. Eines jedoch steht jetzt schon fest: die derzeit die Regierung anführenden Sozialsten, werden nicht den nächsten Kanzler stellen. Für die liberal-Konservativen im Lande besonders erfreulich: die Grünen werden nach einem beispiellosen Wahldebakel, nach aller Wahrscheinlichkeit aus dem Nationalrat eliminiert.

Die Prognose per 20:30 Uhr (in Klammer gesetzte Zahlen zeigen das Ergebnis der letzten Wahl im Jahr 2013)

  • ÖVP – 31,7 (24,0) Prozent
  • SPÖ – 26,9 (26,9) Prozent
  • FPÖ – 26,0 (20,5) Prozent
  • Neos – 5,1 (..5,0) Prozent
  • Grüne – ..3,9 (12,4) Prozent
  • Liste Pilz – ..4,3 (0) Prozent (Abspaltung von den Grünen)

Das Ergebnis stellt für viele Beobachter und Analysten keine wirkliche Überraschung dar. Wenn etwas überrascht, dann allenfalls der Umstand, dass die Sozialisten, die einen extrem schmutzigen Wahlkampf geführt haben und vor keinem Untergriff und keiner Gemeinheit zurückgeschreckt sind, nicht abgestürzt sind. Außerdem das Ausmaß an Realitätsverlust, das den Parteichef der Genossen, Christian Kern, dazu veranlasst, sich das Wahlergebnis zum Erfolg schönzureden – ungeachtet der Tatsache, dass noch niemals zuvor eine den Kanzler stellende Regierungspartei, die Palme des Sieges an den Koalitionspartner abgeben musste

Wie dem auch sei: Der Ball liegt nun beim strahlenden Jungstar der ÖVP, Außenminister Sebastian Kurz. Der als Bundespräsident fungierende linksaußen-Gerontokrat in der Hofburg, Alexander Van der Bellen, wird, falls er die bislang gepflegten Usancen nicht auf den Kopf stellen will, den jungen Mann mit der Regierungsbildung beauftragen müssen.

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Kurz die in höchstem Maße unpopuläre Koalition mit den Roten fortzusetzen beabsichtigt. Offensichtlich ist dieses Modell furios gescheitert. Und da die Freiheitlichen unter H. C. Strache das von ihnen erwartete Ergebnis nicht erreichen konnten, ist eine schwarzblaue Koalition höchst wahrscheinlich, da sie voraussichtlich zu annehmbaren Tarifen als Partner für die ÖVP zur Verfügung stehen werden.

Gesetzt, dass eine schwarzblaue Koalition die neue Regierung stellen wird, werden Sozialisten, Neos und die Liste Pilz als Opposition fungieren.

Die Überlegung, was wohl passiert wäre, falls der Wählerentscheid nicht in der vorliegenden Form erfolgt wäre, sagt möglicherweise mehr, als die Spekulationen darüber, was jetzt passieren wird. Hätte es für eine linke Regierungsmehrheit gereicht, wäre der Weg zur Knechtschaft wohl endgültig unumkehrbar geworden: Noch mehr Pönalen für die Leistungsträger, noch kostspieligere Geschenke an Minderleister, Sozialschmarotzer und an (möglichst schnell einzubürgernde) Immigranten, noch mehr Regulierungen und noch weniger individuelle Freiheiten, wären unvermeidlich gewesen.

Jetzt also hat es das größte politische Talent seit den führen Tagen Jörg Haiders, Sebastian Kurz, in der Hand, eine nachhaltige Wende herbeizuführen. Für bürgerliche Ausbrüche von Euphorie ist es indes zu früh. Ob der im Moment strahlende Jungstar es nämlich tatsächlich schaffen wird, die verkrusteten Strukturen in der eigenen Partei, von denen der Republik ganz zu schweigen, aufzubrechen, wird sich in den kommenden Jahren herausstellen. Die Chancen dafür existieren. Im Sinne der im internationalen Wettbewerb zuletzt immer weiter zurückfallenden Alpenrepublik, wäre es stark zu hoffen.

