Monthly Archives: June 2018

Achtung Ausbeutung!

Von Andreas Tögel

Genossen (wieder einmal) im Klassenkampfmodus

Seit der Niederlage bei den letzten Nationalratswahlen will den Roten – insbesondere dem glücklosen Exkanzler Kern – nichts so recht gelingen. Die Oppositionsbank drückt hart. Der dramatische Bedeutungsverlust noch mehr. Wenn man dann auch noch von seinen zuverlässigsten Hilfstruppen im ORF nicht mehr wie gewohnt hofiert wird, tut das besonders weh. Guter Rat ist teuer. Was tun? Wie soll ein vorgestrig wirkender Haufen in die Jahre gekommener, spießiger Apparatschiks, einem ebenso jungen, wie geschickt agierenden Kanzler Paroli bieten?

Mit einem beherzten Griff in die Mottenkiste des Klassenkampfes, meinen die desorientierten Genossen nun den Stein der Weisen gefunden zu haben. Sie wollen ihr linkes Profil schärfen und patzen die angeblich „autoritär-rechtskonservative” Regierung – Hand in Hand mit ihren zuverlässigsten Verbündeten von Gewerkschaft, Arbeiterkammern, Caritas, Diakonie, Rotfunk und „Omas gegen Rechts” (kein Witz – die gibt's wirklich!) – an, wo es geht. Mit Logik und Wahrheit nehmen sie es dabei naturgemäß nicht so genau.

Den entschlossenen Kampf gegen die von der Regierung auf den Weg gebrachten, arbeitsrechtlichen Liberalisierungen im Hinblick auf Tages- und Wochenarbeitszeit, stellen sie – wie zu erwarten war – ins Zentrum ihrer Aktivitäten. Bei ihrem vorgetäuschten moralischen Furor, kommt ihnen die totale Abwesenheit jeglicher Bodenhaftung und Bürgernähe zugute: Frei von jeglicher Bindung zur Wirklichkeit, klassenkämpft es sich eben einfach am besten. Hätten wackeren Genossen die Mühe auf sich genommen, gelegentlich Kontakt zu „den Menschen draußen” aufzunehmen, würden sie nämlich spitzgekriegt haben, dass es keineswegs nur im Interesse des ruchlosen Klassenfeindes, der stets auf die Ausbeutung ihrer gnadenlos unterdrückten Lohnsklaven sinnenden Unternehmer liegt, flexible Arbeitszeiten zu ermöglichen. Sie würden zu ihrer grenzenlosen Überraschung festgestellt haben, dass auch seitens sehr vieler Arbeitnehmer eine beachtliche Nachfrage danach besteht, zeitlich befristet ihren Arbeitseinsatz zu erhöhen. Sei es, um Gutzeiten anzusparen und dadurch zusätzliche arbeitsfreie Tage einzuarbeiten, oder sei es, um ihr Einkommen durch Überstunden aufzubessern.

Derlei Tatsachen sind Herrn Kern & Genossen, die ihr ganzes Erwerbsleben lang keinen Tag außerhalb geschützter Werkstätten zugebracht haben, und die von der Funktionsweise einer Marktwirtschaft ungefähr so viel verstehen wie ein Laib Brot, entweder unbekannt, oder vollkommen wurscht. Schließlich geht es ihnen ja um Fundamentalopposition.

Dass auch die Damen und Herren Kleriker, gleich ob katholisch oder evangelisch, voll und ganz auf Oppositionslinie segeln, darf übrigens aus demselben Grund nicht verwundern: Wer sich niemals mit wertschöpfender Arbeit belastet und stets von der Anstrengung anderer gelebt hat, versteht naturgemäß nichts von Produktion und Geldverdienen, sondern beschränkt sich kommoder weise aufs Verteilen des von anderen erwirtschafteten Wohlstands.

