Monatsarchive: September 2019

Vom Versagen der Zentralbank-Planwirtschaft

Der gefährliche Kampf gegen den Zins

Der ungekrönte König des Schuldenkults und erfolgreiche Zerstörer des Spargedankens, EZB-Chef Mario Draghi, hat, kurz bevor er das Zepter an die rabiate Bargeldgegnerin Christine Lagarde übergibt, zum Abschied die Strafzinsen auf Guthaben von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent erhöht. Wer sein Geld nicht verprassen sondern Kapital bilden will, wird also noch schwerer bestraft als bisher. So weit, so schlecht.

Doch das ist längst noch nicht alles: sobald die Briten die EU verlassen haben werden (falls wir das noch erleben), wird sich für die „Nordländer“ in der EU auf eine geld- und finanzpolitische Katastrophe anbahnen, da die notorischen Schuldnerstaaten des Südens ihre Interessen dann völlig ungehemmt zulasten der ersteren durchsetzen können. Die Umverteilung vom Norden zugunsten des „Club Med“ wird sich weiter verstärken, weil die Zahler dann in der Minderheit sein werden. Das wird die Sparer viele weitere Milliarden kosten und die maroden Wirtschaftsstrukturen in Italien, Spanien und Griechenland – zum Schaden der gesamten Union – weiter einzementieren. Die Politik der Zombifizierung der Wirtschaft mittels Konkursverschleppung kann weitergehen.

Dagegen steht zu erwarten, dass die geschäftstüchtigen Briten – wenn sie den kontinentaleuropäischen Klotz am Bein erst los sind – nicht untergehen, sondern vielmehr zu einem neuen Wirtschaftswunder durchstarten. Wenn sie es geschickt anstellen, werden sie nach einer Steuersenkungsoffensive, einem klaren Bekenntnis zum Freihandel und mit einer verstärkten Kooperation mit überseeischen Partnern am Ende die Gewinner sein, während Kontinentaleuropa weiter auf dem Weg zur (Schuld-)Knechtschaft und zur kollektiven Verarmung voranschreiten wird.

Negative Zinsen, das klingt für Otto Normalverbraucher seltsam und wird ihm insofern durchaus auch schmerzlich bewusst, als er seinen Ersparnissen beim inflationsbedingt schleichenden Verlust seiner Kaufkraft zusehen kann. Private Pensionsvorsorgen werden im Nullzinsumfeld faktisch sinnlos. Dass es sich beim Negativzins um einen tödlichen Angriff auf die Wirtschaftsstruktur der freien Welt im Allgemeinen und auf die individuelle Freiheit im Besonderen handelt, erschließt sich aber wohl nur wenigen.

Der deutsche Ökonom und Chefvolkswirt des Edelmetallhändlers Degussa, Thorsten Polleit, widmete sich dieser weithin unterschätzten Problematik in einem kürzlich veröffentlichten Papier. In aller Kürze: aus der Zeitgebundenheit jeder menschlichen Handlung ergeben sich klare Konsequenzen, die im Phänomen der Zeitpräferenz ihren Ausdruck finden. Sowohl die zum Erreichen bestimmter Ziele eingesetzten Mittel, als auch die dafür zur Verfügung stehende Zeit, sind begrenzt. Polleit: „Und weil Zeit ein knappes Mittel ist, zieht der Handelnde eine frühere Zielerreichung einer späteren Zielerreichung vor. Genau darin kommt nun die Zeitpräferenz zum Ausdruck, und ihre Manifestation ist der Urzins.“

Dieser Urzins aber kann aus logischen Gründen niemals negativ sein, wenngleich seine Höhe von Individuum zu Individuum variieren kann. Kleinkinder beispielsweise, können nicht warten. Sie wollen alles sofort haben. Sie zum Warten zu bewegen, hat folglich einen hohen Preis. Vernunftbegabte, langfristig denkende Erwachsene dagegen, leben mit niedriger Zeitpräferenz, verkonsumieren nicht ihr gesamtes Einkommen, sondern schaffen Rücklagen und bilden Kapital. Sie geben sich auch mit niedrigen Zinsen zufrieden. Erst im Alter, wenn die restliche Lebenszeit erkennbar abnimmt, steigt die Zeitpräferenz wieder an. Man hat nicht mehr viel Zeit, braucht keine Rücklagen mehr zu bilden und kann sein Vermögen „entsparen“, sofern man es nicht zu vererben gedenkt.