Von Andreas Tögel




Migrations-Mythen und dein Blutdruck

Wie die komplett überforderten Politiker durch ihren Irrsinn die Leistungen der vergangenen Generationen und die Zukunft unserer Kinder vernichten.

11 amtliche Migrations-Mythen im Bullshitcheck

Von Claudio Casula. Die regierungsamtlichen Migrationserzählungen werden durch ständige Wiederholungen nicht wahrer. Sie reichen von „Niemandem wird etwas weggenommen“ bis „Absolute Sicherheit kann es nicht geben“, von „Flüchtlinge sind nicht krimineller als Einheimische“ bis „Das ist unsere humanitäre Pflicht.“ Wer die Behauptungen nachprüft, die unsere erlauchten Regierenden zur Migrationskrise verbreiten, der fängt erst an, sich richtig Sorgen zu machen.




Einladung zur Buchpräsentation

Die Buchpräsentation findet in der „Sala Terrena“ in der Wehrgasse in Wien statt.
Bei Interesse bitte um Anmeldung unter der angegebenen E-Mail-Adresse.

Waffenbuch Webeinladung




Teure Zentralbank

Von Andreas Tögel

Zeit für Alternativen zum monopolisierten Fiat-Geld!

_„__Mich interessiert nicht, wer die Gesetze macht, so lange ich das Geld kontrolliere."_ Dieses ebenso berühmte, wie denkwürdige Zitat des Bankiers Amschel Meyer Rothschild, bringt auf den Punkt, was sich leider nur den wenigsten Zeitgenossen erschließt. Wer das Geldsystem beherrscht, verfügt auch über die politische Herrschaft, oder besser: er steht über dieser. Die Aktivitäten der Europäischen Zentralbank EZB, respektive deren machtbewussten Chefs, der zuvor bei der US-Investmentbank Goldman Sachs gewirkt hat, beweisen es: Wer Geldpolitik -Produktion und -Verteilung beherrscht, verfügt über die totale Macht und Kontrolle. Europäische Gesetze und Regeln im Hinblick auf die Staatsfinanzierung oder die „Rettung" der Finanzen chronisch maroder Mitglieder der EU, interessieren Mario Draghi folglich herzlich wenig. Er entscheidet, wie er und seine Geldalchemisten es für angezeigt halten.

Der Ökonom und Mathematiker Karl-Friedrich Israel, hat sich verdienstvollerweise kürzlich mit den Kosten der Fiat-Geldproduktion beschäftigt und dabei höchst bemerkenswerte Daten erhoben (link zum vollständigen Text: http://www.misesde.org/?p=16820). Israels Analyse ist insofern aufschlussreich, als die Gegner eines wertgedeckten Geldes oder des Goldstandards, immer wieder gerne mit der Kostspieligkeit der Förderung von Edelmetallen argumentieren. Man könne, so ihre grundsätzlich einleuchtend erscheinende Behauptung, die Kosten der Geldproduktion deutlich reduzieren, indem man einen intrinsisch wertlosen Stoff, der sich in beliebiger Menge herstellen lässt, zum Geld erklärt und anstatt des „barbarischen Relikts" Gold (J. M. Keynes in einer Rede anno 1923) einsetzt.

Die EZB ist eine jener Organisationen, die es, neben der US-FED, der Bank of Japan und der Bank of England unternimmt, unentwegt Geld aus dem Nichts zu schaffen und damit die Leistungen der Alchemisten von anno dazumal um Längen übertrifft. Die benötigten für Ihre Bemühungen immerhin noch Blei oder andere wenig werthaltige Materialien, um daraus Gold zu machen. Die EZB dagegen kommt mit dünner Luft aus.

Man sollte daher meinen, dass die gegenwärtig durch die Geldproduktion entstehenden Kosten gering ausfallen, da sie ja auf das simple Bedrucken von Papier beschränkt sind und darüber hinaus keine großen Anstrengungen anfallen.

