Monatsarchive: Juli 2019

Schalldämpfer: Mythos und Wirklichkeit

Im Zuge der letzten Waffenrechtsnovelle wurde in Österreich mit Jahresanfang 2019 allen Jägern die Verwendung von Schalldämpfern gestattet. Bislang war das nur Berufsjägern erlaubt. In Deutschland bestehen länderweise verschiedene Regelungen. Grundsätzlich gilt ein Schalldämpfer als „wesentlicher Waffenbestandteil“, der vom Besitzer bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen entsprechend zu registrieren ist.

Zwei Überlegungen stehen hinter dem Einsatz jagdlich verwendeter Schalldämpfer: Einerseits geht es um den Schutz des Gehörs der Jäger. Wer jemals mit dem Abschussknall eines Gewehrs Bekanntschaft gemacht hat, ohne einen Gehörschutz zu tragen, weiß worum es geht. Anders als auf dem Schießstand, kommt bei der Jagd die Verwendung von Kapselgehörschützern kaum in Betracht. Daher wird durch den Abschussknall, der bei gängigen Jagdkalibern einen Wert von 136, 5 Dezibel erreicht, das Gehör einer erheblichen Belastung ausgesetzt. Anderseits geht es um die Reduktion von Stress für das Wild, das wegen der stärkeren Freizeitnutzung der Wälder erhöhtem Druck ausgesetzt ist.

Moderne Schalldämpfer können den Abschussknall einer Büchse um bis zu 40 Dezibel reduzieren. Die Dämpfungsleistung korreliert mit dem Volumen des Gerätes.
Vereinfacht ausgedrückt: je größer der Dämpfer, desto geringer der Schussknall.

Der Konsument von Actionfilmen unterliegt gewöhnlich der irrigen Vorstellung, dass ein Schussknall sich mittels eines Schalldämpfers (der im Film meist auf Kurzwaffen montiert ist) auf ein dumpfes „Plopp“ reduzieren lässt, das mit dem beim Öffnen einer Flasche Schaumweins entstehenden Geräusch vergleichbar ist.
Das ist indes Filmfiktion, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat.

Ein weiterer im Film liebevoll gepflegter Unsinn ist die Verwendung von Schalldämpfern auf Revolvern. Das kann aus dem einfachen Grund nicht funktionieren, weil bei Revolvern zwischen der Trommel und dem Lauf ein bauartbedingter Luftspalt besteht, durch den der Schussknall auch dann austritt, wenn am Laufende ein Dämpfer montiert ist. Dagegen kann der Abschussknall von Pistolen durch den Einsatz von Dämpfern deutlich reduziert werden.

Der beim Schuss entstehende Knall setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Dabei handelt es sich um den Abschussknall einerseits, und um den Geschossknall andererseits. Ersterer wird durch die explosionsartige Verbrennung der Patronentreibladung verursacht, während letzterer entsteht, wenn das Geschoss die Schallmauer durchbricht – was sowohl bei Gewehren als auch bei Kurzwaffen gewöhnlich der Fall ist. Wer sogenannte „Subsonic-Munition“
einsetzt, deren reduzierte Pulverladung bewirkt, dass die Geschosse die Schallgrenze nicht erreichen, muss erhebliche Leistungseinbußen in Kauf nehmen, was deren jagdliche Verwendung ausschließt.

Die Physik lässt sich nicht überlisten. Schalldämpfer reduzieren lediglich den Abschussknall, nicht aber den vom Geschoss verursachten Überschallknall. Der kann nicht gedämpft werden. Im militärischen Bereich ist der Einsatz von Gewehrschalldämpfern, beispielsweise durch Scharfschützen, dennoch interessant, weil der beschossene Gegner (sofern er dann noch lebt) zwar den Geschossknall hört, aber den Standort des Schützen akustisch nicht ausmachen kann.

Bei jagdlichen Einsätzen ist auf die Größe der Schalldämpfer Rücksicht zu nehmen. Viele Jäger legen großen Wert auf die „Führigkeit“ ihrer Büchsen, die durch einen Dämpfer stark herabgesetzt wird. Auch die Montage selbst bildet eine technische Herausforderung. Auf jagdlich gebräuchlichen, mehrläufigen Büchsen – etwa kombinierten Büchsen mit Kugel- und Schrotläufen – ist die Montage von Schalldämpfern nicht möglich. Nur einläufige Waffen – etwa Kugelrepetierbüchsen – sind dafür geeignet.

