Blog Archives

Buchempfehlung: „Böse Gutmenschen”

Über die Wiederauferstehung der Blockwarte

Der Autor, der bereits mit einer Kampfschrift gegen die Rundfunk-Zwangsgebühren auf sich aufmerksam gemacht hat, ist davon überzeugt, dass „böse Gutmenschen”, die selbsternannten Blockwarte der politischen Korrektheit, heutzutage jene Überwachung und Kontrolle über die Bürger übernehmen, die einst von Geheimdiensten ausgeübt wurde. Ihre Gefährlichkeit resultiert aus der Tatsache, dass sie so gut wie alle für die Meinungsbildung maßgeblichen Positionen im Lande infiltriert, wenn nicht gar vollständig übernommen haben: Politik, Medien, Schulen, Universitäten und andere steuerfinanzierte öffentliche Einrichtungen.

Er nennt Friedensbewegung, Islam und Asyl die wichtigsten Geschäftsfelder der Gutmenschen. Sie bilden eine Art „fünfte Kolonne”, die unermüdlich und hocheffizient gegen die Interessen der eigenen Gesellschaft arbeitet. Dass die Friedensbewegung, die ihre Forderung nach Abrüstung immer nur an die Adresse der westlichen Staaten richtete, niemals aber an die des Warschauer Pakts, seinerzeit von Stasi-Agenten gesteuert war, ist mittlerweile bekannt.

Ob die Apologie des Islams und die rezenten Forderungen nach unbegrenzter Zuwanderung ebenfalls fremdgesteuert sind, ist ungewiss. Es sollte nicht gleich überall eine Verschwörung vermutet werden, wo auch pure Dummheit als Erklärung in Frage kommt. Denn dass es gerade die lautstärksten Befürworter der islamischen Zuwanderung sind, die vermutlich zu deren ersten Opfern zählen würden, so das Kalifat erst einmal errichtet ist, liegt auf der Hand.

Gutmenschen stehen, nach Meinung des Autors, in der Hierarchie der gefährlichsten gesellschaftlichen Gruppen ganz oben. So befördern sie beispielsweise die totalitäre Ideologie des Islam und machen zugleich deren Kritiker, wie die Pegida, gnadenlos nieder.

In weiteren Kapiteln, setzt Bernd Höcker sich mit der Lebens- und Denkweise, sowie mit dem „alltäglichen Wahnsinn” der Gutmenschen auseinander, der sich etwa in Genderwahn und Frühsexualisierung von Kindern manifestiert. Auch die Rolle der Prominenten, die fast ausnahmslos im Lager der „Guten” stehen, findet ihre Würdigung.

Von Linken beherrschte Medien verstehen sich darauf, die „Rechten” zu Unmenschen und Schurken zu erklären und linke Verfehlungen völlig auszublenden.

Erklärungsversuche für die Motive der Gutmenschen, deren Aktivitäten offensichtlich auf die Zerstörung der letzten Restbestände unserer bürgerlich-liberalen Ordnung hinauslaufen, stehen am Ende. Allzu vielen naiven Zeitgenossen, ist die Vorstellung einfach fremd, dass jemand allein von bösen Absichten getrieben sein könnte. Daher werden den „Guten” selbst unsägliche Parolen wie „Deutschland verrecke”, „Hamas, Hamas – Juden ins Gas” (in Österreich: „Schüssel, Haider an die Wand” oder „Unseren Hass, den könnt Ihr haben!“) nachgesehen. Sie werden es schon nicht so gemeint haben…

Böse Gutmenschen
Bernd Höcker
Höcker Verlag
144 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-9811760-7-0
8,90,- Euro
Buch bei Amazon



Buchempfehlung: The Real Lincoln

You will discover a side of Lincoln that you were probably never taught in school—a side that calls into question the very myths that surround him and helps explain the true origins of a bloody, and perhaps, unnecessary war.

