Kampf gegen das Irreparable

Von Beatrix Pirchner

Aus Parallelgesellschaften wurden Gegengesellschaften, und somit konnten schließlich auch (islamistische) Staat-Im-Staat-Gebilde entstehen. Der Möglichkeitssinn von Politik und Medien war und ist beklemmend defizitär. Der infantile Glaube an eine bunte Hippie-Gesellschaft hat sich bitter gerächt. Nun folgt ein Kampf gegen das Irreparable. Eine Mission impossible.

Der politisch und expansionsstrategisch organisierte Islam ist nicht erst mit den Flüchtlingswellen und illegalen Einwanderern nach Europa gekommen, sondern vor mehr als drei Jahrzehnten im Zuge der Familienzusammenführung, hauptsächlich der türkischen Gastarbeiter. Mit den Ehefrauen und Kindesmüttern kamen auch die Imame. Erste Immibolien wurden angemietet und ein Imam damit beauftragt, die türkische Gemeinschaft seelsorgerisch zu betreuen. Nichts dagegen soweit. Allerdings stellte sich alsbald heraus, dass die Arbeit der Imame dem Integrationsgedanken von Politik und Schulen so gut wie diametral gegenüberstand. Die Imame hatten den Auftrag, türkische Kinder und Erwachsene davor zu warnen, mit den einheimischen Kindern und Familien der Ungläubigen engeren Kontakt zu schließen. Ein zu freundschaftliches Koexistieren war bei den Religiösen nicht erwünscht.

Die Imame und Hocas warnten türkische Kinder davor, österreichische Familien zu Hause aufzusuchen, denn die österreichischen Männer seien Trinker, Schweinefleischesser und überdies keine richtigen Männer, da sie den Frauen erlaubten zu arbeiten und ebenfalls Alkohol zu trinken. Die österreichischen Frauen wiederum seien von zweifelhafter Moral, da sie ihren Männern nicht gehorchten und abends in Bars gingen, um dort mit Männern Kontakte einzugehen. Weiters sei der christliche Glaube eine Farce, da es keine Jungfrauengeburt gebe und erst recht keine göttliche Trinität. Dieses und noch viel mehr wurde den Kindern, von welchen verlangt wurde, dass sie nach der Schule die „Moschee“ zu besuchten, täglich eingetrichtert. Damals handelte es sich tatsächlich noch um Hinterhofmoscheen, heruntergekommene, billige Räumlichkeiten, in denen gebetet wurde, Versammlungen stattfanden und die Kinder über den wahren Islam und das abzulehnende Chrsitentum aufgeklärt wurden. Meine Aussagen stützen sich auf persönlichen Erfahrungen und Recherchen in den frühen 80-er Jahren.

Der Großteil der türkischen Glaubensgemeinschaft befolgte die Wegweisungen dieser ersten islamischen Imame und Institutionen und verhielt sich demenstprechend. Während Politiker noch darüber nachsannen, was es denn noch alles zu tun gebe, um die Integration der türkischen Arbeitsnehmer erfolgreicher zu gestalten, arbeiteten die islamischen Institutionen allen Bemühungen seitens der Politik und Schulen entgegen. Es fand, damals schon, keine zufriedenstellende Integration statt. Statt dessen begannen sich die Enklavisierung, Abschottung und die Parallelorganisation der türkischen Gemeinschaft herauszubilden. Es entstanden entsprechende Infrastrukturen, welche es den Türken ermöglichte, weitestgehend unabhängig von den Angeboten der Gastgesellschaft zu leben. Abgesehen von den Kleinmoscheen und Predigthäusern entstanden türkische Lebensmittelmärkte und Geschäfte, Kaffeestuben für Männer, begannen die Einfuhr türkischer Zeitschriften und der ausschließliche Konsum türkischer Fernsehprogramme. Reiseunternehmen und Reisebüros, Dolmetscher, helale Fleischhauer, türkische Schneider und Friseure sprossen aus dem Boden wie Pilze. 

