Monatsarchive: Februar 2020

Gold und die Qualität des Geldes

(Andreas Tögel) Am 24. 2. kostet ein Kilogramm Gold erstmals über 50.000,- Euro. Der Kaufpreis für die Feinunze („Philharmoniker“) steht an diesem Tag bei 1.614,- Euro. Ein herausragendes Allzeithoch. Gold glänzt wider – und zwar kräftig. Auch der Silberpreis konnte im Windschatten des edleren gelben Metalls stark zulegen.

Zweifellos hat neben der seit Jahren gefahrenen Niedrigzinspolitik der Zentralbanken, das Coronavirus einen kräftigen Beitrag zur Flucht vieler Anleger in den sicheren Hafen der Edelmetalle geleistet. Aber die durch das Virus recht kurzfristig ausgelöste Unsicherheit – niemand kann heute seriös abschätzen, wie stark der dadurch verursachte Dämpfer für die Weltwirtschaft ausfallen wird – ist nicht der einzige Grund für den rezenten Goldrausch.

Euro Gold Kurs

Wie beim Edelmetallhändler Degussa errechnet wurde (siehe Graphik), verzeichnet der Euro seit dem Jahr 1999 bis heute einen Wertverfall von knapp 84 Prozent gegenüber dem Gold. In Wahrheit hat sich aber nicht etwa der Goldpreis erhöht, sondern vielmehr ist der „Geldpreis“ verfallen. Das kann angesichts der weltweit betriebenen Politik des Geldsozialismus und der monetären Alchemie allerdings auch nicht verwundern.

Bemerkenswerterweise befasst sich die herrschende, neoklassische Geldtheorie so gut wie ausschließlich mit der Geldmenge. Die Geldqualität dagegen ist für sie keine bedenkenswerte Kategorie. Folgerichtig konzentriert sich die Politik der Notenbanken ausschließlich auf die Steuerung des Volumens des Geldangebots, während sie die Geldnachfrage und die Geldqualität
vollständig ausblendet.

Der deutsche Ökonom Philipp Bagus hat sich dagegen mit der Bedeutung der vom Meinungshauptstrom der Ökonomie vernachlässigten Frage der Qualität des Geldes
auseinandergesetzt und seine Gedanken auf der Seite des deutschen Mises-Instituts veröffentlicht: Die Qualität des Geldes, Teil 1 & 2“.

Bagus sieht den Grund für die Vernachlässigung der Geldqualität in der zu gering eingeschätzten Bedeutung des Geldes als Wertaufbewahrungsmittel – neben seiner Funktion als Tauschmittel und Recheneinheit. Sowohl alle neoklassischen, wie auch einige „österreichische“ Theoretiker konzentrieren ihr Augenmerk Großteils auf die Bedeutung der Tauschfunktion des Geldes. Bagus weist darauf hin, dass indes schon frühe Ökonomen, die Geldqualität betont haben. So hat beispielsweise der spanische Spätscholastiker Juan de Mariana anno 1609, eine Münzverschlechterung als „ungerechte Steuer“ bezeichnet.

An die Stelle der Münzverschlechterung mittels einer Absenkung des Edelmetallgehaltes, ist in unserem Zeitalter des papierenen Fiatgeldes, die ungehemmte Ausweitung der Geld- und Kreditmenge getreten. Hintergrund der Missachtung der Geldqualität durch die Theorie, ist nach Bagus die vollkommen ignorierte Geschichte der Geldentstehung.

„Für die Gläubigen dieser Quantitätstheorie ist der Wert des Geldes eine Funktion seiner Menge, er ist völlig unabhängig vom Wert des Materials, aus dem die Münzen hergestellt werden, und ergibt sich ausschließlich aus seinem eigentümlichen Gebrauch.“

Zwei weitere Gründe für die Vernachlässigung der Geldqualität liefern die gängige allgemeine Gleichgewichtsanalyse und die Mathematisierung der Wirtschaft. In der Gleichgewichtsanalyse hat der Marktprozess keinen Platz. Mit einer Gleichgewichtsanalyse ist die Geldqualität daher nicht zu erklären. Die Existenz eines Zahlungsmittels wird einfach vorausgesetzt, nicht aber seine Entstehung erklärt. „Die Mathematisierung in der Ökonomie und der damit einhergehende Aufstieg der Geldmengentheorie erlaubt eine Messung des Geldangebots. Da die Quantität des Geldes für die Mathematik und für Messungen besser nutzbar ist, wurden die Qualität des Geldes und damit die Nachfrage vernachlässigt.“