Die zitierte Analyse untersucht die Entwicklung der Betriebskosten der EZB seit ihrer Gründung im Jahre 1998. Der Personalaufwand ist der größte Ausgabenbrocken. Der Beschäftigtenstand der Institution wuchs in der Zeit von 1999 bis 2016 von 732 auf 3171 Personen. Die Personalkosten stiegen von 61 Millionen Euro im Jahre 1999 auf 467 Millionen im Jahr 1916, was einer jährlichen Steigerung von beachtlichen 12,7 Prozent entspricht. Die administrativen Kosten der Bank stiegen im selben Zeitraum von 61 auf 414 Millionen Euro, was eine Steigerung von 12 Prozent pro Jahr bedeutet.

Sollte diese Entwicklung überraschen? Nein! Denn bürokratische Monster pflegen nun einmal bis ans Ende ihrer Tage, malignen Tumoren gleich, zu wachsen – insbesondere dann, wenn es weit und breit keinen Wettbewerber gibt, der sie zur Effizienz- und Kostenkontrolle zwingt.

Da die EZB aber nur einen Teil der mit der Fiat-Geldproduktion verbundenen Kosten der Eurozone verursacht, zu denen sich die der weiterhin bestehenden nationalen Zentralbanken summieren, kann am Ende von einer Kosteneinsparung im Verhältnis zur Förderung von Edelmetallen nicht gesprochen werden, wie der Autor anhand von Kostenvergleichen mit den führenden Goldminengesellschaften der Welt nachweist. Während sich die akkumulierten Betriebsausgaben des Fiat-Geldsystems im Euroraum gegenwärtig auf rund 10, 6 Mrd. Euro p. a. belaufen, liegen die Kosten der Goldförderung (für den auf die Eurozone entfallenden Anteil) bei nur 10, 2 Mrd. Euro jährlich. Soviel zum Kostenvorteil des ungedeckten Papiergeldes, das zudem in jedem Fall – Voltaire wusste es immer schon – „…früher oder später auf seinen inneren Wert zurückgeht – Null."

Eine eingehende Analyse führt zum immer selben Ergebnis, gleichgültig um welches Produkt oder um welche Dienstleistung es auch immer sich handeln mag: Monopole nutzen nur und ausschließlich deren Inhabern und schaden stets allen anderen. Gleich, ob es um Fahrzeuge, Bildungsvermittlung, Sicherheits- Beförderungs- oder Personentransportleistungen geht: Monopole produzieren naturgemäß schlechte Leistungen zu überhöhten Kosten – einfach, weil sie den Schrecken des Wettbewerbs und den dadurch entstehenden Disziplinierungsdruck nicht zu fürchten brauchen.

Geldproduzenten bilden da keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil, weil sie ja zudem noch mit dem Privileg ausgestattet sind, dass ihr Produkt von jedermann, der unter Fuchtel der Eurozonenbürokratie lebt, schuldbefreiend akzeptiert werden muss.

Die armen Ossies mussten weiland mit Autos vorliebnehmen, die aus Plastik und Baumwollfetzen zusammengebastelt wurden und konnten sich im Ausland ihre wertlosen Ostmark an den Hut stecken, während ihre westdeutschen Vettern im S-Klasse-Mercedes saßen und sich der begehrten, harten DM erfreuten. Die Eurozoneninsassen können sich heute zwar (noch!) akzeptable Fahrzeuge anschaffen, müssen aber mit dem täglich an Wert verlierenden Euro-Esperantogeld leben. Legale Alternativen sind nicht vorgesehen. Da seien die Brüsseler Nomenklatura, Mario Draghi und die seinen vor.

Die Frage, ob es zu einem Währungscrash kommen wird und/oder ob es zuerst den Dollar, das Pfund oder den Euro treffen wird, stellt sich gar nicht erst, da noch kein Fiat-Geld dauerhaft ohne Währungsreform (=Enteignung) Bestand hatte. Die bange Frage ist nur, wann es passieren wird und was dann auf uns zukommt.