Diese natürliche Ordnung geht durch unter die Nulllinie gedrückte Zinsen verloren. Die Zentralbank steht dabei, wie jede planwirtschaftliche Behörde, vor einem unlösbaren Wissensproblem, da sie nicht mehr auf valide Daten zurückgreifen kann, die auf dem freien und von Interventionen verschonten Mark gebildet werden. Entsprechend erratisch gerät ihre Politik.

Polleits abschließend erhobene Forderung nach einem Ende des Monopols der EZB, ist mehr als berechtigt und die entscheidende Voraussetzung für ein Ende der zerstörerischen Geldalchemie. Dass die mächtigen internationalen Geldsozialisten auf ihr Geldmonopol verzichten, ist allerdings wesentlich unwahrscheinlicher, als dass der Papst zum Judentum konvertiert.

Link zum zitierten Beitrag von Thorsten Polleit



The Discrimination Myth

(Andreas Tögel) Es heute zu wagen, bestimmte Menschen zu diskriminieren, ist ein starkes Stück. Zu diskriminieren, ist nach gängiger Mehrheitsmeinung böse – Ende der Durchsage. Dass es im Alltagsleben schier unmöglich ist, nicht zu diskriminieren (also zu unterscheiden), wird kaum wahrgenommen und/oder im politischen Diskurs geflissentlich anzusprechen vermieden. Das Thema ist ein Minenfeld.

The Discrimination Myth

Nicht zu diskriminieren würde bedeuten, jedermann Eintritt in sein Haus/seine Wohnung zu gewähren; jedermann sein Autor zu überlassen; nicht zwischen Menschen zu unterscheiden, mit denen man zu interagieren gedenkt oder auch nicht. Das aber ist offensichtlich ein Ding der Unmöglichkeit. Selbstverständlich suchen wir uns die Personen genau aus, die für die oben genannten Aktivitäten in Frage kommen – und das ist das gute Recht jedes einzelnen. Wenn nicht derjenige, wer dann sollte darüber entscheiden? Das demokratische Mehrheitskollektiv? Sollte das dann allenfalls auch die jeweiligen Sexualpartner bestimmen, die widerspruchslos zu akzeptieren sind? Wer würde in einer solchen Welt leben wollen?

Diskriminierung, darauf besteht der Autor ganz energisch, ist dann ein Übel, wenn sie politisch erzwungen wird – etwa im Wege der Gesetzgebung: Nürnberger Rassengesetze im deutschen NS-Staat, Jim-Crow-Laws im Süden der USA, die Apardheid in Südafrika. Wenn sie vonseiten privater Akteure erfolgt, mag das für die Diskriminierten im Einzelfall demütigend oder ungerecht erscheinen; Nichtdiskriminierung gesetzlich zu erzwingen, ist in aller Regel jedoch wesentlich schlimmer – insbesondere für die vermeintlich zu schützenden. Die afroamerikanischen Ökonomen Thomas Sowell und Walter Williams haben eine Reihe wissenschaftlicher Publikationen zu diesem Thema vorgelegt, die allesamt zeigen, dass die unerwünschten Nebenwirkungen von Antidiskriminierungesetzen den intendierten Zweck in aller Regel bei weitem überwiegen. Gut gemeint ist in allzu vielen Fällen eben das Gegenteil von gut gemacht.

Fazit: freie Vereinbarungen der Akteure auf dem Markt sind erzwungenen Verhaltensregeln vorzuziehen. Man kann per Gesetz nämlich zwar keine Freundschaften verordnen, aber problemlos bestehende Ressentiments zwischen sozialen oder ethnischen Gruppen verstärken oder gar Hass schüren. Dessen eingedenk, wäre es hoch an der Zeit, auf sämtliche Arten von „Affirmative Actions“ oder Antidiskriminierungsregeln zu verzichten.



Waffenbesitz und das Recht auf Leben

Eine Grundsatzfrage

(Andreas Tögel) In der Debatte über Restriktionen im Hinblick auf die Verbreitung von Feuerwaffen in Privathand stützen beide Seiten sich sich meist auf empirische Daten. Die Verbotsfraktion führt das plausibel erscheinende Argument ins Treffen, dass eine höhere Zahl von Waffen in Privathand mehr Gewalt bedeuten würde. Befürworter liberaler Waffengesetze kontern mit dem Hinweis auf Untersuchungen, die diesem behaupteten Zusammenhang widersprechen. Der US-Ökonom John Lott („More Guns, less Crime"), Noor F. Amin von der University of Maryland („Does Firearm Control Mean Less Gun Related Crime: An Analysis of The Relationship Between Gun Availability and Crime") und der Kanadier Gary Mauser von der Simon Fraser University Burnaby („Do Triggers pull Fingers? A Look at the Gun Misuse in Canada"), um nur ein paar zu nennen, kommen zum Schluss, dass die Zahl der in Privathand befindlichen Waffen nicht mit der Zahl der Gewaltverbrechen korreliert.