The Real Lincoln: A New Look at Abraham Lincoln, His Agenda, and an Unnecessary War

A New Look at Abraham Lincoln, His Agenda, and an Unnecessary WarMost Americans consider Abraham Lincoln to be the greatest president in history. His legend as the Great Emancipator has grown to mythic proportions as hundreds of books, a national holiday, and a monument in Washington, D.C., extol…



Buchempfehlung: Österreichs Kriegshelden

„Kriege mögen andere führen, du, glückliches Österreich heirate!“ Dieses mutmaßlich aus der Zeit von Kaiser Maximilian I. stammende Zitat, das die über viele Jahrhunderte erfolgreich betriebene Heiratspolitik der Habsburger charakterisiert, sagt zugleich einiges über das Fremd- und Eigenbild des österreichischen Militärs aus. Im scharfen Gegensatz zu „den Preußen“, von denen man weiß, dass sie mit Kommissstiefeln an den Füßen geboren werden, traut man dem austriakischen „Kamerad Schnürschuh“ kein sonderliches Talent für militärisch Belange zu. Zu Unrecht, wie das vorliegende Buch belegt.
Der Autor präsentiert eine Reihe hochverdienter „Landsknechte, Haudegen, Feldherren“ (so der Untertitel), die die Geschichte Österreichs im Lauf vieler Jahrhunderte durch ihr taktisches Geschick und strategisches Genie zum Teil entscheidend beeinflusst haben. Nur wenige der beschriebenen Männer dürften dem durchschnittlich informierten Zeitgenossen unserer Tage bekannt sein. Ausnahmen davon bilden wohl Prinz Eugen, Feldmarschall Radetzky und Andreas Hofer. Doch wer kann mit Namen, wie etwa Erzherzog Albrecht, Leopold Joseph von Daun oder Gideon Ernst von Laudon etwas anfangen, die immerhin mit Reiterstandbildern an prominenten Plätzen im Herzen Wiens geehrt werden?
Eine Analyse von rund 7.000 Gefechten und Schlachten, die in der Zeit von 1495 bis 1895 unter Beteiligung österreichischer Truppen stattgefunden haben, ergibt für diese eine „Erfolgsquote“ von etwa 65%. Nicht schlecht, für die Armee eines Reiches, das man eher mit Musik, Wein und Mehlspeisen, denn mit Pulverdampf in Verbindung bringt.
Die mit einigen Kriegsherren des Mittelalters beginnende Darstellung der einzelnen Persönlichkeiten, die mit einem Fliegerhelden des Ersten Weltkriegs endet, bietet zugleich eine komprimierte Geschichtslektion. Sind die geschlagenen Schlachten doch stets in einen politisch-strategischen Kontext eingebettet, der zumindest kurz umrissen wird.
Wie ein roter Faden zieht sich die unausgesetzte Geldnot des Hauses Habsburg durch das das Buch. „Ohne Geld ka Musi“, besagt ein altes Wiener Sprichwort. Und ohne entsprechende personelle und technische Ausrüstung ist es auch schwer, gegen besser gewappnete Gegner im Felde zu bestehen. Angesichts dessen – und eingedenk der ebenfalls das gesamte Buch durchziehenden Tatsache, dass die habsburgischen Herrscher ihren Gegenspielern zum Teil nicht nur intellektuell, sondern vor allem auch hinsichtlich ihres Verständnis´ für Militärstrategie oft heillos unterlegen waren, kann man über die trotzdem erstaunlichen Erfolge der vorgestellten Herren im Kampf gegen Türken, Franzosen, Preußen und Russen, nur staunen.
Die Kurzbioraphien zweier Protagonisten auf „exotischen“ Kriegsschauplätzen, verleihen dem interessanten Werk zusätzliche Würze: Einer davon ist Johann Carl Khevenhüller, der an der Seite Kaiser Maximilians in Mexiko gekämpft hat; der zweite ist Rudolf von Slatin, der für die Briten im Sudan gegen die fanatischen Horden des Mahdi sein Leben riskiert hat.
Männer dieses Zuschnitts, oder solche wie die beiden Verteidiger Wiens gegen die Türken (1529 Niklas Graf Salm, 1683 Ernst Rüdiger Graf Starhemberg), strafen all diejenigen Lügen, die die alle Österreicher für Nulpen und militärische Blindgänger halten. Fazit: ein vielfach illustriertes, informatives Buch für den geschichtsinteressierten Leser.

