Greta Mania: Jugend im Klimawahn

Buchrezension

(Andreas Tögel) Kein Mensch vor ihr hat in so kurzer Zeit ein derartiges Maß an internationaler Bekanntheit erlangt wie Greta Thunberg. Dass Politiker und Medienschaffende einem schulschwänzenden Kind, das naturgemäß kaum über profundes Wissen und Lebenserfahrung verfügen kann, an den Lippen hängen als handle es sich um den wiedergekehrten Messias, ist schon bemerkenswert. Kein Jugendlicher vor ihr hat es auf die Titelseite des Time-Magazins geschafft.

Greta Mania: Jugend im Klimawahn

Die Buchautorin begibt sich auf die Suche nach den Ursachen für die unerhörte Popularität des schwedischen Teenagers, der es bestens versteht, mit markanten Parolen wie „How dare you?!“ und starken Bildern: „Our house ist on fire!“ auf die bislang vermeintlich größte Herausforderung der Menschheit, den angeblich anthropogenen Klimawandel, aufmerksam zu machen und drastische Maßnahmen zu dessen Bewältigung zu fordern. Thunberg ist, wie viele ihrer nicht minder fanatischen Fans, felsenfest davon überzeugt, das gesamte Menschengeschlecht würde schon in den nächsten Jahrzehnten den unausweichlichen Hitzetod sterben, falls es nicht zu einem sofortigen Stopp der CO2-Emissionen kommt.

Das Buch enthält eine detaillierte Darstellung von Gretas Aktivitäten – vom Beginn ihres Schulstreiks am 20. August 2018 an, bis zu ihren hochprofessionell und medienwirksam organisierten Bahn- und Seereisen, sowie ihren Auftritten anlässlich internationaler Politveranstaltungen in der jüngsten Vergangenheit.

Ingmar Retzhog, Gretas „Entdecker“, Promotor und Werbefachmann, stellte fest, dass es „keinen Interessenkonflikt zwischen Klimaschutz und Geldmachen“ gibt. Gegen das Geldverdienen ist in der Tat nichts einzuwenden. Man sollte seine Worte allerdings nicht vergessen, um nicht allzu sehr an die makellose Reinheit und Selbstlosigkeit der von Greta Thunberg verkörperten Fridays-For-Future-Bewegung, respektive an die der hinter ihr stehenden Organisationen zu glauben, die sich durchaus darauf verstehen, ihren handfesten wirtschaftlichen Interessen zu dienen.

Viele Kritiker werfen dem umtriebigen Teenager ein undifferenziertes Freund-Feind-Denken und den völligen Mangel an real umsetzbaren Ideen vor, wie denn dem Klimawandel tatsächlich begegnet werden könnte, ohne die Menschheit in kollektive Armut und weltweiten Hunger zu stürzen. Immerhin stehen Fortschritt und Wohlstand unserer Gesellschaften in einer direkten Beziehung zum Energieverbrauch. Gretas Fans weisen dieses Ansinnen indes vehement zurück, begnügen sich mit dem Aufstellen von Maximalforderungen und erwarten die Entwicklung von sofort umsetzbaren Konzepten von den politischen Verantwortungsträgern.
Die Corona-Krise hat Greta zuletzt wochenlang aus den Schlagzeilen verdrängt. Vergessen ist das bezopfte Mädchen damit mit Sicherheit allerdings noch lange nicht. Im Gegenteil: die rigorosen, ja zum Teil durchaus totalitären Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie könnten sehr leicht als Vorlage zur Durchsetzung des Thunberg’schen Klimasozialismus herangezogen werden. Wir werden sehen.

Greta Mania – Jugend im Klimawahn
Regine Zappelzauer
Verlag Frank&Frei
250 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-903236-34-9
20,46 Euro

Verwendete Schlagwörter:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.