Monthly Archives: October 2017

Optische Zielhilfen

Optische Zielhilfen

Waffeneinsätze in Notwehrsituationen finden häufig unter ungünstigen Lichtverhältnissen statt. Man denke an einen nächtlichen Einbruch, bei dem das Opfer sich dem Eindringling plötzlich bei völliger Dunkelheit gegenübersieht. Da die Tendenz zu „heißen Einbrüchen" geht (damit werden im Polizeijargon Ereignisse bezeichnet, in denen das Verbrechen begangen wird, obgleich dem Täter bewusst ist, dass die Bewohner anwesend sind), muss das Einbruchsopfer damit rechnen, mit Waffengewalt konfrontiert zu werden. In einer derartigen Situation das Licht aufzudrehen, ist keine sehr gute Idee, da man sich damit schließlich selbst als gutes Ziel beleuchtet.

Abhilfe bieten verschiedene Typen optischer Zielhilfen, die in großer Zahl angeboten werden. Diese dienen sowohl dem Zweck einer schnellen Zielauffassung, als auch dem Waffeneinsatz unter ungünstigen Lichtverhältnissen. Geräte dieser Art sind für Lang- und Kurzwaffen erhältlich, wobei gesetzliche Regeln zu beachten sind. Zielbeleuchtungsgeräte („Schießscheinwerfer§) dürfen in Österreich nicht auf Langwaffen montiert werden und sind in Deutschland für Zivilpersonen generell verboten.

Eine kleine Übersicht über die angebotenen Systeme

Taktisches Licht

Dabei handelt es sich meist um eine kräftige LED-Weißlichtquelle, die parallel zum Lauf der Waffe, meist unterhalb desselben, montiert wird. Viele moderne Pistolen weisen dafür serienmäßig Montageschienen auf. In diesem Punkt sind Pistolen gegenüber Revolvern im Vorteil. Letztere verfügen in aller Regel über keine derartigen Aufnahmevorrichtungen.

Die Aus/Ein-Schalter dieser Geräte sind so angeordnet, dass sie bei angeschlagener Waffe zu betätigt werden können. Geräte dieses Typs werden auch mit koaxial eingebauten Laserpointern angeboten, die man alternativ oder zugleich mit der Weißlichtquelle einsetzen kann.

Beispiel für eine kombinierte Beleuchtungseinheit

Beispiel für eine kombinierte Beleuchtungseinheit.

Laserpointer / Laseraufsatz

Dabei handelt es sich um Zielhilfen, die das Ziel mit einem scharf gebündelten, roten oder grünen Lichtstrahl markieren. Der Vorteil dieser Systeme besteht darin, dass eine Schussabgabe schnell und intuitiv möglich ist, da das Geschoss exakt dort einschlagen wird, wo sich der Lichtpunkt befindet.

Geräte dieser Art können, wie schon beim taktischen Licht beschrieben, unter dem Lauf, aber – bauartabhängig – auch an anderen Teilen der Waffe (etwa am Griffstück) montiert werden. In der Praxis erweisen sich Grünlichtlaser als die bessere Wahl, weil sie auch bei starkem Licht (z. B. bei kräftiger Sonneneinstrahlung) gut wahrgenommen werden können, was bei rotem Licht meist nicht der Fall ist. Für die geringen Entfernungen, die in Selbstverteidigungssizuationen üblicherweise auftreten, sind Laserpointer vor allem deshalb eine gute Wahl, weil sie auch unter Stress eine sichere Zielauffassung gewährleisten.

Reflexvisier / Rotpunktvisier

Dabei handelt es sich um optische Zielhilfen, die das Ziel – anders als Laserpointer – nicht aktiv anstrahlen. Sie werden üblicherweise oberhalb des Laufs montiert und ersetzen das Zielen über Kimme und Korn. Geräte dieses Typs sind in Deutschland und Österreich für die Montage auf Lang- und Kurzwaffen gesetzlich zugelassen.

Bauartabhängig können Reflexvisiere entweder wie kleine Zielfernrohre kleine Zielfernrohre aussehen, oder wie kleine Bildschirme.