Victor Orban – Verteidiger Europas




Buchbesprechung Die blinden Flecken der Geschichte / Österreich 1927 – 1938

Von Andreas Tögel

Im Zuge ihres erfolgreichen Marsches durch die Institutionen haben es die Linken geschafft, bestimmte Forschungsbereiche nahezu vollständig unter ihre Fuchtel zu bringen. Die Geschichtswissenschaft – namentlich die Zeitgeschichte – zählt dazu. Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen wird daher weitgehend von den Narrativen bestimmt, die linke Historiker – weithin unwidersprochen – in die Welt setzen.
Fünf der Mantras, die diesen von den Roten gerne – kontrafaktisch – als „Ära des Austrofaschismus“ bezeichneten Abschnitt der jüngeren Geschichte prägen, hat die Historikerin und Erfolgsautorin Gudula Walterskirchen in ihrem letzten Buch einer kritischen Prüfung unterzogen und ist, nach Berücksichtigung bisher ungenutzter Quellen, zu einer weit vom Mainstream abweichenden Beurteilung der Ereignisse gekommen.
Ob es um das Drama von Schattendorf und den damit zusammenhängenden Justizpalastbrand geht; um den „Aufstand friedlicher Arbeiter“ gegen das „faschistische“ Dollfuss-Regime; um die tatsächlichen Ziele der sozialdemokratischen Putschisten im Februar 1934; und um die Frage, welche Rolle der illegalen Nationalsozialisten dabei gespielt haben: hier wird mit kritiklos nachgebeteten Mythen abgerechnet. Das betrifft auch die Beurteilung des Einmarsches Adolf Hitlers im März 1938.
So kann etwa gar keine Rede von einem politisch motivierten Fehlurteil gegen die ruchlosen Mörder „friedlicher Arbeiter“ in Schattendorf sein, wie die Autorin anhand eingehenden Quellenstudiums und der Einschätzung prominenter Juristen nachweist. Auch war das Ziel der angeblich „demokratischen Arbeiter“, die anno 1934 (entgegen den Direktiven der eigenen Parteiführung) den von Vornherein zum Scheitern verurteilten Putsch gegen die ständestaatliche Regierung versuchten, keineswegs die Wiederherstellung der Demokratie, sondern vielmehr die Errichtung einer sozialistischen Diktatur.
Das klingt anders, als man es aus den tiefroten Geschichtsinstituten zu hören gewohnt ist. Zum Kämpfen gehören nämlich allemal zwei Parteien und niemals liegt die Schuld am Ausbruch von Feindseligkeiten allein bei einer der beiden. Das war auch 1927 und 1934 nicht anders.
An der Bewertung der Persönlichkeit des von den Sozialisten bis heute als „Arbeitermörder“ denunzierten und inbrünstig gehassten Kanzlers Dollfuss, der ein halbes Jahr nach dem roten Putschversuch von Nationalsozialisten ermordet wurde, scheiden sich bis heute die Geister. Gudula Walterskirchen formuliert eine sehr differenzierte, aber dennoch keineswegs apologetische Beurteilung seiner Politik.
Die Sozialisten haben es geschafft, die Begebenheiten der Zwischenkriegszeit in einer Weise zu deuten und den Menschen einzubläuen, dass sie bei Bedarf jederzeit dazu eingesetzt werden können, ihrer rezenten Politik Vorschub zu leisten. Die rigorose Tilgung der Namen ihr missliebiger Persönlichkeiten aus der Bezeichnung von Straßen und Plätzen, ist ein schöner Beleg dafür. Geltung und Bestand hat nur, was roter Politik dient. Der Einsatz moralischer Doppelstandards ist dabei obligat.
Wer an einem nicht ideologisch determinierten Bild Österreichs in der Zeit zwischen 1927 und 1938 interessiert ist, sollte dieses Buch gelesen haben.

