Blog-Archive

Ein liberales Manifest

Buchrezension von: Die daungegradete Republik: Das heutige Österreich aus der Sicht des Feldmarschalls Daun von Georg Vetter

(Andreas Tögel) Der Name des Feldmarschalls Graf Leopold Daun liefert die Grundlage für das im Buchtitel enthaltene Wortspiel. Detail am Rande: nicht lange nach Escheinen des Buches erfuhr das Rating der Alpenrepublik tatsächlich ein Downgrading.

Leopold Daun war einer jener vier Feldherren Maria Theresias, deren Figuren heute den Sockel ihres Denkmals zwischen den beiden Museen an der Wiener Ringstraße zieren. Der Buchautor lässt den gelegentlich als „Cunctator“ (Zögerer) kritisierten Mann aus dem kühlen Grab heraus die in der Alpenrepublik zu Beginn des 21. Jahrhunderts herrschenden Zustände analysieren und kommentieren. Herausgekommen ist eine Art liberales Manifest, das allenfalls zur Frage verleitet, ob der einer von Gottesgnaden eingesetzten, absoluten Monarchin dienende Militär, tatsächlich so gedacht haben mag.

Die daungegradete Republik

Den vom Autor tief verinnerlichten klassisch liberalen Grundsätzen folgend, wird eine Lanze für Freiheit, Eigentum, Eigenverantwortung und Rechtstaatlichkeit gebrochen. Dem Justizwesen widmet er – als Rechtsanwalt entsprechend qualifiziert – große Aufmerksamkeit. Staatlicher Paternalismus, der stets zu Abhängigkeit und Unmündigkeit der Bürger führt, Meinungsdiktate und die Grundsätze der politischen Korrektheit werden von ihm scharf kritisiert und verworfen.

Großes Gewicht legt Georg Vetter auch auf die Wehrhaftigkeit der liberalen Ordnung. Er kritisiert die – schon seit den Tagen des Grafen Daun – stetige finanzielle Unterdotierung der bewaffneten Macht des Landes. An der hat sich nach dem Übergang Österreichs zur Demokratie vor rund 100 Jahren nichts geändert – jedenfalls nicht zum Guten. Den von Niccolo Machavelli („Der Fürst“) entwickelten Gedanken folgend, tritt der Autor vehement für eine milizartige Struktur der Armee ein. Ein starkes stehendes Heer (als „Staat im Staate“) oder eine Söldnerarmee lehnt er ab.

Vetter wehrt sich gegen die These, wonach „ganz Österreich“ den „Anschluss“ anno 1938 bejubelt hätte und verweist zurecht auf die machtvolle Demonstration des Willens zur Eigenständigkeit anlässlich der Totenfeierlichkeiten des im Jahr 1934 von österreichischen Nationalsozialisten ermordeten Kanzlers Engelbert Dollfuss. Ob es ein Fehler war, dass dessen Nachfolger, Kurt Schuschnigg, dem Bundesheer im März 1938 keinen Schießbefehl erteilt hat und stattdessen widerstandslos der deutschen Gewalt gewichen ist, bleibt offen.

Alles in allem hat Georg Vetter mit diesem Buch ein kurzweilig und mit Gewinn zu lesendes Bekenntnis eines österreichischen Patrioten zu einem liberalen Rechtsstaat vorgelegt.



Buchrezension: Mein Krampf

Eine Abrechnung: Die Wahrheit über Adolf Hitlers ‚Mein Kampf‘

Starke Wertung, schwache Analyse

(Andreas Tögel) Bücher, die schon im Titel die Wahrheit und nichts als die Wahrheit versprechen, sind grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen. So auch hier. Dem Anspruch, eine objektive Analyse des Hitler’schen Manifests zu enthalten, wird das Werk nicht gerecht. Zu eifrig wirken die unentwegten Beteuerungen des Autors, wie abstoßend er den Text empfindet und wie sehr er dessen Verfasser verachtet und hasst. So schreibt kein Analytiker, sondern ein Inquisitor, der vom unschätzbaren Wert und der immensen Bedeutung seiner Mission zu 100 Prozent überzeugt ist.

Die Wahrheit über Adolf Hitlers 'Mein Kampf'

Originell, dass Matthias Kessler immer wieder den 1486 verfassten „Hexenhammer“ des Dominikaners Franz Krammer zum Vergleich mit dieser „Bibel das Nationalsozialismus“ heranzieht, da er ja selbst von einem ähnlichem Furor getrieben wirkt.

