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Buchbesprechung: Zurück in die Steinzeit

Von andreas Tögel

Mit „zurück in die Steinzeit“ liegt nun erstmals die Übersetzung einer Sammlung von Aufsätzen vor, die im englischsprachigen Original bereits in den 1960er und 70er-Jahren entstanden sind. Wie viele große Denker, verfügte auch Ayn Rand über geradezu prophetische Fähigkeiten, die überaus seltene Gabe, künftige (Fehl-)Entwicklungen Jahrzehnte vorher punktgenau vorauszusagen. Bei kaum einer anderen ihrer Arbeiten fällt das deutlicher ins Auge, als bei dieser. Es ist, als wären einige der Beiträge erst gestern verfasst worden.
Gegenstand ihrer wie immer in einer erfrischend direkten, nicht vom kleinsten Hauch politischer Korrektheit angekränkelten Abhandlung, bilden der Multikulturalismus und die Umweltbewegung. Mit beiden rechnet sie ebenso radikal wie gnadenlos ab. Beiden hält sie dabei rigoros rationale Argumente entgegen. In beiden Phänomenen sieht sie den Ausfluss eines strikt kollektivistischen und damit am Ende autodestruktiven Denkens – eine Revolte gegen die Vernunft. In beiden Fällen bilden linke Intellektuelle die Speerspitzen. In beiden Fällen ist am Ende blanke Menschenverachtung, die sich in Fortschritts- und Technologiefeindlichkeit manifestiert, die treibende Kraft. Den im Grunde ihres Wesens harmlosen und naiven Amerikanern attestiert sie dabei, sich einfach nicht vorstellen zu können, dass es Leute gibt, die das reine Böse – nämlich nicht weniger als die Auslöschung des Menschengeschlechts – im Sinn haben. Genau darauf aber läuft das Denken federführender „deep ecologists“ hinaus.
Denn anders als die Tiere sind Menschen eben nicht mit natürlichen Waffen und Instinkten ausgestattet. Alles was der Mensch zum Überleben braucht, muss er daher einer (feindlichen) Natur abringen. Er kann sich nicht einfach an sie anpassen, nackt, wie er in die Welt tritt. „Die Natur“ ist alles andere als ein freundlicher Ort für den Menschen. Ohne den Einsatz von Technologie, die das Produkt angewandter Vernunft darstellt, würde keiner von uns auf freier Wildbahn auch nur eine Woche lang überleben. Der Mensch muss seinen Verstand benutzen, um damit in die Natur einzugreifen und sie sich gefügig zu machen. Wer also den wissenschaftlichen Fortschritt und die Technologie bekämpft, legt damit die Axt an die Wurzel der Überlebensfähigkeit der Menschen. „Zurück zur Natur“ ist ein zwar eingängiger, aber letztlich dummdreister Slogan von Menschenfeinden, die die Natur um ihrer selbst willen romantisieren und vergöttern.
Der Multikulturalismus wiederum stellt, so paradox es auf den ersten Blick scheinen mag, eine Sonderform des herkömmlichen Rassismus dar. Auch er basiert auf einer eisernen Negation der Bedeutung einzelner Individuen und fußt auf unerbittlichem, die gesamte Menschheit umfassenden Kollektivsmus. Kreativität und Forschergeist aber waren und sind stets die ersten Opfer des Kollektivismus. Wer sie bekämpft, will am Ende zurück in die Steinzeit. Welchen Befund könnte man von der unermüdlichen Anwältin und Streiterin für Markt und Kapitalismus erwarten, wenn nicht diesen: „Wenn Sorge um Armut und menschliches Leid das Motiv der Kollektivisten wäre, wären sie schon vor langem Vorkämpfer des Kapitalismus geworden.“
Ein großartiges Buch in einer hervorragenden Übersetzung!

