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Europa und der religiöse Totalitarismus

Anders als der Titel es nahelegt, beschäftigt sich der Politikwissenschaftler Michael Ley in diesem Buch nicht nur mit dem in den heiligen Schriften des Islam – Koran, Sira und Hadith – grundgelegten Antisemitismus der Muslime. Mit deren Masseneinwanderung in Europa ist nämlich keineswegs nur eine Zunahme des Antisemitismus verbunden, denn „Allah ist ein Feind aller Ungläubigen.” (Sure 2, 98). Damit wird der Islam zu einer Bedrohung der westlichen Zivilisation in Europa.

Das mit der voranschreitenden Islamisierung der Alten Welt verbundene Problem bringt der Autor folgendermaßen auf den Punkt: _„__Wie eine Glaubensgemeinschaft, die weder die Trennung von Staat und Religion prinzipiell anerkennt noch andere Religionen als gleichwertig akzeptiert, Teil eines Staates und einer Zivilgesellschaft werden will, bleibt unklar.”_ Göttliche Gebote können sich eben niemals von Menschen gemachten Gesetzen unterordnen. Ein unauflösbarer Widerspruch.

Nach dem Nationalsozialismus und dem Kommunismus kommt auf Europa mit dem Islam also eine dritte Form des Totalitarismus zu. Dank der hohen Fertilitätsrate der bereits anwesenden Moslems und einer weiterhin nahezu ungebremsten Zuwanderung aus der Welt des Halbmonds, dräut nicht weniger als die Auslöschung der europäischen Zivilisation.

Linke Intellektuelle verkennen die mit dem „Einwanderungs-Djihad” verbundenen Gefahren, weil sie mit Religion grundsätzlich nichts anfangen können und daher keinerlei Sinn für den religiös basierten Hass der Muslime auf die „Ungläubigen” – insbesondere die Juden unter ihnen – haben. Dass der Koran mit judenfeindlichen Stereotypen durchsetzt ist, nehmen sie nicht ernst. Dass sich in allen drei heiligen Schriften des Islam explizite Tötungsaufrufe gegen Juden und andere „Kuffar” finden, bleibt nicht ohne Folgen. Die ersten europäischen Opfer des neuen Djihad sind die Juden, die bereits begonnen haben, Frankreich in Scharen zu verlassen.

Dass der Islam – anders als Judentum und Christentum – weder ein explizites Tötungsverbot, noch eine Trennung von transzendenter Religion und weltlicher Herrschaft kennt, wird in Europa – zum eigenen Schaden – vielfach ignoriert.

Ley schlägt einen weiten historischen Bogen von den heiligen Schriften des Islam über den Mythos von al-Andalus, weiter über die von muslimischen Theoretikern wie Sayyd Outb vorangetriebene Synthese von europäischem und islamischem Antisemitismus (die im Schulterschluss der Nationalsozialisten mit den von Hassan al-Banna gegründeten Muslimbrüdern ihren stärksten Ausdruck fand), bis in unsere Tage.

Hamed Abdel-Samad stellt fest, dass der Antisemitismus nirgendwo so stark ausgeprägt ist wie in der arabischen Welt. Bezeichnend ist, dass „Die Protokolle der Weisen von Zion” und Adolf Hitlers „Mein Kampf” in den arabischen Ländern bis heute in hohen Auflagen gedruckt und begeistert gelesen werden. Der Judenhass wird dort bereits mit der Muttermilch verabreicht und – auch nach einer Migration in den Westen – selten abgelegt.

In seiner Judenfeindlichkeit weist der Islam eine augenfällige Affinität zum Nationalsozialismus auf, wobei der „göttliche” Text des Korans – anders als der religiös motivierte Antijudaismus von Christen – dafür eine erstklassige Legitimation liefert.

Das beachtliche Talent der Muslime, sich immerfort zu Opfern zu stilisieren, kommt in ihrem erfolgreichen Bemühen zum Ausdruck, „Islamophobie” als eine gegen sie gerichtete Mutation des Antisemitismus zu deuten. Welcher atemberaubende Zynismus!

Leys Ausblick ist düster: „Das 21. Jahrhundert wird von einem globalen Kampf gegen den Islam geprägt sein.”

Tötet sie, wo ihr sie trefft: Islamischer Antisemitismus
Michael Ley
ISBN: 978-3-982033624
104 Seiten
10,- Euro



Buchbesprechung: Ludwig von Mises für Jedermann / Der kompromisslose Liberale

Der Ökonom Thorsten Polleit unternimmt hier einen Parforceritt durch das Theoriegebäude und die bedeutendsten Publikationen des großen österreichischen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlers Ludwig von Mises. Der erste Teil des Buches besteht aus einer kurz gehaltenen Biographie. Teil beschreibt Mises´ Werk – mit der 1912 veröffentlichten Habilitationsschrift „Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel“ am Beginn. Teil drei ist der Wirkung Mises´ Arbeit gewidmet.
Neben der Habilitationsschrift erscheinen auch andere wichtige Werke, wie „Nation, Staat und Wirtschaft“, „Die Wirtschaftsrechnung im sozialistischen Gemeinwesen“ und „Die Gemeinwirtschaft“ in Mises´ Wiener Zeit. Die endet im März 1938 jäh mit dem Einmarsch deutscher Truppen. Während die „Österreichische Schule“ in Europa faktisch erlischt, findet Mises schließlich in New York seine neue wissenschaftliche Heimat.
Polleit arbeitet anhand der vorgestellten Publikationen präzise Mises´ stringente und kompromisslose Argumentation heraus, in deren Mittelpunkt die Überlegung steht, dass Nationalökonomie nicht als empirisch-positivistische Wissenschaft betrieben werden kann, da menschliches Handeln keinen naturwissenschaftlich-physikalischen Gesetzmäßigkeiten folgt. Nur als „aprioristische Wissenschaft“, die aus dem von Mises als „Praxeologie“ bezeichneten Gesetz des Handels folgt, lassen sich sinnvolle und politisch nicht leicht zu missbrauchende Erkenntnisse gewinnen.
Mises´ Schicksal als Gelehrter belegt eindrucksvoll, welche Konsequenzen ein eigenständiger, abseits der ausgetretenen Pfade des Hauptstroms der Wirtschaftswissenschaften denkender Geist gewärtigen muss: Wer sich weigert, seine Integrität der hohen Politik zu opfern, macht keine Karriere. Zu unbequem und für die Politik unbrauchbar sind seine Erkenntnisse, die im vorliegenden Fall übrigens niemals widerlegt wurden.
Wohin der Sieg der empirisch-positivistischen Wirtschaftswissenschaften führt, hat das 20. Jahrhundert gezeigt. „Mit dem Schicksal der Nationalökonomie ist das Geschick der modernen Kultur (…) unlösbar verknüpft.“
Leider steht zu befürchten, dass dieses hervorragende Buch nur den Kreis der „üblichen Verdächtigen”, also den der ohnehin mit der Theorie der „Austrians” vertrauten Zeitgenossen, erreichen wird. Es sollte zur Pflichtlektüre der Oberstufengymnasien gemacht werden.

Ludwig von Mises für Jedermann / Der kompromisslose Liberale
Thorsten Polleit
Verlag Frankfurter Allgemeine Buch
272 Seiten, gebunden
ISBN: 879-3-95601-043-9
17,90,- Euro



Buchbesprechung: Die 68er

Schlüsseltexte der globalen Revolte

(Andreas Tögel) Wer die Unterzeile des Titels übersieht, könnte sich möglicherweise enttäuscht sehen. Es handelt sich nämlich weder um eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem ideologischen Unterbau der, wie die Herausgeberin es nennt, „globalen Revolte”, noch um eine historische Analyse, sondern um eine Auswahl unkommentierter Texte, die in einschlägigen Medien veröffentlicht, oder als Diskussionsbeiträge, Vorträge und Aufrufe an Studenten und die werktätigen Massen gehalten wurden. Alle Beiträge wurden in der Zeit vor 1968 oder kurz danach verfasst (der älteste stammt aus 1955). In einer sehr ausführlichen Einleitung liefert die Herausgeberin eine grobe Zusammenfassung der Beweggründe, Schauplätze und verbindenden Elemente des Phänomens 1968.

Die Zusammenstellung erfolgte nach geographischen Regionen gegliedert. Das Kapitel Afrika widmet sich der kolonialen Unterdrückung und dem Freiheitskampf einiger afrikanischer Völker. Im Kapitel Asien geht es um den „imperialistischen Krieg”, den die USA in Vietnam geführt haben. Kapitel III, Lateinamerika, befasst sich mit den antiimperialistischen Befreiungsbewegungen im Hinterhof der USA. Im Kapitel USA geht es um die Studentenproteste gegen den Vietnamkrieg und um die Bürgerrechtsbewegung. Die Brennpunkte der 68er-Revolte in Europa werden einzeln gewürdigt (mit Ausnahme der Staaten Osteuropas, die zu diesem Zeitpunkt noch unter der Knute der Sowjetunion standen und nur recht kurz behandelt werden).

Die Liste der prominenten Autoren ist umfangreich. Zu Wort kommen u. a. Zhou Enlai, Ho Tschi Minh, Fidel Castro, Ernesto Che Guevara, Martin Luther King, Malcolm X, Ulrike Meinhof und einer der wichtigsten Wortführer der deutschen Protestbewegung, Rudi Dutschke.

Der Begriff „globale Revolte” insinuiert das Vorliegen eines gemeinsamen Anliegens. Dieses erhellt sich auch durch die Lektüre dieser historisch interessanten Beiträge nicht. Soweit es Europa betrifft, hatte die Protestbewegung nur ein Ziel: Die unumkehrbare Zerstörung alles Bestehenden (was weitgehend geglückt ist), zwecks Errichtung von etwas Neuem, von dessen Wesen es schon damals keine genaue Vorstellung gab. Wie dem auch sei: der Marsch der 68er durch die Institutionen hat die Alte Welt zu Beginn des dritten Millenniums offensichtlich an den Rand des Abgrunds gebracht. Fragt sich nur: Cuibono?

Die 68er: Schlüsseltexte der globalen Revolte.
Angelika Ebbinghaus (HG.).
Promedia Druck- und Verlagsgesellschaft.
223 Seiten, broschiert.
ISBN: 978-3-85371-278-8.
12,90,- Euro.



Buchbesprechung: Feindliche Übernahme

Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht

Der Autor ist zwar weder Arabist noch Islamwissenschaftler, trifft mit diesem Buch aber dennoch den Nagel auf den Kopf. Wer mit Menschen spricht, die längere Zeit in der Welt des Halbmonds gelebt haben oder die – als Angehörige bedrohter Minderheiten – von dort nach Europa geflohen sind, findet die Thesen Sarrazins in jedem einzelnen Punkt bestätigt. Von einer “Religion des Friedens” kann nur daherreden, wer sich mit den Quelltexten des Islam und der gelebten Wirklichkeit in islamischen Staaten niemals ernsthaft beschäftigt hat. Der streitbare Autor hat seine Hausaufgaben indes gründlich gemacht.
Wie man es von seinen früheren Büchern gewöhnt ist, enthält Thilo Sarrazin sich weitgehend jeglicher Spekulation, sondern präsentiert vielmehr gut recherchierte Fakten in gebündelter Form. Rund 70 Seiten mit Quellenangaben und Tabellen sprechen für sich.
Wer sich mit der „Friedensreligion“ des Islam bislang kaum oder noch nicht auseinandergesetzt hat, findet hier eine Fülle von auf Originalquellen (wie Koran und Sunna) basierenden Informationen. Dass Muslime keine Goldene Regel kennen, weil für sie die Welt in gottgefällige Rechtgläubige und von Allah verfluchte und gehasste Kuffar (eine pejorative Bezeichnung für Ungläubige) zweigeteilt ist, die ein tiefer, ja unüberwindlicher Graben trennt, sollten jene leider sehr zahlreichen nützlichen Idioten langsam begreifen, die sämtliche Islamkritiker rigoros bekämpfen und somit tatkräftig dabei mithelfen, ein neues Kalifat auf abendländischem Boden zu errichten. Die damit verbundenen Konsequenzen kann man jederzeit in Gottesstaaten wie Saudi-Arabien und dem Iran in ihrer ganzen Pracht bewundern.
Die Ursachen dafür, dass die Welt des Islam so gut wie keine Wissenschaftsnobelpreise, Patente oder nennenswerte Kunstwerke hervorbringt, von geisteswissenschaftlichen Erkenntnis ganz zu schweigen, gründet für Sarrazin unzweifelhaft auf der selbstreferenziellen Blase, in der sie gefangen ist. Die nach wie vor liebevoll gehegte Illusion von der Überlegenheit ihrer Religion, kollidiert allzu hart mit ihrer politischen Realität, die von Gewalt, Korruption, Armut, politischer Repression und hoffnungsloser Rückständigkeit gekennzeichnet ist.
Für das Abendland gefährlich ist die einzige Front, an der die Welt des Islam überlegen ist: Bei der Fertilität. Der Dschihad lässt sich eben nicht nur mit Petrodollars und Bombengürteln führen. Durch einen gewaltigen Geburtenüberschuss gegenüber der christlichen Welt, wird auf lange Sicht der hier herrschende demokratische Grundkonsens ausgehöhlt und schließlich zerstört werden. Dass totalitäre Ideologien sich bisweilen sehr erfolgreich demokratischer Mittel bedienen, um am Ende ein despotisches Regime zu errichten, sollten gerade wir Europäer nicht vergessen. Um den Anfängen zu wehren, ist es indes längst zu spät.