Vermutlich im Bestreben, die Wucht seiner Argumente zu verstärken, betätigt sich der Autor unentwegt als wenig talentierter Wortschöpfer: da „schaftstiefelt“ es auf jeder dritten Seite, es „herrenmenscht“ oder es „grausamt“. Ein gescheiterter Versuch, krampfhaft originell zu sein, oder einfach nur töricht, spielt keine Rolle. Es mindert die Seriosität des Werkes.

Auch hätte der Autor sich besser ausschließlich an den aufs Korn genommenen Text gehalten (den er systematisch in kleinen Portionen kommentiert, wogegen nichts einzuwenden ist), anstatt als Fleißaufgabe auch noch völlig entbehrliche Romaneinlagen („Swastika“) einzufügen, in denen er seiner Phantasie die Zügel schießen lässt und die der in Aussicht genommenen Analyse von Hitlers Manifest in keiner Weise dienlich sind.

Die stärksten Passagen des Buches sind diejenigen, in denen der Autor einen Historiker und eine Kriminalpsychologin zu Wort kommen lässt, die sowohl der Person Adolf Hitlers, als auch dessen Buch wesentlich näherkommen als er selbst.

Dass der Widerstand gegen den Nationalsozialismus und die Person des „Führers“ umso stärker wächst, je länger beide tot sind, ist nichts Neues. Kritisches Denken, Courage oder gar Heldenmut lassen sich damit nicht beweisen. Der verächtliche Tonfall, der sich durchs ganze Buch zieht, ist Ausdruck dieses reichlich späten Versuchs, seinem glühenden, wenn heutzutage auch wohlfeilen Antifaschismus Ausdruck zu verleihen und wirkt dementsprechend aufgesetzt und abgeschmackt.

Wem daran liegt, die Person des „Führers“ besser zu verstehen, wird um die Lektüre einer seiner zahlreichen Biographien nicht herumkommen. Außerdem wird er/sie das so ungemein selbstverliebt und schwülstig daherkommende Buch „Mein Kampf“ wohl selbst lesen müssen. Auf Kesslers Opus kann getrost verzichtet werden – es bringt nur wenig Erkenntnisgewinn.



Deprimierendes Sittenbild Österreichs

Buchrezension: Machtkampf im Ministerium: Wie Parteipolitik unsere Schulen zerstört

(Andreas Tögel) Nach „Kulturkampf im Klassenzimmer“ legt die Lehrerin und ehemalige „Ombudsfrau für Wertefragen und Kulturkonflikte“, Susanne Wiesinger, mit diesem Band ein Sittenbild des öffentlichen Bildungswesens in Österreich vor. Mit ihrem Erstlingswerk wurde sie in den Augen der Sozialdemokratie (der sie entstammt) zur Persona non grata. Mit „Machtkampf im Ministerium“ hat sie sich nun zwischen alle Stühle gesetzt. Jetzt sind auch die im Bund regierenden Schwarzen böse auf sie. Betrachten sie die Roten als Nestbeschmutzerin, die Beschwichtigungs- und Problemverdrängungsaktionen aufdeckt und anprangert, die von den Genossen besonders in Wien im öffentlichen Schulsystem betrieben werden, sind nun die Schwarzen enttäuscht, weil sie sich nicht als Werkzeug ihrer Parteipolitik vereinnahmen lässt. Ihren Posten Im Ministerium ist die unerschrockene Frau jedenfalls los. Jetzt ist sie wieder als Lehrerin in einer „Brennpunktschule“ in Wien tätig. Ihre weitere Karriere dürfte damit beendet sein.

Machtkampf im Ministerium: Wie Parteipolitik unsere Schulen zerstört

Wie schon im „Kulturkampf“ geht es auch in ihrem neuen Buch – bereichert um die Erfahrungen aus ihrer einjährigen Tätigkeit im Ministerium und aus zahlreichen Besuchen öffentlicher Schulen in den Bundesländern – Großteils um die mit der Massenimmigration aus dem muslimischen Kulturkreis verbundenen Schulprobleme. Sprachdefizite muslimischer Kinder stehen, neben unüberbrückbar erscheinenden Kulturbarrieren, im Vordergrund.

Von einer Integration kann, abseits von Sonntagsansprachen, dort keine Rede mehr sein, wo eine Mehrheit der Schüler aus fremden Kulturkreisen stammt und wo im Klassenzimmer jede soziale und ethnische Durchmischung fehlt. Wer soll da wen worin „integrieren“? In Wien gibt es Schulklassen mit 100% Kindern mit „Migrationshintergrund“. Als Lehrer steht man da auf verlorenem Posten und wird weder von den nach rein parteipolitischen Kriterien ausgewählten Schulleitern, noch von den Bildungsdirektoren unterstützt. Die Frustration der Lehrerschaft ist dementsprechend groß.

