Österreich fällt in allen Rankings zurück

**Von Andreas Tögel**

_Bergauf geht’s nur mit der Zahl der Arbeitslosen_

Bei der Beschäftigung mit Datenaggregaten ist grundsätzlich Vorsicht
geboten. Denn selbstverständlich hat schon die Auswahl der Kriterien
maßgeblichen Einfluss auf Studienergebnisse. Und natürlich ist auch die Art
der Datenerhebung und die Interpretation der Daten entscheidend. Das vom
Studienautor (oder dessen Auftraggeber) gewünschte Ergebnis, kann leicht
durch eine entsprechende Datenselektion- und Interpretation beeinflusst
werden. Ein besonderes Problem bereiten Messungen und Vergleiche „weicher
Daten“, wie etwa Zufriedenheit oder Glück.

Wirtschaftlich relevante Untersuchungen und Statistiken, konzentrieren
sich daher meist auf „harte Daten“, wie Auftrags- und Investitionsvolumina,
Beschäftigungszahlen oder gesamtwirtschaftliche Zahlen, wie das
Bruttosozialprodukt.

So problematisch korrekte Interpretationen und Vergleiche aggregierter
Wirtschaftsdaten auch sein mögen, so bieten sie doch – zumindest über
längere Zeiträume hinweg betrachtet – wertvolle Aufschlüsse über die
Richtung, in die sich Volkswirtschaften bewegen. Dass im Falle Österreichs
keinerlei Grund zur Freude besteht, sei in der Folge anhand von vier
vergleichenden Untersuchungen dargestellt:

In der Liste der „_Wettbewerbsfähigsten Länder der Welt_“,
erstellt vom „_International Institute for Management Development_“
in Lausanne, fällt Österreich: von Rang 10 (im Jahr 2014) auf Rang 14 (im
Jahr 2015) zurück. Deutschland verharrt in dieser Rangliste unverändert auf
Rang 16, die USA stehen in dieser Untersuchung weiterhin unangefochten auf
Platz eins.

Das _Weltwirtschaftsforum (WEF),_ erstellt einmal jährlich einen
„_Global Competitiveness Report_“, in dem 144 Länder enthalten sind.
Österreich verliert hier zwei Plätze und steigt von Platz 21 auf 23 ab. Die
USA fallen um drei Plätze zurück – von Rang vier auf Rang sieben.
Deutschland verteidigt seine sechste Position. Im Ranking des WEF steht die
Schweiz auf Rang eins.

Die konservative US-Denkfabrik „_Heritage Foundation_“, erstellt
einmal jährlich den “_Index of Economic Freedom_”. Österreich lag
2006 noch auf Platz 18 und stieg bis 2015 schrittweise auf Rang 30 ab.
Deutschland kletterte im selben Zeitraum von Rang 19 auf Rang 16. Die
Schweiz kam im Jahr 2006 auf Rang 15 und steht nunmehr an fünfter Position.
Sie ist damit das seit Jahren bestplatzierte Land Europas im IEF.

Aus österreichischer Sicht besonderen Anlass zur Sorge, bereiten die
Daten des in Zürich erscheinende “_Econ-Cast Business Monitor_”, der
auf Basis einer wöchentlichen Befragung von über 500 geschäftsführenden
Gesellschaftern im Lande erstellt wird. Er sieht Österreich in einer
krisenhaften Abwärtsbewegung. In der zuletzt veröffentlichten Ausgabe heißt
es: _„Im Dezember 2015 fällt der Business Monitor in Österreich erneut
um 1,2 Punkte und liegt bei 86,3. Unter dem Strich hat der
Wirtschaftsindikator seit Anfang 2015 drastische Verluste hinnehmen müssen
und büßte 20,2 Punkte ein. Der Business Monitor für Deutschland steht mit
88,9 Punkten nicht viel besser da – wobei der deutsche Index im Dezember
immerhin einen Anstieg um 0,7 Punkte verzeichnete. Der Business Monitor
setzt sich aus einer Bewertung der momentanen Situation und der
Erwartungskomponente zusammen.“_

Im November 2014 wurde die Ist-Situation der Wirtschaftslage von den
Befragten Unternehmern noch weit besser eingeschätzt. Die
Situationskomponente erreichte vor gut einem Jahr mit 106,5 Zählern einen
Höchststand. Die Erwartungshaltung der Befragten verzeichnet in der
aktuellen Erhebung gegenüber der Vorjahr ein Minus von 21,5 Punkten und
liegt nun bei 85,0 Punkten.

Die letztgenannte Untersuchung ist deshalb sehr besorgniserregend, weil
sie die Einschätzungen direkt Betroffener wiedergibt und nicht die
aufgesetzt zweckoptimistischen Propagandaphrasen gewerkschafts- oder
regierungsnaher „Experten“ (etwa die von WIFO oder IHS), die nie in ihrem
Leben einen Betrieb von innen gesehen haben.

**Fazit**: das Jahr 2016 dürfte, zumindest für auf der freien Wildbahn des
Marktes tätige Zeitgenossen, durchaus „interessant“ werden.

![Business Monitor Graphic](http://www.freiheits-akademie.at/wp-content/uploads/2016/02/business_monitor_graphic.png)



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