Feindliche Übernahme
Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht
Thilo Sarrazin
Finanzbuchverlag 2018
495 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-95972-162-2
24,99,- Euro
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Die staatsfreie Privatrechtsgesellschaft wird Realität

Titus Gebel, Rechtsanwalt und erfolgreicher Investor, skizziert in diesem Buch die theoretischen Grundlagen zur Errichtung einer staatsfreien Privatrechtsgesellschaft. Dass sich ein von ihm initiiertes Projekt auf einer zu Honduras gehörenden Insel gegenwärtig in der Realisierungsphase befindet, ist kein Zufall. Er begnügt sich eben nicht mit dem Theoretisieren, sondern macht Nägel mit Köpfen.

Auf dem Boden libertärer Prinzipien stehend, argumentiert er auf überzeugende Weise die Vorteile einer auf einer bürgerlich-rechtlichen Ordnung gründenden Gesellschaft als Alternative zum staatlichen Status quo, der auf Zwang, Gewalt und (mehrheitsdemokratischer) Willkür basiert. Tatsächlich erwachsen einem Staatsbürger aus der ihm einseitig auferlegten Steuerpflicht keinerlei konkreten Rechtsansprüche – etwa auf persönliche Sicherheit oder Eigentumsschutz. Zudem kann der Staat seine (Zwangs-)Angebote an seine Insassen jederzeit einseitig in jede Richtung abändern, ohne dass der Bürger bei Missfallen darauf anders, als durch Auswanderung unter Aufgabe seiner Rechte reagieren könnte.

Weshalb, so fragt Gebel völlig zu Recht, sollte es nicht möglich sein, ein Stadtprojekt zu realisieren, das auf zwischen dem Betreiber und den Bewohnern geschlossenen Verträgen, anstatt auf einem „Gesellschaftsvertag" beruht, den niemand je zu Gesicht bekommen hat und der jederzeit einseitig zum Nachteil der Bürger abgeändert werden kann? Immerhin sind ja auch im totalitären Wohlfahrtstaat unserer Tage immer noch wesentliche Bereiche des Lebens privatrechtlich organisiert: Lebensmittel, Bekleidung, Fahrzeuge und elektronische Geräte (um nur einige zu nennen), werden ja eben nicht vom Staat produziert, wobei von Mangelversorgung (außerhalb sozialistischer Musterstaaten wie Kuba, Venezuela und Simbabwe) keine Rede sein kann. Dass der Staat ein Monopol auf bestimmte Sektoren haben muss, ist also ausschließlich ideologisch zu „argumentieren".

Praktisch läuft Gebels Privatstadt auf die Verwirklichung jenes jeder sozialen Wärme ermangelnden „Nachtwächterstaats" hinaus, der von den Sozialisten in allen Parteien so vehement abgelehnt wird. Der Betreiber bietet, zu vertraglich vereinbarten und einklagbaren Bedingungen, die Bereitstellung von Infrastruktur, innerer und äußerer Sicherheit, sowie Rechtsprechung (durch unabhängige Schiedsgerichte) an; die Bewohner erklären sich zur Bezahlung der vereinbarten Beiträge und zur Einhaltung der festgesetzten Regeln bereit. Basta. Umverteilung, Bevormundung der Einwohner im Hinblick auf ihre Lebensgewohnheiten, Zwangsbeglückung oder einseitige Änderung der Konditionen zum Nachteil der Bewohner, gibt es nicht oder sind rechtlich anfechtbar und berechtigen zu Schadenersatzforderungen.