Wiesinger fordert mehr Augenmerk für die Interessen der (in- und ausländischen) Kinder und weniger ideologische Grabenkämpfe auf Kosten der Schüler. Mit Schönreden, Wegschauen und dem Bewerfen der offenkundigen Missstände mit immer noch mehr Geld, ist es einfach nicht getan. Aus einem Dummkopf macht auch noch so viel Bildungsaufwand einfach keinen Nobelpreisträger.

Die ehemalige Ombudsfrau belässt es aber nicht bei der bloßen Kritik an offensichtlichen Fehlentwicklungen, sondern legt einen Zehn-Punkte-Katalog von Vorschlägen und Forderungen vor, wie den hauptsächlich in den Ballungsräumen auftretenden Problemen wirksam zu begegnen wäre. Um die Aussichten auf eine Verwirklichung dieser Ideen steht es indes schlecht: rotschwarzer Parteienstaat, wie er leibt und lebt. Was die einen gutheißen, müssen die anderen von Vornherein ablehnen und in Grund und Boden kritisieren – und umgekehrt. Es geht nicht um die bestmögliche Organisation eines fruchtbringenden Unterrichts, sondern um Geld, Dienstposten und Ideologie. Auf allen Ebenen tobt der parteipolitisch motivierte Grabenkrieg.

Die Hälfte der heute in den Grundschulen sitzenden Kinder – also jene Generation, die einmal den Sozialstaat am Leben erhalten soll – kann als „verlorene Generation“ abgeschrieben werden. Sie werden lebenslänglich in der Mindestsicherung enden. Furchtbar! Man muss kein Soziologe, Ökonom oder Bildungswissenschaftler sein, um sich ausmalen zu können, was das bedeutet: Österreich hat seine Zukunft hinter sich.

Wer die Möglichkeit dazu hat, erspart seinen Kindern den fruchtlosen Aufenthalt in öffentlichen Schulen – auch und besonders jene in der Wolle gefärbten Linken, die ansonsten stets von Inklusion und Gleichmacherei schwärmen. Die einzigen Nettoprofiteure der für jedermann offensichtlichen Krise des Schulsystems, sind folgerichtig die Privatschulen. Die erleben einen Boom.

Angesichts der Reformresistenz im Lande handelt es sich um eine zwar hochinformative, aber gerade deshalb deprimierende Lektüre: es wird sich wohl nichts zum Besseren wenden…