Dass die Sozialisten jetzt ein Riesenfass aufmachen und so tun, als ob die Einführung des 12-Stunden-Tages menschenunwürdiger Sklavenarbeit im Asbestbergwerk gleichkäme, entbehrt insofern nicht der Ironie, als ja in ihren eigenen Einflussbereichen 12-Stundentage die Regel und nicht die Ausnahme sind. Der seines hohen Amtes verlustig gegangene Christian Kern hat offenbar vergessen, dass er als Kapo der ÖBB einen ebenso unrentablen, wie überpersonalisierten Zuschussbetrieb geführt hat, in dem längst 12-Stunden-Arbeitszeitregelungen gelten. Das hat ihn übrigens so wenig gestört, dass er in seinem famosen „Plan A” vor nicht allzu langer Zeit selbst für den allgemeinen 12-Stunden-Arbeitstag eingetreten ist. Der Mann hält seine Wähler offenbar allesamt für hochgradig vergessliche Idioten.

Dass selbst in den öffentlichen Krankenanstalten der dunkelrot-giftgrünen Gemeinde Wien (wie in vielen Branchen der Privatwirtschaft auch), längst 12-Stunden lang gearbeitet werden darf, ohne dass es bislang zu Revolten der proletarischen Massen gekommen ist, scheint der Aufmerksamkeit der ausschließlich auf ihre eigenen Interessen konzentrierten roten Parteikader auch entgangen zu sein.

Den Sozialisten ist durchaus zuzutrauen, dass sie auf ihrer frustrierenden Suche nach sich selbst auf die Idee verfallen, jetzt serienweise politische Streiks vom Zaun zu brechen. Dass sie damit an Wählerzuspruch gewinnen könnten, ist indes sehr unwahrscheinlich.



Die Moral der Politeliten

Von Andreas Tögel

Nach uns die Sintflut!

Zum Glück für die EU, europäische Regierungen und die Finanzwirtschaft, herrscht gegenwärtig kein Mangel an berichtswerten Themen: Nordkorea, der eben anlaufende Handelskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt, die Aufkündigung des Iran-Deals durch die Trump-Administration, der der Watschentanz von Angela Merkel und Horst Seehofer und – nicht zu vergessen: Die Fußball-WM. Alles superwichtig. Von Glück können die Regierungen (ausgenommen die deutsche) deshalb reden, weil dadurch ein drängendes Problem völlig unbeachtet bleibt, an dessen Entstehung sie einerseits erhebliche Mitschuld tragen und zu dessen Bewältigung ihnen andererseits jede Idee und Möglichkeit fehlt. Es geht um die prekäre Lage der europäischen Bankenlandschaft – namentlich die der italienischen.

Der deutsche Ökonom Philipp Bagus, Professor für Volkswirtschaft an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid, hat errechnet, dass die Bilanzsummen der europäischen Banken mittlerweile auf den sagenhaften Wert von 30 Billionen Euro angewachsen sind, was dem 2,91-fachen des EU-BIP entspricht.

Als Gründe für die Schieflage vieler Banken nennt Bagus folgende Gründe:

  • Die durch die im Gefolge der Finanzkrise verschärfte Bankenregulierung entstandenen, zusätzlichen Kosten, die derzeit bei 4% des Umsatzes liegen und die bis 2022 mutmaßlich auf gar 10% steigen werden, reduzieren in erheblichem Maße die Produktivität der Institute.

  • Unrealistische (d. h. überhöhte) Bewertungen der Anlagevermögen bergen ein veritables Risiko: Korrekt vorgenommene Wertberichtigungen würden nämlich das Eigenkapital vieler Banken augenblicklich vollständig vernichten.

  • Die konsequente Nullzinspolitik der EZB hat zu einer nominalen Aufblähung von Anlagepreisen geführt, was Scheingewinne der Institute nach sich zieht und diese damit besser aussehen lässt, als es den Tatsachen entspricht.

  • Die Summe der aushaftenden, uneinbringlichen Kredite, ist auf mittlerweile rund 30% des gesamten Darlehensvolumens angewachsen (!) – und damit auf einen historischer Höchststand von 759 Mrd. Euro angelangt.

  • Durch das niedrige Zinsniveau bedingt, können viele marode Unternehmen überleben, die längst hätten abgewickelt werden müssen, wodurch die Bankbilanzen drastisch belastet worden wären. Es handelt sich in diesen Fällen de facto um eine verschleierte Konkursverschleppung. Diese „Zombie-Unternehmen” binden jetzt nicht nur Ressourcen, die anderweitig besser eingesetzt werden könnten, sondern bilden auch gefährliche Zeitbomben in den Bankbilanzen, weil sie im Falle eines Zinsanstieges sofort insolvent würden, die Bankforderungen an sie damit abgeschrieben werden müssten und die betroffenen Kreditoren damit bankrott wären.