Ob und wie viele Waidmänner den Nerv haben, die Laufmündung ihrer handgefertigten Waffen aus der Werkstatt eines Büchsenmachers (die jenseits von 20.000 Euro kosten können) mit einem Gewinde zur Aufnahme eines Dämpfer verschandeln zu lassen, ist eine andere Frage.

Der Beitrag erschien zuerst in der Aug./Sept. – Ausgabe von „eigentümlich frei“ Nr. 195



Die Streber-Republik

…Aber jetzt, zwanzig Jahre später, beginnt derselbe Film von vorne. Die Streber, die feigen Mitläufer, die moralisierenden Klugscheißer, sie alle sind wieder da und es ist kein Schlussgong, kein Wochenende und kein Abi in Sicht. Merkelismus ist wie Schule für immer…weiterlesen



Buchrezension: Gegen Wahlen

Die Demokratie ist in der Krise – obgleich sie von einer Mehrheit der Weltbevölkerung gewünscht und als jeder anderen Staatsform überlegen eingeschätzt wird. Sinkende Wahlbeteiligung, schwindende Zahlen von Parteimitgliedern und zunehmende Unzufriedenheit der Wähler mit ihren Regierungen sind unübersehbar. Der Autor diagnostiziert ein „demokratisches Ermüdungssyndrom“, dessen Hauptursache er in der Alternativlosigkeit zu regelmäßig stattfindenden Wahlritualen zu erkennen meint.

In der Tat zeigt der antike Prototyp, das athenische Vorbild, dass nicht Wahlen die Basis einer funktionierenden Demokratie bilden, sondern die Partizipation der Bürger, die sich eben nicht in der Stimmabgabe erschöpft.

Das in der Neuzeit aus der Mode gekommene Lossystem (das gegenwärtig nur noch zur Bestimmung von Geschworenen genutzt wird) ist nach Meinung des Autors dazu geeignet, die Auswahl des politischen Personals insofern zu verbessern, als Bestechung, Wählertäuschung und Korruption damit eingedämmt werden. Wenn der Zufall und nicht Skrupellosigkeit und das größere Talent zum planmäßigen Lügen entscheidet, brauchen den Wählern auch keine Märchen mehr aufgetischt zu werden.
Das ist eine zweifellos zutreffende Überlegung.

Der Autor plädiert daher für eine Kombination von Wahl- und Losverfahren, was sowohl auf die Effizienz, als auch auf die Legitimität der modernen Demokratie eine positive Wirkung ausüben würde. Leider werden von ihm einige wesentliche Ursachen der Demokratiekrise völlig ausgeblendet:

  1. Die Tendenz der wohlfahrtsstaatlichen Demokratie zur Infantilisierung der Stimmberechtigten. Wer deren Leben bis ins Detail regelt, trainiert ihnen jede Fähigkeit zur Selbstbestimmung ab. Wie aber sollen die Bürger auf sinnvolle Weise ihr Führungspersonal bestimmen können, wenn sie keine Verantwortung für ihr eigenes Leben zu tragen gewöhnt sind?

  2. Massendemokratien tendieren zur „sozialen“ Umverteilung und zur Planwirtschaft. Dass Planwirtschaften in 100/100 Fällen zu Mangel und Elend führen, ist indes hinlänglich erwiesen.

  3. Die Entkoppelung von Macht und Verantwortung: politische Mandate garantieren die Straflosigkeit bei fahrlässigen oder gar vorsätzlichen Fehlentscheidungen. Die Wähler einerseits bleiben anonym und die Gewählten andererseits verschanzen sich hinter ihrem Mandat. Wenn aber fehlerhaftes Handeln systembedingt keine negativen Konsequenzen nach sich zieht, ist „Moral hazard“ programmiert.

  4. Das politische Personal rekrutiert sich in jeder Demokratie aus einer rigorosen Negativauslese der Gesellschaft. Menschen, die auf dem Markt erfolgreich sind, begeben sich nicht in die Niederungen der Politik. Entweder sie sind in ihrem Beruf unabkömmlich oder sie würden ihre Einkommenssituation und weitere Karrieremöglichkeiten durch den Wechsel in die Politik drastisch verschlechtern. Daher zieht die Politik bevorzugt Zivilversager auf magische Weise an. Daran kann auch ein Lossystem nichts ändern, da die Besten gar nicht erst auf die Idee kommen, sich um ein politisches Amt zu bewerben.