Buchrezension: Machtkampf im Ministerium

Wie Parteipolitik unsere Schulen zerstört

(Andreas Tögel) Nach „Kulturkampf im Klassenzimmer“ legt die Lehrerin und ehemalige „Ombudsfrau für Wertefragen und Kulturkonflikte“, Susanne Wiesinger, mit diesem Band ein Sittenbild des öffentlichen Bildungswesens in Österreich vor. Mit ihrem Erstlingswerk wurde sie in den Augen der Sozialdemokratie (der sie entstammt) zur Persona non grata. Mit „Machtkampf im Ministerium“ hat sie sich nun zwischen alle Stühle gesetzt. Jetzt sind auch die im Bund regierenden Schwarzen böse auf sie. Betrachten sie die Roten als Nestbeschmutzerin, die Beschwichtigungs- und Problemverdrängungsaktionen aufdeckt und anprangert, die von den Genossen besonders in Wien im öffentlichen Schulsystem betrieben werden, sind nun die Schwarzen enttäuscht, weil sie sich nicht als Werkzeug ihrer Parteipolitik vereinnahmen lässt. Ihren Posten Im Ministerium ist die unerschrockene Frau jedenfalls los. Jetzt ist sie wieder als Lehrerin in einer „Brennpunktschule“ in Wien tätig. Ihre weitere Karriere dürfte damit beendet sein.
Wie schon im „Kulturkampf“ geht es auch in ihrem neuen Buch – bereichert um die Erfahrungen aus ihrer einjährigen Tätigkeit im Ministerium und aus zahlreichen Besuchen öffentlicher Schulen in den Bundesländern – Großteils um die mit der Massenimmigration aus dem muslimischen Kulturkreis verbundenen Schulprobleme.
Sprachdefizite muslimischer Kinder stehen, neben unüberbrückbar erscheinenden Kulturbarrieren, im Vordergrund.
Von einer Integration kann, abseits von Sonntagsansprachen, dort keine Rede mehr sein, wo eine Mehrheit der Schüler aus fremden Kulturkreisen stammt und wo im Klassenzimmer jede soziale und ethnische Durchmischung fehlt. Wer soll da wen worin „integrieren“? In Wien gibt es Schulklassen mit 100% Kindern mit „Migrationshintergrund“. Als Lehrer steht man da auf verlorenem Posten und wird weder von den nach rein parteipolitischen Kriterien ausgewählten Schulleitern, noch von den Bildungsdirektoren unterstützt. Die Frustration der Lehrerschaft ist dementsprechend groß.
Wiesinger fordert mehr Augenmerk für die Interessen der (in- und ausländischen) Kinder und weniger ideologische Grabenkämpfe auf Kosten der Schüler. Mit Schönreden, Wegschauen und dem Bewerfen der offenkundigen Missstände mit immer noch mehr Geld, ist es einfach nicht getan. Aus einem Dummkopf macht auch noch so viel Bildungsaufwand einfach keinen Nobelpreisträger.
Die ehemalige Ombudsfrau belässt es aber nicht bei der bloßen Kritik an offensichtlichen Fehlentwicklungen, sondern legt einen Zehn-Punkte-Katalog von Vorschlägen und Forderungen vor, wie den hauptsächlich in den Ballungsräumen auftretenden Problemen wirksam zu begegnen wäre. Um die Aussichten auf eine Verwirklichung dieser Ideen steht es indes schlecht: rotschwarzer Parteienstaat, wie er leibt und lebt. Was die einen gutheißen, müssen die anderen von Vornherein ablehnen und in Grund und Boden kritisieren – und umgekehrt. Es geht nicht um die bestmögliche Organisation eines fruchtbringenden Unterrichts, sondern um Geld, Dienstposten und Ideologie. Auf allen Ebenen tobt der parteipolitisch motivierte Grabenkrieg.
Die Hälfte der heute in den Grundschulen sitzenden Kinder – also jene Generation, die einmal den Sozialstaat am Leben erhalten soll – kann als „verlorene Generation“ abgeschrieben werden. Sie werden lebenslänglich in der Mindestsicherung enden. Furchtbar! Man muss kein Bildungswissenschaftler, Soziologe oder Ökonom sein, um sich ausmalen zu können, was das bedeutet: Österreich hat seine Zukunft hinter sich.
Wer die Möglichkeit dazu hat, erspart seinen Kindern den fruchtlosen Aufenthalt in öffentlichen Schulen – auch und besonders jene in der Wolle gefärbten Linken, die ansonsten stets von Inklusion und Gleichmacherei schwärmen. Die einzigen Nettoprofiteure der für jedermann offensichtlichen Krise des Schulsystems, sind folgerichtig die Privatschulen. Die erleben einen Boom.
Angesichts der Reformresistenz im Lande handelt es sich um eine zwar hochinformative, aber gerade deshalb deprimierende Lektüre: es wird sich wohl nichts zum Besseren wenden…

Machtkampf im Ministerium
Susanne Wiesinger mit Jan This
Edition QVV
233 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-200-06697-7
22 Euro