Die „Zielfernrohrvarianten" bieten meist keine oder eine nur kleine Vergrößerung, um den Bildausschnitt nicht einzuschränken und um das Zielen mit zwei geöffneten Augen zu ermöglichen. Vorteil ist deren parallaxenfreie Funktion: Anders als beim klassischen Zielfernrohr, beeinträchtigt ein „Verkanten" der Waffe, die korrekte Zielerfassung nicht. Die gegenwärtig angebotenen Systeme, sind Großteils für die Verwendung handelsüblicher Minibatterien eingerichtet.

Montagebespiele / Pistolen

Pistole Glock mit unter dem Lauf montiertem Rotpunktlaser

Pistole Glock mit unter dem Lauf montiertem RotpunktlaserPistole Glock mit unter dem Lauf montierter Weißlichtquelle Railmaster und am Griffstück montiertem Laserpointer Crimson Trace

Pistole Glock mit unter dem Lauf montierter Weißlichtquelle „Railmaster” und am Griffstück montiertem Laserpointer „Crimson Trace”



Die nächste Super-Chuzpe

Wie der STANDARD aus mehreren Quellen erfahren hat, erklärte Van der Bellen bei einer Vorstandssitzung der Industrieellenvereinigung (IV) am vergangenen Donnerstag, dass er nicht nur große Vorbehalte gegen die Angelobung eines freiheitlichen Außenministers habe, sondern auch das Innenressort nicht ohne weiteres in blaue Hände legen möchte. Begründet habe der Bundespräsident seine Bedenken damit, dass aufgrund der Flut an Daten, die dort zusammenlaufen, besondere Sensibilität gefragt sei, die er Freiheitlichen nicht vorbehaltlos zutraue.

Das sagen genau die, die bisher den Rechtsstaat und die diversen Staatsanwaltschaften zur Verfolgung politischer Gegner missbraucht haben…

Innenministerium für FPÖ: Bundespräsident Van der Bellen auf der Bremse

Wien – Es wird ernst. Am Montag machte ÖVP-Obmann Sebastian Kurz einen Kurzbesuch in der Hofburg. Die Sondierungsgespräche mit den Chefs aller künftig im Parlament vertretenen Parteien sind abgeschlossen. Seine Conclusio trug er nun dem Bundespräsidenten vor. Alexander Van der Bellen äußerte sich nach dem Treffen nicht.



Eine Liste empfehlenswerter Alternativmedien



Ergebnis der österreichischen Nationalratswahl 2017

Chance auf einen Neubeginn

Die Wahlen sind geschlagen, die Stimmen ausgezählt. Der aus bürgerlicher Sicht erfreulichste Aspekt: Die linksradikalen, wirtschaftsfeindlichen und unreflektiert immigrationsfreundlichen Grünen, wurden aus dem Parlament eliminiert. Sie hatten ihren Einzug in den Nationalrat im Jahre 1986 letztlich einer ungeschickten und brutalen Politik der Sozialisten (Stichwort „Kraftwerk Hainburg”), namentlich der roten Gewerkschafter, zu verdanken. Als um die Erhaltung der Umwelt besorgte Bürgerprotestbewegung entstanden, übernahmen die Grünen, nachdem nach und nach alle bürgerlichen Protagonisten entfernt waren, die Rolle der in Österreich chronisch erfolglosen Kommunisten und konzentrierten sich auf Klientelpolitik für Queers, urbane Bobos sowie „Flüchtlinge” und betrieben eine für Kulturmarxisten typische, gegen alles Bürgerliche und „Normale” gerichtete, konsequente Politik der Gesellschaftszerstörung.

Dass sie, die ihre rund dreißigjährig Präsenz im Nationalrat der erratischen Politik der Genossen verdankten, nun an der Vierprozenthürde scheiterten, weil die Masse ihrer Parteigänger – um eine blauschwarze Koalition zu verhindern -, die Sozialisten wählten, darf in der Kategorie Treppenwitz der Innenpolitik Kakaniens verbucht werden.