Einem völlig anderen Denkansatz folgt Timothy Hsiao, seines Zeichens Instructor of Philosophy and Humanities at Grantham University in Lexnas, Kansas. In einem kürzlich publizierten Papier argumentiert er gegen eine utilitaristischen Annäherung an die Frage der Privatbewaffnung, die auf folgendes Kosten-Nutzen-Kalkül hinausläuft: Geschehen mit Waffen mehr Gewaltverbrechen als damit verhindert werden?

Hsiaos Argument: Das Recht auf Leben kann nicht durch Erwägungen im Hinblick auf „gesellschaftliche Nützlichkeit" relativiert oder in Frage gestellt werden. Die Verweigerung des Waffenbesitzes, bedeutet eine Begünstigung gewalttätiger Angriffe und damit einen Anschlag auf das Recht auf Leben. Deshalb sind utilitaristische Erwägungen in dieser Frage problematisch, weil auf diese Weise Menschenleben zur Kalkulationsmasse degradiert werden. Dem jedoch, so Hsiao, steht das fundamentale Recht auf Leben entgegen.

Da die politischen Eliten zu ihrem eignen Schutz auf bewaffnete Büttel vertrauen, anstatt im Fall der Fälle auf freundliche Worte zu setzen, erkennt sie die Notwendigkeit bewaffneter Selbstverteidigung an – zumindest soweit es sie selbst betrifft.

Dessen ungeachtet gilt: einem lebensgefährlichen Angriff ist am effektivsten durch den Einsatz von Waffengewalt zu begegnen.

Hsiaos Kritik am Utilitarismus erhellt sich an folgender Frage: darf ein Kampfjetpilot ein vollbesetztes Passagierflugzeug abschießen, das droht, von Entführern über einem bevölkerten Stadtzentrum zum Absturz gebracht zu werden? Antwort: Menschenleben gegeneinander aufzurechnen ist auch dann unzulässig, wenn die wahrscheinlichen Opferzahlen weit voneinander abweichen. Anders ausgedrückt: der sichere Tod von 300 Flugzeuginsassen darf nicht in Kauf genommen werden, um möglicherweise das Leben von 10.000 anderen zu retten. Jedenfalls nicht in einem Rechtsstaat, für den jedes Menschenleben unantastbar zu sein hat, solange die betreffende Person selbst keine initiierte Gewalt gegen Dritte geübt hat.

Hsiao führt aus, dass das Recht auf Selbstverteidigung unmittelbar aus dem Recht auf Leben resultiert. Die einzige für ihn relevante Frage ist daher, welches Mittel sich am besten dazu eignet, das Leben einer von einem Bösen angegriffenen Person zu schützen. In der Regel wird das eine Feuerwaffe in der Hand eines Guten sein – insbesondere dann, wenn es sich beim Angreifer um ein körperlich überlegenes Individuum handelt.

Die Niedertracht der herrschenden Nomenklatura wird schlagartig offenbar, wenn sie – gegen den Willen der autochthonen Bevölkerung – Zehntausende gefährliche Personen aus hochgradig gewaltaffinen Zivilisationen importiert, und ihren Bürgern zugleich – vorsätzlich und in Kenntnis der zu erwartenden Folgen – eine effektive Selbstverteidigung mittels einer restriktiven Waffengesetzgebung verwehrt.

Falls die politischen Eliten indes der Meinung sind, dass mit der Sicherheit im Lande ohnehin alles zum Besten steht, sollte sie umgehend auf gepanzerte Limousinen und schwer bewaffnete Personenschützer verzichten!

_Link zur Publikation von Hsiao:_https://www.academia.edu/37171549/How_to_Think_About_the_Gun_Control_Debate



Die Fakten zum Hackerangriff: Cui bono?

Man muss keinen Hang zu Verschwörungstheorien haben, um die Summe der politkriminellen Vorgänge in diesem Land extrem besorgniserregend zu finden. Sie sind eine schwere Belastung für die Demokratie in Österreich. Bei einem Teil dieser Vorfälle sind über Spekulationen hinaus zwar keine heißen Spuren bekannt, aber jedenfalls gibt es eine ganz klare und konsistente Antwort auf die Frage, die viele Kriminalisten immer als die wichtigste ansehen: Cui bono? Auf deutsch: Auf demjenigen, dem eine Tat nützt, lastet auch immer ein massiver Verdacht.

Gewiss: Verdacht ist noch kein gerichtstauglicher Beweis. Aber er sollte ein Grund sein, möglichen diesbezüglichen Zusammenhängen intensiv nachzugehen.

Aus dem Sumpf von kleineren und mittleren Vorfällen, die das Strafrecht tangieren, ragen in diesem Jahrtausend vor allem vier weit heraus, die potentiell sogar imstande sind, die Demokratie in diesem Land zum Einsturz zu bringen, und bei denen die Täter zumindest…weiterlesen



Eigentum und Freiheit sind unzertrennlich

(Andreas Tögel) Der Urheber des Spruchs „Arbeit macht frei“, der Philosoph und Publizist Heinrich Beta, wollte damit im Jahr 1845 der Emanzipation vom religiösen Glauben und von der Hörigkeit gegenüber fürstlichen Herrschern das Wort reden. Der Pfarrer und deutschnationale Autor, Lorenz Diefenbach, benutzte dieselben Worte im Jahr 1873 als Titel einer Erzählung. Schließlich schmückten die Nationalsozialisten die Portale ihrer Konzentrationslager mit diesen drei Worten. Besonders als Motto am Eingang von Konzentrationslagern offenbart sich – neben dem beispiellosen Zynismus der nationalen Sozialisten – zugleich die Fragwürdigkeit der Aussage selbst: Arbeit macht eben nicht frei – jedenfalls nicht unter Fuchtel eines totalitären Regimes!

Ungeachtet der Zustände in Zwangsarbeitslagern erhebt sich die Frage, wieso Arbeit frei machen sollte – und wovon? Man muss durchaus nicht dem neoklassischen Menschenbild des „Homo oeconomicus“ anhängen, um zu erkennen, dass Arbeit für die meisten Zeitgenossen einen „Disnutzen“ bedeutet, der seinen Niederschlag darin findet, dass sie einer Tätigkeit nachgehen, die sie dem Müßiggang keinesfalls vorziehen. Vor die Wahl gestellt, im Bergwerk zu schuften, oder faulenzend unter sonnenbeschienenen Palmen zu liegen, werden sich wohl nur wenige für ersteres entscheiden. Tatsache ist: nicht viele Menschen arbeiten zum Spaß. Die überwiegende Mehrheit akzeptiert die Arbeit als Voraussetzung zum Broterwerb. Nur diejenigen, die das Glück haben, ihre Liebhaberei zum Beruf machen und/oder ihr Talent ins Verdienen bringen zu können (wie etwa leidenschaftliche Künstlernaturen oder begabte Wissenschaftler), wie auch Menschen, die mit ihrer inneren Leere auf keine andere Weise fertigzuwerden glauben, als mit produktiver Betriebsamkeit, ziehen die Arbeit der Muße vor. Fazit: Arbeit bringt Nahrung, Bekleidung und ein Dach über dem Kopf. Frei macht sie nicht.

Um frei zu sein, bedarf der einzelne nämlich nicht der Arbeit, sondern des Eigentums. Nur wer über Eigentum verfügt, macht sich von fremder Willkür unabhängig und damit frei. Wer ein Haus sein Eigen nennt, ist frei von Mietzahlungen. Wer über ausreichende Vermögenserträge verfügt, kann sein Leben nach seinem Gutdünken gestalten – ist frei von Anweisungen durch Vorgesetzte oder Anmaßungen der Sozialbürokratie.

Freie und unabhängige Bürger…weiterlesen



Eigentum macht frei

(Anreas Tögel) Der Urheber des Spruchs „Arbeit macht frei“, der Philosoph und Publizist Heinrich Beta, wollte damit im Jahr 1845 der Emanzipation vom religiösen Glauben und von der Hörigkeit gegenüber fürstlichen Herrschern das Wort reden. Der Pfarrer und deutschnationale Autor, Lorenz Diefenbach, benutzte dieselben Worte im Jahr 1873 als Titel einer Erzählung. Schließlich schmückten die Nationalsozialisten die Portale ihrer Konzentrationslager mit diesen drei Worten. Besonders als Motto am Eingang von KZ´s offenbart sich – neben dem beispiellosen Zynismus der nationalen Sozialisten – zugleich die Fragwürdigkeit der Aussage selbst: Arbeit macht eben nicht frei – jedenfalls nicht unter Fuchtel eines totalitären Regimes!