Zurück in die Steinzeit / Die antiindustrielle Revolution
Ayn Rand
Lichtschlag-Verlag, 2017
369 Seiten, broschiert
ISBH: 978-3-939562-67-2
22,90,- Euro




Buchempfehlung: Testosteron macht Politik

Von Andreas Tögel

Im vorliegenden Buch widmet sich die ehemalige Diplomatin und Nahostexpertin Karin Kneissl, der Analyse politischer Dynamiken. Sie wählt dafür einen ungewöhnlichen Blickwinkel und richtet ihre Beobachtungen auf das „Männlichkeitshormon“ Testosteron.
Dabei geht es ihr, wie sie betont, nicht um den Versuch, mit „biologistischen“ Überlegungen politisches Handeln (das insbesondere im Nahen, Mittleren und Fernen Osten meist fast ausschließlich in der Hand von Männern liegt) zu erklären, sondern lediglich um eine Erweiterung der Analyse politischer Entwicklungen um einen zusätzlichen Aspekt.
Ausgehend von der Beobachtung, dass Revolutionen stets von Männern getragen werden, zieht die Autorin ihre Schlüsse aus dem „arabischen Frühling“, um zum Schluss zu kommen, dass dieser keineswegs allein durch den Wunsch bedingt war oder ist, politische Veränderungen herbeizuführen, sondern auch sexuell konnotierte Ursachen hat. In den stark wachsenden und sexuell repressiven orientalischen Gesellschaften, sieht eine immer größer werdende Zahl junger Männer keine Chance, jemals eine Familie gründen zu können. Da außerehelicher Sex in muslimischen Kulturen aber strikt verpönt ist, ergibt sich daraus ein erhebliches Potenzial an Unzufriedenheit, das politischen Sprengstoff bildet.
Die Eroberung der Welt durch europäische Seefahrernationen im 15. Und 16 Jahrhundert, war eine Folge des Überschusses an jungen Männern, die in der Ferne (kriegerische) Entwicklungsmöglichkeiten fanden, die sich ihnen daheim niemals eröffnet hätten. Heute dagegen schrumpf die westliche Population, während die islamische Welt mit einem gewaltigen „youth-bulge“ konfrontiert ist. Perspektivlose junge Männer waren und bilden aber nun einmal Sprengstoff, der nach Entladung sucht. Sie waren und sind Kanonenfutter, jenes „Material“, dessen Vorhandensein die Voraussetzung zu politisch-militärischen Eroberungen bildet.
Als einen die Probleme fernöstlicher Gesellschaften verstärkenden Aspekt (dies gilt besonders für Indien und China), beleuchtet Kneissl das Phänomen der „selektiven Abtreibungen“, das die Geschlechterverteilung immer weiter in Richtung eines massiven Männerüberschusses verschiebt. Viele Millionen junger Männer werden dadurch jeder Chance beraubt, jemals eine Frau zu finden – mit unabsehbaren Konsequenzen, wie der Blick in die Geschichtsbücher (Stichwort „Raub der Sabinerinnen“) zeigt.
Im letzten Teil widmet die Autorin sich den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung, die nahezulegen scheinen, dass es mit dem freien Willen des Menschen nicht so weit her sein könnte. Viele in diesem Zusammenhang zu stellende Fragen sind bislang indes unbeantwortet.
Kneissl: „Politik wird eben von Menschen gemacht und daher ist es nützlich und wichtig, sich mit der Natur des Menschen zu beschäftigen.“ In der Natur des Menschen liegt es aber, nicht ausschließlich rational begründete Entscheidungen zu treffen. Es bedarf einer erheblichen Zivilisationsleistung, um Gefühle, die von Hormonen maßgeblich gesteuert werden, zu kontrollieren und zu zügeln.
Mit ihrem „biochemischen Blick auf die Weltpolitik“ geht es der Autorin weniger um Antworten, sondern darum, Fragen zu stellen. Ein zum besseren Verständnis menschlichen Handelns wertvolles Unterfangen.