Österreichs Kriegshelden
Helmut Neuhold
Ares Verlag
282 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-902475-99-2
24,90,- Euro



Leseempfehlung: Die Hierarchie der Opfer

Der Autor gliedert sein Buch in zwei Teile. Im ersten geht es um die in Westeuropa mittlerweile alltäglich gewordene Gewalt in Form sexueller Belästigung von Frauen die schon länger hier leben, über die immer stärker in Mode kommenden Gruppenvergewaltigungen, bis hin zum Mord. Der zweite Teil ist terroristischen Aktivitäten gewidmet, die – wie die im ersten Teil behandelten Phänomene – in einem völlig unübersehbaren Zusammenhang mit der muslimischen Masseneinwanderung stehen. Von Politik und Meinungshauptstrom wird dieser Zusammenhang indes entweder gar nicht thematisiert, verharmlost oder geleugnet. Wer es wagt, ihn anzusprechen, macht sich damit zum Paria, ist ein „Hetzer“, Rassist“, „islamophob“ und/oder ein Nazi. Solche Zeitgenossen haben jedes Recht an der gesellschaftlichen Teilhabe verwirkt und dürfen von höchsten politischen Würdenträgern und der Journaille ungestraft als “Pack”, “Mischpoke” oder “Dunkeldeutsche” diffamiert werden.
Wer es für unerträglich hält, Fehler einzugestehen, eine Agenda verfolgt, die „große Ziele“ enthält, die durch Kleinigkeiten, wie Mord und Totschlag nicht gefährdet werden dürfen, oder wer schlicht bis ins Mark verkommen ist, wird sich exakt so verhalten, wie Regierungen und deren Symbionten in Medien, Justiz und Verwaltung das seit Jahr und Tag tun.
Als Opfer eignen sich ausschließlich immerzu verfolgte, „schutzsuchende“ Ausländer, während als Täter nur autochthone Männer in Frage kommen. Fälle, die nicht ins Narrativ des mit ewiger Erbschuld beladenen „Ugly German“ passen, dem immerzu die Rolle des Täters zufällt, werden ausgeblendet, zurechtgebogen und umgedeutet.
Ohne sich in ermüdenden Aufzählungen und Detailschilderungen zu verlieren, präsentiert der Autor einige typische Beispiele, die das immer gleiche Ritual illustrieren, an dessen Ende nicht selten eine völlige Täter-Opfer-Umkehr steht.
Schweden, ein Land, das von politischer Korrektheit so vollständig durchseucht ist wie kein zweites, erfreut sich – dank der Völkerwanderung – inzwischen der höchsten Vergewaltigungsrate Europas. Ein schöner Erfolg jahrzehntelang betriebener linker Politik, fürwahr. Wer es dort wagt, diesen Umstand mit der muslimischen Masseninvasion in Zusammenhang zu bringen, wird in Acht und Bann getan, ja riskiert sogar den wirtschaftlichen Ruin (billiger geben es die Jakobiner der politischen Korrektheit meist nicht). „Das etwaige Leiden der „Refugees“ wiegt (…) schwerer als jenes der Bürger des eigenen Landes, die im schlimmsten Fall das Pech haben, ihr Leben zu verlieren.“ Die diesem autodestruktiven Irrsinn zugrundeliegende Dummheit, dieser mörderische Selbsthass, droht zum Sargnagel unserer Gesellschaften zu werden.
Fazit: Lichtmesz’ Büchlein bietet eine zwar beunruhigende, dafür aber informative und kurzweilig zu lesende Lektüre.

Die Hierarchie der Opfer
Martin Lichtmesz
Verlag Antaios 2017
94 Seiten, Harteinband
ISBN: 978-3-944422-51-0
8,50,- Euro



Causa Eurofighter anno 2107

Von Andreas Tögel

Erpressungsversuch von Staats wegen?

