Wirtschaftsgeschichte: Gerecht ist nur die Freiheit

In Manchester stritten Liberale gegen Feudalismus und Armut. Seit 150 Jahren werden sie verleumdet

Der schlimmste Bannfluch, der in der wirtschafts- und sozialpolitischen Debatte ausgesprochen werden kann, ist der des „Manchester-Liberalismus“. Ob Gewerkschafter oder Kirchenvertreter, linke Gesellschaftskritiker oder konservative Werteschützer – alle würden wohl dem Schrifststeller Günter Grass zustimmen, der schon 1997 zu erkennen glaubte: „Wir erleben den Rückgriff auf einen Manchester-Liberalismus, der keine Rücksicht auf Menschen mehr nimmt.“ Bei diesem Begriff werden die Bilder von verelendeten Arbeitermassen und ausgemergelten Kindern wachgerufen, die in Textilfabriken oder Bergwerken 16 Stunden lang schuften müssen. Daraus wird flugs gefolgert, es handele sich hierbei um Zustände, die von den Befürwortern des „Manchester-Kapitalismus“ angestrebt worden seien. Und so wird, wer staatlichen Dirigismus zurückdrängen will, heute leicht mit dem Vorwurf konfrontiert, er wolle die Menschheit in eine düstere Epoche brutaler Ausbeutung und trostlosen Elends zurückwerfen.

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