Lord Dalberg-Acton erkannte, dass Macht korrumpiert. Solange die politische Klasse nicht entscheidend entmachtet wird – und zwar durch Wegnahme der meisten von ihr im Laufe der Zeit usurpierten Agenden – ist kein Ende der Demokratieverdrossenheit zu erwarten. Selbstbestimmung, nicht die Illusion der Mitbestimmung, bildet den Kern der Demokratie.

Gegen Wahlen: Warum Abstimmen nicht demokratisch ist
David Van Reybrouck
Wallstein-Verlag
200 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-8353-1871-7
17,90,- Euro



Kampf gegen Identitäre Bewegung

Einübung in die Unterwerfung

(Thorsten Hinz) „Ist es schon so weit, daß man sich für Selbstverständlichkeiten bedanken muß. Sehe ich nicht so“, twitterte ein Leser-Einspruch zu einem hier erschienenen Kommentar, in dem Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) gewürdigt wurde, weil er der erste – und bisher einzige – aktive Spitzenpolitiker ist, der die Schuldzuweisung für den Lübcke-Mord an die AfD zurückgewiesen hat.

Kampf gegen Identitäre Bewegung

Ja, es ist so weit, weil die Selbstverständlichkeiten im Begriff sind, sich zu verflüchtigen. Um zu wissen, wohin die Reise geht, muß man auf die Behandlung der Identitären Bewegung (IB) schauen, die durch den Entscheid des Verfassungsschutzes, sie unter Beobachtung zu stellen, nun offiziell zu Unberührbaren gemacht worden sind. Die Pressemitteilung des Verfassungsschutzes ist ein Gebräu aus terminologischem Quark und Unterstellungen: „Die IB zielt letztlich darauf ab, Menschen mit außereuropäischer Herkunft von demokratischer Teilhabe auszuschließen und sie in einer ihre Menschenwürde verletzenden Weise zu diskriminieren. Menschen ohne gleiche ethnische Voraussetzungen können aus Sicht der IB niemals Teil einer gemeinsamen Kultur sein.“

Clan-Kriminalität als Beleg

Der Unterschied zwischen den konkreten…weiterlesen



Buchrezension: Edelsteine als Investment

(Andreas Tögel) Das Misstrauen gegen staatliches Fiatgeld nimmt weltweit zu. Nicht ohne Grund geht seit Jahren der Trend zu spekulativen Investments in Kryptowährungen, sowie in als Inflationsschutz bewährte Edelmetalle (Gold und Silber). Der Goldkurs bewegt sich derzeit auf einem Fünfjahreshoch.

Doch das Horten edler Metalle birgt auch Nachteile, wie ein durch deren Gewicht und Volumen bedingter Lageraufwand, beschränkte Transportierbarkeit im Krisenfall und die relativ leichte Auffindbarkeit mittels Metalldetektoren, was im Falle des Verbots privaten Goldbesitzes (wie etwa in den USA zwischen 1933 und 1974) zum Problem werden kann.

Eine Alternative zum Gold bietet das Investment in Edelsteine. Deren leichte Transportierbarkeit infolge ihrer extremen Wertdichte und ihre beachtlichen Wertsteigerungen bilden die Hauptargumente dafür. Dass Edelsteine von geringerer „Liquidität“ sind als Gold, sollte allerdings nicht übersehen werden. Edelsteine kauft der Laie nicht einfach so. Es kann im Krisenfall möglicherweise schwierig werden, rasch Käufer dafür zu finden.

Grundsätzlich teilt sich der Edelsteinmarkt in zwei Kategorien: „Weiße Ware“, also Diamanten einerseits, und Farbsteine – Rubine, Saphire und Smaragde -, andererseits. Experten, wie der Autor dieses Buches empfehlen, zu Anlagezwecken ausschließlich auf die jeweils besten Qualitäten zu setzen. Bei Diamanten heißt das: beste Farbe (D oder E, früher auch als „River Blue“ bezeichnet), größte Reinheit (FL, Flawless oder IF, Internally Flawless) und beste Schliffqualität. Für die Wertaufbewahrung sollten Steine mit einer Größe zwischen 0,5 und zwei Karat gewählt werden.

Für Farbsteine gilt: Unbehandelt, beste Farbe (bei Rubinen „taubenblutrot“), größte Reinheit, erstklassige Bearbeitung und Größen ab einem Karat.

Für alle Edelsteinklassen gilt: das Volumen der Funde nimmt weltweit ab. Langfristig ist daher mit Wertsteigerungen zu rechnen, da die Nachfrage – besonders in Fernost – ständig zunimmt. Alle Details hinsichtlich der entscheidenden Bewertungskriterien werden im Buch ausführlich und in einer auch für Laien verständlichen Art und Weise dargestellt. Auch der Prüfung und Zertifizierung von Edelsteinen ist breiter Raum gewidmet.