Wie der US-Ökonom Henry Hazlitt feststellt, ist die Geldmenge zwar von großer Bedeutung für die Kaufkraft, aber eben nicht ihr alleine bestimmender Faktor.
Berücksichtigt man die Entstehungsgeschichte des Geldes, erhellt sich warum.
Denn Geld ist als Gut unter vielen entstanden und hat daher, wie jedes andere auch, seinen Preis, der sich durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Wie bei anderen Waren ist daher auch seine Qualität von entscheidender Bedeutung für den Preis.

Exakt an dieser Stelle schließt sich der Kreis zum oben genannten neuen Goldrausch: Der legendäre Unternehmer und Bankier J. P. Morgan, konstatierte einst: „Nur Gold ist Geld – alles andere ist Kredit“. Da ist wohl was dran – und daran kommen auch die modernen Geldalchemisten nicht vorbei.



Richtlinie 2017/235 der Europäischen Union

Waffenrichtlinien und Rechtssicherheit, ein Beispiel

ArtikelbildBildquelle: shutterstock.comWerden sich von Waffenrichtlinien nicht einschränken lassen: Bewaffnete Gangster

Rückwirkende Eingriffe des Gesetzgebers in bestehende Rechtsverhältnisse sind problematisch. Totale Konfusion kann die Konsequenz unbedachter Initiativen sein, wenn bestimmte Sachverhalte nicht hinreichend berücksichtigt werden. Die Rede ist von einer in nationales Recht umzusetzenden Vorgabe der EU (Richtlinie 2017/235), in der sich die Nomenklatura um die Gefährlichkeit von Magazinen mit großem…weiterlesen



Buchrezension: Die Diktatur der Guten: Political Correctness

24 Jahre hat das Buch anno 2020 auf dem Buckel – und es hat nichts von seiner Bedeutung eingebüßt. Ganz im Gegenteil. Die Macht der über die Deutungshoheit gebietenden, in Parlamenten, Medienredaktionen und Hochschulen sitzenden Dressureliten, hat seither erheblich zugenommen. Eine Mehrheit der Bürger klagt bei rezenten Befragungen darüber, ihre Ansichten zu vielen Themenkreisen – aus Angst vor Ausgrenzung, sozialer Ächtung und wirtschaftlichem Schaden -, nicht mehr in der Öffentlichkeit ausbreiten zu können.
Damit hat der Tugendterror gewonnen. Eine kleine Minderheit totalitärerer Machtmenschen und selbstgerechter Philister hat ihren Willen gegen die große Mehrheit erfolgreich durchgesetzt: was nicht länger gefahrlos ausgesprochen werden darf, wird alsbald (dank der als „Schere im Kopf“ bekannten, rigorosen Selbstzensur) auch nicht mehr gedacht. Daher ist nicht nur die Meinungsfreit dahin, sondern auch die Gedankenfreiheit. Damit werfen die pc-verseuchten Gesellschaften die Errungenschaften der Aufklärung bedenkenlos über Bord.
Wichtig ist nicht länger die Suche nach der Wahrheit, sondern der Glaube ans vermeintlich Gute: Bekenntnis schlägt Erkenntnis.
P. C. hält die Stöckchen hoch, über die alle brav zu springen haben – sofern sie Wert darauf legen, nicht als ignorante Hinterwäldler, Unmenschen oder gar als Nazis diffamiert zu werden. Die allgegenwärtigen Tugendwächter bestimmen jene Opfergruppen, die jeglicher Kritik entzogen sind: Frauen, Behinderte, Schwarze, „Flüchtlinge“, Muslime, etc. Einerseits erheben sie sich dadurch zu deren Vormund und andererseits zwingen sie alle anderen unter das Diktat ihrer Denkschablonen. Andere Minderheiten, als die von den Tugendbolzen erwählten, können niemals Opfer sein. Beispielsweise sind heterosexuelle, nichtbehinderte, nicht von der Sozialhilfe lebende, weiße Männer, Unternehmer, Katholiken und „Reiche“ stets Täter und somit vogelfrei.
Diskurse sind grundsätzlich nicht vorgesehen: mit bösen („rechten“) Schmuddelkindern führen die Angehörigen des juste milieu keine Dialoge, man redet allenfalls über sie, respektive über die vielfältigen Methoden, wie sie zur Raison zu bringen sind. „PC unterscheidet nicht nach wahr und falsch, sondern nach Gut und Böse…will nivellieren und einen Einheitsbrei von Menschen und Einheitsmeinungen schaffen“ (Michael Klonovsky).
Der Autor nennt die von den „Guten“ zu Minenfeldern gemachten Tabuzonen, ihre Disziplinierungsmittel und die Konsequenzen, die starrsinniges Beharren auf der politisch unkorrekten Wahrheit nach sich zieht. Die reichen – und das war zum Zeitpunkt der Drucklegung des Buches durchaus noch anders – bis zu physischen Angriffen auf die Abweichler. Der Furor der politisch korrekten Linken richtet sich längst nicht mehr nur gegen Sachen. Nach wie vor – in Deutschland und Österreich mehr als anderswo – ist die Nazikeule jenes Instrument, das Nonkonformisten und Dissidenten zuverlässig zum Schweigen bringt.
Der letzte Absatz lautet: „Politkommissare gestern, die [das Netz durchforstenden, Anm.] Gesinnungspolizisten heute, ihre Methoden der Auslese und die Mittel der Diffamierung gleichen sich. Political Correctness ist die neue Schlachtordnung all derer, die ihr Millionenheer der blauen Ameisen verloren, der postmaoistischen Gleichmacher. Die Schönlügner marschieren auf ihren Plätzen des himmlischen Friedens auf.“
Ein ebenso erschreckender, wie richtiger Befund. Absolut lesenswert!