Testosteron macht Politik
Krin Kneissl
Braumüller-Verlag
149 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-99100-068-6
22,90,- Euro




Buchempfehlung: Die Einzelfalle

Warum der Feminismus ständig die Straßenseite wechselt

Von Andreas Tögel

Das vorliegende Buch beschäftigt sich – anders als der Untertitel es erwarten lässt – weniger mit dem Feminismus, als mit dem Phänomen der Masseneinwanderung aus fremden Kulturkreisen – und den sich daraus ergebenden Problemen. Wenn vorwiegend männliche Migranten (der Begriff „Flüchtling“ verbietet sich deshalb, weil niemand aus Österreich nach Deutschland „flüchten“ muss, der zuvor eine ganze Reihe sicherer Drittstaaten durchquert hat), die zutiefst patriarchalischen und gewaltaffinen Zivilisationen entstammen, in Deutschland auf Menschen treffen, denen jeder Wille zur Selbstbehauptung und –Verteidigung systematisch abtrainiert wurde und wo die Männer zu verweichlichten Memmen degeneriert sind, dann kracht´s eben im Gebälk.
Feministische Männerverächterinnen empören sich unserer Tage nicht etwa über den Umstand, dass muslimische Zuwanderer Frauen, wie sie es eben von zu Hause gewöhnt sind, als Menschen zweiter Klasse, als nach Belieben verfügbares Freiwild betrachten, beschimpfen, handgreiflich belästigen, nicht selten sogar vergewaltigen. Nein, sie nutzen diese Untaten vielmehr dazu, ihre völlig undifferenzierte Männerhatz noch weiter zu intensivieren und so zu tun, als ob auch westlich sozialisierte Männer unentwegt und wie selbstverständlich, allein oder in Rudeln, über „ihre“ Frauen herfallen würden. Die von Frauenrechtlerinnen seit vielen Jahren geforderte Verschärfung des Sexualstraftrechts rückt endlich in Reichweite – übergriffigen Zuwanderern sei dafür Lob und Dank!
Radikale Linke und Islamversteher jeden Kalibers, haben angesichts der berüchtigten Silvesternacht 2015/16 nichts Besseres zu tun, als die Empörung autochthoner Männer über diese Vorgänge als nichts weiter als „gekränkte Besitzansprüche“ zu deuten. Dass systematische Übergriffe auf Frauen, in noch so gut wie jedem Krieg als planmäßiges Mittel zur Demütigung der Unterlegenen (Frauen und Männer!) eingesetzt wurden, ist den intellektuellen Verbündeten der „Flüchtlinge“ noch gar nicht aufgefallen.
In einer Gesellschaft, in der „Vater Staat“ zum einzigen noch anerkannten und geschätzten Vater emporgewachsen ist, können Frauen nicht länger mit männlichem Beistand im Falle intolerabler Nachstellungen rechnen. Vater Staat ist doch – von der Wiege bis zur Bahre – für alles zuständig, also auch für die Sicherheit (der Frauen). Auf die Anwendung von Zwangsgewalt (etwa zur Gefahrenabwehr) erhebt Vater Staat sogar einen monopolistischen Anspruch.
Fazit: Der moderne deutsche Mann dokumentiert Übergriffe aller Art heute lieber mit dem Smartphone (kommt gut auf youtube!), als dass er am Ende infolge beherzten Einschreitens jene Prügel zu beziehen riskieren würde, die auszuteilen ihm längst abgewöhnt wurde. Schön, derart zivilisiert zu sein, dass man auch den Weg zum eigenen Untergang noch frohen Mutes beschreitet, nicht wahr?