Die blinden Flecken der Geschichte
Gudula Walterskirchen
Verlag Kremayr & Scheriau
232 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-218-01063-4
22,90,- Euro




Macrons Höhenflug nach Merkels Wahldebakel

Finis Germaniae?

Viel Zeit hat sich der Herr im Élisée-Palast nach den deutschen Bundestagswahlen nicht gelassen, um seine Vorstellungen von der Umgestaltung der EU zu präsentieren. Jetzt, mit einer geschwächten deutschen Kanzlerin, die noch dazu zu einem Bündnis mit den grünen Deutschlandhassern und den absolut kritiklosen EU-Adoranten von der FDP verdammt ist, wird Emmanuel Macron vermutlich leichtes Spiel haben.

Es geht ihm um nichts weniger als um die Durchsetzung eines Eurozonenbudgets, eines EU-Finanzministers, einer EU-Steuer, eine EU-Staatsanwaltschaft, und um die Schaffung einer EU-Armee. Oder: den Traum vom absolutistisch regierten Eurostaat.

Einen Staatsanwalt in einem Gebilde etablieren zu wollen, das weit davon entfernt ist, ein Staat zu sein, klingt zwar bizarr, ist aber bei weitem nicht der gefährlichste von Macrons Programmpunkten. Weitaus bedrohlicher sind die Pläne des Geldsozialisten zur Einführung von EU-Steuern.

Ein Blick in die Geschichtsbücher ist nicht selten hilfreich – so auch hier: Erst die Einführung einer bundesweiten Einkommensteuer in den USA machte es möglich, jenen imperialistischen Moloch zu schaffen, dessen Zentrale in Washington sitzt. Bundessteuern lieferten den Schlüssel zur Marginalisierung der einzelnen Bundesstaaten und zur unumkehrbaren Aufwertung der Machtzentrale. Eine Bundessteuer wird auch in Euroloand das endgültige Aus für die Selbständigkeit der einzelnen Staaten der Union und für jede Form von Subsidiarität bilden. Nicht umsonst gilt die Finanzhoheit seit jeher als das „Königsrecht" der Parlamente. Damit wäre es dann vorbei.

Dank der allgemein grassierenden Geschichtsvergessenheit, bleibt darüber hinaus absolut ungewürdigt, dass es immerhin ein Franzose ist, der diese Vorschläge äußert. In den zurückliegenden 100 Jahren (von der Zeit Ludwigs XIV. oder Napoleon Bonapartes ganz zu schweigen), gab es nämlich, von Robert Schumans Bemühungen zur Schaffung der Montanunion abgesehen, keine einzige von Frankreich entrierte Aktion, die sich nicht direkt oder indirekt gegen deutsche Interessen richtete. Der Vertrag von Maastricht wurde nicht umsonst „Versailles ohne Krieg" genannt. Und die Einführung des Euro war der von Frankreich ausgehende Versuch, die Hegemonie der übermächtigen DM zu beenden. Dass unter der einheitlichen Esperantowährung am Ende die französische und nicht die deutsche Wirtschaft leiden würde, und die Südstaaten der Union ihre Konkurrenzfähigkeit restlos verlieren würden, hatten die gallischen Strategen nicht vorhergesehen.

Nun aber soll zum letzten Schlag gegen den hochproduktiven Erbfeind im Osten ausgeholt werden: Mit einer Vereinheitlichung der Finanzen auf EU-Ebene. Für dauermarode Unionsmitglieder wie Italien und Frankreich wäre das – zumindest fürs Erste – ein Segen. Könnten doch schmerzhafte Anstrengungen zur Sanierung der eigenen, überbürokratisierten und international nicht konkurrenzfähigen Strukturen, dank eines Griffs in deutsche Kassen vermieden werden.

