Brexit: Schwarzer Tag für die EU, guter Tag für Europa

Von Andreas Tögel

Nichts wird bleiben wie es ist

Die Briten haben sich überraschend klar für den Austritt aus der EU entschieden. Die sich schon als Sieger fühlende „Remain-Fraktion“ hat das Nachsehen. Die Kanzlerschaft David Camerons ist Geschichte.
Die Finanzmärkte und Börsen reagieren – weltweit – hypernervös und mit zum Teil kräftigen Kursabschlägen. Das britische Pfund stürzt nach Bekanntwerden der ersten Meldungen auf einen neuen Tiefststand ab.
Hätte das „Remain-Lager“ obsiegt, wären Europa alle nun kurzfristig zu erwartenden Turbulenzen natürlich erspart geblieben. Die großen Akteure, die beiden Symbionten Big Government und Big (Capital-)Business, lieben nun einmal Planbarkeit, Sicherheit und Ruhe im Schiff. Damit ist es nun vorerst vorbei. Wir stehen vor Wochen, vielleicht Monaten erhöhter Volatilität – und das gilt nicht nur für die Aktienbörsen. Wie werden die Schotten reagieren? Wie werden sich die Katalanen verhalten? Werden die in Belgien bestehenden Gegensätze zwischen Flamen und Wallonen dadurch erneut hochkochen?
Die von den Wirtschaftsforschern in den letzten Wochen präsentierten, durchwegs optimistischen Prognosen, sind jedenfalls mit einem Schlag Makulatur. Ein nie dagewesenes Phänomen dieser Größenordnung, wirft einfach alle Vorhersagen über den Haufen.
Die im Aufwind befindlichen EU-Skeptiker, werden europaweit zusätzlichen Wind unter die Flügel bekommen. Marine Le Pen, Frauke Petry, Geert Wilders, H. C. Strache und Kameraden, können sich entspannt zurücklehnen. Niemand kann im gegenwärtigen Zeitpunkt mit Sicherheit voraussagen, wie es mit der Union weitergehen wird.
Sicher ist lediglich: Ein unmittelbarer Bonus ist mit dem Austritt der Briten nicht verbunden – weder für die Inseln, noch für das Festland. Langfristig, wenn sich die dem Ereignis in Wahrheit völlig unangemessene Hysterie erst einmal gelegt hat, werden die positiven Effekte wohl überwiegen: Die von der Brüsseler Bürokratie immer weiter und immer schneller vorangetriebene Regulierung aller Lebensbereiche, wird sich aufhören (müssen). Allein das ist schon viel wert. Der Gewinn für die Bürger Europas besteht darin, dass die arroganten und inzwischen völlig abgehobenen Eurokraten, auf dem Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Selbst in den in Brüssel und Strasbourg errichteten Zwingburgen des europiden Imperiums, wird es zu einer Rückbesinnung auf die Wurzel der EU – nämlich auf den Freihandel – kommen müssen, um einen totalen Zerfall zu verhindern.
Wären die Briten mehrheitlich für den Verbleib eingetreten, hätte die Brüsseler Nomenklatura das als Auftrag gedeutet, ihren beinharten, auf eine völlige Auflösung der Nationalstaaten gerichteten Zentralisierungskurs unbeirrt, vielleicht sogar beschleunigt, fortzusetzen. Das allerdings wäre kaum gutgegangen, wie das Schicksal sämtlicher Imperien in der Geschichte zeigt: Sie alle sind an innerer oder äußerer Überdehnung und/oder an der Anmaßung jenes Wissens gescheitert, das die Grundlage ihrer Konstruktion bildete.
Tatsächlich ist auch nicht einzusehen, wem die Gleichschaltung und zentrale Führung außerordentlich unterschiedlich verfasster Staaten und deren Bürgern nutzen soll. Einzige Profiteure waren und sind ein machtgeiler Funktionärsklüngel, der dadurch seine Ambitionen befriedigen kann und die damit im Bunde stehende Kapitalindustrie.
Der Sicherung von Frieden und Wohlstand ist allein durch offene Handelsbeziehungen und Personenfreizügigkeit gedient. Dazu bedarf es ganz sicher keiner politischen Union, die Sozialstandards, Steuersysteme, sowie die Beschaffenheit von WC-Spülungen und Vorzimmerbeleuchtungen regelt.
Die zuletzt immer stärker marginalisierten Vertreter des Subsidiaritätsgedankens, werden nach dem Referendum Aufwind bekommen und nicht länger ungestraft als nationalistische Saurier gebrandmarkt werden können. Das dem Größenwahn anheimgefallene Merkel-Regime wird seine Politik, die durchaus geeignet ist, die Alte Welt aus den Angeln zu heben, nicht ungebremst fortsetzen können. Der Druck auf Regierungen jener Provinzen des Imperiums, die nicht kritiklos parieren (wie Ungarn und Österreich), wird nachlassen. Die Politik der Umvolkung Europas (Vertreibung der jungen, gut ausgebildeten Autochthonen nach Übersee, bei gleichzeitigem, massenhaften Import von Analphabeten und sprenggläubigen Gewalttätern aus dem Orient und Afrika), wird an Dynamik verlieren. Das ist der wichtigste „Kollateralnutzen“, den die Mitglieder der Union aus der Entscheidung der Briten ziehen werden.
Vorerst aber ist Verunsicherung angesagt: Die Aktienmärkte reagieren panisch und der Goldpreis steigt sprunghaft an – ein sicheres Krisensignal. Der Außenwert des Euro wird abnehmen und die EZB wird alle Hände voll zu tun haben, allzu kräftigen Kursverlusten entgegenzuwirken.
Sollten die Granden der EU hartnäckig an ihrem bisher gefahrenen Kurs festhalten wollen, wird „Resteuropa“ durch ein tiefes Tal gehen. Denn das von den Briten bisher gebildete, wirtschaftsliberale Korrektiv fällt ja nun weg. Die Sozialistische Internationale der EUdSSR, könnte sich daher ermutigt sehen, auf dem Weg zur Planwirtschaft noch zügiger voranzuschreiten als bisher. Der endgültige Bankrott der EU würde dadurch zweifellos näher rücken.
Doch wie heißt es so schön: Prognosen sind schwierig – besonders, wenn sie die Zukunft betreffen…


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