  • Die Zinspolitik der europäischen Zentralbank verschlechtert die Möglichkeit der Geldinstitute, ausreichende Zins- und Kreditmargen zu generieren. In einer Welt von Negativzinsen auf dem Interbankenmarkt, können sie kein Geld mehr verdienen.

  • Die enge Verflechtung von Banken und Regierungen manifestiert sich in hohen Summen von Staatsanleihen. Anfang 2018 hatten die Banken die gewaltige Summe von rund 3,5 Billionen Euro an Staatsschulden in ihren Büchern. Bei der nächsten Rezession ist folglich mit erheblichen Verlusten in den Staatsschuldportfolios zu rechnen – mit absehbar desaströsen Folgen für die Bankbilanzen.

Was auch immer in der nächsten Zeit auf den planwirtschaftlich gelenkten Finanzmärkten geschieht – es wird die angespannte Lage der Banken nicht verbessern. Ein Zinsanstieg würde eine ganze Reihe von Instituten – im Gefolge der dann dräuenden Welle von Unternehmenspleiten – sofort in die Zahlungsunfähigkeit treiben. Fallende Werte von Anlagen (z. B. von Immobilien), werden auch bei stabilen Banken zu massiven Bilanzverlusten führen. Ein weiterhin niedriges Zinsniveau dagegen, schnürt ihnen die Luft zum Atmen ab.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Politisch getriebener Interventionismus in die Wirtschaft und das Finanzwesen, führt mittel- und langfristig stets ins Chaos. Zahlreiche Hyperinflationen, Währungsreformen und Vermögenszerstörungen allein im 20. Jahrhundert, sprechen eine unmissverständliche Sprache: Ein durch die exzessive Ausweitung der (durch keinerlei Gegenwert gedeckten) Geldmenge, generiert regelmäßig eine Scheinkonjunktur, die nicht anders als in einer Rezession enden kann. Zwar ist es erstaunlich, ja geradezu atemberaubend, wie lange die eiserne Komplizenschaft zwischen Regierungen und Finanzwesen es in den zurückliegenden Jahren vermocht hat, den kollektiven Kollaps des weltweit betriebenen Pyramidenspiels zu hinauszuzögern; Am bitteren Ende des frivolen Treibens kann jedoch dennoch kein Zweifel bestehen: Irgendwann wird nämlich jeder Kredit fällig; Irgendwann wird jemand dafür bezahlen müssen. Entweder der gewürgte Schuldknecht oder der enteignete Gläubiger – gewaltsame Verteilungskonflikte inklusive.

Die, die das absehbare Debakel verursacht haben, werden dann längst tot oder in Rente sein. Bezahlen werden die Jungen und die noch Ungeborenen, die keine Schuld an dem von den Babyboomern und deren Nachfolgern initiierten Ponzi-System tragen.

Denn aus dieser Nummer gibt es so oder so kein unblutiges Herauskommen. Die notwenigen Maßnahmen einzuleiten, würde keine demokratisch gewählte Regierung überstehen. Also wird von hochkorrupten Politeliten und den mit diesen auf Gedeih und Verderb liierten Geldalchemisten weitergewurstelt werden, wie bisher. Wie formulierte es einst Marquise de Pompadour, Mätresse von König Luis XV? „Nach uns die Sintflut.”



Christlicher Antikapitalismus und die Bedeutung der Ahnungslosigkeit

Von Andreas Tögel

Es kommt nicht oft vor, dass ein Wirtschaftswissenschaftler sich der Betrachtung der Phänomene Geld und Kapitalmarkt aus christlicher Sicht widmet. Weil allzu viele Kirchenvertreter zwar über keinerlei Grundkenntnisse der Ökonomie verfügen, aber – gestützt auf einige Bibelzitate – jedenfalls eine rabiat ablehnende Haltung zu Geld und Reichtum einnehmen, ist von dieser Seite diesbezüglich kaum mit einem fundierten Urteil zu rechnen.