Kinder wurden hier geboren und wuchsen zu Artbeitskräften heran, die dem Familienbudget Auftrieb gaben. Dazu genoss man alle Privilegien der hiesigen Sozialeinrichtungen und wusste, dank befliissener Rechtsunterstützung seitens bestimmter Parteien, diese bis zum Anschlag auszureizen. Die türkische Community wurde wohlhabend, verzichtete zwar weitgehend auf Luxus, mit Ausnahme der sehr beliebten deutschen Luxuskarossen, baute sich dafür in der Heimat Häuser, ganze Siedlungen und Hotels, erwarb Geschäfte, Restaurants, Großgrundstücke und sehr gut ausgerüstete Landwirtschaften. Das in Österreich erworbene Geld wurde nicht hier investiert, sondern vorzugsweise im Herkunftsland. Nach der Pensionierung planten die Altgewordenen die Heimkehr in die Türkei.

Die türkische Gemeinschaft ist in den letzten Jahren stark gewachsen und hat sich auch institutionell etabliert. Inzwischen gibt es unzählige Organisationen, Verbände und Vereine, vornehmlich religiöser Natur, welche sich um die Türken kümmern. Die meisten dieser Einrichtungen erhalten Föderungen vom Staat, obwohl sie mit der Gastgesellschaft kaum oder gar nicht kooperieren und in sehr hohem Maße der Artikulation und Durchsetzung von Eigeninteressen dienen. Dieses umso mehr, je mehr sie aus Ankara kontrolliert und ferngesteuert werden.

Das, was sich schließlich in unsere Gesellschaft integriert hat, agiert wie ein Teilstaat der Türkei, bildete ein Netz aus Enklaven, die anderen Gesetzen gehorchen als unseren und sich berechtigt fühlen hier zu leben und Privilegien einzufordern, wie es keine andere Einwanderergruppe tut. Im Zuge der Radikalisierung des Islam und der forcierten illegalen Einwanderung aus islamischen Krisengebieten wie Nordafrika und Nahost, hat sich das Klima deutlich verändert, um nichts zu sagen, erhitzt. Das islamische Selbstverständnis in Europa hat sich mächtig aufgebläht, die Forderungen und Ansprüche gehen oftmals in Unermessliche, die Feindseligkeit, welche aus der rigiden Ablehnung unseres Wertekanons und unserer zivilisatorischen Codices herrührt, ist überdeutlich zu spüren. Die zahlreichen, islamisch motivierten Terrorakte geben dem Machtgefühl der muslimischen Gemeinschaften zudem Auftrieb, wenngleich das nicht auf alle zutreffen muss.

Die Politik hat uns dieses unumkehrbare Dilemma eingebrockt, im Konzert mit integrationsbesoffenen Medien, die immer noch nichts anderes zu tun haben, als sich nach jedem djihadistische Terrorakt Sorgen und den Ruf der muslischen Communities zu machen. Wie es der einstigen „Gastgesellschaft“ und ihren massiv verunsichterten Bürgern geht, spielt weder für die Politik noch für die Medien eine Rolle.

Diese konkurrenzlose Ignoranz, welche sich Politik und Medien über die Jahre geleistet haben, wird sich bitter rächen, denn jede politische Dreistigkeit, jedes Laisser-faire, jedes Appeasement und jede fatale Konzeptlosigkeit gelangt jeweils nur bis zu einem gewissen Punkt. Dann kommt die Abrechnung in Form einer Implosion, begleitet von permanenten Unruhen aufrgund von Gesellschaftsspaltung, es folgen Bürgerkrieg, Chaos und Auflösung des Staats- und Gesellschaftgefüges.

Der Beginn des Jahres 2015 trägt bereits alle diese Informationen.



One comment on “Kampf gegen das Irreparable
  1. boris golan sagt:

    Sehr treffend formuliert,diese entwicklung beobachte ich seit ich in Wien lebe,(1989)stamme aus der damalige Tschechoslowakei

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