Ayn Rand: Kolumnen und andere Texte (1946 – 1979)

Buchempfehlung: Kolumnen und andere Texte (1946 – 1979)

Mit Romanen wie „Wer ist John Galt?“ oder „Ein Mann wie Sprengstoff“ und mit politphilosophischen Werken wie „Die Ethik des Egoismus“ und „Für den neuen Intellektuellen“, erwarb die russisch-amerikanische Autorin Ayn Rand weltweite Bekanntheit. Ihr kompromissloses Eintreten für einen durch keinerlei Sozialkitsch verunzierten Kapitalismus und ihre biographisch bedingte, rigorose Ablehnung des Sozialismus in all seinen Erscheinungsformen und Konsequenzen (sie hatte jahrelang die Umtriebe der Bolschewiken mitangesehen, ehe sie 1926 der Sowjetunion den Rücken kehrte und in die USA emigrierte), sind legendär und machen ihre Werke für jeden Freisinnigen zur Pflichtlektüre.

Das vorliegende Buch enthält einerseits eine Sammlung von Texten, die im Jahr 1962 als wöchentliche Kolumnen in der „Los Angeles Times“ publiziert wurden und tagespolitisch relevante Fragestellungen zum Inhalt haben, wie die Kubakrise oder den damals in Großbritannien praktizierten „nationalen Sozialismus“ und andererseits einige in den Jahren 1946 bis 1979 geschriebene Kurztexte mit zum Teil völlig unpolitischen Themen – wie etwa Rands Leidenschaft für die Philatelie.  

Was die tagespolitisch orientierten Kolumnen Rands auch heute noch lesenswert macht, ist die bemerkenswerte Gabe der Autorin, Oberflächen zu durchdringen und treffsicher die Ursachen und Dynamiken freizulegen und zu analysieren, die zu den jeweils aktuellen Geschehnissen führten. Ihre gnadenlose Abrechnung mit dem damals amtierenden Präsidenten John F. Kennedy, der sich wohl nur infolge seines frühen und gewaltsamen Todes bis heute großer Bewunderung erfreut (weshalb sonst?), ist dieser Fähigkeit Rands geschuldet.

Durch alle ihre Texte – auch durch ihre Zeitungskolumnen – zieht sich ihr unbeugsames Eintreten für das Gute, Schöne und Wahre, ihre Bewunderung für kreative Geister und „Macher“ und ihre tiefe Verachtung für Mitläufer, Schwächlinge und alles Durchschnittliche. Dass sie die von den Intellektuellen geringgeschätzten Mike Hammer-Kriminalromane Mickey Spillanes liebte, passt in dieses Bild. Denn Spillanes Protagonist ist die Entsprechung der „Guten“ in Ayn Rands eigenen Werken, in denen für Zwischentöne wenig Platz bleibt. Eine „Mischökonomie“, die auf die Mitte zwischen Markt- und Planwirtschaft zielt, oder Kompromisse zwischen Gut und Böse sind für Ayn Rand vollkommen undenkbar. Weiß oder schwarz. Gut oder böse. Schwanger oder nicht. Ein Drittes gibt es nicht. 

Nicht zuletzt ihrer bei jedem Thema unmißverständlich klaren Positionierung verdankt sich die Tatsache, dass diese entschlossene Streiterin für den Kapitalismus auch heute noch zu den meistgelesenen Autoren in den USA zählt. 

Eine lesenswerte Textsammlung!

   

Kolumnen und andere Texte (1946 – 1979)
Ayn Rand
Verlag TvR Jena
154 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-940431-64-6
19,60,- Euro

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