Buchrezension: Die Diktatur der Guten: Political Correctness

24 Jahre hat das Buch anno 2020 auf dem Buckel – und es hat nichts von seiner Bedeutung eingebüßt. Ganz im Gegenteil. Die Macht der über die Deutungshoheit gebietenden, in Parlamenten, Medienredaktionen und Hochschulen sitzenden Dressureliten, hat seither erheblich zugenommen. Eine Mehrheit der Bürger klagt bei rezenten Befragungen darüber, ihre Ansichten zu vielen Themenkreisen – aus Angst vor Ausgrenzung, sozialer Ächtung und wirtschaftlichem Schaden -, nicht mehr in der Öffentlichkeit ausbreiten zu können.
Damit hat der Tugendterror gewonnen. Eine kleine Minderheit totalitärerer Machtmenschen und selbstgerechter Philister hat ihren Willen gegen die große Mehrheit erfolgreich durchgesetzt: was nicht länger gefahrlos ausgesprochen werden darf, wird alsbald (dank der als „Schere im Kopf“ bekannten, rigorosen Selbstzensur) auch nicht mehr gedacht. Daher ist nicht nur die Meinungsfreit dahin, sondern auch die Gedankenfreiheit. Damit werfen die pc-verseuchten Gesellschaften die Errungenschaften der Aufklärung bedenkenlos über Bord.
Wichtig ist nicht länger die Suche nach der Wahrheit, sondern der Glaube ans vermeintlich Gute: Bekenntnis schlägt Erkenntnis.
P. C. hält die Stöckchen hoch, über die alle brav zu springen haben – sofern sie Wert darauf legen, nicht als ignorante Hinterwäldler, Unmenschen oder gar als Nazis diffamiert zu werden. Die allgegenwärtigen Tugendwächter bestimmen jene Opfergruppen, die jeglicher Kritik entzogen sind: Frauen, Behinderte, Schwarze, „Flüchtlinge“, Muslime, etc. Einerseits erheben sie sich dadurch zu deren Vormund und andererseits zwingen sie alle anderen unter das Diktat ihrer Denkschablonen. Andere Minderheiten, als die von den Tugendbolzen erwählten, können niemals Opfer sein. Beispielsweise sind heterosexuelle, nichtbehinderte, nicht von der Sozialhilfe lebende, weiße Männer, Unternehmer, Katholiken und „Reiche“ stets Täter und somit vogelfrei.
Diskurse sind grundsätzlich nicht vorgesehen: mit bösen („rechten“) Schmuddelkindern führen die Angehörigen des juste milieu keine Dialoge, man redet allenfalls über sie, respektive über die vielfältigen Methoden, wie sie zur Raison zu bringen sind. „PC unterscheidet nicht nach wahr und falsch, sondern nach Gut und Böse…will nivellieren und einen Einheitsbrei von Menschen und Einheitsmeinungen schaffen“ (Michael Klonovsky).
Der Autor nennt die von den „Guten“ zu Minenfeldern gemachten Tabuzonen, ihre Disziplinierungsmittel und die Konsequenzen, die starrsinniges Beharren auf der politisch unkorrekten Wahrheit nach sich zieht. Die reichen – und das war zum Zeitpunkt der Drucklegung des Buches durchaus noch anders – bis zu physischen Angriffen auf die Abweichler. Der Furor der politisch korrekten Linken richtet sich längst nicht mehr nur gegen Sachen. Nach wie vor – in Deutschland und Österreich mehr als anderswo – ist die Nazikeule jenes Instrument, das Nonkonformisten und Dissidenten zuverlässig zum Schweigen bringt.
Der letzte Absatz lautet: „Politkommissare gestern, die [das Netz durchforstenden, Anm.] Gesinnungspolizisten heute, ihre Methoden der Auslese und die Mittel der Diffamierung gleichen sich. Political Correctness ist die neue Schlachtordnung all derer, die ihr Millionenheer der blauen Ameisen verloren, der postmaoistischen Gleichmacher. Die Schönlügner marschieren auf ihren Plätzen des himmlischen Friedens auf.“
Ein ebenso erschreckender, wie richtiger Befund. Absolut lesenswert!

Die Diktatur der Guten: Political Correctness
Klaus J. Groth
Verlag Herbig, 1996
320 Seiten Hardcover
ISBN: 3-7766-143-0
24,90,- Euro



Buchbesprechung Die Federal-Reserve-Verschwörung

Stellen Sie sich vor, Sie hätten das Monopol zur Herausgabe von Geld, das per Gesetz zum alleinigen Zahlungsmittel erklärt wurde. Stellen Sie sich weiter vor, dass Sie dabei keinerlei externer Kontrolle unterliegen und niemandem rechenschaftspflichtig sind. Unter diesen Umständen würde allenfalls ein Heiliger nicht auf die Idee kommen, auf Kosten aller anderen bevorzugt seinen eigenen Interessen zu dienen.

Antony C. Sutton: Die Federal Reserve-Verschwörung

Zu zeigen, dass es sich im Fall des US-Fed-Systems genauso verhält, ist das Ziel des US-Historikers Antony C. Sutton. Er beleuchtet die Geschichte des amerikanischen Geldsystems von seinen Anfängen nach der Sezession vom englischen Mutterland, über die unter Alexander Hamilton unternommenen, ersten Versuche zur Schaffung eines Geldmonopols, und die im Rahmen der „Jekyl-Island-Verschwörung“ einflussreicher Banker verabredete Gründung der FED-Systems, bis in unsere Tage. Dass ausgerechnet im Jahr der Gründung der FED auch eine bundesweite Einkommensteuer eingeführt wird, unterstreicht den Willen der amerikanischen Finanz- und Politeliten zur Machtkonzentration und -Zentralisierung.
Tatsächlich handelt es sich beim FED-System um ein, wie Sutton schreibt „…privates System, das Banken gehört. Die Fed-Kontrolle über das Geld ist ein privates, von Kongress gewährtes Monopol.“
Eine Gruppe einflussreicher und zu allem entschlossener Banker schafft es nach jahrelangen Vorbereitungen, im Jahr 1913 beide Häuser des US-Kongresses vom Plan der Schaffung eines „Federal-Reserve-Systems“ zu überzeugen und hievt zeitgerecht Woodrow Wilson ins Amt des US-Präsidenten, der mit seiner Unterschrift die Sache zugunsten seiner Förderer schließlich besiegelt.
Den für diese folgenschwere Entscheidung Verantwortlichen in Senat und Repräsentantenhaus, aber auch Präsident Wilson selbst mangelt es ganz offensichtlich an jeder Einsicht, welches Monstrum sie da schaffen. Schwere Missverständnisse über das Wesen und die ungeheure Macht des Fed-Systems bestehen indes bis heute.
Dass es private Banken sind, die das Geld herausgeben, ist nicht das Problem.
Das vom Staat garantierte und von niemandem kontrollierte, strafbewehrte Monopol ist das Problem.
Das gut recherchierte Büchlein ist jedenfalls höchst aufschlussreich. Ein aufmerksames Lektorat hätte die zahlreichen Druckfehler eliminieren können.