Wenn exakt zum Auftakt der Verhandlungen des parlamentarischen „Eurofighter-Untersuchungsausschusses“ ein Buch voller Hintergrundinformationen zum Thema erscheint, sind ihm Aufmerksamkeit und Verkaufserfolg sicher. Noch dazu, wenn es sich beim Autor um einen Rechtskundigen handelt, der über langjährige Erfahrungen als Wirtschaftsanwalt verfügt und zudem selbst Mitglied des Untersuchungsausschusses ist.
Hintergrund der Angelegenheit bildet die im Jahr 2002 eingeleitete Beschaffung von Kampfflugzeugen, die die zu diesem Zeitpunkt völlig veralteten Muster ablösen sollten. Zur Wahl standen damals Maschinen russischer Provenienz (MIG-29), amerikanische F-16 des Herstellers General Dynamics, die schwedische Saab Gripen und der vom europäischen EADS-Konsortium hergestellte „Eurofighter“ Typhoon. Die schon damals heftig umstrittene Entscheidung fiel schließlich zugunsten einer „abgespeckten“ Version des Eurofighters“.
Gleich in der Einleitung seines Buches erhellt sich der Hauptgrund für die laut Georg Vetter völlige Aussichtslosigkeit der Klage, die von der Republik unter Federführung des amtierenden Verteidigungsministers gegen den Hersteller der Flugzeuge angestrengt wird: Der Autor vergleicht die Vorgangsweise mit dem Kauf eines Geländewagens, bei dem auf wesentliche Ausstattungselemente verzichtet wird. Knapp vor der Lieferung wird mit dem Hersteller zudem vereinbart, ein billigeres, nicht ganz neuwertiges Exemplar zu liefern, weil man sparen möchte. Während des Betriebes stellt sich dann heraus, dass die ursprünglichen Erwartungen des Käufers nicht erfüllt werden, was kein Wunder ist, da seitens des Käufers nicht nur auf luxuriöse Extras, sondern sogar auf wesentliche Bauteile verzichtet wurde. Zehn Jahre später wird vom Käufer eine Betrugsklage gegen den Lieferanten eingebracht.
Der Autor dazu lakonisch: „Wenn Sie sich mit dieser Story an die Staatsanwaltschaft wenden, werden Sie in Rekordzeit eine Nachricht über die Zurücklegung der Anzeige erhalten.“ Das gilt natürlich nicht, wenn die Klage von einem roten Minister bei einer stramm auf Parteilinie befindlichen Staatsanwaltschaft platziert wird. Dann nehmen die Dinge – am Ende wohl zum Schaden der Republik – ihren Lauf.
Dass durch die Einschaltung einer US-Anwaltskanzlei (die rein zufällig den US-Konzern General Electric rechtsfreundlich berät, der als Produzent der Triebwerke des Flugzeugmusters F-16 als Konkurrent des Eurofighter-Konsortiums auftritt) der Versuch unternommen wird, die wirtschaftlichen Interessen des Beklagten in den USA zu schädigen, da sich ein gegen ihn laufender Strafprozess bei allfälligen Ausschreibungen nicht eben günstig auswirken wird, liegt auf der Hand. Dieser Umstand verströmt – angesichts der Substanzlosigkeit der Klage – den widerlichen Hautgout eines Erpressungsversuchs von Staats wegen.
Dass es hierzulande erst seit 2006 ein Unternehmensstrafrecht gibt, das betroffene Rechtsgeschäft aber bereits Jahre zuvor abgeschlossen wurde, eine rückwirkende Anwendung von Gesetzen in zivilisierten Ländern eher unüblich ist (sollte Österreich da eine Ausnahme bilden?) und daher schon allein aus diesem Grund die Klage hanebüchen erscheint, nimmt sich da schon fast als Petitesse aus. Wenn in der Klagschrift schließlich mit unhaltbaren Forderungssummen hantiert wird, rundet sich das surrealistische Bild harmonisch ab.
Fazit: Es handelt sich offensichtlich um einen Versuch, aus einer längst gegessenen Sache politisches Kleingeld zu machen, wobei nicht feststeht, ob die handelnden Akteure sich der Tragweite ihrer Handlungen bewusst sind. Sicher ist, dass mit der Sache der US-Rüstungsindustrie ein nützlicher Dienst erwiesen wird – und zwar zum Nachteil eines deren europäischen Wettbewerber. Während man in den USA traditionell keinerlei Scheu kennt, die Justiz zum Vorteil der eigenen Industrie in Stellung zu bringen, geht man in Felix Austria den umgekehrten Weg. Minister Doskozil und Peter Pilz (Grüne) ist dafür Lob und Dank gewiss – zumindest der von General Electric & Co.
Noch eines ist sicher: Wenn die Sache (wie zu erwarten steht) mit einer Blamage für die Republik endet, dann wird das Buch Georg Vetters daran schuld gewesen sein. Schließlich wurden damit die wirtschaftlichen Interessen der Republik „verraten“. Ist es nicht?