Anliegen des Autors Samuel Gregg, Forschungsdirektor des konservativen Acton-Instituts in Grand Rapids / Michigan / USA ist es, die Bedeutung des Geldes im Hinblick auf seine Transformation in wohlstandschaffendes Kapital zu würdigen. Nicht im Horten eines sterilen Schatzes, sondern in der Aktivierung des Mammons um damit Gutes tun zu können, liegt die aus christlicher Sicht positive Funktion materiellen Reichtums. Die von Adam Smith gewonnene Erkenntnis, dass Menschen in Verfolgung ihrer eigennützigen Ziele, auch anderen ungewollt Nutzen stiften, kann aus christlicher Sicht nicht ernsthaft angezweifelt werden.

Um die christliche Haltung zu Geld und Kapital zu analysieren, zitiert Gregg die Bibel, die Kirchenväter, sowie die Spätscholastiker und unternimmt eine Zeitreise von der Antike bis ins Heute. Grundsätzlich ablehnende Positionen, wie sie in jüngerer Zeit – sowohl von katholischen, als auch von protestantischen Funktionsträgern – immer wieder eingenommen werden, konnte er in den christlichen Quellen indes nicht finden. Im Gegenteil: Der Titel seines Buches – Für Gott und den Profit – findet sich sogar auf den Kontenbüchern tiefreligiöser Kaufleute des Mittelalters. Die strikt antikapitalistische Haltung vieler Christen resultiert offensichtlich aus purer Unkenntnis ökonomischer Einsichten. Viele christliche Fundamentalkritiker der liberalen Wirtschaftsordnung haben zwar keine Ahnung, was unter „Spekulation“ zu verstehen ist, oder worum es sich bei einem „Leerverkauf“ handelt, aber sie sind sicherheitshalber grundsätzlich dagegen.

Die Betonung der Bedeutung privaten Eigentums und die Verfolgung des Zieles einer materieller Bereicherung – nicht um ihrer selbst willen, sondern als Mittel zum guten Zweck -, steht keineswegs im Widerspruch zur christlichen Ethik. Die Abgrenzung berechtigter Zinsforderungen vom unbilligen Wucher, ist eines der Themen, denen der Autor – wie das die Kirche durch viele Jahrhunderte hindurch getan hat – große Bedeutung zumisst. Gregg beschäftigt sich auch mit der Herausforderung des „Moral Hazard“, der durch die von Politik und Geldproduzenten falsch gesetzten Anreize begünstigt wird. Die Verantwortung des einzelnen, selbst richtig zu entscheiden, wird dadurch indes nicht kleiner.

Fazit: Ohne Geld, das daraus gebildete Kapital, und die damit entstehenden Möglichkeiten, wäre die Menschheit sehr viel ärmer. Die Bewahrung der Armut aber liegt nicht im Sinn der christlichen Ethik. Lesenswert!

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Österreichs Schulden sind zu hoch!