Gebel jagt keiner weltfremden Utopie hinterher, sondern steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden des tatsächlich Machbaren. Konzessionen hinsichtlich der im „Gastland" herrschenden Rechtsgrundsätze sind unvermeidlich. Dass für Projekte dieses Zuschnitts nicht gerade die sichersten und stabilsten Länder auf dem Globus zur Verfügung stehen, ist – zumindest gegenwärtig – in Kauf zu nehmen. Sollte das Projekt erfolgreich sein, werden sich Nachahmer finden. Der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Betreibern wird zur Einhaltung der verabredeten Konditionen zwingen, da andernfalls „Fluchtbewegungen" einsetzen würden, die den Wert der Stadt – und damit die Gewinnmöglichkeit der Betreiber – reduzieren. Man darf darauf gespannt sind, wie sich Gebels Projekt entwickeln wird.

Freie Privatstädte: Mehr Wettbewerb im wichtigsten Markt der Welt

Titus Gebel
Aquila Urbis Verlag, 2018
315 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-00-059289-8
29,90,- Euro

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Buchbesprechung: Hitlers Kinder / Die Generation der Achtundsechziger

Von Andreas Tögel

Die Streitschrift des profilierten Antisemitismus- Holocaust- und Totalitarismusforschers Michael Ley bringt es auf den Punkt: „Aus der absurden Idee einer Erlösung durch Vernichtung – des Judentums – schmiedeten die Kinder den Wahn der kollektiven Selbstvernichtung.” Der rassistische Irrsinn der Nationalsozialisten – die Verherrlichung der „arischen Rasse” – wird durch die 68er in sein Gegenteil verkehrt: In Multikulturalismus und Verteufelung des weißen Mannes. Letzterer trägt fortan die alleinige Schuld an allem Elend dieser Welt.

Wie schon die Nationalsozialisten, so sind auch die 68er erklärte Gegner der meinungspluralistischen Gesellschaft: Wer nicht einer der ihren ist, muss schweigen – oder wird zum Schweigen gebracht. Symptomatisch ist ihre Haltung zum Vietnamkrieg: Sie solidarisieren sich mit der Ikone des nordvietnamesischen Totalitarismus, Ho-Chi-Minh und mit einem der größten Massenmörder des 20. Jahrhunderts, Mao Tse-tung. Diese Figuren erscheinen ihnen als die neuen Erlöser – wie ihren Eltern einst Adolf Hitler.

Nach dem Untergang des Realsozialismus – mitten in ihrem erfolgreichen Marsch durch die Institutionen, die von ihren Nachfolgern mittlerweile nahezu vollständig beherrscht werden – braucht es ein neues Ideal. Im Migranten aus vormodernen (Gewalt-)Kulturen, haben sie es gefunden. Die „Verdammten dieser Welt” werden zu den kommenden welthistorischen Erlösern stilisiert.

Der Migrant – und der mit ihm die Alte Welt immer stärker infiltrierende Islam – sind folglich sakrosankt. Wer Kritik an ihnen äußert, wird in Acht und Bann getan, ist ignorant, fremdenfeindlich, „islamophob”, rechtsradikal, kurzum – ein Nazi. Der Ironie, dass die historischen Nationalsozialisten mit den Muslimen gemeinsame Sache gegen die Juden machten, ist sich in unserer geschichtsvergessenen Zeit kaum jemand bewusst. Der fanatische Judenhass Hitlers, wird dieser Tage durch den der sich täglich vergrößernden muslimischen Horden ersetzt. Wen stört das schon?

Das erklärte Ziel der 68er, die Zerstörung des deutschen Volkes, ist jedenfalls – zu ihrer Freude und zu der ihrer rotgrünen Nachfolger – in greifbare Nähe gerückt.