Da der Ex-Grüne Peter Pilz mit seiner neuen „Bewegung” nur ein rundes Drittel der Grünwähler für sich begeistern konnte und nun mit einer entsprechend kleinen Schar ins Parlament einziehen wird, ergibt sich für die radikale Linke im Lande ein Nettoverlust von mehr als acht Prozentpunkten. Statt 24 Grüner werden im neu zu bildenden Nationalrat nur acht oder neun Pilz-Köpfe Platz nehmen. Da sage einer, es gibt keine positiven Nachrichten mehr!

Da die Sozialisten – trotz des gewaltigen Zulaufs aus dem Lager der Grünen, auf dem relativ schwachen Niveau von rund 27 Prozent der Wählerstimmen stagnieren, sind die jeder Veränderung in Richtung mehr wirtschaftlicher Dynamik entgegenstehenden Kräfte, jetzt erheblich kleiner als vor der Wahl. Das lässt zumindest hoffen. Dies umso mehr, als eine Regierungsbeteiligung der abgewählten Genossen aus den verschiedensten Gründen (z. B. wegen der traditionellen Ablehnung, die den Freiheitlichen aus der mächtigen, weit links stehenden Landespartei der SPÖ in Wien entgegenschlägt), eher unwahrscheinlich ist. Die neue Regierung hat somit die Chance auf einen Neustart – und zwar nicht nur in wirtschaftspolitischer Hinsicht.

Betrachtet man die wirtschaftsrelevanten Teile der jeweiligen Parteiprogramme, ergibt sich ein hohes Maß an Übereinstimmung zwischen der erwartungsgemäß deutlich erstarkten ÖVP unter ihrem strahlenden Jungstar Sebastian Kurz, und den ebenfalls mit einem deutlichen Plus an Wählervertrauen ausgestatteten Freiheitlichen unter den altgedienten Recken H. C. Strache. Ungeachtet aller strategisch-taktischer Überlegungen im Hinblick auf die nun anstehenden Koalitionsverhandlungen (z. B. die obligate Rangelei um Ministerposten), drängt sich aus wirtschaftlicher Sicht eine Zusammenarbeit von ÖVP und FPÖ geradezu auf.

Die ÖVP propagiert seit den Tagen Kanzler Schüssels, stets das eingängige Motto „_weniger Staat, mehr privat”, wiewohl sie dieses Ziel in den Koalitionen mit den Roten niemals umsetzen konnte. Nach dieser denkwürdigen Wahl, mit einem nichtsozialistischen Partner, könnte dieses Motto zum Regierungsprogramm werden. Das kürzlich präsentierte Wirtschaftsprogramm der FPÖ, hat jedenfalls die Weichen in Richtung einer schwarzblauen Koalitionsvariante gestellt.

Der in diesem FP-Wirtschaftsproramm ( https://www.fpoe.at/themen/publikationen/wirtschaftsprogramm/) enthaltenen Analyse des Istzustandes, ist nichts hinzuzufügen. Der Begriff „Austrosklerose” beschreibt die derzeit herrschende Situation wohl am besten. Mangelnde Leistungsanreize, Überregulierungen wohin das Auge blickt, Belohnung von Leistungs- Risiko- und Arbeitsscheu – kurzum: das Setzen völlig falscher Anreize, bildet den Hauptgrund dafür, weshalb die einst prosperierende Alpenrepublik in den letzten Jahren der rotschwarzen Koalition in sämtlichen Wirtschaftsrankings so dramatisch zurückgefallen ist.

War in den zurückliegenden Jahren alles Sinnen und Trachten der regierenden politischen Klasse auf „soziale Fragen” gerichtet, deren Lösung regelmäßig horrende Kosten verursachte, um deren Bedeckung sich letztlich niemand geschert hat, könnte nun der Fokus der Bemühungen der neuen Regierung endlich auf die Wiedererlangung eines leistungsfreundlichen und wettbewerbsfähigen Ambientes im Lande gerichtet werden.