Die Diktatur der Guten: Political Correctness
Klaus J. Groth
Verlag Herbig, 1996
320 Seiten Hardcover
ISBN: 3-7766-143-0
24,90,- Euro



Buchrezension: Deutschland (wieder) auf dem Weg in die Diktatur

(Andreas Tögel) Das Buch enthält eine Sammlung von Essays, die Großteils Deutschland betreffende Fragen behandeln, und die im weiteren Sinne allesamt um das Thema Freiheit kreisen.

Weltchaos - Wie sich die Demokratie selbst zerstört

Der Autor wendet sich gegen die von den herrschenden Eliten errichteten Doppelstandards, die auch radikalen Linken jede Verfehlung – selbst schwere Vergehen – großzügig nachsehen, während schon bei kleinen verbalen Entgleisungen eines Rechten die Hölle losbricht und eine neuerliche Nazidiktatur beschworen wird. Die politische Mitte ist in den zurückliegenden Jahren verrückt worden – und zwar dramatisch weit nach links. Heutzutage Standpunkte zu vertreten, die vor 20 Jahren noch von CDU und CSU ganz selbstverständlich geteilt wurden, katapultiert einen jetzt ins gesellschaftliche Abseits, führt zur Etikettierung mit allerlei unappetitlichen Attributen und geradewegs in die politische Quarantäne.

Mit Rechten sprechen die im Besitz der Deutungshoheit befindlichen Angehörigen des „juste milieu“ nicht, sondern nur über sie, wobei vom Meinungshauptstrom heute kaum noch zwischen konservativ, wirtschaftsliberal und rechtsradikal unterschieden wird. Jede Position, die rechts der von einer linken Dressurelite diktierten Haltung liegt, gilt mittlerweile als indiskutabel. Der Verlust an Debattenkultur ist ebenso unübersehbar wie schädlich. Es besteht nämlich die Gefahr, dass viele rechtschaffene (liberale und konservative) Bürger sich deshalb völlig aus dem politischen Diskurs ausklinken, in die innere Emigration gehen und damit einer weiteren Radikalisierung der das Feld unwidersprochen beherrschenden Linken Vorschub leisten. Eine üble, die Demokratie gefährdende Entwicklung.