Die Einzelfalle
Warum der Feminismus ständig die Straßenseite wechselt
Ellen Kositza
Verlag Antaios
158 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-944422-17-6
13,- Euro
Link zum Verlag




Noch ein Schmöker wider den Neoliberalismus

Von Andreas Tögel

Was ist zu erwarten, wenn die Redakteurin eines prononciert linken Blattes (der „taz“) – noch dazu eine, die über keinerlei wirtschaftsrelevante Ausbildung verfügt – ein Buch über den Kapitalismus schreibt? Nicht mehr und nicht weniger als das, was hier vorliegt: Ein ohne erkennbares Verständnis für die Fundamente der Volkswirtschaftslehre geschriebenes Pamphlet wider den Markt und für eine bürokratisch gelenkte Kommandowirtschaft.
Besonders ärgerlich dabei ist, dass der Titel etwas völlig anderes vermuten lässt. Der lässt ja immerhin darauf hoffen, nicht schon wieder eine Kampfschrift gegen jenen „Neoliberalismus“ vor sich zu haben, dem kein Mensch je auf freier Wildbahn begegnet ist. Doch das ist eine grobe Fehleinschätzung. Um eine Verteidigung des Kapitalismus geht es der aus allen Poren Gemeinwirtschaft ausdünstenden Autorin ja eben nicht! Bei einer Staatsquote von 50%+ den „Neoliberalismus“ am Werk zu sehen, ist indes grotesk.
Dass die gelernte Historikerin es schafft, in einem Buch, das sich als Erklärungshilfe für Alternativen zur „Neoklassik“ versteht, keinen einzigen Vertreter der „Österreichischen Schule“ (z. B. Böhm-Bawerk, Mises, Wieser, Rothbard, Hoppe) oder einen deren Vorläufer (wie Frédéric Bastiat) zu zitieren – von einer eher abwertenden, verschwörungstheoretischen Nennung F. A. Hayeks abgesehen, verrät ein beachtliches Maß an Einseitigkeit und/oder Ignoranz.
Auch dass die Wirtschaftswissenschaft erst mit Adam Smith, der hier kontrafaktisch zu einem Frühsozialisten verklärt wird, begonnen habe (und somit die spätscholastische Schule von Salamanca glatt unter den Tisch fallen gelassen wird), bestätigt die alte Weisheit: „Schuster, bleib bei deinem Leisten“.
Geradezu skurril mutet es an, wenn Frau Herrmann einen der Architekten des deutschen „Wirtschaftswunders“ der Nachkriegszeit, Ludwig Erhard, als unterbelichteten, narzisstischen Hanswurst hinstellt, der Schwierigkeiten hatte, den von ihm angeblich abgesonderten Unsinn selbst zu verstehen. Spätestens an diesem Punkt sollte auch dem unbedarften Leser klar werden, dass es der Autorin nicht um eine objektive Annäherung ans Thema geht, sondern um die Diffamierung des Freimarktgedankens und die Beweihräucherung planwirtschaftlicher Ideologie. Zudem gibt sie zu erkennen, dass sie die zentrale Bedeutung wirtschaftlichen Wettbewerbs (zwecks Steigerung des kollektiven Wohlstands) nicht verstanden hat.
Um auch das Positive zu nennen: Jene Passagen, die sich mit dem historischen Hintergrund der Ereignisse beschäftigen und die Kurzbiographien der vorgestellten Protagonisten, sind nicht uninteressant zu lesen. Insgesamt jedoch gilt: Das Leben ist zu kurz, um es mit der Lektüre hochgradig entbehrlicher Schriften zu verplempern. Das hat sich ja schon der Rezensent angetan…;-)

Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung
Ulrike Herrmann
Verlag Westend, 2016
287 Seiten, broschiert
86489-141-0
18,- Euro




