Die Österreichischen Unteroffiziere fordern mehr Respekt

Die Österreichische Unteroffiziersgesellschaft drückt der Familie des auf so tragische Weise zu Tode gekommenen Rekruten ihr tiefstes Mitgefühl und ihre Anteilnahme aus. Es ist kaum nachzuempfinden, welch schwere Zeit die Hinterbliebenen durchleben müssen. Umso mehr sind wir Unteroffiziere darüber empört, dass es Menschen gibt, die sich auf Kosten eines so traurigen Anlasses medial in den Vordergrund spielen. Es ist beschämend wie pietätlos bestimmte Medien das Schicksal dieser Familie ausnützen, um auf Kosten des Verlustes eines geliebten Menschen und Kameraden, Schlagzeilen zu produzieren und Hetzkampagnen gegen das Bundesheer zu starten. So traurig dieser Vorfall ist, so ist nicht nur von Vorverurteilungen und Gerüchten Abstand zu nehmen, sondern es gilt auch hier, wie bei jedem anderen Österreichischen Staatsbürger, die Unschuldsvermutung.
Es wurde von Beginn an eine unabhängige Untersuchungskommission eingerichtet, die bisher hervorragende Arbeit geleistet hat. Dem Österreichischen Bundesheer liegt sehr viel an der lückenlosen und transparenten Aufklärung. Daher wurden zwei weitere Kommissionen zur Aufklärung aller Umstände und zur Überarbeitung der Vorschriftenlage eingerichtet. Sollten bei diesen Untersuchungen Unzulänglichkeiten oder Verfehlungen zu Tage kommen, dann sind diese nicht nur offen anzusprechen, sondern es ist mit aller Härte und Konsequenz dagegen vorzugehen. Das sind wir nicht nur unserem verstorbenen Kameraden und seiner Familie, sondern auch allen Angehörigen des Bundesheeres schuldig. Die Masse der Offiziere, Unteroffiziere und Zivilbedienstete leisten im täglichen Dienst- und Ausbildungsbetrieb eine hervorragende Arbeit. Unsere jungen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger werden von bestens ausgebildeten und didaktisch geschultem Ausbildungspersonal auf Einsätze aller Art vorbereitet. Viele von diesen jungen Kameradinnen und Kameraden stehen zurzeit im Katastropheneinsatz, um unter schwierigsten physischen und psychischen Bedingungen der leidgeplagten Bevölkerung zu helfen. Zahlreiche Rekruten patrouillieren im „Assistenzeinsatz Migration“ und leisten einen wertvollen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Souveränität unseres Staates. Zur Stunde stehen mehr als tausend Soldatinnen und Soldaten im Internationalen Einsatz und setzen ihr Leib und Leben für die Sicherheit Europas ein. Darüber hinaus bilden wir mehr als tausend höchst motivierte Kaderanwärter als künftige Führungskräfte aus. All diese Soldatinnen und Soldaten haben sich eine derartig abfällige Berichterstattung und diese allgemeine Verunglimpfung nicht verdient. Vielmehr ist ihnen mit Wertschätzung und Fairness gegenüber zu treten. Dazu zählt auch die Objektivität bei den Recherchen und vor allem die Geduld konkrete Ergebnisse abzuwarten und sich erst danach ein Urteil machen.
Sehr wohl aber sind im Interesse aller Soldatinnen und Soldaten (besonders der Rekruten), aber auch im Interesse der Öffentlichkeit und schlussendlich des Österreichischen Bundesheeres, eine lückenlose Aufklärung des Vorfalles und die sich daraus ergebenden Maßnahmen zu fordern. Die Österreichische Unteroffiziersgesellschaft verwehrt sich gegen jegliche Pauschalverurteilung und fordert nicht nur die Medien, sondern auch alle Wichtigtuer und Trittbrettfahrer auf, sich im Sinne der Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit zu mäßigen. Allein schon aus Respekt des verstorbenen Kameraden und seiner Familie gegenüber.

Vizeleutnant
Othmar WOHLKÖNIG
Präsident der Unteroffiziersgesellschaft Steiermark und
Vizepräsident der Österreichischen Unteroffiziersgesellschaft
Corneliusweg 7
8051 GRAZ
0664/6223012



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