Buchrezension: Die Österreichische Schule der Nationalökonomie aus österreichischer Perspektive

Von Andreas Tögel

Die Autoren der vorliegenden Publikation, entstammen den verschiedensten Disziplinen und analysieren die Lehren der „Österreichischen Schule der Ökonomik“ in neun Beiträgen aus zeitgenössischer Sicht. Der Zeitpunkt des Erscheinens des Buches ist insofern gut gewählt, als im Gefolge der Immobilien- Finanz- und Staatsschuldenkrise der Jahre 2007/2008, die Reputation der herrschenden neoklassisch-keynesianischen Lehre stark beschädigt und bis heute nicht wieder hergestellt wurde. Der Hauptstrom der rezenten Volkswirtschaftslehre war und ist offensichtlich nicht in der Lage, befriedigende Erklärungen oder gar Lösungsansätze für die persistierende Krise zu liefern, der Regierungen und Notenbanken nach wie versuchen, mit einer immer stärker ausgeweiteten Geldmengeninflation zu begegnen. Da die Aussichtslosigkeit dieses Unterfangens immer deutlicher zutage tritt, führt die Suche nach brauchbaren Alternativen immer häufiger zur unserer Tage leider weithin marginalisierten „Österreichischen Schule“.

In diesem Buch werfen Historiker, Juristen, Volkswirte, Finanzwissenschaftler, Fonds- und Industriemanager aus ihren jeweiligen Perspektiven Blicke auf die Konzepte dieser von Carl Menger im Jahre 1870 begründeten Schule der Volkswirtschaftslehre und warten mit zum Teil hochoriginellen Überlegungen auf: So etwa, wenn ein Bankrechtler die Rolle des Staates mit der eines Schiedsrichters beim Fußballspiel vergleicht und dabei zu interessanten Einsichten gelangt; Oder wenn ein Volkswirt die Auseinandersetzung der „Österreicher“ mit dem Sozialismus untersucht und zum Ergebnis kommt, dass die von diesen formulierte Kritik bis heute durch keine der darauf folgenden Verteidigungsversuche widerlegt werden konnte.

Die Betrachtungen des Historikers, der die “österreichische” Theorie im Lichte des zeitgeschichtlichen Kontextes darstellt, sind ebenso spannend zu lesen, wie die Betrachtungen aus der Sicht des Kapitalinvestors.

Insgesamt handelt es sich hierbei um eine anregende, kurzweilig zu lesende Lektüre, die zur Beschäftigung mit den Schriften von Böhm-Bawerk, Mises, Hayek, Rothbard und Co., oder denen zeitgenössischer „Austrians“ animiert.

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