Die im Zusammenhang mit der angeblichen „Klimakrise“ in Deutschland aufgeführten Veitstänze hätte vor ein paar Jahren noch niemand für möglich gehalten. So wird durch die grob verfehlte Energiewendepolitik, den von den Grünen erbittert gegen die eigenen Schlüsselindustrien geführten Krieg und eine völlig entgleiste, von politischer Korrektheit bestimmte Migrationspolitik, die Finanzierungsbasis des Sozialstaats systematisch zerstört.
Die Folgen werden nicht ausbleiben. Die Verteilungskämpfe um den rasch kleiner werdenden Kuchen werden an Härte zunehmen. Der Ruf nach dem „starken Mann“ ist dann nur noch eine Frage der Zeit.



Sozialisten, der Neid und das Geld anderer Leute

„Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, daß sie es von anderen haben wollen.“*
–Konrad Adenauer

…und traf damit den Nagel auf den Kopf. Seit den trüben Tagen des Jahres 1848, als das „Kommunistische Manifest“ das Licht der Welt erblickte, kennen die Roten kein anderes Ziel, als den Kampf gegen diejenigen, die sie als ihren Klassenfeind identifiziert haben. Das sind faktisch nicht die wirklich Reichen, derer sie in Ermangelung einer zentralen Weltregierung ohnehin nicht habhaft werden, sondern die Angehörigen des Mittelstands, die „Bildungs- und Besitzbürger“, die ihnen auf dem Marsch in die lichtvolle Zukunft des Arbeiter-und-Bauern-Paradieses im Wege stehen.
Glaubten die Roten einst noch, die Produktivkraft des Kapitalismus mit einer Plan- und Kommandowirtschaft in den Schatten stellen zu können (immerhin fallen ja Reibungsverluste durch die als zerstörerisch missverstandene Konkurrenz weg), geben sie es heute, nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Hinwendung Rotchinas zu einer rigoros gelenkten Marktwirtschaft, etwas billiger. Dass Planwirtschaften nur in der Produktion von Mangel und Elend unschlagbar sind, haben nämlich auch sie inzwischen begriffen.
Nicht Kollektivierung, sondern Umverteilung heißt das neue Mantra. Nicht mehr die Verstaatlichung der Produktionsmittel, sondern den entschlossenen Kampf gegen die materielle Ungleichheit haben die Genossen jetzt auf ihr Panier geschrieben. Zu diesem Zwecke bedarf es zuallererst eines den Klassenfeind anvisierenden, willkürlich gesetzten Steuersystems. Marx und Engels meinten eine „starke Progressivsteuer“, deren segensreicher Wirkung wir längst teilhaftig werden: wer müßig herumhockt bleibt ungeschoren, wer etwas leistet, wird bestraft.
Doch eine Einkommensteuer mit konfiskatorischem Charakter reicht den Damen und Herren von der Linken mittlerweile nicht mehr. Sie träumen von Substanzsteuern, die nur die „wirklich Reichen“ treffen sollen. So beispielsweise Genossin Barbara Teiber, ihres Zeichens große Vorsitzende der österreichischen „Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier“. Für sie beginnt märchenhafter Reichtum bei einer Million Euro, wobei sie ihre Einschätzung auf die Umfrage eines parteinahen Meinungsforschungsinstituts stützt. Eine relative Mehrheit (26%) nennt auf die Frage nach der Untergrenze für die Einstufung als „sehr reich“ den Betrag von einer Million Nettovermögen. Alles inklusive versteht sich, also Immobilien, Wertpapiere, Firmenbeteiligungen, abbezahlte Autos, Bargeld etc. (abgezinst kapitalisierte Pensionsanwartschaften werden seltsamerweise nicht genannt).
Die „sehr Reichen“ sollen nach den Vorstellungen Frau Teibers künftig ein Prozent ihres – mutmaßlich nicht verdienten, sondern ererbten – Vermögens an den Fiskus abtreten. Ein Prozent klingt nicht viel, oder? Jährlich 10.000,- Euro und mehr vom Substanzwert ist allerdings ein schöner Batzen – besonders dann, wenn dieser beispielsweise in einer Immobilie festliegt. Ein vor 20 Jahren in guter Lage zu damals noch erschwinglichen Tarifen errichtetes Haus kann heute die Wertgrenze von einer Million locker überschreiten. Womit der Eigentümer, so er nicht über beachtliche Einkünfte verfügt, 10.000 Euro jährlich an „Reichensteuer“ zahlen soll, kümmert Frau Teiber natürlich nicht. Ebenso wenig der Umstand, dass die Masse der Vermögen, man kann es nicht oft genug wiederholen, ja nicht in Juwelen, Luxyachten oder Privatflugzeugen steckt, sondern in den Betrieben. Substanzsteuern, gleich welcher Höhe, würden dem Mittelstand – und damit dem größten Arbeitgeber im Lande – erheblich schaden.
Anstatt dafür einzutreten, die Kapitalkraft der Betriebe zu stärken (etwa mit einer Reduktion der Körperschaftssteuer!) planen die neidgetriebenen Genossen einen Anschlag auf die Kuh, die sie zu melken beabsichtigen. Sie scheinen nicht zu bedenken, dass es nur „Reiche“ sind, die Arbeitsplätze schaffen, niemals aber Arme.
Einmal mehr erweist sich Nassim Talebs Befund („Skin in the Game“) als goldrichtig, wenn er meint, dass Leute, die bei ihrem Tun ihre Haut nichts aufs Spiel setzen, oft schlechte Entscheidungen treffen. Frau Teiber, die, so wie auch ihre gewerkschaftlichen Mitstreiter, ihr Lebtag lang weder einen produktiven Arbeitsplatz geschaffen, noch jemals wertschöpfend gearbeitet hat, macht da keine Ausnahme. Die wackere Frau sitzt zwar nicht in der Regierung, sollte sich aber dennoch ein Zitat Margaret Thatchers zu Herzen zu nehmen: „Sozialistische Regierungen richten traditionell ein finanzielles Schlamassel an. Immer geht Ihnen irgendwann das Geld anderer Leute aus.“