Man braucht die Demokratie nur (vorerst europaweit) auf die Spitze zu treiben – und schon ist das sozialistische Paradies á la Macron verwirklicht, in dem die Tüchtigen die Untüchtigen dauerhaft zu alimentieren genötigt sind. Wenn man die Chose dann noch trickreich mit Wortgirlanden verhüllt, in denen man von „Solidarität", „Partnerschaft" und „gedeihlicher Kooperation statt ruinöser Konkurrenz" fabuliert, sollte das doch erreichbar sein – zumal die wenigen Nettozahlerstaaten der Union hoffnungslos in der Minderzahl und somit der Ausbeutung durch die Mehrheit der Minderleister ohnehin hilflos ausgeliefert sind.

Die Politik der Eurozentralisten ist haarstäubend: Der Euro ist offensichtlich ein Fehlschlag. Also wird Druck auf alle noch nicht ins Eurosystem integrierten europäischen Staaten ausgeübt, endlich beizutreten. Die immer anmaßenderen Diktate der Brüsseler Zentrale werden von immer mehr EU-Bürgern als unerträglich empfunden. Ergo werden die Regulierungen weiter ausgedehnt und intensiviert. Und trotz der in einem der größten Unionsstaaten wegen unerfüllter Autonomiebestrebungen dräuenden Bürgerkriegsgefahr, will man vom Plan des Bundesstaates einfach nicht lassen. Das begreife, wer will und kann.

Sicher ist: die Deutschen werden zahlen. Noch weit mehr als schon bisher. Vae victis! Das von Reichskanzler Bethman-Hollweg schon 1917 postulierte Ende Deutschlands rückt endlich in greifbare Nähe.

Von Andreas Tögel




Nicht nur die Regierungen sind auf dem Holzweg

Angehörige der Nomenklatura und deren Herolde in den Massenmedien, reagieren auf die Vorhaltungen ihrer Kritiker gerne mit dem Vorwurf, diese würden kruden Verschwörungstheorien anhängen. Ebensolcher Beliebtheit erfreut sich der zuverlässig jede weitere Debatte erübrigende Vorwurf des Rechtsextremismus. Vorwürfe dieser Art zu äußern, ist eine langjährig erprobte und erfolgreiche Taktik, denn niemand lässt sich gerne in den Kreis von Phantasten, Paranoikern, Rechtsradikalen und Spinnern aller Art eingemeinden.

Völlig gleichgültig, ob es um die Kritik an der Geld- Zuwanderungs- Energie- oder Klimapolitik geht, wird jedes noch so gut fundierte Argument als Werk übler Finsterlinge gebrandmarkt, die der ebenso weisen wie wohlmeinenden Dressurelite auf perfide Art zu widersprechen wagen. Immerhin sei diese ja von einer Mehrheit gewählt (was bei Berücksichtigung der Nichtwähler, die mit ihrer Wahlenthaltung ja ein klares Signal gesetzt haben, natürlich gar nicht stimmt), und handle stets auf dem Boden geltender Gesetze, was – siehe „Flüchtlingspolitik“ – eine glatte Lüge ist.

Wie dem auch sei, der weiterhin über die Deutungshoheit gebietende, politisch-mediale Komplex, schafft es immer wieder, seine unübersehbar gegen die Interessen derer, „die schon länger hier leben“ gerichtet Politik, dank unentwegt getrommelter Desinformation zu verkaufen. Unbegreiflich, traurig, aber wahr.

Ein besonderes Beispiel für den Erfolg der pausenlosen Gehirnwäsche, ist die Einstellung großer Teile der Bevölkerung zur Frage des privaten Waffenbesitzes. Selbst in Kreisen von Jägern und Sportschützen, finden sich viele, die beim Gedanken an eine Liberalisierung des Waffengesetzes, die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Tenor: „Man kann doch nicht jedem Idioten eine Waffe in die Hand drücken!“ Das klingt zunächst plausibel, lässt aber einige Fragen offen und vieles unerklärt.