Dass wachsende Parallelgesellschaften zu einer immer tieferen Segregation der Gesellschaften führen – an einer Integration sind die muslimischen Eroberer klarerweise völlig desinteressiert – wird achselzuckend zur Kenntnis genommen. Das nach Kräften geförderte Eindringen der totalitären Ideologie des Islam, wird Europa – im Gegensatz zum Nationalsozialismus – unumkehrbar verändern. Die antimoderne linke Avantgarde geht mit dem Islam eine Allianz zur Zerstörung all dessen ein, was die Alte Welt einst ausgemacht hat.

Erschreckend, wie sehr die Kinder ihren Eltern ähneln: Totalitäre Kollektivisten sind die einen wie die anderen. An die Stelle der Juden als Sündenbock tritt – im Sinne einer pervertierten Verantwortungsethik – die These der niemals zu tilgenden Kollektivschuld. Die 68er und ihre geistigen Nachfolger werden Deutschland – und damit am Ende Europa, auslöschen. „Sie sind die größten Zivilisationszerstörer der Weltgeschichte.”

Hitlers Kinder Die Generation der Achtundsechziger
Michael Ley
Basilisken-Presse 2018
61 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-941365-63-6
13,50,- Euro



Buchbesprechung: Das Ende der SPÖ

Zeitlich hätte diese Neuerscheinung nicht besser programmiert sein können: pünktlich zur vorgezogenen Nationalratswahl 2017, erscheint diese Abrechnung mit Versäumnissen, Fehlern und personellen Missgriffen der österreichischen Sozialdemokratie in der Zweiten Republik. Ist der Titel auch überzeichnet, so kommt immerhin der Untertitel den Tatsachen nahe: „Von der absoluten Mehrheit in die Bedeutungslosigkeit".

Errang die einst staatstragende Partei unter „Sonnenkönig” Bruno Kreisky, anno 1979 noch satte 51,03 Prozent der Wählerstimmen, dümpelt sie gegenwärtig bei unter 30 Prozent dahin. Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik, ist es ihr als der den Kanzler stellenden Regierungspartei gelungen, bei einer Nationalratswahl nur als zweiter ins Ziel zu kommen – und das nur knapp vor den drittplatzierten Freiheitlichen. Blamabel. Victor Adler und Bruno Kreisky werden vermutlich in ihren Gräbern rotieren.

Auf kurzweilige, ironisch pointierte, aber keineswegs bösartige Weise, geht der Autor den Gründen für den systematischen Abstieg der einstigen Partei der werktätigen Massen auf den Grund. Serienweise Skandale, offensichtlicher Ziel- und Identitätsverlust, sowie unattraktives Führungspersonal, bilden die Hauptgründe für den stetigen Wählerschwund. Das Auftauchen des charismatischen Populisten Jörg Haider Mitte der 80er-Jahre, dessen Kür zum Chef der FPÖ und die darauf folgende Ausgrenzungsstrategie („Vranitzky-Doktrin"), hat den Wählerverlust nur noch weiter beschleunigt und die Freiheitlichen gestärkt. Jetzt waren und sind es eben sie, die den Finger am Puls der kleinen Leute haben, nicht mehr eine zum korrupten Macht- und Pfründenerhaltungsverein degenerierte Sozialdemokratie. Die Facharbeiter, die einst die roten Kerntruppen bildeten, stehen heute mehrheitlich im blauen Lager.

Auch der Tod des intelligenten und eloquenten Herausforderers Haider, der überaus erfolgreich in den roten Arbeiterhochburgen wilderte, brachte keine Trendwende. Die beinahe schon neurotisch wirkende Ausgrenzungspolitik, nahm und nimmt den Genossen vielmehr jeden Verhandlungsspielraum und zwingt sie zur ungeliebten Dauerkoalition mit der zweiten großen Volkspartei, der ÖVP.

Zu allem Überfluss trägt der kometenhafte Aufstieg des schwarzen Jungstars, Sebastian Kurz, zum weiteren Niedergang der Sozialisten bei. Denn er, und nicht die Roten, scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und auf die richtigen Themen zu setzen. Der politische Trend ist im Jahr 2017 kein Genosse mehr. Wenn die SPÖ sich nicht alsbald neu erfindet, wird ihr Weg in die Bedeutungslosigkeit unumkehrbar.