Wohlgemerkt: könnte! Denn auch in den Reihen von Schwarzen und Blauen wimmelt es leider von umverteilungsfreudigen Sozialisten, die keinen Gedanken an die Produktion von Wohlstand verschwenden, weil sie den als naturgegebene Bestandsgröße betrachten, die nur der „gerechten” Aufteilung harrt. Bleibt zu hoffen, dass sich in der neu zu bildenden Regierung die Erkenntnis durchsetzt, dass nicht Umverteilung, sondern Produktion die Grundlage des Wohlstands bildet – und die politischen Schwerpunkte demgemäß gesetzt werden. Wir haben in der Vergangenheit gesehen: Wer nur Ideen entwickelt, wie die Staatsausgaben laufend vergrößert werden könnten, während er die Quelle der dafür nötigen Mittel gering achtet oder gar schädigt, wird keinen nachhaltigen Erfolg verbuchen. Das scheinen die Wähler, die den Regulierungs- und Schuldenfanatikern im Lande eine klare Absage erteilt haben, spät aber doch erkannt zu haben.

Linke Politikwissenschaftler, Publizisten und selbsternannte Intellektuelle machen sich mittlerweile Sorgen wegen des eingetretenen „Rechtsrucks” („Österreich du Nazi” ist einer ihrer hochoriginellen Slogans als Reaktion auf das Wahlergebnis) und schrecken nicht einmal davor zurück, ÖVP-Chef Kurz als „Faschisten” zu denunzieren. Nun, aus der Ecke der Linksintellektuellen kam halt noch nie ein diskutabler Gedanke. Die stets im Faschismusalarmmodus befindlichen linken Moralapostel übersehen indes, dass politische Prozesse eben niemals dauerhaft und unumkehrbar in dieselbe Richtung laufen. Wer bis zu zwei Drittel seines Einkommens an den Fiskus abzutreten genötigt ist und weiterhin ständig von nichts anderem als neuen Steuern und Leistungspönalisierungsplänen hört, hat irgendwann die Nase voll und verlangt nach einer Wende. Leistung muss sich einfach wieder lohnen. In diesem mehr als berechtigten Anspruch einen „Rechtsruck” oder sogar die Gefahr des Faschismus erkennen zu wollen, ist einfach nur dumm.

Von Andreas Tögel



Die nützlichen Idioten



The Villains Factory



Buchbesprechung: Das Ende der SPÖ

Zeitlich hätte diese Neuerscheinung nicht besser programmiert sein können: pünktlich zur vorgezogenen Nationalratswahl 2017, erscheint diese Abrechnung mit Versäumnissen, Fehlern und personellen Missgriffen der österreichischen Sozialdemokratie in der Zweiten Republik. Ist der Titel auch überzeichnet, so kommt immerhin der Untertitel den Tatsachen nahe: „Von der absoluten Mehrheit in die Bedeutungslosigkeit".

Errang die einst staatstragende Partei unter „Sonnenkönig” Bruno Kreisky, anno 1979 noch satte 51,03 Prozent der Wählerstimmen, dümpelt sie gegenwärtig bei unter 30 Prozent dahin. Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik, ist es ihr als der den Kanzler stellenden Regierungspartei gelungen, bei einer Nationalratswahl nur als zweiter ins Ziel zu kommen – und das nur knapp vor den drittplatzierten Freiheitlichen. Blamabel. Victor Adler und Bruno Kreisky werden vermutlich in ihren Gräbern rotieren.

Auf kurzweilige, ironisch pointierte, aber keineswegs bösartige Weise, geht der Autor den Gründen für den systematischen Abstieg der einstigen Partei der werktätigen Massen auf den Grund. Serienweise Skandale, offensichtlicher Ziel- und Identitätsverlust, sowie unattraktives Führungspersonal, bilden die Hauptgründe für den stetigen Wählerschwund. Das Auftauchen des charismatischen Populisten Jörg Haider Mitte der 80er-Jahre, dessen Kür zum Chef der FPÖ und die darauf folgende Ausgrenzungsstrategie („Vranitzky-Doktrin"), hat den Wählerverlust nur noch weiter beschleunigt und die Freiheitlichen gestärkt. Jetzt waren und sind es eben sie, die den Finger am Puls der kleinen Leute haben, nicht mehr eine zum korrupten Macht- und Pfründenerhaltungsverein degenerierte Sozialdemokratie. Die Facharbeiter, die einst die roten Kerntruppen bildeten, stehen heute mehrheitlich im blauen Lager.