Eurofighter 2017: Die Täuschung der Republik
Georg Vetter
Ibera-Verlag, 2017
171 Seiten
ISBN 978-3-85052-367-7



Buchbesprechung: Zurück in die Steinzeit

Von andreas Tögel

Mit „zurück in die Steinzeit“ liegt nun erstmals die Übersetzung einer Sammlung von Aufsätzen vor, die im englischsprachigen Original bereits in den 1960er und 70er-Jahren entstanden sind. Wie viele große Denker, verfügte auch Ayn Rand über geradezu prophetische Fähigkeiten, die überaus seltene Gabe, künftige (Fehl-)Entwicklungen Jahrzehnte vorher punktgenau vorauszusagen. Bei kaum einer anderen ihrer Arbeiten fällt das deutlicher ins Auge, als bei dieser. Es ist, als wären einige der Beiträge erst gestern verfasst worden.
Gegenstand ihrer wie immer in einer erfrischend direkten, nicht vom kleinsten Hauch politischer Korrektheit angekränkelten Abhandlung, bilden der Multikulturalismus und die Umweltbewegung. Mit beiden rechnet sie ebenso radikal wie gnadenlos ab. Beiden hält sie dabei rigoros rationale Argumente entgegen. In beiden Phänomenen sieht sie den Ausfluss eines strikt kollektivistischen und damit am Ende autodestruktiven Denkens – eine Revolte gegen die Vernunft. In beiden Fällen bilden linke Intellektuelle die Speerspitzen. In beiden Fällen ist am Ende blanke Menschenverachtung, die sich in Fortschritts- und Technologiefeindlichkeit manifestiert, die treibende Kraft. Den im Grunde ihres Wesens harmlosen und naiven Amerikanern attestiert sie dabei, sich einfach nicht vorstellen zu können, dass es Leute gibt, die das reine Böse – nämlich nicht weniger als die Auslöschung des Menschengeschlechts – im Sinn haben. Genau darauf aber läuft das Denken federführender „deep ecologists“ hinaus.
Denn anders als die Tiere sind Menschen eben nicht mit natürlichen Waffen und Instinkten ausgestattet. Alles was der Mensch zum Überleben braucht, muss er daher einer (feindlichen) Natur abringen. Er kann sich nicht einfach an sie anpassen, nackt, wie er in die Welt tritt. „Die Natur“ ist alles andere als ein freundlicher Ort für den Menschen. Ohne den Einsatz von Technologie, die das Produkt angewandter Vernunft darstellt, würde keiner von uns auf freier Wildbahn auch nur eine Woche lang überleben. Der Mensch muss seinen Verstand benutzen, um damit in die Natur einzugreifen und sie sich gefügig zu machen. Wer also den wissenschaftlichen Fortschritt und die Technologie bekämpft, legt damit die Axt an die Wurzel der Überlebensfähigkeit der Menschen. „Zurück zur Natur“ ist ein zwar eingängiger, aber letztlich dummdreister Slogan von Menschenfeinden, die die Natur um ihrer selbst willen romantisieren und vergöttern.
Der Multikulturalismus wiederum stellt, so paradox es auf den ersten Blick scheinen mag, eine Sonderform des herkömmlichen Rassismus dar. Auch er basiert auf einer eisernen Negation der Bedeutung einzelner Individuen und fußt auf unerbittlichem, die gesamte Menschheit umfassenden Kollektivsmus. Kreativität und Forschergeist aber waren und sind stets die ersten Opfer des Kollektivismus. Wer sie bekämpft, will am Ende zurück in die Steinzeit. Welchen Befund könnte man von der unermüdlichen Anwältin und Streiterin für Markt und Kapitalismus erwarten, wenn nicht diesen: „Wenn Sorge um Armut und menschliches Leid das Motiv der Kollektivisten wäre, wären sie schon vor langem Vorkämpfer des Kapitalismus geworden.“
Ein großartiges Buch in einer hervorragenden Übersetzung!

Zurück in die Steinzeit / Die antiindustrielle Revolution
Ayn Rand
Lichtschlag-Verlag, 2017
369 Seiten, broschiert
ISBH: 978-3-939562-67-2
22,90,- Euro



Was heißt schon rechts und links?