Während sich der Wert von Diamanten in den letzten Jahren seitwärts bewegt hat und bei Schmucksteinqualitäten seit der Finanzkrise 2008 sogar etwas zurückgegangen ist, sind die Preise für Rubine aus Fernost (Burma) geradezu explosionsartig gestiegen. Topqualitäten sind heute schwer zu finden. Neue Abbaustätten in Afrika (Mozambique) füllen die durch die geringere Ausbeute in Asien bedingte Angebotslücke, wenngleich ihr Wert (noch) nicht an den der asiatischen Ware heranreicht.

Auch Saphire aus Burma haben eine turbulente Aufwärtsentwicklung ihrer Preise hinter sich. Nicht ganz so stark, aber ebenfalls beachtlich haben sich die Preise für Smaragde entwickelt, die vorzugsweise in Kolumbien abgebaut werden.

Wer ernsthaft daran denkt, Geld zu Wertaufbewahrungszwecken in Edelsteine zu investieren, dem sei die Lektüre dieses informativen Buches wärmstens empfohlen.



Es darf keine Zwei-Klassen-Medizin mehr geben!

Aus der Mottenkiste des Egalitarismus

Den Sozis geht´s europaweit schlecht – so auch in Österreich. Die Meinungsumfragen für die bevorstehenden Nationalratswahlen verheißen nichts Gutes. Wie es sich für eine strukturkonservative Partei gehört, greifen die mit einer nicht sonderlich kompetenten Führerin geschlagenen Genossen von der SPÖ in ihrer Not tief in den Fundus altbacken-egalitärerer Konzepte und versuchen, von der Beschwörung des längst verblassten Ruhms ihres einstigen Stars Bruno Kreisky zu profitieren. Ein Blick auf die FB-Seite von Genossin Joy Pamela Rendi-Wagner gibt Aufschluss darüber.

Hier auf Facebook erfahren wir, dass Pam die Sorgen und Ängste der Menschen ernst nimmt; dass sie die Natur mittels des „Ausbaus erneuerbarer Energien“ zu schützen gedenkt – wobei der Naturschutz trefflich mit dem Bild einer durch Windräder und Photovoltaikanlagen verschandelten Berglandschaft illustriert wird. Sozialistische Ästhetik, vermählt mit ebensolcher Logik. Folgende Forderung ist besonders interessant: „Die Teilzeitarbeit von Alleinerziehenden darf die Pensionshöhe nicht negativ beeinflussen.“ Das bedeutet, konsequent zu Ende gedacht, nicht weniger als eine Abkehr vom Pensionsversicherungsprinzip, in dem die Höhe der Einzahlungen jene der späteren Auszahlungen bestimmt – läuft also auf eine Einheitspension hinaus. Das wird die Rentenweltmeister von der Gemeinde Wien und die nicht minder roten Eisenbahner begeistern. Für jene, die ihr Geld unter Marktbedingungen erarbeiten, bedeutet es: heute maximale Beiträge leisten, und morgen eine Minirente kassieren. Super! Der Dauerbrenner „leistbares Wohnen“ darf natürlich auch nicht fehlen – ebenso wenig, wie die „gerechte Verteilung der Vermögen“. Letzteres meint: weg von den Produzenten, hin zu den Nichtproduzenten, oder – etwas deutlicher: Von den Leistungsträgern zu den Versagern. Mehr Phantasie und Anstand ist von Linken eben nicht zu erwarten.

Besonders putzig ist aber das hier: „Jeder hat ein Recht auf die beste Behandlung. Ganz gleich wie viel er oder sie verdient“ und weiter*: „Es darf keine Zwei-Klassen-Medizin mehr geben.“* Das aus der Feder einer gelernten Ärztin, die das herrschende System bestens kennt, ist pikant, zumal sie von 2011 – 2017 als Spitzenbeamtin im Gesundheitsministerium tätig war und für kurze Zeit sogar als Gesundheitsministerin fungierte. Wer, wenn nicht sie, muss also wissen, wie´s hier läuft: das öffentliche Krankheitsverwaltungsbiotop, das, witzig wie die Roten nun einmal sind, gerne zum „besten Gesundheitssystem der Welt“ hochgejubelt wird, weist erhebliche Schwächen auf. Wer etwa eine Hüftprothese braucht, kann sich auf Wartezeiten von einem halben Jahr und mehr einstellen. Wer eine Augenoperation benötigt, sollte sich rechtzeitig einen Blindenhund anschaffen, und wer eines Eingriffs am offenen Herzen bedarf, hat keine üblen Chancen, auf der Warteliste zu verenden.