Finanzminister, Agenda Austria und ÖGB

Die Wirtschaftslage Österreichs ist gut. Die Staatseinnahmen sprudeln wie nie zuvor. Der Beschäftigungsgrad in der Alpenrepublik befindet sich auf Rekordniveau und die Arbeitslosenrate ist so niedrig wie schon lange nicht. Günstigere Voraussetzungen, um ein Nulldefizit zu schaffen, hatte kaum ein anderer Finanzminister vor Hartwig Löger. Für den Chef der Agenda Austria, Franz Schellhorn, bietet das den Anlass, den Minister anlässlich seines Besuches in der liberalen Denkfabrik, mit einigen kritischen Fragen zu konfrontieren. Schellhorn räumt allerdings ein, dass der parteilose Löger – und zwar zum ersten Mal seit 1954, als Minister Reinhard Kamitz (ÖVP) das Amt bekleidete – einen Budgetüberschuss zustande bringen wird. Zuvor referiert Löger über die Budgetpläne der schwarzblauen Bundesregierung für die kommenden Jahre.
Ziel der Regierung sei es, die Gesamtsumme der Staatsverschuldung innerhalb der laufenden Legislaturperiode auf 62 Prozent des BIP zu senken und sich damit der im Vertrag von Maastricht vereinbarten Höchstgrenze von 60 Prozent des BIP zumindest anzunähern. Zugleich sei geplant, die Gesamtsteuerquote auf 40 Prozent zu senken – Motto: Leistung soll sich wieder lohnen. Kleinere und mittlere Einkommensbezieher werden durch Absenkung der ersten drei Tarifstufen, am stärksten profitieren. Aber auch Unternehmen sollen spürbar entlastet werden. Die im Vergleich zu unseren Nachbarländern zu hohe Körperschaftssteuer von derzeit 25 Prozent, soll gesenkt (auf welchen Wert will der Minister noch nicht verraten) und die Umsatzsteuer im Tourismus (wieder) auf 10 Prozent reduziert werden. Über eine Reduktion der KESt, die im Zuge der letzten Steuerreform von 25 auf 27,5 Prozent erhöht wurde, wird ebenfalls nachgedacht.
Eine gründliche Durchforstung des undurchdringlich gewordenen Steuerdschungels sei unbedingt nötig und werde auch angegangen: „Wenn sogar Steuerberater, die ihre Existenz einem komplizierten Steuersystem verdanken, mittlerweile Vereinfachungen fordern, weil selbst sie nicht mehr durchblicken, dann sagt das alles.“
Zu bewerkstelligen ist der Spagat zwischen Einnahmenminderungen und einer gleichzeitigen Schuldensenkung, nur mit ausgabenseitigen Maßnahmen – Kürzungen – die der Minister indes nicht im Einzelnen darstellen will. Immerhin so viel: Frei werdende Beamtendienststellen sollen nur noch zu 1/3 nachbesetzt werden; Die „Aktion 20.000“, die ältere Arbeitnehmer in Beschäftigung halten soll, wird gestoppt; Und bei Förderungen, die einen der größten Ausgabenposten bilden, soll konsequent der Rotstift angesetzt werden (keine Details). Bei dem gewaltigen Ausmaß von aktuell 290 Mrd. Euro an Schulden, sei eine Debatte darüber, ob es sich dabei um „gute“ oder „schlechte“ Schulden handle, fruchtlos. Der Schuldenstand sei jedenfalls zu hoch und müsse schon allein im Interesse der nachfolgenden Generationen gesenkt werden.
Schellhorn erklärt im an den Vortrag des Ministers anschließenden Gespräch, dass nach den Berechnungen der Agenda Austria, ein Nulldefizit schon im heurigen Jahr möglich ist. Löger widerspricht nicht, wiederholt aber, dass dieses Ziel erst für 2019 geplant ist. „Wenn es schon heuer gelingt, soll es uns recht sein.“ Die Frage, ob es Vorsorgen für mögliche Probleme gibt, die aus den politischen Turbulenzen in Italien resultieren könnten, verneint Löger: „Wir orientieren uns an Fakten, nicht an Erwartungen“ und rät in diesem Zusammenhang zur Gelassenheit.
Zur vor der Wahl propagierten Abschaffung der „kalten Progression“ befragt, die gegenwärtig annähernd die Hälfte der Bruttolohnzuwächse konsumiert, meint Löger, dass er einer allgemeinen Reform mit einer Absenkung der Tarife ganz klar den Vorzug gibt. Beides gleichzeitig anzugehen, würde den Rahmen des Möglichen sprengen. In einem nächsten Schritt sei aber geplant, sich dieses Problems anzunehmen.
Zur Frage der Pensionsfinanzierung: Die Sozialisten behaupten bis heute, es gebe kein Pensionsfinanzierungsproblem. Die dramatisch steigenden Bundeszuschüsse zu den Pensionen (allein in der Zeit von 2018 bis 2022, wird der Zuschussbedarf des Bundes – ohne Berücksichtigung der Beamtenpensionen – nach den Berechnungen der Agenda Austria um rund 33 Prozent anwachsen), sind für die roten Oppositionellen aus unerfindlichen Gründen bis heute kein Thema. Die Regierung bemüht sich indes um eine Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters. In diesem Punkt sei noch einige Arbeit zu leisten – ebenso wie bei der Krankenversicherung und den Pflegekosten, die ebenfalls einen ungebrochenen Aufwärtstrend aufweisen.
In der anschließenden Publikumsrunde kommen einige sehr spezielle Nischenbereiche des Steuerrechts aufs Tapet, die nicht im Detail abgehandelt werden können. Der Minister zeigt sich in der Frage der Besteuerung nicht entnommener Gewinne von Unternehmen gesprächsbereit.
Wer sensationelle Ankündigungen und die Verkündung spektakulärer Reformpläne erwartet hatte, wird enttäuscht. Der Minister zeigt sich weniger als Visionär, denn als pragmatischer Macher des Möglichen. Immerhin führt der von der Regierung beschrittene Weg, wenn auch nicht so direkt und schnell wie Franz Schellhorn und die Agenda Austria sich das wünschen, in die richtige Richtung.
Dass etwa zeitgleich mit dem Auftritt des Ministers, der designierte neue ÖGB-Kapo, Wolfgang Katzian (SPÖ), anlässlich des Bundeskongresses des Gewerkschaftsbundes, der Regierung und den Arbeitgebern ebenso unverhohlen wie grundlos mit Kampfmaßnamen droht, wirft ein grelles Licht auf die Ratlosigkeit, die seit ihrer Wahlniederlage auf den Genossen lastet. Wofür oder wogegen der wohlgenährte rote Apparatschik die proletarischen Massen auf die Straße zu hetzen gedenkt, weiß er vermutlich selbst nicht. Dass schließlich die zum Vortrag vor den Gewerkschaftern eingeladene Sozialministerin Hartinger-Klein (FPÖ) mit allerlei Unflat konfrontiert wurde, überrascht nicht. Nicht von ungefähr reimt sich Gosse auf Genosse.
Auf https://www.agenda-austria.at/ findet sich ein Link zur Aufzeichnung der Veranstaltung mit Minister Löger