Von Andreas Tögel

Das jüngste Werk des Wiener Philosophen und Spiritus rector des „Scholarium“ Rahim Taghizadegan, heißt im Untertitel „Ein Ideengeschichtlicher Kompass für die ideologischen Minenfelder der Neuzeit.“ Das trifft den Nagel auf den Kopf. Der Autor schildert darin nicht nur in komprimierter Form die Geschichte des Begriffspaares rechts/links seit der Antike, sondern spürt darüber hinaus auch deren vieldeutigen Inhalten und zahlreichen Bedeutungsänderungen nach.
Nicht zufällig zitiert er das Gedicht „Lichtung“ des Wiener Dadaisten Ernst Jandl am Ende der Einleitung:

„manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum“

Denn tatsächlich ist die politische Bedeutung der beiden Begriffe alles andere als trivial und/oder eindeutig. Taghizadegan bringt, und zwar weit abseits der von der notorisch linksverseuchten „Politikwissenschaft“ unserer Tage ausgetrampelten Pfade, auf elaborierte und kurzweilig zu lesende Weise Licht ins Dunkel.
Nach einem historischen Aufriss folgt eine Betrachtung der „Essenzen“ von links und rechts aus einem Dutzend verschiedener Blickwinkel, darunter etwa entlang der Gegensatzpaare von „Tradition versus Fortschritt“, „Institutionen versus Konstrukte“, „prometheisch versus epimetheisch“, „Zwecke versus Mittel“ und „Domestizierte versus Wilde“. Das letztgenannte Kapitel handelt auf hochinteressante Weise den Begriff des „Bürgerlichen“ und dessen von vielen Autoren geschmähten, zahlreichen (Sekundär-)Tugenden und (wenigen) Untugenden ab.
Die profunden Literaturkenntnisse Taghizadegans werden an der Fülle der seine Überlegungen illustrierenden Zitate deutlich: Von Marx bis Mises und von Schiller bis Chesterton reicht dabei das Gedankenkaleidoskop. Dass allein die Literaturliste beachtliche elfeinhalb Seiten umfasst, sagt alles.
Den Abschluss der Abhandlung bildet die Betrachtung „Linke und Rechte in der Gegenwart“, die der Autor mit der Feststellung beginnt, dass wir in einer Zeit wachsender Polarisierung lebten. Im kollektiven Vertrauensverlust, der keineswegs nur politischen Institutionen gilt, in pessimistischen Zukunftserwartungen und in einer planmäßigen Ausplünderung der jüngeren Generation durch die Älteren (die auf den harmlosen Namen „Umlagesystem“ hört), sieht er ein schwerwiegendes Problem.
Die letzten Zeilen bieten immerhin einen Lichtblick: „Wir verlangen (…) vom Linken, dass er die volle Verantwortung für seine Abenteuer übernimmt, und nicht anderen die Rechnung für seine Hybris aufbürdet. Vom Rechten, dass er das Andere und ihm Fremde akzeptiert, auch wenn er es nicht gutheißt (…), weil er weiß, dass die Ausnahme nicht zur Regel werden darf.“
Die Hoffnung auf beiderseitige Einsicht stirbt zuletzt. Unbedingte Leseempfehlung!

Linke & Rechte
Rahim Taghizadegan
Verlag scholarium 2017
233 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-903199-00-2
9,99,- Euro



