Das Bleiverbot – Ein Anschlag auf den Jagd und Schießsport

(Andreas Tögel) Um Menschen um ihr Eigentum und ihre Freiheit zu bringen, hat es den Regierenden noch nie an Ideen gemangelt. Da sie – mangels anderweitiger Möglichkeiten, vergleichbar hohe Einkommen zu erzielen – wie Kletten an ihren Mandaten hängen, sind sie gezwungen, laufend perfide Täuschungsmanöver zu entwickeln, um ihre Maßnahmen im Sinne des Volkswohls oder, wie im vorliegenden Fall, der Volksgesundheit, einer Wählermehrheit andrehen zu können. Die Rechte jeder Minderheit sind ständig in Gefahr – es sei denn, es handelt sich um eine privilegierte Gruppe von Opfern. Waffenbesitzer gehören selbstverständlich nicht dazu.

Auckland Museum, CC BY 4.0 via Wikimedia Commons

Dass bewaffnete Bürger die Mächtigen irritieren, ist nichts Neues. Selbst in den USA, wo in einigen Bundesstaaten recht freizügige Waffenrechtliche Bestimmungen herrschen und das Recht auf Waffenbesitz sogar durch die Verfassung abgesichert ist, mangelt es nicht an Initiativen zur Bürgerentwaffnung. Die Biden-Administration wird in dieser Hinsicht Maßstäbe setzen.

In der EU geht es aktuell um das Blei, respektive dessen angebliche Gefährlichkeit, sofern es für Geschosse, etwa in Schrotpatronen, verwendet wird. Die Europäische Chemikalienagentur hat ein Verbot bleihaltiger Munition vorgeschlagen. Ab 2022 soll deren Verwendung stark eingeschränkt oder ganz verboten werden. 

Es ist kein Zufall, dass seit Jahrhunderten Blei und eben nicht irgendein anderes Metall für die Verwendung in verschiedensten Munitionsarten eingesetzt wird. Da eine Substitution des Schwermetalls entweder unmöglich, kostspielig oder mit zahlreichen Nachteilen verbunden ist, herrscht unter Jägern und Sportschützen, insbesondere bei Kleinkaliber- und Vorderladerschützen, für die es überhaupt keine Ausweichmöglichkeiten gibt, große Besorgnis. Ein Verbot der Verwendung bleihaltiger Munition würde, so die Befürchtung vieler der Betroffenen, das Ende des Schießsports, eine starke Einschränkung der Jagd und eine de-facto-Enteignung vieler Bürger bedeuten, deren Waffen damit wertlos würden.  

Jäger sehen sich mit dem Problem konfrontiert, dass die in der Initiative enthaltene Definition von „Feuchtgebieten“, in denen die Verwendung von Bleimunition verboten sein soll, auch auf nach Regengüssen temporär entstehende Pfützen (!) ausgedehnt werden kann. Wird ein Jäger mit bleihaltiger Munition im Umkreis einer solchen Wasseransammlung angetroffen, kann unterstellt werden, dass er diese auch tatsächlich verschossen hat. Damit wird er straffällig. Ein starkes Stück, da er das Gegenteil in aller Regel kaum wird beweisen können. Generalverdacht und Schuldvermutung werden im Wege der Beweislastumkehr zur Verurteilung führen. 

Katja Triebel von der „German Rifle Association“ verweist nachdrücklich auf die Ungefährlichkeit des in Patronen enthaltenen Hartbleis, das sich, im Gegensatz zu in Farb- oder Treibstoffen enthaltenem Blei, in kürzester Zeit mit einer Oxidschicht überzieht und damit im Hinblick auf seine Ausbringung in der Natur (durch jagdlich verwendete Bleischrote) unbedenklich ist. Die Behauptung einer Kontamination des Bodens oder der Vergiftung von Tieren entbehrt jeder wissenschaftlichen Evidenz.   

Sportliches Schießen im Freien – etwa das Wurftaubenschießen – würde künftig gegen das Gesetz verstoßen, falls es zuvor oder währenddessen zu einem Regenguss kommt: „Feuchtgebiet“. Auch das Training oder die Durchführung von Wettkämpfen im Biathlonsport wären damit so gut wie erledigt, weil in der im Biathlon eingesetzten Kleinkalibermunition, wie auch in Vorderladerwaffen – ausschließlich Bleigeschosse verwendet werden.

Noch ist nichts entschieden. Doch man merkt die Absicht und man ist verstimmt. Beim Kampf der Eurokratie gegen die Bleimunition handelt es sich um einen weiteren Anschlag auf Die Freiheit und das Eigentum von Privatpersonen – diesfalls auf die Eigentümer jagdlich und sportlich verwendeter Feuerwaffen. Endziel ist und bleibt der waffenlose und der Willkür des Leviathans wehrlos ausgelieferte Untertan.   

Dieser Text ist soeben in der Juni.-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 213. erschienen

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