Die Verhinderung des Erwachsenwerdens

Ein Interview mit Andreas Tögel

Herr Tögel, bei der Lektüre Ihres Buches „Schluss mit lustig“ kam mir der Ausspruch Roland Baaders in den Sinn, dass wir werden nachhungern müssen, was wir vorausgefressen haben. Nachhungern werden vor allem die Jungen müssen, richtig?

Völlig korrekt. „Wir“ ist zweiteilig zu sehen: „Wir“ Babyboomer haben…
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Ignoranz, Indolenz und Islamisierung

Unkenntnis und Sorglosigkeit sind die wichtigsten Einfallstore

Der Koran lässt keine Interpretation zu

Gott ist tot – zumindest in der westlichen Welt, namentlich in Europa. Religion spielt im Leben seiner autochthonen Einwohner faktisch keine Rolle mehr. Die Einsicht, dass Menschen existieren, die einer Religion anhängen, die sowohl die Politik als auch den normalen Tagesablauf rigoros bestimmt, erschließt sich im „gottlosen“ Europa nur wenigen Zeitgenossen. Auch Angehörige der Bildungselite sind sich nicht darüber im Klaren, dass eine Trennung von Kirche und Staat in einer islamischen Gesellschaft undenkbar ist. Das liegt an der in Europa weit verbreiteten Ignoranz hinsichtlich der „heiligen Schriften“ des Islam.