Auch der Tod des intelligenten und eloquenten Herausforderers Haider, der überaus erfolgreich in den roten Arbeiterhochburgen wilderte, brachte keine Trendwende. Die beinahe schon neurotisch wirkende Ausgrenzungspolitik, nahm und nimmt den Genossen vielmehr jeden Verhandlungsspielraum und zwingt sie zur ungeliebten Dauerkoalition mit der zweiten großen Volkspartei, der ÖVP.

Zu allem Überfluss trägt der kometenhafte Aufstieg des schwarzen Jungstars, Sebastian Kurz, zum weiteren Niedergang der Sozialisten bei. Denn er, und nicht die Roten, scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und auf die richtigen Themen zu setzen. Der politische Trend ist im Jahr 2017 kein Genosse mehr. Wenn die SPÖ sich nicht alsbald neu erfindet, wird ihr Weg in die Bedeutungslosigkeit unumkehrbar.

Das Ende der SPÖ
Martin Sörös
Verlag Frank 6 Frei
233 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-9504348-5-9
19,- Euro



Kundenrezension – Das Ende der SPÖ

Mag der Titel mit Sicherheit überzeichnet sein, kommt der Untertitel den Tatsachen schon näher: „Von der absoluten Mehrheit in die Bedeutungslosigkeit“. Errang die einst staatstragende Partei unter „Sonnenkönig“ Bruno Kreisky anno 1979 noch satte 51,03 Prozent der Wählerstimmen, dümpelt sie gegenwärtig bei unter 30 Prozent dahin. Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik, ist es ihr als der den Kanzler stellenden Regierungspartei gelungen, bei einer Nationalratswahl als zweiter ins Ziel zu kommen – und das nur knapp vor den drittplatzierten Freiheitlichen. Blamabel. Victor Adler und Bruno Kreisky werden vermutlich in ihren Gräbern rotieren.

Auf kurzweilige, ironisch pointierte, aber keineswegs bösartige Weise, geht der Autor den Gründen für den systematischen Abstieg der einstigen Partei der werktätigen Massen auf den Grund. Serienweise Skandale, offensichtliche Ziel- und Identitätsverluste und unattraktives Führungspersonal, bilden die Hauptgründe für den stetigen Wählerverlust. Das Auftauchen des charismatischen Populisten Jörg Haider, Mitte der 80er-Jahre, dessen Kür zum Chef der FPÖ und die darauf folgende Ausgrenzungsstrategie („Vranitzky-Doktrin“), hat den Wählerverlust nur noch weiter beschleunigt und die Freiheitlichen gestärkt. Jetzt waren und sind es eben sie, die den Finger am Puls der kleinen Leute haben, nicht mehr eine zum korrupten Macht- und Pfründenerhaltungsverein degenerierte Sozialdemokratie. Die Facharbeiter, die einst die roten Kerntruppen bildeten, stehen heute mehrheitlich im blauen Lager.

Auch der Tod des intelligenten und eloquenten Herausforderers Haider, der überaus erfolgreich in den roten Arbeiterhochburgen wilderte, brachte keine Trendwende. Die beinahe schon neurotisch wirkende Ausgrenzungspolitik, nahm und nimmt den Genossen vielmehr jeden Verhandlungsspielraum und zwingt sie zur ungeliebten Dauerkoalition mit der zweiten großen Volkspartei, der ÖVP.

Der unerwartete Aufstieg des schwarzen Jungstars Sebastian Kurz, trägt zum weiteren Niedergang der Sozialisten bei. Denn er scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und auf die richtigen Themen zu setzen. Der politische Trend ist im Jahr 2017 kein Genosse mehr. Wenn die SPÖ sich nicht alsbald neu erfindet, wird ihr Weg in die Bedeutungslosigkeit unumkehrbar.

Customer Review

(null)



Auch Kanada schafft sich ab



Österreich hat gewählt

Der Trend ist kein Genosse mehr!