Macht aber nix, denn die „Zweiklassenmedizin“ soll ja abgeschafft werden.
Gleiches Elend für alle, so die Devise, denn derzeit können sich´s ja wenigstens diejenigen richten, die nicht ihr ganzes Geld im Urlaub oder beim Branntweiner verjubelt haben und sich deshalb prompte Behandlungen in der Privatklink leisten können. Die gedenkt Pamela, eine andere Interpretation lässt ihre oben zitierte Aussage kaum zu – offenbar zwangsweise zusperren zu lassen. Motto: wo kommen wir denn da hin, wenn einer sich in einem teuren Sanatorium kurieren lässt, nur weil er bereit und imstande ist, dafür Geld in die Hand zu nehmen.

Die populistische Forderung nach einem „Recht auf beste Behandlung“ hat aber noch eine andere Facette, deren der gemeine Sozi vermutlich gar nicht gewahr wird: Es handelt sich hierbei nämlich um ein „Recht“, das auf einer Zwangsverpflichtung Dritter basiert: der Heilkundige wird dazu genötigt, die „beste Behandlung“ zu liefern. Derartige Arbeitsverhältnisse nannte man früher Sklaverei. Dass Pam & Genossen über die Frage der Kosten, vor allem aber über die, wem das geringe Vergnügen zufallen soll, diese zu tragen, nobel hinweg blicken, versteht sich von selbst.

Allen Roten ins Stammbuch geschrieben: Kein Recht kann auf Zwangsarbeit beruhen. Eine derartige Forderung (im vorliegenden Kontext läuft sie auf das absolut absurde Recht auf Abwesenheit von Krankheit hinaus), ist grotesk.
Alois Stöger, Frau Dr. Rendi-Wagners Vorgänger im Amt des Gesundheitsministers, war ein Gewerkschafter und gelernter Maschinenschlosser. Entsprechend unbedarft war er auch. Von einer gelernten Medizinerin dagegen kann man erwarten, dass sie begreift, worum es im Gesundheitswesen geht und daher ein derart törichtes Ansinnen wie das „Recht auf beste Behandlung“ fallen lässt.



Buchrezension: Fauler Zauber: Schein und Wirklichkeit des Sozialstaates

Über das süße Gift des Sozialismus

Der 2012 – viel zu früh – verstorbene Autor war ein sehr produktiver Geist. Wie kaum ein zweiter hat er es verstanden, auch komplexe wirtschaftliche und gesellschaftlich-politische Phänomene in einer Art und Weise darzustellen, dass sie sich auch unbedarften Lesern erschließen. In der vorliegenden Schrift geht es um das süße aber gefährliche Gift des Sozialstaates.

Wie sein großes geistiges Vorbild, F. A. Hayek, erkennt er in der romantisierenden Sehnsucht nach dem in der Kleingruppe oder in der steinzeitlichen Horde gelebten Altruismus, die Wurzel aller Kritik am vermeintlich kalten und „unmenschlichen“ Kapitalismus. Doch die große Gesellschaft, in der nicht jeder jeden kennt, verlangt nach gänzlich anderen Regeln und Prinzipien, um ein für alle gedeihliches Zusammenleben zu ermöglichen. Die Übertragung des Prinzips der Kleingruppe auf die moderne Massengesellschaft führt geradewegs in die Katastrophe.

Der Sozialismus, ein keineswegs erst mit Marx und Engels in die Welt getretenes Phänomen, ist unter verschiedenen Namen und unter den originellsten Tarnkappen verborgen, nach jedem gescheiterten Versuch seiner Verwirklichung immer wieder neu erstanden. Aktuell feiert er etwa unter den Bezeichnungen „Gender Mainstreaming“ und „Kampf dem Klimawandel“ fröhliche Urständ.

Das zentrale Kapitel in Baaders Ausführungen bildet der Gegensatz zwischen Sozialstaat und Minimalstaat. Er selbst ist Befürworter des letzteren, wiewohl er einräumt, dass „anarchokapitalistische“ Protagonisten einer völlig staatsfreien Privatrechtsordnung sehr starke Argumente auf ihrer Seite haben.