Die Federal Reserve Verschwörung
Antony C. Sutton
Axel B. C. Krauss / Books on Demand 2019
87 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-7504-3072-3
6,- Euro



Ein Jahrhundertwerk!

Buchrezension: Menschliches Handeln I: Eine Grundlegung ökonomischer Theorie (Band, Band 1)

(Andreas Tögel) Abhandlungen komplexer Sachverhalte sinnerfassend in einer anderen als der eigenen Muttersprache zu lesen, fällt mitunter auch sehr sprachbegabten Zeitgenossen nicht leicht. Das vorliegende Buch ist daher für den deutschsprachigen Raum besonders wertvoll.

Anlässlich seines 70. Jahrestages der Ersterscheinung auf Englisch ist das Opus Magnum des Ökonomen und Sozialphilosophen Ludwig von Mises nun als vierbändiges Werk in deutscher Sprache erscheinen. Das Buch wurde im Jahr 1949 unter dem Originaltitel „Human Action“ erstmals aufgelegt. Es handelt sich dabei keineswegs, wie immer noch manch einer glaubt, um eine geringfügige Erweiterung des bereits neun Jahre zuvor und noch in deutscher Sprache erschienenen Werkes „Nationalökonomie“. Nein, es ist vielmehr eine, unter dem Eindruck der zwischenzeitlich erfolgten Ereignisse und Erkenntnisse erstellte, weitgehende Neuschöpfung. Der Wiener Ökonom und Rektor der privaten Bildungseinrichtung „Scholarium“, Rahim Taghizadegan, hat verdienstvollerweise den immensen Aufwand auf sich genommen, den bislang ausschließlich in englischer Sprache vorliegenden Text ins Deutsche zu übertragen.

Ludwig von Mises war zweifellos einer der bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts, der – völlig zu Unrecht – nicht annähernd so bekannt ist wie sein großer intellektueller Gegenspieler John Maynard Keynes. Mises überwindet das neoklassische Konzept des wie ein nutzenmaximierender Roboter agierenden „Homo oeconomicus“ und beschreibt das menschliche Handeln in all seinen Facetten, die weit über den Bereich des Wirtschaftens hinausgehen. Das Buch darf in keiner bildungsbürgerlichen Bibliothek fehlen und sollte für Studenten der Volkswirtschaftslehre Pflichtlektüre sein!

 

Bestellbar unter:

https://amzn.to/2Rixdct – Band 1

https://amzn.to/2DDKCUd – Band 2

https://amzn.to/2qhRB2g – Band 3

https://amzn.to/34HyGMZ – Band 4



Auf dem Weg zur Islamisierung

Buchrezensin: Eine Moschee in Deutschland: Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam im Westen (German) Hardcover – 3. February 2011

Eine Moschee in Deutschland: Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam im Westen

(Andreas Tögel) Wer nach den Wurzeln der mittlerweile galoppierenden Islamisierung Deutschlands sucht, wird bei der Geschichte von Deutschlands erster Moschee in München fündig. Der Autor beschreibt in diesem außerordentlich gründlich recherchierten Buch, wie einige im Zweiten Weltkrieg gegründete Seilschaften von Nationalsozialisten und antisowjetischen Muslimen zur Basis eines Netzwerks zur Verbreitung des Islams in Deutschland (und dem Rest Europas) wurden.

Nach einer zähen Anlaufphase konnte die Sache des politischen Islams Fahrt aufnehmen, nachdem die hohe Politik begann, sich helfend einzumischen. Wie schon im Kriege, wurde auch in der Zeit danach versucht, Muslime für den (ideologischen) Kampf gegen die Sowjetunion zu instrumentalisieren. Aus heutiger Sicht ist dieses Vorhaben – abgesehen vom Erfolg der afghanischen Mudschaheddin gegen die russischen Besatzer – restlos gescheitert. Faktisch ist nämlich genau des Gegenteil geschehen: der Westen hat sich – unter Federführung der USA – zum nützlichen Idioten des politischen Islams gemacht und dessen Verbreitung in der Welt massiven Vorschub geleistet.

