Buchempfehlung: Alles, was Sie über die Österreichische Schule der Nationalökonomie wissen müssen

Von Andreas Tögel

Der für seine brillanten und tiefsinnigen Analysen bekannte Physiker, Philosoph und Rektor des Bildungsinstituts „Scholarium“, legt mit diesem Buch eine längst fällige Übersicht über und Einstiegshilfe in die „Österreichische Schule“ vor. Dass diese aus der Sicht politischer Eliten nicht sonderlich attraktiv erscheint, da sie nicht (wie Keynesianer, Neoklassiker oder Monetaristen) auf hoheitlichen Aktionismus, Planwirtschaft und „Feinsteuerung“ durch allerlei selbsternannte Gesellschaftsklempner, sondern auf die Selbststeuerungskräfte des von einer Vielzahl handelnder Personen getragenen Marktes setzt, ist zugleich Fluch und Segen. Fluch, weil sie (von wenigen historischen Ausnahmen abgesehen) niemals Wirkungsmacht erlangte. Segen, weil sie dadurch dem Schicksal einer durch die Verbrüderung mit der Macht stets einhergehenden Korrumpierung entging. Anders als die Hauptstromökonomie unserer Tage, ist sie bis heute ergebnisoffene Wissenschaft geblieben und nicht zum Herrschaftsinstrument verkommen.
Der Autor hat sich, wie nur wenige andere, zu einem Experten dieser nicht zufällig in Wien entstandenen Denktradition entwickelt. Wie schon Roland Baader, versteht auch er sich blendend darauf, komplizierte und nicht einfach zu durchschauende wirtschaftliche Zusammenhänge in einer Form darzustellen, die sie auch für den Laien verständlich machen.
Nach einer kurzen historischen Einführung, der Vorstellung der wichtigsten Protagonisten (vom Gründer Carl Menger bis zum bedeutendsten US-„Österreicher“, Murray Rothbard) und der „österreichischen Methode“, erklärt Taghizadegan die für das Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge wichtigsten Begriffe aus Sicht dieser Schule. Das bedeutet, alle Phänomene vom Standpunkt individueller Akteure und deren Beweggründe aus zu untersuchen, ohne sich dabei auf wertende Beurteilungen einzulassen.
So werden, in leicht verdauliche Happen unterteilt, Phänomene wie Geld, Zinsen, Inflation, Kapital und Arbeit einer systematischen Analyse unterzogen und erklärt. Da Taghizadegans Darstellungen zum Teil erheblich von den im Meinungshauptstrom üblicherweise präsentierten abweichen, könnte der unbedarfte Leser bei der Lektüre mehr als nur ein Aha-Erlebnis haben.
Fazit: Wer sich für die Essenz der Österreichischen Schule interessiert, ist mit diesem hervorragenden Buch bestens bedient.

Alles, was Sie über die Österreichische Schule der Nationalökonomie wissen müssen
Rahim Taghizadegan
Finanzbuchverlag 2016
192 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-95972-008-3
9,99,- Euro



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