Minimalstaat also. Der beschränkt sich nach Baader auf den Schutz von Eigentum und Sicherheit des Bürgers im inneren und nach außen, wobei der Begriff Eigentum nicht nur materielle Aspekte umfasst, sondern sich an von John Locke formulierten Prinzipien orientiert, die er in seiner „Zweiten Abhandlung über die Regierung“ darlegt. Der deutsche Sozialist Ferdinand Lasalle verunglimpft diesen Minimalstaat als „Nachtwächterstaat“. Kein Wunder: Sozialisten schätzen private Eigentumsrechte gering, oder lehnen sie völlig ab. Das Kollektiv – letztlich der Staat – hat nach ihren Vorstelllungen von der Wiege bis zur Bahre vorzusorgen. Der Einzelne bezieht seine Rechte (falls überhaupt) vom Kollektiv und zählt ansonsten nichts.

Der konsequente Kampf aller Sozialisten gegen die Keimzelle der bürgerlichen Gesellschaft, die Familie, speist sich aus dem Wunsch, die Gesellschaft zu atomisieren, in welcher der einzelne nur noch Bindungen zum allsorgenden Staat kennt (und braucht), der neben sich nichts duldet. Der Sozialstaat tritt an die Stelle eines eifersüchtig über seine Herrlichkeit wachenden Gottes.

Unter dem eingängigen Schlachtruf eines „Kampfes für die soziale Gerechtigkeit“ hat der Sozialstaat nahezu alle gesellschaftlich relevanten Bastionen, wie Geldproduktion, Pensions- Kranken- und Unfallversicherung, Schulwesen und öffentliches Transportwesen (die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit) gestürmt. Er hat das Privatrecht weitgehend abgeschafft und verstaatlicht: Arbeits- und Mietverträge können unter seinem Regime nicht mehr nach der freien Willensübereinkunft der Vertragspartner geschlossen werden. Der Staat ist zur allsorgenden Gouvernante mutiert, die nicht etwa dafür sorgt, dass ihre Schützlinge gefahrlos zu Erwachsenen heranreifen, die ihre eigenen, selbst verantworteten Entscheidungen zu treffen verstehen; vielmehr achtet er darauf, dass seine Zöglinge ewig unmündige Kinder bleiben.

Das bleibt nicht ohne Folgen für die Demokratie: Wer der Fähigkeit entwöhnt ist, für sich selbst zu sorgen, wird auch kaum über die Fähigkeit verfügen, die richtige Auswahl bei der Bestellung seiner politischen Führer zu treffen, wie Alexis de Tocqueville bereits 1840 erkannt hat („Über die Demokratie in Amerika“).

Das sehr kurz ausgefallene Schlusskapitel „Auswege“ bietet wenig Hoffnung auf eine rechtzeitige Umkehr auf dem Weg zur Knechtschaft. Es ist ein Katalog der Maßnahmen die zu ergreifen wären, allerdings ohne jede Chance auf ihre Verwirklichung. „Errungenschaften“ des Sozialstaates wieder abzubauen, ist eine Herkulesaufgabe, der kein Sterblicher gewachsen sein dürfte.



Why do (otherwise) perfectly intelligent people believe in Climate Change?

(Andy Edmonds) The operative word in this somewhat leading question is “believe”. Global warming is a belief system with all the characteristics of a religion.
Look at how non-believers are vilified. Look at how we are told we must make sacrifices to the god of global warming; to sacrifice little old ladies through their unaffordable heating bills; to sacrifice our countryside to windmills and solar farms; to sacrifice our cars and our mobility.

Why do Perfectly Intelligent People Believe in Climate Change

How did we get to this point in our supposedly rational age?
The answer, I believe, lies in the history of ideas themselves. To grossly, but unavoidably, oversimplify things, the argument is as follows:
One of the major purposes of religion is to explain the seemingly random events that occur to us as individuals and societies.
The demise of Christianity in the West has led to, or was caused by, a rise in scientific rationalism. The latter has given us better explanations for the events in the world, and held out the promise, as espoused by Laplace in 1813, of total predictability, of understanding everything scientifically.
Thus, one all-powerful God has replaced another.
The success of scientific rationalism has spawned political and social ideas that ape the promise of predictability and explainability that…weiterlesen



Kapital, Löhne und Wettbewerbsfähigkeit

Arbeit spielt im Hinblick auf den in einer Volkswirtschaft herrschenden Wohlstand eine deutlich geringere Rolle als Kapital. Das mag manchen Zeitgenossen nicht auf Anhieb einleuchten, wird aber sofort deutlich, wenn man sieht, wie gering die Einkommen von durchaus hart arbeitenden Menschen ausfallen, wenn ihnen kein oder nur wenig Kapital (in Form von Maschinen und Anlagen) zur Verfügung steht. Viele Länder der Dritten Welt sind nicht deshalb arm weil dort keiner arbeitet, sondern weil zu wenig Kapital verfügbar ist.