Stefan Meinung arbeitet in seinem Buch die Rolle vieler namhafter Aktivisten heraus, die in der islamischen Gemeinde rund um die „Münchner Moschee“ tätig waren und sind. Ein zum Teil schockierender, jedenfalls aber augenöffnender Befund, insbesondere im Hinblick auf die Ereignisse von „9-11“.

Im Kontext der rezenten, von politischer Korrektheit bestimmten Politik, die jegliche „Diskriminierung“ von Minderheitsstatus einnehmenden Gruppen (zu denen die Muslime in Europa – einstweilen noch – gehören), kommt dem Rezensenten spontan zweierlei in den Sinn: erstens das Lenin-Zitat „Die Kapitalisten werden uns noch den Strick verkaufen, an dem wir sie aufhängen“ und zweitens Max Frischs Drama „Biedermann und die Brandstifter“. Beides passt auf das Verhältnis der Muslime zum Westen und der dort gepflegten Lebensart.

Wer ernsthaft meint, als „Ungläubiger“ mit dem politischen Islam in Frieden leben zu können, hat von den Grundsätzen dieser alle Lebensbereiche durchdringenden Politreligion offenkundig keine Ahnung. Zudem unterschätzen die auf Kurzfristdenken und –Handeln konditionierten Westler meist die Zeiträume, in denen im Dienste des politischen Islams handelnde Akteure denken. Sie verfügen – wie das Beispiel der Entwicklung um den Nukleus der „Mosche In Deutschland“ zeigt – über sehr viel Geduld und Ausdauer. Und sie sind international bestens vernetzt. Sie infiltrieren alle gesellschaftlichen Institutionen (vom Schulwesen über Sportvereine bis zu den politischen Parteien) und nutzen, wie weiland die Nationalsozialisten (mit denen es beachtliche ideologische Schnittmengen gibt) die Instrumente der Demokratie, um mehr und mehr Macht zu akkumulieren und am Ende das von ihnen präferierte Gesellschaftssystem – ein Kalifat unter den Regeln der Scharia – zu errichten. Das werden die heute lebenden älteren Semester wohl nicht mehr erleben müssen. Die „Millenials“ könnten indes deutlich weniger Glück haben.

Das Buch bietet erhellende Einblicke in die Arbeitsweise internationaler islamischer Organisationen und sollte für die politische Klasse zur Pflichtlektüre erklärt werden.



Buchrezension: Aus den Augen der jeweils anderen gesehen

(Andreas Tögel) Mit diesem Buch legt der als Medien- und Kulturwissenschaftler tätige Autor eine hochinteressante Studie zur gegenseitigen Wahrnehmung verschiedener Ethnien durch die jeweils anderen vor. Dazu schildert er einerseits die Geschichte der interethnischen Begegnungen und zitiert andererseits überlieferte Erzählungen über und Beobachtungen sowie Feststellungen zu den jeweils anderen Gruppen (die Verwendung des Begriffs „Rasse“ verbietet sich aus Gründen der politischen Korrektheit). Interviews mit Angehörigen der im Buch benannten ethnischen Gruppen zu den Fremden runden das Bild ab.

Fremd- und die Eigensicht der im Buch genannten Großgruppen weichen zum Teil erheblich voneinander ab. Auch ergeben sich zahlreiche Widersprüche und Paradoxa, etwa wenn Weiße von den Angehörigen anderer Ethnien zwar als „schön“ und „attraktiv“ beschrieben werden, andererseits aber als Lebenspartner nicht in Frage kommen.

Ale „rassistisch“ geltende Stereotype hinsichtlich der Sicht Schwarzer aus den Augen von Weißen werden indes vielfach durch die Eigenwahrnehmung von Afrikanern bestätigt. Sie bewundern Fleiß und Effizienz der (weißen) Europäer und erkennen durchaus ihre eigenen Defizite im Hinblick auf ihre eigene Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und den Arbeitseifer. Dass aus der Sicht von Afrikanern gilt: je heller, desto besser, mag überraschen. Ebenso, dass in so gut wie allen tradierten Überlieferungen Afrikas, mit der dunklen Färbung der Haut niemals etwas Positives, sondern durchgängig ein Mangel oder Makel verbunden wird.