Der herrschende Kulturrelativismus verstellt den meisten Europäern weiterlesen



Ignoranz, Indolenz und Islamisierung

Von Andreas Tögel

Gott ist tot – zumindest in der westlichen Welt, namentlich in Europa. Religion spielt im Leben seiner autochthonen Einwohner faktisch keinerlei Rolle mehr. Die Vorstellung, dass es Menschen gibt, die einer Religion anhängen, die sowohl die Politik als auch den normalen Tagesablauf rigoros bestimmt, beschränkt sich auf eine kleine Zahl aufgeklärter Zeitgenossen. Der herrschende Kulturrelativismus, verstellt den meisten Europäern den Blick für die Herausforderungen, die mit dem Erstarken einer vormodernen Parallelzivilisation verbunden sind, für die eine Trennung von Staat und Kirche unmöglich ist. Denn letztlich sind doch alle Menschen gleich und glauben an denselben Gott, nicht wahr?
Unkenntnis und Soglosigkeit sind indes die wichtigsten Einfallstore für jede totalitäre Doktrin. Die Annahme, es sei doch gegenwärtig alles so friedlich und wunderbar, und nichts und niemand könne daran je etwas ändern – einfach, weil man in seinem ganzen Leben nie etwas anderes gesehen hat -, ist auf verhängnisvolle Weise irrig. Der „Naturzustand“, also die Lebenswirklichkeit der überwiegenden Mehrzahl Menschheit, war vor dem Zeitalter der Aufklärung, auf dramatische Weise unglücklicher, als sie es gegenwärtig ist. Hunger, Mangel, Armut und unausgesetzte politische Unterdrückung, bildeten eher die Regel als die Ausnahme. Der mit der Entstehung und dem Erstarken der marktwirtschaftlich-kapitalistischen Ordnung einhergehende Zuwachs an Freiheit und Wohlstand, war dramatisch.
Indes wird all das von den Altvordern Erreichte, gegenwärtig nicht nur durch eine seit 1989 ungeahnte Renaissance des Sozialismus in all seinen ekelhaften Schattierungen, sondern mehr noch durch eine weit gefährlichere Spielart des Kollektivismus gefährdet: Es geht um den Islam, der sich in der Alten, wie in der Neuen Welt immer stärker ausbreitet. Keine Ideologie, keine jemals ersonnene Doktrin, steht dem westlichen, aufgeklärt-liberalen Denken feindseliger gegenüber, als der politische Islam.
Bill Warner, ein US-amerikanische Physiker und Mathematiker, hat das islamische Schrifttum analysiert und ist dabei zu Erkenntnissen gelangt, die alarmierend zu nennen sind. Der Mann untersuchte, bewaffnet mit dem Werkzeug des Naturwissenschaftlers, die Gewichtung der Inhalte der „heiligen“ islamischen Texte. Nur 14 Prozent davon entfallen auf den Koran, 26 Prozent auf die Sira (die Biographie Mohammeds), der größte Teil aber, nämlich 60 Prozent, auf die Hadithen (Anekdoten und Aussprüche aus dem Leben Mohammeds). Nicht ohne Grund werden Muslime auch Mohammedaner genannt. Mohammed, der selbsternannte Prophet Allahs, nimmt in den heiligen Schriften des Islam weit mehr Raum ein, als Allah selbst.
Ohne Kenntnis der historischen Abfolge und der Sunna (so wird die Kombination von Hadithen und Sira bezeichnet), ergibt die Lektüre des Korans übrigens wenig Sinn.
Warners zentrale Erkenntnis lautet, dass mehr als die Hälfte der genannten „Trilogie“ sich nicht mit dem Seelenheil der Gläubigen beschäftigt, sondern mit der Behandlung der Ungläubigen, der „Kuffar“, durch die Rechtgläubigen. Der Umstand, dass 51 Prozent des heiligen islamischen Schrifttums der Behandlung der „Ungläubigen“ gewidmet sind, die 4/5 der Menschheit ausmachen, macht den eminent politischen Charakter dieser Religion deutlich.
Bill Warner sieht im Islam eine durchgängig „dualistische“ Doktrin. Alles – und auch das Gegenteil davon – lässt sich damit begründen. Die Erklärung für die Widersprüche, liefert ihre zeitliche Zweiteilung in die Jahre vor und nach der Flucht Mohammeds aus Mekka nach Medina. Der ältere, mekkanische Koran, enthält die gerne von seinen Apologeten zitierten Stellen eher friedlichen Charakters. Mohammed war zu dieser Zeit ein Prediger, der keine größere Zahl von Anhängern um sich zu scharen vermochte. Nach seiner Ankunft in Medina wandelte er sich vom Prediger zum politischen Agitator und Kriegsherrn und war in dieser Rolle beispiellos erfolgreich. So änderte sich auch der Ton des in Medina entstandenen Teils des Korans, der plötzlich einen mehrheitlich politisch-aggressiven Charakter annahm.
