Umsetzung der EU – Waffenrichtlinie

Von Andreas Tögel

Ganze 64 Seiten lang ist die Ausgeburt obrigkeitlich-bürokratischen Denkens, die auf den Namen Waffenrichtlinie hört. Um einem dringenden Bedürfnis der stets den mündigen und wehrhaften Bürger fürchtenden Obertanen abzuhelfen, sollen jene Europäer, die arglos und leichtsinnig genug waren, ihren einschlägigen Besitz den Behörden anzuzeigen, mit einem Wust neuer Regulative drangsaliert werden. Dass mit legal erworbenen – und damit amtsbekannten – Waffen kaum jemals Kriminaltaten verübt werden, von Räubern und Mördern gewöhnlich illegal erworbene Waffen durch die neue Regelung aber nicht erfasst werden, tut dem heißen Bemühen der Nomenklatura keinen Abbruch. Ziel hoheitlicher Übergriffe sind ja niemals die Bösen, sondern stets die Guten. Das war schon immer so.

Besonders abgesehen hat man es – unter dem stereotypen Hinweis auf ein paar in der Vergangenheit verübte Verbrechen – auf halbautomatische Büchsen, von denen angeblich geradezu apokalyptische Gefahren ausgehen.

Gegenwärtig steht die Umsetzung des von den Brüssel Spitzen erdachten Unfugs in nationale Gesetze an, und da gibt es einigen Spielraum: Von einem Totalverbot bis zu Restriktionen hinsichtlich künftig erlaubter Magazinkapazitäten (bei Büchsen maximal zehn, bei Faustfeueraffen 20 Schuss), ist alles möglich.

Seitens Tschechiens, wo selbst unter gemeinen Sozialisten der Hausverstand noch nicht völlig abhandengekommen ist, wurde bereits gegen die Richtlinie geklagt. Dort denkt man unter dem Eindruck der nach Europa drängenden Völkerwanderung aus gutem Grund eher an eine Liberalisierung, denn an eine Verschärfung der bestehenden Regeln. Gut so, denn was sollte im Falle einer Nichtumsetzung in nationales Recht denn schon groß geschehenen? Eine handstreichartige Militäraktion der Europäischen Gendarmerietruppe gegen das Palais Thun in Prag, wird es nicht geben. Vergleichbares würde natürlich auch für alle übrigen Nationalstaaten gelten, so die sich ein wenig bockig zeigen und den Brüsseler Bürokratenmüll einfach unbeachtet liegen lassen sollten.

Natürlich ist da auch noch etwas anderes zu bedenken: Etwa eine linke Journaille, die, von jeder zweckdienlichen Sachkenntnis gänzlich unbelastet, seit Jahr und Tag unentwegt gegen den legalen Waffenbesitz – oder besser: gegen die Waffenbesitzer – hetzt. In ihren Augen handelt es sich bei diesen Leuten ja generell um gefährliche, potentiell rechtsradikale Gewalttäter. Einen individuellen Tatbestand braucht es daher gar nicht, um hunderttausenden Unbescholtenen, sowohl ideellen als auch materiellen Schaden zuzufügen.

Was zählen schon jährlich hunderte kriminelle Gewalttaten, denen mit adäquaten Notwehrmitteln in den Händen unbescholtener Bürger wirksam zu begegnen wäre, wenn man – entsprechend restriktive Waffengesetze vorausgesetzt – auch nur einen einzigen Fall eines Missbrauchs einer Legalwaffe verhindern kann?

Was die Damen und Herren in den Redaktionsstuben der gleichgeschalteten Medien bislang vielleicht übersehen haben, ist, dass die entschädigungslose Enteignung rechtmäßig erworbener Güter – zumindest bislang – noch nicht zum Repertoire europider Rechtsstaaten gehört. Wollte man also an die infolge eines unbegründeten Generalverdachts durch Wegnahme niemals missbräuchlich verwendeter Gegenstände gedemütigten Bürger angemessene Abfindungen bezahlen, wird das nicht ganz billig werden: Halbautomatische Büchsen stehen – je nach Fabrikat und Tuningaufwand – mit zwischen 2.000 und mehr als 7.000 Euro zu Buche. Wie viele weitere rechtschaffene Dschihadisten könnten Merkel & Genossen für dieses Geld wohl nach Euroland einladen?

Die alles entscheidende Frage lautet nun: Hält man Enteignungen in diesem Zusammenhang für möglich oder nicht? Falls nicht, sollte daran gedacht werden, sich noch vor Inkrafttreten der neuen Bestimmungen, entsprechende Waffen anzuschaffen. Für den bestehenden Besitzstand wird es dann wohl, wie bereits in der Vergangenheit geschehen, Ausnahmeregelungen geben.

Der Beitrag ist zuerst in der aktuellen Ausgabe (Nr. 185) des ef-Magazins erschienen


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