Verteilungskampf / Warum Deutschland immer ungleicher wird

Von Andreas Tögel

Der Autor ist – unübersehbar – ein neoklassischer Mainstreamökonom. Für ihn ist Verteilungsgerechtigkeit, gemeint ist Verteilungsgleichheit, das wichtigste Anliegen. Nicht zufällig zitiert er mehrfach den Ökonomie-Superstar der Linken, Thomas Piketti („Das Kapital im 21. Jahrhundert“), einen loyalen Kostgänger der französischen Sozialisten.
Fratzscher zäumt das Pferd nicht, wie die besonders schlichten Naturen in den Reihen der roten Klassenkämpfer, von der Vermögenssteuerseite her auf. Zumindest versteht er es, seine Phantasien geschickt hinter Phrasen wie „der Faktor Arbeit wird in Deutschland zu hoch besteuert“, zu verstecken. Sein erklärtes Ziel ist vielmehr die Beseitigung der von ihm kritisierten, mangelnden Chancengleichheit im Lande, die er auf einen ungleichen Zugang zur (staatlichen) Bildung zurückführt. Da die präsentieren Daten kaum Abweichungen zwischen Deutschland und Österreich zeigen, sind die Aussagen und Schussfolgerungen des Autors eins zu eins auf Österreich übertragbar.
Die „soziale Durchlässigkeit“ der Gesellschaft sei – zu deren Nachteil – nicht gegeben. Fratzscher lässt keinen Zweifel daran, dass ausschließlich universitäre Bildung zu gutem Einkommen, Vermögen und damit zum Heil führen kann. Die „soziale Mobilität“ müsse gesteigert werden. Nicht nur Unternehmer- und Beamtenkinder, sondern auch Arbeitersprösslinge sollen daher vermehrt – z. B. Soziologie oder Theaterwissenschaften – studieren. Das wird das BIP gewiss gewaltig steigern. Handwerker und nicht akademisch gebildete Mittelständler dagegen: Minderwertige Randfiguren.
Zwar stellt Fratzscher mehrmals fest, dass staatliche Umverteilung kein effizienter Weg zum Ausgleich auf dem Markt entstehender Ungleichheiten sei; Seine Ideen laufen aber – konsequent zu Ende gedacht – dennoch auf eben diese Umverteilung und einen noch rigoroseren Staatsinterventionismus in Bildungsangelegenheiten hinaus.
Die Frage, wer oder was dem Staat das Recht gibt, Einkommen und Vermögen, die auf legale Weise zustande gekommen sind, überhaupt (gegen den Willen der rechtmäßigen Eigentümer) umzuverteilen, stellt sich für ihn erst gar nicht. Materielle Ungleichheit ist ein Übel – basta. Die Aussagekraft der zum Beweis dieser These angeführten Statistiken, ist mehr als fragwürdig. Denn wer Daten lang genug foltert, bekommt – siehe Piketti – stets das gewünschte Geständnis. Und einer nicht von eigener Hand gefälschten Statistik ist ohnehin niemals zu trauen.
Ärgerlich, dass im Kapitel zur „Flüchtlingsmigration“ suggeriert wird, der Flüchtlingszustrom würde (und sei es am St. Nimmerleinstag) „einen wirtschaftlichen Mehrwert für Deutschland“ bedeuten. Das wäre der Fall, wenn die Zuwanderer im Durchschnitt besser gebildet wären als die Autochthonen. Davon kann indes keine Rede sein. Dauerhaft arbeitslose Einwanderer ins Sozialsystem sind allerdings so nützlich, wie ein Euter an einem Bullen.
Dass bei Fratzscher ausschließlich Arbeitnehmerinnen (kein Binnen-I, männliche Werktätige gibt es nicht), dafür aber nur männliche Transferbezieher (Rentner) vorkommen, verleiht dem Machwerk einen leicht vermeidbaren, ekelhaften Hautgout.
Der linken Reichshälfte wird dieses „wissenschaftliche“ Elaborat zweifellos einen Vorwand für noch brutalere Eingriffe des Staates in Familienangelegenheiten liefern. Schließlich bringen ja, nach Darstellung des Autors, „Investitionen“ in die frühkindliche Bildung weit mehr Rendite als Bildungsausgaben im höheren Lebensalter. Ohne eine noch weiter ausgedehnte staatliche Zwangsbeschulung – möglichst schon ab dem Kleinstkindesalter – sind Fratzschers Visionen nämlich nicht zu verwirklichen. Schöne neue Welt!

Verteilungskampf / Warum Deutschland immer ungleicher wird
Marcel Fratzscher
Hanser-Verlag 2016
263 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-446-44465-2
19,90 Euro