Dass Weiße es nicht leicht haben, in Japan Fuß zu fassen, mag nicht erstaunen. Dass es für Europäer oder Amerikaner aber sogar noch schwieriger wird, wenn sie den Versuch unternehmen, möglichst tief in die japanische Kultur einzudringen – etwa indem sie ihre Kenntnisse der japanischen Sprache perfektionieren -, ist schon ein recht bemerkenswerter Befund. Die jahrhundertelange Abgeschlossenheit der Japaner auf ihren Eilanden, die eine „völkische“ Homogenität zur Folge hatte, die ihresgleichen sucht, könnte eine Erklärung dafür bieten, weshalb sich Weiße nirgendwo auf der Welt fremder fühlen, als gerade in Japan. Die begeisterte Übernahme westlicher Errungenschaften (etwa der politischen Verfassung Preußens) bedeutet keinesfalls eine Übernahme der westlichen Kultur oder gar eine Unterwerfungsgeste, wie der Autor elaboriert ausführt.

1998 in seiner Erstauflage erschienen, handelt es sich um ein hochinteressantes und tief recherchiertes Werk, das, dem Siegeszug der politischen Korrektheit sei Dank, heutzutage in der vorliegenden Form und mit der gewählten Terminologie (z. B. des Begriffs „Neger“) wohl nicht mehr erscheinen könnte. Lesenswert!…weiterlesen



Buchrezension: Der Preis des Lebens

(Andreas Tögel) Oft kommt es nicht vor, dass man in Kriminalromanen über Zitate berühmter Philosophen stolpert. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, und „Der Preis des Lebens“ ist eine solche. Kein Wunder, ist der Autor doch schließlich ein studierter Philosoph. Die Lehren von Aristoteles, Heidegger, aber auch Sunzi („Die Kunst des Krieges“) ziehen sich durch den gesamten, flott und mit einer Menge Sachkunde geschriebenen Text. Bleibt allenfalls die Frage, ob es in den Reihen der österreichischen Polizei tatsächlich Geistesmenschen vom Schlage des Helden der Story gibt, die in jeder Lebenslage ein geistreiches Zitat zur Hand haben, oder ob hier die Phantasie mit dem Autor durchgegangen ist.

Der Preis des Lebens   Kriminalroman (Deutsch) Paperback – 22. August 2019

Dass neben anderen Geistesgrößen auch der hierzulande weithin vergessene altösterreichische Ökonom und Sozialphilosoph Ludwig von Mises Erwähnung findet (was gilt der Prophet im eigenen Lande?), ist jedenfalls bemerkenswert.
Die Geschichte handelt vom organisierten Organraub und dem damit verbundenen, hochprofitablen Geschäft. Die intelligent konstruierte Geschichte spielt zum größten Teil in Wien, wobei die Parallelwelt des austriakischen Beamtentums und auch anderswo beheimatete Staatsdienste nicht besonders gut wegkommen.
Der Autor hat sich offensichtlich theoretische Grundkenntnisse der Transplantationsmedizin angeeignet und kennt die Staatsbürokratie im Land am Strome recht genau, denn die Handlung erscheint, bis hin zu unbedeutenden Details, durchaus glaubwürdig.
So kämpft der unangepasste Held, der wegen eines tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten degradierte und zu einer „Sonderkommission“ strafversetzte Hauptmann Lenhart, assistiert von einer österreichischen Version Angelina Jolies in „Tumb Raider“, gegen eine international bestens vernetzte und von höchster Stelle protegierte Truppe von zu allen entschlossenen Gangstern. Die versorgen eine ebenso reiche wie schwer kranke Klientel – gegen stolze Honorare – mit Spenderorganen, was deren ursprüngliche Besitzer leider nicht überleben. Nicht jeder Schwerkranke hat Lust, als Nr. 367 gereihter Patient auf der Warteliste von „Eurotransplant“ zu versterben. Wenn die finanziellen Mittel es erlauben, und einem das Gewissen nicht allzu sehr im Wege steht, müssen eben Krethi und Plethi ins Gras beißen – sofern sie als Spender geeignet und leicht zu „extrahieren“ sind -, nicht aber die reichen und schönen Organempfänger. Das Leben im irdischen Jammertal ist nun einmal kein Ponyhof.
Ein Zufall führt die Ermittler auf die Spur des bestens organisierten Organhandelssyndikats, für dessen Erfolg, neben hochkompetenten Medizinern, auch die moderne Elektronik und skrupellose Auftragskiller Hauptrollen spielen.
Am Ende gewinnt aber doch das Gute und die Übeltäter können nach einem spannenden Parforceritt dingfest gemacht werden. Gottseidank. Allen Lesern sei jedenfalls gewünscht, dass sie niemals selbst auf ein Spenderorgan angewiesen sein mögen – auch auf kein „legales“.



Top