Ungeachtet der Zustände in Zwangsarbeitslagern erhebt sich die Frage, wieso Arbeit frei machen sollte – und wovon? Man muss durchaus nicht dem neoklassischen Menschenbild des „Homo oeconomicus“ anhängen um zu erkennen, dass Arbeit für die meisten Zeitgenossen einen „Disnutzen“ bedeutet, der seinen Niederschlag darin findet, dass sie einer Tätigkeit nachgehen, die sie dem Müßiggang keinesfalls vorziehen. Vor die Wahl gestellt, im Bergwerk zu schuften, oder faulenzend unter sonnenbeschienenen Palmen zu liegen, werden sich wohl nur wenige für ersteres entscheiden. Tatsache ist: nicht viele Menschen arbeiten zum Spaß. Die überwiegende Mehrheit akzeptiert die Arbeit als Voraussetzung zum Broterwerb. Nur diejenigen, die das Glück haben, ihre Liebhaberei zum Beruf machen und/oder ihr Talent ins Verdienen bringen zu können (wie etwa leidenschaftliche Künstlernaturen oder begabte Wissenschaftler), wie auch Menschen, die mit ihrer inneren Leere auf keine andere Weise fertigzuwerden glauben, als mit produktiver Betriebsamkeit, ziehen die Arbeit der Muße vor.
Fazit: Arbeit bringt Nahrung, Bekleidung und ein Dach über dem Kopf. Frei macht sie nicht.

Um frei zu sein, bedarf der einzelne nämlich nicht der Arbeit, sondern des Eigentums. Nur wer über Eigentum verfügt, macht sich von fremder Willkür unabhängig und damit frei. Wer ein Haus sein Eigen nennt, ist frei von Mietzahlungen. Wer über ausreichende Vermögenserträge verfügt, kann sein Leben nach seinem Gutdünken gestalten – ist frei von Anweisungen durch Vorgesetzte oder Anmaßungen der Sozialbürokratie.

Freie und unabhängige Bürger sind daher das allerletzte, was eine machtbesessene Politnomenklatura sich wünscht. Besessen vom Streben nach totaler Kontrolle, ist ihr alles und jedes ein Gräuel, was die Freiheit des Einzelnen und seine Unabhängigkeit vom Ratschluss der Herrschenden garantiert. Das Eigentum steht folgerichtig so sehr wie nichts anderes im Fadenkreuz der Sozialisten in allen Parteien. Als „soziale Umverteilung“ beschönigte Raubzüge gegen das Eigentum der Bourgeoisie, zählen daher zum Standardrepertoire neidgenossenschaftlich organisierter Linker.

Sozialistische Zentralisten behaupten stets, dass Politik nicht etwa Probleme, sondern Verbesserungen im irdischen Jammertal schafft. Diese „Verbesserungen“ sollen durch Maßnahmen im Sinne einer umfassenden materiellen Gleichmacherei erreicht werden. Nicht, wie in Sonntagsreden gerne behauptet, gleiche Chancen, die, solange unterschiedliche Voraussetzungen bestehen – wie etwa persönliche Begabungen, niemals erlangt werden können, sondern gleiche Ergebnisse. Alles, nur keine ungleiche Wohlstandsverteilung. Da zieht der in der Wolle gefärbte Linke den kollektiven Mangel allemal vor.

Millionärssteuern“, Erbschaftssteuern, keine Steuergeschenke an Unternehmer, lauten die eigentumsfeindlichen Parolen, mit denen die Egalitaristen zu Felde ziehen. „Eigentum ist Diebstahl“ ist ein Satz, den sie tief verinnerlicht haben: wer über Eigentum verfügt, kann nur unrechtmäßig in seinen Besitz gekommen sein. Diese Vorstellung bildet die Triebfeder des räuberischen Charakters linker Politik.