Kapital, Löhne und Wettbewerbsfähigkeit

Auch die Vorstellung, dass es nur guter, innovativer Ideen bedarf, um eine Volkswirtschaft voranzubringen, ist falsch. Am Ende kommt es doch darauf an, die Ideen (meist verrückter Spinner, gelegentlich aber doch genialer Visionäre) zu finanzieren. Es mangelt also meist nicht an (guten?) Geschäftsideen, sondern weit eher am Kapital risikobereiter Inverstoren.

In hoch entwickelten, arbeitsteiligen Industriestaaten fällt ins Auge, dass jene Tätigkeiten, die mit hohem Kapitaleinsatz verbunden sind (der allerdings ein entsprechendes Ausbildungsniveau voraussetzt), die höchsten Einkommen erzielen.

Automechaniker verdienen mehr als Friseure und Radiologen mehr als Allgemeinmediziner. In jedem dieser Fälle bewirkt das in Form von Betriebsmitteln eingesetzte Kapital, eine bedeutende Steigerung der Wertschöpfung pro Arbeitsstunde. Kapital wird somit zum Multiplikator und ermöglicht Skalierungseffekte. Wer geschickt ist und mit der Hand Fische zu fangen versteht, wird damit möglicherweise gerade so über die Runden kommen. Wer dagegen ein gutes Netz zur Verfügung hat, wird deutlich besser leben.

Man stelle sich die Welt vor, die nach dem Gusto von in Fragen der Ökonomie meist vollkommen unterernährten grünen Ökoromantikern regiert wird: Hunderttausende Lastenträger würden schleppen, was heute ein paar Dutzend LKW transportieren. Ein Heer von Landwirtschaftsarbeitern würde – wie weiland im 19. Jahrhundert – mit ihrer Muskelkraft jene Agrarflächen beackern, die heute – dank moderner Technologie und Agrarchemie – von zwei Prozent der Bevölkerung bewirtschaftet werden können. Ein „Zurück zur Natur“ – ein Verzicht auf den Einsatz „harter“ Technik und Chemie -, würde in einer Welt mit mehr als 7, 5 Milliarden Einwohnern den massenhaften Hungertod zur Folge haben.

Kapital ist dennoch nicht alles. Der Produktionsfaktor Arbeit ist auch in einer modernen und kapitalintensiven Gesellschaft immer noch von großer Bedeutung. Daher spielt deren Preis, die Lohnhöhe, eine wesentliche Rolle – etwa bei der Standortwahl vor wichtigen Investitionsentscheidungen. Aus der Sicht der Arbeitgeber zählt dabei nur der entstehende Lohngesamtaufwand, der in den Lohnstückkosten seinen Niederschlag findet. Eine Aufteilung des Arbeitspreises in Lohnkosten und Lohnnebenkosten bildet allenfalls für die politische Klasse und naturgemäß unterbeschäftigte Gewerkschafter eine reizvolle Übung.

Debatten darüber sind – siehe oben – „leere Kilometer“.

Bruttolohnkosten und Nettolöhne fallen in Österreich traditionell sehr weit auseinander. Das hat mehrere Ursachen, die allesamt auf die Ineffizienz und die daraus resultierende Unersättlichkeit des Sozialstaates zurückzuführen sind.

Wie dem auch sei: für die Arbeitnehmer zählt am Ende des Monats nur jener Betrag, der unten auf dem Lohnzettel steht. Ein hoher Bruttolohn befriedigt die Beschäftigten nämlich recht wenig, wenn der Fiskus mehr als die Hälfte dessen abgreift, was sie ihren Dienstgeber kosten. Für die Arbeitnehmer entsteht diesbezüglich übrigens deshalb ein verzerrtes Bild, weil die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung und die Kommunalabgaben nicht auf dem Lohnzettel ausgewiesen werden. Das hat – aus der Sicht der Politnomenklatura – durchaus Sinn, denn es verschleiert einerseits die wahren Kosten des wohlfahrtsstaatlichen Sozialkitsch´, und macht andererseits die Unternehmer zu Sündenböcken, weil sie als verlängerte Werkbänke des Finanzministers und der Sozialversicherungen die Drecksarbeit zu machen genötigt sind. Dass sie gegenüber dem Leviathan auch noch für die Richtigkeit der Lohnsteuer- und SV-Abrechnungen ihrer Angestellten haften, setzt der Zumutung den Hohn hinzu.