Da der Koran das Wort Allahs ist, verbietet sich jede Abweichung oder Interpretation. Während der Christ von Gott mit einem freien Willen zu entscheiden ausgestattet wurde, hat der Moslem keine Wahl: Er hat sich den durch Mohammed übermittelten Handlungsanweisungen Allahs, bedingungslos zu unterwerfen.
Der von Warner apostrophierte Dualismus des Islam, manifestiert sich im unüberbrückbaren Gegensatz zwischen Muslimen und „Ungläubigen“. Eine „Goldene Regel“ (Behandle andere stets so, wie du selbst von ihnen behandelt werden möchtest!) oder so etwas wie Menschenrechte, sind dem Islam fremd. Denn Allah hasst die Kuffar und rechtfertigt diesen gegenüber jede Gewalttat. Im Islam ist kein Platz für personenbezogene Rechte von „Ungläubigen“.
Der „kleine Jihad“, also der Kampf für die Ausbreitung des Islam, ist für jeden Muslim verbindlich und wird mit allen Mitteln geführt. Jihad ist daher nicht ausschließlich als bewaffneter Kampf zu verstehen. Auch der Einsatz von Geld, die planmäßige Täuschung (Taqiyya), die Infiltration von Feindesland durch muslimische „Flüchtlinge“, sowie das Mittel der ungezügelten Proliferation, gehören dazu.
Angesichts der großen Zahl der bereits in der westlichen Zivilisation lebenden Muslime, erstaunt es, mit welcher Ignoranz und Indolenz ihnen europäische Politiker, Intellektuelle, aber auch Durchschnittsbürger entgegentreten.
Jeder Europäer kennt den einen oder anderen netten Türken, Araber, Afghanen oder Syrer, der ein unauffälliges Leben zu führen scheint. Das indes bedeutet gar nichts. Was zählt, ist allein ihr Bekenntnis zu einer Religion, die jeden ihrer Anhänger dazu verpflichtet, gegen die Ungläubigen und für die Verbreitung des Halbmonds über den Erdkreis zu kämpfen. Ihr gegenwärtiges Stillhalten ist daher kein Nachweis für ihre ernstgemeinte Integration. Ihr aktiver Kampf gegen den Jihad dagegen, wäre ein Zeichen dafür. Dieser (völlig aussichtslose) Kampf wird aber nur von einer Handvoll tollkühner Renegaten geführt, deren Haltung für die große Mehrzahl der „Rechtgläubigen“ übrigens keinerlei Bedeutung hat.
Dass im Rahmen des „heiligen Krieges“ in 1.400 Jahren rund 270 Millionen „Ungläubige“ getötet wurden, hebt den Islam aus allen anderen Religionen heraus. Keine andere (weltliche) Religion hat jemals mehr Opfer gefordert, selbst der Kommunismus und der Nationalsozialismus nicht. Wer meint, dass es in Europa, wo der Islam – besonders in England und Frankreich, aber auch in Schweden, Österreich und Deutschland -, tagtäglich an Boden gewinnt, künftig anders laufen würde, als im einst christlichen Orient, sollte sich dingend mit der Geschichte Mohammeds und seiner Nachfolger beschäftigen.
Bill Warner geht es nicht um den religiösen, sondern um den politischen Aspekt des Islam. Er behauptet nicht, dass jeder Muslim ein gefährlicher Jihadist ist. Seine Kritik richtet sich auch nicht gegen Muslime, sondern ausschließlich gegen den politischen Islam. Er hat wohl recht, wenn er feststellt, dass der Koran zwar das in der westlichen Welt heute politisch wirkmächtigste, zugleich aber auch das wohl am wenigsten gelesene Buch ist. Unwissenheit, wir wissen es, schützt indes nicht vor Strafe. Wer nicht weiß, womit er es zu tun hat, leistet seiner größten Bedrohung ungewollt Vorschub. Für die westliche Zivilisation ist es eine Überlebensfrage, wie sie der Herausforderung durch den politischen Islam begegnet.
Die Schriften Bill Warners können über sein „Center for the Study of Political Islam“ (CSPI) bezogen werden: https://www.politicalislam.com/ Sie sind absolut lesenswert!



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