Das Ende der SPÖ
Martin Sörös
Verlag Frank 6 Frei
233 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-9504348-5-9
19,- Euro



Buchbesprechung Die blinden Flecken der Geschichte / Österreich 1927 – 1938

Von Andreas Tögel

Im Zuge ihres erfolgreichen Marsches durch die Institutionen haben es die Linken geschafft, bestimmte Forschungsbereiche nahezu vollständig unter ihre Fuchtel zu bringen. Die Geschichtswissenschaft – namentlich die Zeitgeschichte – zählt dazu. Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen wird daher weitgehend von den Narrativen bestimmt, die linke Historiker – weithin unwidersprochen – in die Welt setzen.
Fünf der Mantras, die diesen von den Roten gerne – kontrafaktisch – als „Ära des Austrofaschismus“ bezeichneten Abschnitt der jüngeren Geschichte prägen, hat die Historikerin und Erfolgsautorin Gudula Walterskirchen in ihrem letzten Buch einer kritischen Prüfung unterzogen und ist, nach Berücksichtigung bisher ungenutzter Quellen, zu einer weit vom Mainstream abweichenden Beurteilung der Ereignisse gekommen.
Ob es um das Drama von Schattendorf und den damit zusammenhängenden Justizpalastbrand geht; um den „Aufstand friedlicher Arbeiter“ gegen das „faschistische“ Dollfuss-Regime; um die tatsächlichen Ziele der sozialdemokratischen Putschisten im Februar 1934; und um die Frage, welche Rolle der illegalen Nationalsozialisten dabei gespielt haben: hier wird mit kritiklos nachgebeteten Mythen abgerechnet. Das betrifft auch die Beurteilung des Einmarsches Adolf Hitlers im März 1938.
So kann etwa gar keine Rede von einem politisch motivierten Fehlurteil gegen die ruchlosen Mörder „friedlicher Arbeiter“ in Schattendorf sein, wie die Autorin anhand eingehenden Quellenstudiums und der Einschätzung prominenter Juristen nachweist. Auch war das Ziel der angeblich „demokratischen Arbeiter“, die anno 1934 (entgegen den Direktiven der eigenen Parteiführung) den von Vornherein zum Scheitern verurteilten Putsch gegen die ständestaatliche Regierung versuchten, keineswegs die Wiederherstellung der Demokratie, sondern vielmehr die Errichtung einer sozialistischen Diktatur.
Das klingt anders, als man es aus den tiefroten Geschichtsinstituten zu hören gewohnt ist. Zum Kämpfen gehören nämlich allemal zwei Parteien und niemals liegt die Schuld am Ausbruch von Feindseligkeiten allein bei einer der beiden. Das war auch 1927 und 1934 nicht anders.
An der Bewertung der Persönlichkeit des von den Sozialisten bis heute als „Arbeitermörder“ denunzierten und inbrünstig gehassten Kanzlers Dollfuss, der ein halbes Jahr nach dem roten Putschversuch von Nationalsozialisten ermordet wurde, scheiden sich bis heute die Geister. Gudula Walterskirchen formuliert eine sehr differenzierte, aber dennoch keineswegs apologetische Beurteilung seiner Politik.
Die Sozialisten haben es geschafft, die Begebenheiten der Zwischenkriegszeit in einer Weise zu deuten und den Menschen einzubläuen, dass sie bei Bedarf jederzeit dazu eingesetzt werden können, ihrer rezenten Politik Vorschub zu leisten. Die rigorose Tilgung der Namen ihr missliebiger Persönlichkeiten aus der Bezeichnung von Straßen und Plätzen, ist ein schöner Beleg dafür. Geltung und Bestand hat nur, was roter Politik dient. Der Einsatz moralischer Doppelstandards ist dabei obligat.
Wer an einem nicht ideologisch determinierten Bild Österreichs in der Zeit zwischen 1927 und 1938 interessiert ist, sollte dieses Buch gelesen haben.

Die blinden Flecken der Geschichte
Gudula Walterskirchen
Verlag Kremayr & Scheriau
232 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-218-01063-4
22,90,- Euro



Was steht eigentlich in “Finis Germania”?