Klar ist: würden die Arbeitgeber die vollen Bruttolöhne an ihre Mitarbeiter auszahlen und diese – wie es im Grunde logisch wäre – selbst ihrer Steuern und SV-Abgaben abzuführen verpflichtet sein, stiegen die Steuerwiderstände ins Unermessliche. Dann würden nämlich, auch Durchschnittsverdiener erkennen, dass ihnen gerade einmal die Hälfte der Früchte ihrer Arbeit verbleibt, während sie die andere Hälfte an den katastrophal schlecht wirtschaftenden Staat abzuliefern gezwungen sind.

Beispielhaft deutlich wird die räuberische Natur des Staates (der vom US-Ökonomen Mancur Olson nicht zu Unrecht „stationärer Bandit“ genannt wurde) an der untenstehenden Graphik der Agenda Austria. Einer deren Ökonomen hat den Bruttoeffekt einer Nettolohnerhöhung um 100 Euro analysiert. Ernüchternde Erkenntnis: „Damit einem Arbeitnehmer mit einem Bruttogehalt von 3.000 Euro 100 Euro netto mehr im Jahr bleiben, muss der Arbeitgeber 229 Euro mehr bezahlen.“
An diesen Befund knüpft sich die Forderung an die nächste Bundesregierung, sich ernsthaft mit dem Problem der beschäftigungsbehindernden Höhe der „Lohnnebenkosten“ auseinanderzusetzen.

Die von der roten Neidgenossenschaft geübte Praxis, Unternehmer ausschließlich als notwendiges Übel und/oder Lastesel zu betrachten, sie mit jeder Menge ebenso betriebsfremder wie kostspieliger Aufgaben zu beladen und – dank des routinemäßigen Versagens der zahnlosen und daher überflüssigen Wirtschaftskammer – keinerlei Rücksicht auf betriebliche Erfordernisse und den internationalen Wettbewerb zu nehmen, kann auf Dauer nicht gutgehen.

Der eben von einem völlig außer Rand und Band geratenen Parlament beschlossene „Rechtsanspruch auf den Papamonat“ und die trübe Aussicht darauf, ab Herbst wieder die Sozialisten, und mit etwas Pech sogar Grüne in Regierungsverantwortung zu sehen, liefern indes keinerlei Grund zum Optimismus.
Ehe nicht der letzte Mittelständler ruiniert oder außer Landes getrieben ist (multinational agierende Konzerne zahlen hierzulande traditionell ohnehin kaum Steuern), werden die Sozialisten in allen Parteien niemals begreifen, dass allein mit Umverteilung kein Staat zu machen ist.



Geldpolitik à la Sowjetunion

Dass wir uns bei der Geldpolitik auf völlig neuem Terrain bewegen, ist bekannt. Ebenso, dass es nur die Folge der Fortsetzung einer Politik ist, die nunmehr seit dreißig Jahren konsequent betrieben wird: die Manipulation der Zinsen und der Geldversorgung mit dem Ziel, Kapitalmärkte aufzublähen und die Konjunktur zu stützen.

Kritiker gibt es reichlich. Doch selten sind sie mögliche Kandidaten für einen Führungsjob bei einer Notenbank und noch seltener vergleichen sie das herrschende Regime mit den Zuständen in der Sowjetunion. Doch Judy Shelton macht genau das, wie die FINANCIAL TIMES (FT) berichtet:

  • „Judy Shelton, a senior US official who is being vetted for a job on the board of the Federal Reserve, has attacked the central bank for wielding undemocratic, Soviet-style powers over markets and suggested it should not even be in the business of setting interest rates.“ – bto: Löblich, doch ob sie es mit der Einstellung auch wird?
  • „‘How can a dozen, slightly less than a dozen, people meeting eight times a year, decide what the cost of capital should be versus some kind of organically, market supply determined rate?The Fed is not omniscient. They don’t know what the right rate should be. How could anyone?’ Ms Shelton said. ‘If the success of capitalism depends on someone being smart enough to know what the rate should be on everything (…) we’re doomed. We might as well resurrect Gosplan,’ she said, referring to the state committee that ran the Soviet Union’s planned economy.“ – bto: Das hat schon was, denn der Zins ist sehr wichtig im marktwirtschaftlichen System.
  • „(…) her possible nomination suggests that Mr Trump is in no mood for a less weiterlesen


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