Von Andreas Tögel



Buchbesprechung Die Federal-Reserve-Verschwörung

Stellen Sie sich vor, Sie hätten das Monopol zur Herausgabe von Geld, das per Gesetz zum alleinigen Zahlungsmittel erklärt wurde. Stellen Sie sich weiter vor, dass Sie dabei keinerlei externer Kontrolle unterliegen und niemandem rechenschaftspflichtig sind. Unter diesen Umständen würde allenfalls ein Heiliger nicht auf die Idee kommen, auf Kosten aller anderen bevorzugt seinen eigenen Interessen zu dienen.

Antony C. Sutton: Die Federal Reserve-Verschwörung

Zu zeigen, dass es sich im Fall des US-Fed-Systems genauso verhält, ist das Ziel des US-Historikers Antony C. Sutton. Er beleuchtet die Geschichte des amerikanischen Geldsystems von seinen Anfängen nach der Sezession vom englischen Mutterland, über die unter Alexander Hamilton unternommenen, ersten Versuche zur Schaffung eines Geldmonopols, und die im Rahmen der „Jekyl-Island-Verschwörung“ einflussreicher Banker verabredete Gründung der FED-Systems, bis in unsere Tage. Dass ausgerechnet im Jahr der Gründung der FED auch eine bundesweite Einkommensteuer eingeführt wird, unterstreicht den Willen der amerikanischen Finanz- und Politeliten zur Machtkonzentration und -Zentralisierung.
Tatsächlich handelt es sich beim FED-System um ein, wie Sutton schreibt „…privates System, das Banken gehört. Die Fed-Kontrolle über das Geld ist ein privates, von Kongress gewährtes Monopol.“
Eine Gruppe einflussreicher und zu allem entschlossener Banker schafft es nach jahrelangen Vorbereitungen, im Jahr 1913 beide Häuser des US-Kongresses vom Plan der Schaffung eines „Federal-Reserve-Systems“ zu überzeugen und hievt zeitgerecht Woodrow Wilson ins Amt des US-Präsidenten, der mit seiner Unterschrift die Sache zugunsten seiner Förderer schließlich besiegelt.
Den für diese folgenschwere Entscheidung Verantwortlichen in Senat und Repräsentantenhaus, aber auch Präsident Wilson selbst mangelt es ganz offensichtlich an jeder Einsicht, welches Monstrum sie da schaffen. Schwere Missverständnisse über das Wesen und die ungeheure Macht des Fed-Systems bestehen indes bis heute.
Dass es private Banken sind, die das Geld herausgeben, ist nicht das Problem.
Das vom Staat garantierte und von niemandem kontrollierte, strafbewehrte Monopol ist das Problem.
Das gut recherchierte Büchlein ist jedenfalls höchst aufschlussreich. Ein aufmerksames Lektorat hätte die zahlreichen Druckfehler eliminieren können.