  • So bekommt etwa während des Wehrdienstes durchaus jeder „Idiot“ eine Waffe – noch dazu eine vollautomatische – in die Hände. Auf Munition aus ärarischen Beständen ist keiner angewiesen, den die ist problemlos über den Waffenhandel zu beschaffen. Von Fällen, in denen mit derlei Waffen Missbrauch betrieben wird, ist indes nichts bekannt. Das gilt in der Schweiz auch für die Zeit nach der Grundausbildung, weil die Reservisten ihre Dienstwaffen gewöhnlich zu Hause aufbewahren, was dem Milizcharakter der Schweizer Armee entspricht.

  • In Kreisen von Polizei und Militär gibt es keine „Idioten“? Handelt es sich bei Beamten, gleich ob uniformiert oder nicht, um eine besondere Art von Übermenschen, denen scharfe Waffen – inklusive einer obligaten Lizenz zum Töten – ohne Bedenken anvertraut werden können? Woher rührt – allen negativen Erfahrungen zum Trotz – dieser völlig aberwitzige Vertrauensvorschuss für die Vertreter des Gewaltmonopols?

  • Zwar hält sich der angepasst lebende, gesetzestreue Untertan und Steuersklave an alle Regeln hinsichtlich des legalen Waffenerwerbs und –Besitzes. Er hat in aller Regel nämlich einfach zu viel zu verlieren, um eine Vorstrafe zu riskieren. Das gilt indes nicht für (Berufs-)Kriminelle und autochthone oder zugereiste Terroristen! Weshalb aber lassen die Waffen notorischer Gewalttäter Politiker und Behörden kalt, während sie zugleich alles daran setzen, Otto Normalverbraucher wehrlos zu machen?

  • Der seit dem Kriege herrschende innere Friede, droht unserer Tage durch einen brutalen linken Mob, wie er etwa in Hamburg, anlässlich des G20-Gipfels, zu besichtigen war, und eine große Zahl von im Zuge der „Flüchtlingswelle“ eingeschleuste Gewaltverbrecher, zerstört zu werden. Auch eine Vervielfachung der Polizeikräfte, könnte die einst gewohnte Sicherheit längst nicht wiederherstellen.

Was läge angesichts einer – spätestens seit dem Sommer 2015 – dramatisch veränderten Lage näher, als die Illusion von der allgegenwärtigen Polizei endlich zu begraben und stattdessen auf die Tatkraft mündiger Bürger zu setzen? Das würde allerdings bedeuten, dass die Nomenklatura ihr Misstrauen gegen die eigenen Bürger aufzugeben hat. Und noch wichtiger: die Bürger sollten erkennen, dass sie für ihre Sicherheit einen Eigenbeitrag zu leisten haben und sich nicht auf das segensreiche Wirken des Leviathans verlassen dürfen.

Von Andreas Tögel

Der Beitrag ist zuerst in der Oktober-Ausgabe 2017 von „eigentümlich frei“ erschienen.




Human Action

Human Action sollte das Standardwerk für jeden werden, der an Freiheit und Individualismus glaubt, sowie an die Möglichkeit, dass eine freie Marktwirtschaft nicht nur jedes von der Regierung geplante System zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen für die Massen in den Schatten stellt, sondern auch daran, dass sie die intellektuellen, kulturellen und moralischen Werte, auf die sich unsere Zivilisation ultimativ stützt, vor kollektivistischer Tyrannei schützt.

Human Action: Ein kompromissloses Plädoyer für den Kapitalismus

29.9.2017 – Heute vor 136 Jahren wurde Ludwig von Mises (29.9.1881 – 10.10.1973) in Lemberg geboren. Ihm zu Ehren veröffentlichen wir einen Auszug aus Two Masterpieces by Mises von Henry Hazlitt. Mit Human Action hat Mises sein Magnum Opus Nationalökonomie….




Sind Kapitaleinkommen ungerechtfertigt?