Zwar wird es noch bis zum Donnerstag dauern, bis auch alle Wahlkartenstimmen ausgezählt sind und damit das „amtliche Endergebnis” der Nationalratswahl definitiv vorliegt. Eines jedoch steht jetzt schon fest: die derzeit die Regierung anführenden Sozialsten, werden nicht den nächsten Kanzler stellen. Für die liberal-Konservativen im Lande besonders erfreulich: die Grünen werden nach einem beispiellosen Wahldebakel, nach aller Wahrscheinlichkeit aus dem Nationalrat eliminiert.

Die Prognose per 20:30 Uhr (in Klammer gesetzte Zahlen zeigen das Ergebnis der letzten Wahl im Jahr 2013)

  • ÖVP – 31,7 (24,0) Prozent
  • SPÖ – 26,9 (26,9) Prozent
  • FPÖ – 26,0 (20,5) Prozent
  • Neos – 5,1 (..5,0) Prozent
  • Grüne – ..3,9 (12,4) Prozent
  • Liste Pilz – ..4,3 (0) Prozent (Abspaltung von den Grünen)

Das Ergebnis stellt für viele Beobachter und Analysten keine wirkliche Überraschung dar. Wenn etwas überrascht, dann allenfalls der Umstand, dass die Sozialisten, die einen extrem schmutzigen Wahlkampf geführt haben und vor keinem Untergriff und keiner Gemeinheit zurückgeschreckt sind, nicht abgestürzt sind. Außerdem das Ausmaß an Realitätsverlust, das den Parteichef der Genossen, Christian Kern, dazu veranlasst, sich das Wahlergebnis zum Erfolg schönzureden – ungeachtet der Tatsache, dass noch niemals zuvor eine den Kanzler stellende Regierungspartei, die Palme des Sieges an den Koalitionspartner abgeben musste

Wie dem auch sei: Der Ball liegt nun beim strahlenden Jungstar der ÖVP, Außenminister Sebastian Kurz. Der als Bundespräsident fungierende linksaußen-Gerontokrat in der Hofburg, Alexander Van der Bellen, wird, falls er die bislang gepflegten Usancen nicht auf den Kopf stellen will, den jungen Mann mit der Regierungsbildung beauftragen müssen.

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Kurz die in höchstem Maße unpopuläre Koalition mit den Roten fortzusetzen beabsichtigt. Offensichtlich ist dieses Modell furios gescheitert. Und da die Freiheitlichen unter H. C. Strache das von ihnen erwartete Ergebnis nicht erreichen konnten, ist eine schwarzblaue Koalition höchst wahrscheinlich, da sie voraussichtlich zu annehmbaren Tarifen als Partner für die ÖVP zur Verfügung stehen werden.

Gesetzt, dass eine schwarzblaue Koalition die neue Regierung stellen wird, werden Sozialisten, Neos und die Liste Pilz als Opposition fungieren.

Die Überlegung, was wohl passiert wäre, falls der Wählerentscheid nicht in der vorliegenden Form erfolgt wäre, sagt möglicherweise mehr, als die Spekulationen darüber, was jetzt passieren wird. Hätte es für eine linke Regierungsmehrheit gereicht, wäre der Weg zur Knechtschaft wohl endgültig unumkehrbar geworden: Noch mehr Pönalen für die Leistungsträger, noch kostspieligere Geschenke an Minderleister, Sozialschmarotzer und an (möglichst schnell einzubürgernde) Immigranten, noch mehr Regulierungen und noch weniger individuelle Freiheiten, wären unvermeidlich gewesen.

Jetzt also hat es das größte politische Talent seit den führen Tagen Jörg Haiders, Sebastian Kurz, in der Hand, eine nachhaltige Wende herbeizuführen. Für bürgerliche Ausbrüche von Euphorie ist es indes zu früh. Ob der im Moment strahlende Jungstar es nämlich tatsächlich schaffen wird, die verkrusteten Strukturen in der eigenen Partei, von denen der Republik ganz zu schweigen, aufzubrechen, wird sich in den kommenden Jahren herausstellen. Die Chancen dafür existieren. Im Sinne der im internationalen Wettbewerb zuletzt immer weiter zurückfallenden Alpenrepublik, wäre es stark zu hoffen.

Von Andreas Tögel



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