Die Federal Reserve Verschwörung
Antony C. Sutton
Axel B. C. Krauss / Books on Demand 2019
87 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-7504-3072-3
6,- Euro



Muss von der Leyen jetzt zurücktreten?

Diese tollen Tage in Thüringen ändern so manches. Wurde die AfD bislang in nahezu allen Medien und den meisten Politikern als rechtspopulistisch bezeichnet, so handelt es sich seit ihrer Stimmabgabe für den FDP-Politiker Thomas Kemmerich unüberhörbar oft um „Faschisten“. Offenbar ist es besonders schlimm, wenn Rechtsausleger einen Liberalen wählen.

Uschi Uschi Uschi

Ursula von der Leyen reacts after a vote on her election at the European Parliament in Strasbourg CREDIT: VINCENT KESSLER /REUTERS

Aber unabhängig vom Wandel der Sprache wird allenthalben der Eindruck vermittelt, dass es für einen Amtsinhaber quasi unausweichlich ist, zurückzutreten, wenn er sich mit Stimmen von Rechtspopulisten hat wählen lassen. Aber stimmt das? Hat es vor Thomas Kemmerich keinen Deutschen und keine Deutsche in einem Wahlamt gegeben, das er oder sie nur dank rechtspopulistischer Stimmen antreten konnte?

Im Pulverdampf des aktuellen medialen Trommelfeuers übersieht man zuweilen vieles, und so bedurfte es auch bei mir erst des Hinweises eines Freundes auf die Wahl von Ursula von der Leyen…weiterlesen



Mit Geld zur Weltmacht?