Die Ethik der Kapitalrente

Vom 14. bis 19. September ging die Jahreskonferenz der Property and Freedom Society in Bodrum / Westtürkei über die Bühne. Wie in den Jahren zuvor, konnte Hausherr Hans-Hermann Hoppe wieder ein beachtliches Aufgebot interessanter Referenten gewinnen. Einer davon war Professor Guido Hülsmann, der an der Universität von Angers/Frankreich Volkswirtschaft unterrichtet. Er sprach zum Thema „Die Ethik von Kapitaleinkommen". Hier eine Zusammenfassung seiner Ausführungen:

Wie schon Aristoteles („Geld bedeutet keinen echten Wohlstand" und ist „ein willkürliches Ding"), verurteilte auch die Kirche viele Jahrhunderte lang jedes Kapital- oder Zinseinkommen als verwerflich. Geld an sich sei steril, könne und dürfe sich daher also nicht vermehren. Mehr zurückzubekommen als man verliehen hat, sei für einen Christenmenschen ungebührlich. Das war nach kanonischem Recht „Wucher". Thomas von Aquin verurteilte den Wucher in all seinen Formen und verdammte das Zinsnehmen als Betrug. Lediglich das Kassieren von „Risikoprämien" galt als zulässig.

Die sowohl von Aristoteles, als auch von den Kirchenlehrern im Geschäftsleben geforderte Gerechtigkeit, stellte im Prinzip auf Gleichheit ab. Man übersah dabei das jedem Tausch zugrundeliegende Prinzip: Jemand gibt A, um B zu erhalten – weil er den Besitz von B höher bewertet – und umgekehrt. Damit ein Tausch (ein Geschäft) überhaupt zustande kommt, ist die unterschiedliche Bewertung der Güter durch die Beteiligten daher Grundvoraussetzung. Es ist also nicht nur nicht „ungerecht", sondern sogar notwendig, dass zu tauschende Güter von verschiedenen Personen unterschiedlich bewertet werden.

Dasselbe gilt auch im Hinblick auf die Zeit. Ob man eine Sache heute oder in einem Jahr besitzt, bedeutet eben nicht dasselbe. Man denke etwa an das Risiko eines Verlustes der Sache. Der Zins ist daher sowohl als Verzichtsprämie zu betrachten (weil die verliehene Sache oder das Geld, für die Dauer der Leihe nicht vom Eigentümer genutzt werden kann), als auch als Risikoaufschlag für den Fall, dass der Schuldner, aus welchem Grund auch immer, seinen Verpflichtungen nicht nachkommt.

Es ist interessant, dass ein guter Teil der von Aristoteles gegen den Zins vorgebrachten Argumente, in einem durch staatliche Eingriffe und politisch motivierte, willkürliche Verzerrungen der Märkte bestimmten Wirtschaftssystem, völlig gerechtfertigt sind – nicht aber in einem freien Markt. Der freie Markt nämlich, garantiert die Freiwilligkeit der Transaktionen und tendiert stets zu sinkenden Zinsen, was Kumulationseffekte durch Zinseinkommen begrenzt.

In einem staatlich manipulierten Geldsystem mit unbeschränkter, monopolisierter Geldproduktion dagegen, bildet sich jedenfalls ein Geldadel heraus, dessen Reichtum allein aufgrund seiner Nähe zur Macht immer weiter zunimmt. Hier werden tatsächlich die Reichen immer reicher – und zwar auf Kosten des Kreises von nicht zur Elite zählenden Personen. Exakt das – und die daraus resultierende Wohlstandsumverteilung von unten nach oben („Cantillon-Effekt") – erleben wir dieser Tage.

Die aristotelische Zinskritik ist im Lichte des Umstands zu sehen, dass sie auf Basis des zu seiner Zeit bereits bestehenden „Fiat-Geldsystems" formuliert wurde. Fazit: In einem freien Markt sind Kapitaleinkommen grundsätzlich ethisch gerechtfertigt; in einem durch Interventionismus geprägten System dagegen nicht.

Von Andreas Tögel