Der Begriff „Steuergeschenk“, der sich bei den Umverteilern größter Popularität erfreut, verdient eine besondere Würdigung. Als Geschenk ist nämlich die gegenleistungsfreie Übertragung des Eigentums an einer Sache von einer Person an eine andere zu verstehen. Daher fragt sich, wieso von einem „Steuergeschenk“ die Rede sein kann, wenn doch nur der Enteignungsgrad eines Steuerzahlers
reduziert wird! Damit der Begriff „Steuergeschenk“ nicht mit der Logik kollidiert, bedarf es daher folgender Voraussetzung: In Wahrheit gehört das besteuerte Eigentum – wie auch alle anderen innerhalb der Grenzen des jeweiligen Machtmonopolisten befindlichen Güter -, nicht etwa dem Steuerpflichtigen, sondern dem Staat! Nur so ergibt die Sache Sinn: Wenn die Regierung den Steuertarif senkt, dann wird die Steuerersparnis tatsächlich zum Geschenk.
Der große österreichische Ökonom Ludwig Mises hat in seinem 1940 erschienenen Buch „Nationalökonomie“ dazu folgendes ausgeführt:

„Alle diese Enteignungen entspringen der Auffassung, dass die Vermögen und die Gewinne von den Eigentümern und Unternehmern der Gesellschaft und den minderbemittelten Gesellschaftsmitgliedern entzogen wurden (…) Die Ausbeuter hätten sich dieses Reichtums durch Gewalt oder List bemächtigt. Wenn man ihn ihnen wieder wegnehme, sei das nur gerecht.“

Da, nach der Vorstellung von Karl Marx, das Eigentum an den Produktionsmitteln einen Diebstahl an den um den Mehrwert ihrer Arbeit betrogenen Werktätigen bedeutet, ist es folglich nur „gerecht“, Unternehmer auszuplündern. Wer mit Sozialisten und/oder Gewerkschaftern debattiert, wird sich umgehend mit solchen Geistesblitzen konfrontiert sehen. Die zu produzieren, bedarf es indes der strikten Weigerung, den eminenten zivilisatorischen Wert privaten Eigentums zur Kenntnis zu nehmen: nur ein außer Streit stehendes Recht auf privates Eigentum, die unmissverständliche Unterscheidung von Mein und Dein, vermag ein konfliktfreies Zusammenleben sicherzustellen.

Substanzsteuern auf Vermögen und Erbschaften sind ein Lieblingskind linker Gleichheitsfanatiker. Da aber der Löwenanteil der Vermögen und Erbschaften aus Unternehmensanteilen besteht, wird dadurch zu Lebzeiten der Eigentümer die Kapitalausstattung der Betriebe systematisch ausgedünnt. Im Erbfall wird sich dann in vielen Fällen ein Unternehmensverkauf nicht vermeiden lassen, nur um die fällige Steuer bezahlen zu können. Die auf diese Weise betriebene Enteignung der letzten noch verbliebenen Familienunternehmer, läuft auf eine totale Proletarisierung der Gesellschaft hinaus: nur noch von der Gunst der Staatsfürsorge abhängige Individuen bleiben übrig. Mission erfüllt. Am Ende wird allerdings nicht, wie weiland von Karl Marx prophezeit, eine Handvoll ruchloser Monopolkapitalisten über sämtliche Produktionsmittel verfügen, sondern ein paar marode Banken, deren Fortbestand (Stichwort: too big to fail!) auf den Garantien einer totalitären Politnomenklatura gründet.

Der Gipfel der Chuzpe ist indes dann erreicht, wenn die Eigentumsfeinde einen Nachlass einfach als Einkommen des Empfängers deklarieren und scharf kritisieren, dass der, anders als ein Werktätiger, der für seine Bezüge Steuern zu zahlen hat, das Erbteil für den Nachlassnehmer steuerfrei bleibt. Dass ein (Vermögens-)Bestand sich von einer Flussgröße unterscheidet, sollte einleuchten.
Dass sich durch einen Erbfall daran nichts ändert, ebenfalls.
Einkommenssteuern für Erbschaften festzusetzen, ist also grober Unfug, – Gift für den gesellschaftlichen Wohlstand, der auf gesunden Unternehmen basiert.

Es ist offensichtlich, dass der Neid eine immens zerstörerische Wirkung auf jede Gesellschaft ausübt. Der Beleg dafür: sämtliche, durchwegs neidgetriebenen sozialistischen Experimente der zurückliegenden 100 Jahre, sind fulminant gescheitert. Weshalb in der Spätzeit der paternalistischen Wohlfahrtsstaates frei erfundene „Hassverbrechen“ streng bestraft, folgenschwere Neidverbrechen
aber, listig getarnt als Kampf um die „soziale Gerechtigkeit“ – sogar zur Tugend erklärt werden, ist geradezu haarsträubend. Erklärt werden kann diese katastrophale Fehlentwicklung nur damit, dass die 68er-Sturmtruppen und deren Epigonen im Kampf um die Meinungs- und Deutungshoheit längst einen vollständigen Sieg errungen haben.



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