Buchempfehlung: Am Vorabend der Weltrevolution

Von Alexander Benesch

Torsten Mann war immer ein seltener Lichtblick gewesen in einem trüben Ozean aus billigem Agitprop; seine Bücher und Artikel fanden ihren Weg in das Bewusstsein der Menschen, während die Russland-Propagandisten schrittweise Wladimir Putin von einem konstanten Beigeschmack zum absoluten Mittelpunkt ihrer Botschaft und zum universellen Lösungsansatz machten. Egal welches Problem, Putin wird es angeblich lösen.
Fast ausschließlich die Leser von Torsten Mann in Deutschland wissen von der russischen Langzeitstrategie und haben einen Überblick über die Berge an Literatur der wichtigen sowjetischen Überläufer. Ohne Torsten Mann müssten wir in Deutschland bei den meisten Menschen im Prinzip bei Null anfangen, und das in einem Klima, in dem die zweifelhaften Massenmedien wegen der „veränderten Sicherheitslage“ seit 2014 kritisch über Russland berichten, ohne ein ehrliches Gesamtbild zu liefern. Jenes Publikum, welches seit 9/11 bearbeitet wird von altkommunistischen oder anderweitig moskauhörigen Autoren, glaubt natürlich reflexartig, dass jeder erklärte Gegner der westlichen Politik gut und anständig sein müsse.
Ich bin hocherfreut, zusammen mit Torsten Mann das Buch „Am Vorabend der Weltrevolution“ geschrieben zu haben und dem Publikum damit sehr, sehr viel Zeit und Irrtum ersparen zu können. Die ursprünglichen Veröffentlichungen von Mann stellten nur einen Bruchteil seines Wissens und seiner Analysen dar und waren vom Verlag auf ein überschaubares Maß begrenzt worden. Manche wollten in den Folgejahren die russische Langzeitstrategie ignorieren oder als uralten Plan noch viel älterer KPdSU-Dinosaurier abkanzeln, während sich vor unseren Augen exakt das abspielte, was vorhergesagt wurde. Ich selbst verwendete bis 2010 maximal 10% meiner Aufmerksamkeit auf Russland, danach steigerte sich dieser Anteil stetig auf rund 50%. Selbst wenn sich ein Leser durch all das zugrundeliegende Datenmaterial hindurcharbeiten würde, so müsste er feststellen, dass keines der bekannten Enthüllungsbücher über Russland auch nur annähernd ein solch umfassendes Gesamtbild liefern kann wie „Am Vorabend der Weltrevolution“.


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