Buchempfehlung: Testosteron macht Politik

Von Andreas Tögel

Im vorliegenden Buch widmet sich die ehemalige Diplomatin und Nahostexpertin Karin Kneissl, der Analyse politischer Dynamiken. Sie wählt dafür einen ungewöhnlichen Blickwinkel und richtet ihre Beobachtungen auf das „Männlichkeitshormon“ Testosteron.
Dabei geht es ihr, wie sie betont, nicht um den Versuch, mit „biologistischen“ Überlegungen politisches Handeln (das insbesondere im Nahen, Mittleren und Fernen Osten meist fast ausschließlich in der Hand von Männern liegt) zu erklären, sondern lediglich um eine Erweiterung der Analyse politischer Entwicklungen um einen zusätzlichen Aspekt.
Ausgehend von der Beobachtung, dass Revolutionen stets von Männern getragen werden, zieht die Autorin ihre Schlüsse aus dem „arabischen Frühling“, um zum Schluss zu kommen, dass dieser keineswegs allein durch den Wunsch bedingt war oder ist, politische Veränderungen herbeizuführen, sondern auch sexuell konnotierte Ursachen hat. In den stark wachsenden und sexuell repressiven orientalischen Gesellschaften, sieht eine immer größer werdende Zahl junger Männer keine Chance, jemals eine Familie gründen zu können. Da außerehelicher Sex in muslimischen Kulturen aber strikt verpönt ist, ergibt sich daraus ein erhebliches Potenzial an Unzufriedenheit, das politischen Sprengstoff bildet.
Die Eroberung der Welt durch europäische Seefahrernationen im 15. Und 16 Jahrhundert, war eine Folge des Überschusses an jungen Männern, die in der Ferne (kriegerische) Entwicklungsmöglichkeiten fanden, die sich ihnen daheim niemals eröffnet hätten. Heute dagegen schrumpf die westliche Population, während die islamische Welt mit einem gewaltigen „youth-bulge“ konfrontiert ist. Perspektivlose junge Männer waren und bilden aber nun einmal Sprengstoff, der nach Entladung sucht. Sie waren und sind Kanonenfutter, jenes „Material“, dessen Vorhandensein die Voraussetzung zu politisch-militärischen Eroberungen bildet.
Als einen die Probleme fernöstlicher Gesellschaften verstärkenden Aspekt (dies gilt besonders für Indien und China), beleuchtet Kneissl das Phänomen der „selektiven Abtreibungen“, das die Geschlechterverteilung immer weiter in Richtung eines massiven Männerüberschusses verschiebt. Viele Millionen junger Männer werden dadurch jeder Chance beraubt, jemals eine Frau zu finden – mit unabsehbaren Konsequenzen, wie der Blick in die Geschichtsbücher (Stichwort „Raub der Sabinerinnen“) zeigt.
Im letzten Teil widmet die Autorin sich den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung, die nahezulegen scheinen, dass es mit dem freien Willen des Menschen nicht so weit her sein könnte. Viele in diesem Zusammenhang zu stellende Fragen sind bislang indes unbeantwortet.
Kneissl: „Politik wird eben von Menschen gemacht und daher ist es nützlich und wichtig, sich mit der Natur des Menschen zu beschäftigen.“ In der Natur des Menschen liegt es aber, nicht ausschließlich rational begründete Entscheidungen zu treffen. Es bedarf einer erheblichen Zivilisationsleistung, um Gefühle, die von Hormonen maßgeblich gesteuert werden, zu kontrollieren und zu zügeln.
Mit ihrem „biochemischen Blick auf die Weltpolitik“ geht es der Autorin weniger um Antworten, sondern darum, Fragen zu stellen. Ein zum besseren Verständnis menschlichen Handelns wertvolles Unterfangen.

Testosteron macht Politik
Krin Kneissl
Braumüller-Verlag
149 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-99100-068-6
22,90,- Euro



Buchempfehlung: Am Vorabend der Weltrevolution

Von Alexander Benesch

Torsten Mann war immer ein seltener Lichtblick gewesen in einem trüben Ozean aus billigem Agitprop; seine Bücher und Artikel fanden ihren Weg in das Bewusstsein der Menschen, während die Russland-Propagandisten schrittweise Wladimir Putin von einem konstanten Beigeschmack zum absoluten Mittelpunkt ihrer Botschaft und zum universellen Lösungsansatz machten. Egal welches Problem, Putin wird es angeblich lösen.
Fast ausschließlich die Leser von Torsten Mann in Deutschland wissen von der russischen Langzeitstrategie und haben einen Überblick über die Berge an Literatur der wichtigen sowjetischen Überläufer. Ohne Torsten Mann müssten wir in Deutschland bei den meisten Menschen im Prinzip bei Null anfangen, und das in einem Klima, in dem die zweifelhaften Massenmedien wegen der „veränderten Sicherheitslage“ seit 2014 kritisch über Russland berichten, ohne ein ehrliches Gesamtbild zu liefern. Jenes Publikum, welches seit 9/11 bearbeitet wird von altkommunistischen oder anderweitig moskauhörigen Autoren, glaubt natürlich reflexartig, dass jeder erklärte Gegner der westlichen Politik gut und anständig sein müsse.
Ich bin hocherfreut, zusammen mit Torsten Mann das Buch „Am Vorabend der Weltrevolution“ geschrieben zu haben und dem Publikum damit sehr, sehr viel Zeit und Irrtum ersparen zu können. Die ursprünglichen Veröffentlichungen von Mann stellten nur einen Bruchteil seines Wissens und seiner Analysen dar und waren vom Verlag auf ein überschaubares Maß begrenzt worden. Manche wollten in den Folgejahren die russische Langzeitstrategie ignorieren oder als uralten Plan noch viel älterer KPdSU-Dinosaurier abkanzeln, während sich vor unseren Augen exakt das abspielte, was vorhergesagt wurde. Ich selbst verwendete bis 2010 maximal 10% meiner Aufmerksamkeit auf Russland, danach steigerte sich dieser Anteil stetig auf rund 50%. Selbst wenn sich ein Leser durch all das zugrundeliegende Datenmaterial hindurcharbeiten würde, so müsste er feststellen, dass keines der bekannten Enthüllungsbücher über Russland auch nur annähernd ein solch umfassendes Gesamtbild liefern kann wie „Am Vorabend der Weltrevolution“.



