Kirchliches Unverständnis in Wirtschaftsfragen

(Andreas Tögel) Die katholische Kirche hat – vorsichtig ausgedrückt – ein gespanntes Verhältnis zum Kapitalismus. Mehrere päpstliche Enzykliken widmen sich seit dem Jahr 1891 (Leo XIII.: Rerum Novarum) der „sozialen Frage“ und fordern Unternehmer und Manager auf, mehr Augenmerk auf das Gemeinwohl zu richten. Dass Unternehmer nur dem Profit hinterherjagen und darüber die Interessen der Gesellschaft als Ganzes übersehen, wird von der Kirche – speziell von den zuletzt extrem weit nach links gedrifteten katholischen Sozialakademien und der Caritas – scharf kritisiert (von der evangelischen Kirche ganz zu schwiegen, die sich mittlerweile völlig unverhüllt als Vorfeldorganisation der Sozialisten positioniert).

Wer seine Urteile vom Elfenbeinturm aus und von jeder ökonomischen Sachkenntnis ungetrübt spricht, neigt indes dazu, in die Sirengesänge sozialistischer Gerechtigkeits- und Umverteilungsapologeten einzustimmen, wie man bei Auftritten von Klerikern mit schöner Regelmäßigkeit erleben kann.

Doch noch ist Polen nicht verloren! Es gibt zumindest eine Ausnahme: Martin Rhonheimer, seines Zeichens Professor für Ethik und politische Philosophie an der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom und Gründungspräsident des Austrian Institute of Economics and Social Philosophy in Wien, ist ein überzeugter Anhänger der „Österreichischen Schule der Ökonomik“, propagiert den freien Markt und steht damit in wirtschaftlichen Fragen in scharfer Opposition zum kirchlichen Hauptstrom.

In einem aktuellen Interview mit der „Wirtschaftswoche“ erklärt…weiterlesen


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