(Andreas Tögel) Weltherrschaft – ein aus zahlreichen Romanen und Filmdramen bekannter Begriff, der meist mit allerlei Verschwörungstheorien Hand in Hand geht. In der Tat ist der Trend zur politischen Zentralisation nicht zu übersehen. In einer wirtschaftlich weltweit so eng wie nie zuvor vernetzten Welt, erhält die Idee zur Schaffung einer einheitlichen Weltwährung immer stärkeren Auftrieb. Falls es je dazu kommen sollte werden die Konsequenzen schwerwiegend sein. Und es wird dann alles andere als egal sein, ob diese neue Weltwährung mit hoheitlicher Macht bewehrt, oder als Ergebnis einer freiwilligen Entscheidung der Geldnutzer entstanden sein wird.
Der auf dem Boden der „Österreichischen Schule der Ökonomik“ stehende Chefvolkswirt der Edelmetallhändlers Degussa, Thorsten Polleit, beschäftigt sich in seinem jüngsten Buch mit der Bedeutung der Verfügungsmacht über das Geld. Er führt darin den schlüssigen Nachweis dafür, dass es weder einer Verschwörung, noch militärischer Interventionen bedarf, um einen weltweiten Herrschaftsanspruch zu erheben und durchzusetzen, sondern lediglich der Verfügungsgewalt über das (Welt-)Geldsystem.
In seiner mit einer fundierten Einführung in die Erkenntnistheorie und Ludwig von Mises´ „Praxeologie“ beginnenden Analyse, zeigt er den Istzustand einer Welt im „demokratischen Sozialismus“, die sich mit zunehmender Geschwindigkeit auf eine von einer Weltregierung beherrschte, totalitäre Despotie zubewegt. Wer dieses düstere Bild für übertrieben hält, möge sich den ungeheuren Machtzuwachs vergegenwärtigen, den der international agierende, politisch-geldindustrielle Komplex in den zurückliegenden Jahrzehnten verbuchen konnte – und den spiegelbildlichen Freiheitsverlust, den jeder einzelne Bürger erleiden musste: der Gewinn des Klüngels der die Finanzwelt beherrschenden Geldsozialisten, ist der Verlust der Masse der Zeitgenossen.
Der „gläserne“, von einer allmächtigen Bürokratie jederzeit vollständig kontrollierte, überwachte und gelenkte Mensch ist selbst jetzt schon Realität, da noch Reste von Rückzugs- und Fluchtmöglichkeiten für freisinnige Nonkonformisten existieren, die durch offenen Grenzen und die Möglichkeit zu anonymen Bargeldzahlungen bedingt sind.
Der Autor zeigt die historischen Entwicklungslinien auf, entlang derer sich der demokratische Sozialismus immer weiter ausbreiten und immer mehr Macht über die Menschen erringen konnte. Die monopolisierte Verfügungsgewalt über das Geldwesen war und ist das wirkungsvollste Instrument zur Machtakkumulation und –Ausweitung.
Die im letzten Teil des Buches erläuterte Möglichkeit zur Umkehr des Weges in den totalitär regierten Weltstaat, lässt kaum Raum für Optimismus. Der demokratische Sozialismus hat die Errungenschaften der Aufklärung nahezu vollständig rückgängig gemacht und die Menschen in die „selbstverschuldete Unmündigkeit“ (Immanuel Kant) zurückgezwungen.
Der Autor widmet seine Arbeit nicht einem mit geldtheoretischen Überlegungen vertrauten Fachpublikum, sondern interessierten Laien. Dennoch kann das Buch auch von ersterem mit großem Gewinn gelesen werden. Absolute Kaufempfehlung!

Mit Geld zur Weltherrschaft
Thorsten Polleit
Finanzbuchverlag, 2020
221 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-95972-304-6
17,99,- Euro



Ein Jahrhundertwerk!

Buchrezension: Menschliches Handeln I: Eine Grundlegung ökonomischer Theorie (Band, Band 1)

(Andreas Tögel) Abhandlungen komplexer Sachverhalte sinnerfassend in einer anderen als der eigenen Muttersprache zu lesen, fällt mitunter auch sehr sprachbegabten Zeitgenossen nicht leicht. Das vorliegende Buch ist daher für den deutschsprachigen Raum besonders wertvoll.

Anlässlich seines 70. Jahrestages der Ersterscheinung auf Englisch ist das Opus Magnum des Ökonomen und Sozialphilosophen Ludwig von Mises nun als vierbändiges Werk in deutscher Sprache erscheinen. Das Buch wurde im Jahr 1949 unter dem Originaltitel „Human Action“ erstmals aufgelegt. Es handelt sich dabei keineswegs, wie immer noch manch einer glaubt, um eine geringfügige Erweiterung des bereits neun Jahre zuvor und noch in deutscher Sprache erschienenen Werkes „Nationalökonomie“. Nein, es ist vielmehr eine, unter dem Eindruck der zwischenzeitlich erfolgten Ereignisse und Erkenntnisse erstellte, weitgehende Neuschöpfung. Der Wiener Ökonom und Rektor der privaten Bildungseinrichtung „Scholarium“, Rahim Taghizadegan, hat verdienstvollerweise den immensen Aufwand auf sich genommen, den bislang ausschließlich in englischer Sprache vorliegenden Text ins Deutsche zu übertragen.

Ludwig von Mises war zweifellos einer der bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts, der – völlig zu Unrecht – nicht annähernd so bekannt ist wie sein großer intellektueller Gegenspieler John Maynard Keynes. Mises überwindet das neoklassische Konzept des wie ein nutzenmaximierender Roboter agierenden „Homo oeconomicus“ und beschreibt das menschliche Handeln in all seinen Facetten, die weit über den Bereich des Wirtschaftens hinausgehen. Das Buch darf in keiner bildungsbürgerlichen Bibliothek fehlen und sollte für Studenten der Volkswirtschaftslehre Pflichtlektüre sein!

 

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