Buchempfehlung: Die Einzelfalle

Warum der Feminismus ständig die Straßenseite wechselt

Von Andreas Tögel

Das vorliegende Buch beschäftigt sich – anders als der Untertitel es erwarten lässt – weniger mit dem Feminismus, als mit dem Phänomen der Masseneinwanderung aus fremden Kulturkreisen – und den sich daraus ergebenden Problemen. Wenn vorwiegend männliche Migranten (der Begriff „Flüchtling“ verbietet sich deshalb, weil niemand aus Österreich nach Deutschland „flüchten“ muss, der zuvor eine ganze Reihe sicherer Drittstaaten durchquert hat), die zutiefst patriarchalischen und gewaltaffinen Zivilisationen entstammen, in Deutschland auf Menschen treffen, denen jeder Wille zur Selbstbehauptung und –Verteidigung systematisch abtrainiert wurde und wo die Männer zu verweichlichten Memmen degeneriert sind, dann kracht´s eben im Gebälk.
Feministische Männerverächterinnen empören sich unserer Tage nicht etwa über den Umstand, dass muslimische Zuwanderer Frauen, wie sie es eben von zu Hause gewöhnt sind, als Menschen zweiter Klasse, als nach Belieben verfügbares Freiwild betrachten, beschimpfen, handgreiflich belästigen, nicht selten sogar vergewaltigen. Nein, sie nutzen diese Untaten vielmehr dazu, ihre völlig undifferenzierte Männerhatz noch weiter zu intensivieren und so zu tun, als ob auch westlich sozialisierte Männer unentwegt und wie selbstverständlich, allein oder in Rudeln, über „ihre“ Frauen herfallen würden. Die von Frauenrechtlerinnen seit vielen Jahren geforderte Verschärfung des Sexualstraftrechts rückt endlich in Reichweite – übergriffigen Zuwanderern sei dafür Lob und Dank!
Radikale Linke und Islamversteher jeden Kalibers, haben angesichts der berüchtigten Silvesternacht 2015/16 nichts Besseres zu tun, als die Empörung autochthoner Männer über diese Vorgänge als nichts weiter als „gekränkte Besitzansprüche“ zu deuten. Dass systematische Übergriffe auf Frauen, in noch so gut wie jedem Krieg als planmäßiges Mittel zur Demütigung der Unterlegenen (Frauen und Männer!) eingesetzt wurden, ist den intellektuellen Verbündeten der „Flüchtlinge“ noch gar nicht aufgefallen.
In einer Gesellschaft, in der „Vater Staat“ zum einzigen noch anerkannten und geschätzten Vater emporgewachsen ist, können Frauen nicht länger mit männlichem Beistand im Falle intolerabler Nachstellungen rechnen. Vater Staat ist doch – von der Wiege bis zur Bahre – für alles zuständig, also auch für die Sicherheit (der Frauen). Auf die Anwendung von Zwangsgewalt (etwa zur Gefahrenabwehr) erhebt Vater Staat sogar einen monopolistischen Anspruch.
Fazit: Der moderne deutsche Mann dokumentiert Übergriffe aller Art heute lieber mit dem Smartphone (kommt gut auf youtube!), als dass er am Ende infolge beherzten Einschreitens jene Prügel zu beziehen riskieren würde, die auszuteilen ihm längst abgewöhnt wurde. Schön, derart zivilisiert zu sein, dass man auch den Weg zum eigenen Untergang noch frohen Mutes beschreitet, nicht wahr?

Die Einzelfalle
Warum der Feminismus ständig die Straßenseite wechselt
Ellen Kositza
Verlag Antaios
158 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-944422-17-6
13,- Euro
Link zum Verlag



Top