Geld her oder es kracht!

Buchbesprechung

In Zeiten allgemein zunehmender Instabilität, sollte man über jenes Phänomen Bescheid wissen, das für große, arbeitsteilige Gemeinschaften absolut lebenswichtig ist: das Geld. Seine verschiedenen Perspektiven, seine Herkunft, sein Wesen und seine Bedeutung zu erklären, ist der Zweck dieser kleinen Streitschrift aus der Feder eines Mannes, der sich wie nur wenige darauf versteht, selbst komplexeste Sachverhalte, über die auch in Kreisen von Experten häufig Verwirrung besteht, einem Laienpublikum klar und auf leicht verständliche Weise darzustellen.
Nach einer kurzen Betrachtung der Entstehung des Geldes und der verschiedenen Geldarten, kommt der Autor zum Kern der Sache: der Funktionsweise des herrschenden Geld- und Zentralbanksystems. Er benennt treffsicher dessen Schwächen und zeigt auf, wie die ganze Welt von politischen Führern und Zentralbanken sukzessive in eine „Nullzinsfalle“ manövriert wurde, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint – zumindest keines, das ohne schwere Blessuren für die überwiegende Mehrheit der Geldnutzer über die Bühne gehen wird.
Während der mediale Mainstream sich mit Vorliebe der Kritik des „Turbokapitalismus“ und des Neoliberalismus widmet, der die Gräben zwischen Armen und Reichen angeblich stetig vertieft, sieht Taghizadegan im Gegenteil den „Geldsozialismus“ (® Roland Baader) am Werk, den er als „Umverteilung für Reiche“ brandmarkt. Intendierte Absicht und tatsächlich erzielte Wirkung sind eben zwei sehr verschiedene Paar Schuhe. Leider bewirken in bester Absicht ins Werk gesetzte hoheitliche Interventionen häufig das exakte Gegenteil des Gewünschten – so auch in der Geldpolitik.
Die nach der Finanzkrise von 2007/2008 auf den Weg gebrachten Regulierungen dienen am Ende der weiteren Bereicherung der ohnehin bereits Reichen und stürzen die weniger Begüterten in immer größere Probleme.
Der Spielraum der Zentralbanken ist nach Erreichen der Zins-Nulllinie sehr klein. Zwar werden immer kreativere – um nicht zu sagen verrücktere – Ideen zur Belebung der Märkte kolportiert. Doch wie der große österreichische Ökonom Böhm-Bawerk schon vor weit mehr als 100 Jahren erkannte, ist gegen die Gesetze der Ökonomie von noch so entschlossenen politischen Führern langfristig nichts auszurichten.

Zehn Empfehlungen für Anlegerinnen und Anleger bilden den nicht ganz so düsteren Abschluss des Büchleins.

Geld her oder es kracht
Rahim Taghizadegan
Leykam, 1919
93 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-7011-8131-5
12 Euro


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Top
%d Bloggern gefällt das: