Die spinnen, die Deutschen

2019 wird ein schwieriges Jahr

(Andreas Tögel) „Mögest du in interessanten Zeiten leben“ lautet eine in China gängige Verwünschung. „Interessante Zeiten“ stehen in diesem Fall für Krisen, Umstürze, negative Veränderungen und Kriege. Letztere sind in Euroland im kommenden Jahr zwar (noch) nicht unbedingt zu erwarten, aber bürgerkriegsähnliche Zustände können – siehe Frankreich – in verschiedenen Provinzen des Euroimperiums durchaus schon einmal herrschen.

Doch nicht nur die politische Unsicherheit wächst. Auch hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung türmen sich Probleme auf. Die Konsequenzen der europaweit zelebrierten Schuldenorgien dürfen nicht unterschätzt werden! An historischen Beispielen für die negativen Langzeitfolgen schuldengetriebener Scheinkonjunkturen mangelt es nicht. So wurde etwa auch vor der 1929 beginnenden „Großen Depression“ ausgiebig Party gemacht. Der ab 1990 in eine Rezession gefallenen Volkswirtschaft Japans ging ebenfalls eine exzessiv auf Kreditfinanzierung setzende Geldpolitik voran. Und die Ursache der von den USA ausgehenden „Immobilienkrise“ 2007/2008, war ebenfalls ein Schuldenexzess.

Am Ende kreditfinanzierter Boomphasen, steht bekanntlich in 100/100 Fällen die Ent-Täuschung, das Sichtbarwerden der vorangegangenen Verzerrungen und deren unbarmherzige Korrektur. Daran werden auch arrogante Geldalchemisten von Schlage Herrn Draghis nichts ändern. Das gilt übrigens auch für die Wirtschaft des seit der Krise 2007/2008 weltweit zum wichtigsten Konjunkturtreiber gewordenen China, dessen wirtschaftlicher Höhenflug ebenfalls auf einer expansiven Geldpolitik beruht. Im Reich der Mitte wurden nicht nur in der Stahlindustrie unglaubliche Überkapazitäten aufgebaut, die einer Wertberichtigung harren – mit allen fatalen Konsequenzen für die involvierten Banken.

Die starke internationale wirtschaftliche Verflechtung bringt es mit sich, dass von allfälligen Turbulenzen in Rotchina auch der Rest der Welt betroffen ist. Was aus europäischer Sicht einst für die USA galt, gilt mittlerweile auch für diese Wirtschaftsmacht: Erkrankt sie an einer leichten Verkühlung, liegt Euroland mit einer schweren Lungenentzündung im Bett. Wie gesagt: Interessante Zeiten liegen vor uns! Anzeichen für eine aufziehende Wirtschaftskrise mehren sich – besonders in Europa.

Einen Sonderfall bildet – wie immer – Deutschland. Der Wirtschaftsmotor Deutschlands, der stärksten Volkswirtschaft der Union und deren Zahlmeister, beginnt deutlich hörbar zu stottern. Die Prognosedaten verfinstern sich. Wie bei der „Flüchtlingskrise“ sind die Ursachen dafür zum größten Teil hausgemacht. Weder außerirdische Eroberer noch überseeische Konkurrenten sind es, die eine zutiefst industriefeindliche Energiewende erzwingen, die in Form horrender Energiekosten ihren Tribut fordert. Es war und ist vielmehr die autodestruktive Politik, die von einer außer Kontrolle geratenen Matrone an der Spitze der deutschen Regierung getrieben wird. Und es ist das kollektive interne Kesseltreiben gegen das Rückgrat der deutschen Industrie – die Fahrzeughersteller -, das dem Exportweltmeister zunehmend zusetzt (die Gründe zu erörtern, warum so viele Deutsche einem ausgeprägten Nationalmasochismus huldigen, ist an dieser Stelle kein Platz).

Eines ist gewiss: Wer sich allein an Manipulationsvorwürfen im Zusammenhang mit einem angeblichen „Dieselskandal“ abarbeitet, greift damit um vieles zu kurz. Wenn im Elfenbeinturm lebende, im Hinblick auf ihr physikalisch-technisches Verständnis absolut unterernährte Bürokraten unerreichbare Emissionsforderungen aufstellen, braucht man sich über die daraufhin entstehende Kreativität auf Seiten der Produzenten nicht zu wundern. Keine andere Nation auf diesem Erdball käme auf die aberwitzige Idee, ihren wichtigsten Wirtschaftszweig, in dem sie nach wie vor weltweit technische Maßstäbe setzt, zu Tode zu regulieren. Das gelingt – zum Schaden ganz Europas – allein den Deutschen.

Wenn dann auch noch rotgrün schillernde, ökofaschistische Narren den sparsamsten und wirtschaftlichsten jemals erzeugten Fahrzeugantrieb geradezu hysterisch verteufeln und mit irrwitzigen Fahrverboten eine faktische (Teil-)Enteignung von Bürgern und Unternehmen ins Werk setzen, dann handelt es sich um genau jenen Stoff, aus dem hausgemachte Wirtschaftskrisen bestehen. Der Dieselmotor wurde nicht nur in Deutschland erfunden, sondern wird dort auch in andernorts bis heute unerreichter Qualität produziert und glänzt mit insgesamt niedrigeren Emissionswerten als jede andere verfügbare Technik. Es ist ein unbegreiflicher Irrsinn, wenn deutsche Linke alles daransetzen, die eigene Industrie zu ruinieren.

„Denk ich an Deutschland in der Nacht.“ dichtete Heinrich Heine. Er war und ist nicht der einzige, der angesichts der in so vielerlei Hinsichten besorgniserregenden Entwicklungen im bevölkerungsreichsten Land Europas unter Schlafstörungen zu leiden hatte.


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