Was steht denn nun auf diesen knapp hundert Seiten so Skandalöses? Formell ist «Finis Germania» in vier Teile gegliedert, die wiederum durch knappe Kapitelchen von kaum mehr als zwei Seiten strukturiert werden. Der Text, vor allem im vierten Abschnitt mit dem Titel «Fragmente», ist notizblockartig mit spitzer bis spöttischer Feder und in hochtrabendem Ton verfasst, ähnlich den Aphorismen des antimodernen kolumbianischen Philosophen Nicolás Gómez Dávila.

Die Konstante von «Finis Germania» ist ein starkes Gegenwarts-unbehagen und Misstrauen am (post)modernen Denken, das als raunende Klagepredigt das ganze Buch durchweht. Da sehnt sich ein im geistigen Vakuum Verlorener nach Halt an Dingen, von denen er eigentlich selbst schreibt, dass sie so nicht existiert haben. Etwa nach einer historisch noch nie vorhandenen herrschenden Klasse in Deutschland, die diesen Namen auch verdiene und sich nicht aus Lokalpolitikern rekrutiert, denen der «Bratwurstdunst von Feuerwehrfesten» entströme. Oder nach dem Menschen im «alten Sinn», der zusammen mit seinem «individuell-familiären» Kulturraum verschwunden sei und nur eine postanthropomorphe Wüste hinterlassen habe.

Umstrittenes Sieferle-Buch: Was steht eigentlich in “Finis Germania”?

Das Buch “Finis Germania” des im September 2016 gestorbenen Historikers Rolf Peter Sieferle steht erneut im Zentrum erbitterter Diskussionen. Dabei steht weniger der Inhalt als die Rezeption im Vordergrund. Doch worum geht es in dem Buch eigentlich?



Buchempfehlung: Wir Weicheier

„Warum wir uns nicht mehr wehren können und was dagegen zu tun ist“, lautet der Untertitel dieses erhellenden, ganz und gar ohne Rücksicht auf die Erfordernisse der Politischen Korrektheit verfassten Buches. Die im ersten Teil des Untertitels erhobene Behauptung, wird vom Autor minutiös erläutert und schlüssig belegt. Von der Verweichlichung der Jugend, über die fatale Feminisierung der Streitkräfte westlicher Staaten, bis zur mittlerweile allgegenwärtigen Gedankenpolizei, die jede Form von Gewalt (sofern sie nicht von angeblich unterdrückten Minderheiten ausgeht) – und damit auch den Krieg an sich und die zu seiner Führung nun einmal erforderlichen Soldaten verurteilt, abwertet und verabscheut.
Wie die längst verlorene Wehrhaftigkeit der westlichen Staaten zurückzugewinnen ist, oder besser – ob das angesichts der dort herrschenden kollektiven Dekadenz überhaupt noch möglich ist, bleibt indes weithin offen. Zwar erhebt der Autor durchaus plausible Forderungen, was sich alles ändern müsste, um unsere Zivilisation gegen künftige Attacken nach innen und außen zu wappnen; daran, dass das in einer Zeit aber keinesfalls passieren wird, in der die Auslieferung von deutschen Schützenpanzern am fehlenden Nachweis für deren Unbedenklichkeit im Hinblick auf das Fruchtwasser schwangerer Soldatinnen scheitert, dürfte wohl auch der gelernte Militärhistoriker Creveld selbst keinen Moment lang zweifeln. Wie heißt es so schön: “Helm ab zum Gebet” oder “Fertigmachen für den Zusammenbruch!”
Er selbst präsentiert mit seinem Hinweis auf die von zahlreichen Historikern seit der Antike konstatierten Zyklizität der geschichtlichen Entwicklung (dem ewigen auf und ab der Kulturen), im Grunde selbst die traurige Gewissheit: Der Westen hat seine Zukunft hinter sich. 70 Jahre Frieden haben uns Glauben gemacht, dass es nie mehr Krieg geben könne – zumindest nicht auf unserem eigenen Boden. Wie alle hochstehenden, reich, bequem, weibisch und feige gewordenen Zivilisationen der Vergangenheit, wird wohl auch die unsere von vergleichsweise primitiven, rückständigen dafür aber wehrhaften und nach wie vor über die Fähigkeit zur Fortpflanzung verfügenden Barbaren niedergeworfen werden. Eigentlich schade…

Wir Weicheier
Martin van Creveld
Ares-Verlag, 2017
ISBN: 978-3-902732-67-5
223 Seiten, Hardcover
19,90,- Euro



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