Auf dem Weg zur Islamisierung

Buchrezensin: Eine Moschee in Deutschland: Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam im Westen (German) Hardcover – 3. February 2011

Eine Moschee in Deutschland: Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam im Westen

(Andreas Tögel) Wer nach den Wurzeln der mittlerweile galoppierenden Islamisierung Deutschlands sucht, wird bei der Geschichte von Deutschlands erster Moschee in München fündig. Der Autor beschreibt in diesem außerordentlich gründlich recherchierten Buch, wie einige im Zweiten Weltkrieg gegründete Seilschaften von Nationalsozialisten und antisowjetischen Muslimen zur Basis eines Netzwerks zur Verbreitung des Islams in Deutschland (und dem Rest Europas) wurden.

Nach einer zähen Anlaufphase konnte die Sache des politischen Islams Fahrt aufnehmen, nachdem die hohe Politik begann, sich helfend einzumischen. Wie schon im Kriege, wurde auch in der Zeit danach versucht, Muslime für den (ideologischen) Kampf gegen die Sowjetunion zu instrumentalisieren. Aus heutiger Sicht ist dieses Vorhaben – abgesehen vom Erfolg der afghanischen Mudschaheddin gegen die russischen Besatzer – restlos gescheitert. Faktisch ist nämlich genau des Gegenteil geschehen: der Westen hat sich – unter Federführung der USA – zum nützlichen Idioten des politischen Islams gemacht und dessen Verbreitung in der Welt massiven Vorschub geleistet.

Stefan Meinung arbeitet in seinem Buch die Rolle vieler namhafter Aktivisten heraus, die in der islamischen Gemeinde rund um die „Münchner Moschee“ tätig waren und sind. Ein zum Teil schockierender, jedenfalls aber augenöffnender Befund, insbesondere im Hinblick auf die Ereignisse von „9-11“.

Im Kontext der rezenten, von politischer Korrektheit bestimmten Politik, die jegliche „Diskriminierung“ von Minderheitsstatus einnehmenden Gruppen (zu denen die Muslime in Europa – einstweilen noch – gehören), kommt dem Rezensenten spontan zweierlei in den Sinn: erstens das Lenin-Zitat „Die Kapitalisten werden uns noch den Strick verkaufen, an dem wir sie aufhängen“ und zweitens Max Frischs Drama „Biedermann und die Brandstifter“. Beides passt auf das Verhältnis der Muslime zum Westen und der dort gepflegten Lebensart.

Wer ernsthaft meint, als „Ungläubiger“ mit dem politischen Islam in Frieden leben zu können, hat von den Grundsätzen dieser alle Lebensbereiche durchdringenden Politreligion offenkundig keine Ahnung. Zudem unterschätzen die auf Kurzfristdenken und –Handeln konditionierten Westler meist die Zeiträume, in denen im Dienste des politischen Islams handelnde Akteure denken. Sie verfügen – wie das Beispiel der Entwicklung um den Nukleus der „Mosche In Deutschland“ zeigt – über sehr viel Geduld und Ausdauer. Und sie sind international bestens vernetzt. Sie infiltrieren alle gesellschaftlichen Institutionen (vom Schulwesen über Sportvereine bis zu den politischen Parteien) und nutzen, wie weiland die Nationalsozialisten (mit denen es beachtliche ideologische Schnittmengen gibt) die Instrumente der Demokratie, um mehr und mehr Macht zu akkumulieren und am Ende das von ihnen präferierte Gesellschaftssystem – ein Kalifat unter den Regeln der Scharia – zu errichten. Das werden die heute lebenden älteren Semester wohl nicht mehr erleben müssen. Die „Millenials“ könnten indes deutlich weniger Glück haben.

Das Buch bietet erhellende Einblicke in die Arbeitsweise internationaler islamischer Organisationen und sollte für die politische Klasse zur Pflichtlektüre erklärt werden.


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