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The Discrimination Myth

(Andreas Tögel) Es heute zu wagen, bestimmte Menschen zu diskriminieren, ist ein starkes Stück. Zu diskriminieren, ist nach gängiger Mehrheitsmeinung böse – Ende der Durchsage. Dass es im Alltagsleben schier unmöglich ist, nicht zu diskriminieren (also zu unterscheiden), wird kaum wahrgenommen und/oder im politischen Diskurs geflissentlich anzusprechen vermieden. Das Thema ist ein Minenfeld.

The Discrimination Myth

Nicht zu diskriminieren würde bedeuten, jedermann Eintritt in sein Haus/seine Wohnung zu gewähren; jedermann sein Autor zu überlassen; nicht zwischen Menschen zu unterscheiden, mit denen man zu interagieren gedenkt oder auch nicht. Das aber ist offensichtlich ein Ding der Unmöglichkeit. Selbstverständlich suchen wir uns die Personen genau aus, die für die oben genannten Aktivitäten in Frage kommen – und das ist das gute Recht jedes einzelnen. Wenn nicht derjenige, wer dann sollte darüber entscheiden? Das demokratische Mehrheitskollektiv? Sollte das dann allenfalls auch die jeweiligen Sexualpartner bestimmen, die widerspruchslos zu akzeptieren sind? Wer würde in einer solchen Welt leben wollen?

Diskriminierung, darauf besteht der Autor ganz energisch, ist dann ein Übel, wenn sie politisch erzwungen wird – etwa im Wege der Gesetzgebung: Nürnberger Rassengesetze im deutschen NS-Staat, Jim-Crow-Laws im Süden der USA, die Apardheid in Südafrika. Wenn sie vonseiten privater Akteure erfolgt, mag das für die Diskriminierten im Einzelfall demütigend oder ungerecht erscheinen; Nichtdiskriminierung gesetzlich zu erzwingen, ist in aller Regel jedoch wesentlich schlimmer – insbesondere für die vermeintlich zu schützenden. Die afroamerikanischen Ökonomen Thomas Sowell und Walter Williams haben eine Reihe wissenschaftlicher Publikationen zu diesem Thema vorgelegt, die allesamt zeigen, dass die unerwünschten Nebenwirkungen von Antidiskriminierungesetzen den intendierten Zweck in aller Regel bei weitem überwiegen. Gut gemeint ist in allzu vielen Fällen eben das Gegenteil von gut gemacht.

Fazit: freie Vereinbarungen der Akteure auf dem Markt sind erzwungenen Verhaltensregeln vorzuziehen. Man kann per Gesetz nämlich zwar keine Freundschaften verordnen, aber problemlos bestehende Ressentiments zwischen sozialen oder ethnischen Gruppen verstärken oder gar Hass schüren. Dessen eingedenk, wäre es hoch an der Zeit, auf sämtliche Arten von „Affirmative Actions“ oder Antidiskriminierungsregeln zu verzichten.



Der Gottseibeiuns der Linken

Man muss Herbert Kickl wirklich nicht mögen. Immerhin bezeichnete er die FPÖ in seiner Zeit als Sozialsprecher als „verteilungspolitisch linke Partei“. Aber man muß auch nicht alles glauben, was die rotgrüne Journaille sich über ihn aus den Fingern saugt. Hier eine aktuelle Zusammenfassung der Ereignisse seit Kickls Angelobung als Innenminister. Aus der Feder eines Journalisten, der zu den paar Nichtkommunisten dieser dubiosen Zunft zählt.

(Andreas Tögel) Herbert Kickl polarisiert wie kein zweiter. Medien, Asylindustrie und Bobo-Szene hassen ihn. Der Chefredakteur der „Presse“ stilisiert ihn gar zum Robespierre der FPÖ. Viele Menschen aber, die nicht in linken Filterblasen leben, ihr Geld nicht in geschützten Werkstätten verdienen und die der Durchsetzung von Recht und Ordnung durchaus etwas abgewinnen können, halten ihn für einen fähigen Mann. Liegt die Wahrheit in der Mitte?

Der Gottseibeiuns der Linken

Der Journalist Werner Reichel zeichnet die Zeit von der Angelobung der türkis-blauen Regierung bis zum Bruch der Koalition nach, den Kanzler Sebastian Kurz mit dem sattsam bekannten „Ibiza-Video“ begründet. Doch in diesen Skandal, dem die personellen Konsequenzen der beiden darin verwickelten Personen auf dem Fuß folgen, ist Innenminister Kickl nicht verwickelt. Selbst seine schärfsten Kritiker, die jeden seiner Schritte minutiös überwachen, können das nicht behaupten.

Der Autor spürt den Gründen nach, die dazu führen, dass Kurz am Tag nach dem Rücktritt des Vizekanzlers und der Vereinbarung, die Koalition fortzusetzen, plötzlich die Forderung nach dem Kopf des Innenministers erhebt und damit – ohne Not – die Koalition in die Luft sprengt. Seither vergeht kein Tag, an dem die Medien – allen voran der dunkelrotgrüne ORF – ihn und die Freiheitlichen nicht mit Unflat überziehen. Das wird wohl nicht ganz ohne Wirkung auf den Ausgang der Wahlen im Herbst bleiben. Immerhin halten viele Rentner (das sind mehr als zwei Millionen Wahlberechtigte) den ORF erstaunlicherweise immer noch für eine seriöse Informationsquelle. Der smarte Jungstar der ÖVP hat seine Strahlkraft möglicherweise überschätzt.

Was auch immer der Innenminister in seiner kurzen Amtszeit unternimmt – es wird von den Medien in Grund und Boden verdammt; jeder seiner Schritte als einer auf dem Weg in einen autoritären Staat dargestellt. Ob Schaffung einer berittenen Polizeitruppe, sein Umgang mit „Flüchtlingen“, seine ohne jeden Beweis behauptete Rolle im Skandal um das BVT oder schlicht die Einladung zur Plauderstunde im ORF-Radio – alles wird zum Skandal aufgeblasen.

Die Verwendung unterschiedlicher Maßstäbe durch die Meinungsbildner – je nachdem, ob es um linke oder nichtlinke Kräfte im Lande geht, ist notorisch. Bei Herbert Kickl werden neue Gipfel erreicht. Selbst seine Körpergröße und sein abgebrochenes Philosophiestudium werden hämisch kommentiert. Eine Hilfsarbeiterin als Nationalratspräsidentin oder ein Maschinenschlosser als Gesundheitsminster sind dagegen kein Thema – solange es sich dabei um Sozialisten handelt.

Bundespräsident Van Der Bellen erklärt inzwischen, ihn nie wieder als Innenminister angeloben zu wollen. Einen Grund dafür nennt er allerdings nicht. Pure Willkür, so scheint es, breitet sich im Land der Hämmer aus.

Herbert Kickls Karriere ist mit Sicherheit noch nicht zu Ende. Nach den Wahlen im Herbst werden die Karten neu verteilt Dann werden wir weitersehen.



Aus gehabtem Schaden nichts gelernt!

(Andreas Tögel) Stefan Schubert, Ex-Polizist, Journalist, Bestsellerautor und Sicherheitsexperte, hat eine erdrückende Fülle von Material zusammengetragen, das seine These stützt, wonach der Islam ein Sicherheitsrisiko darstellt – und zwar nicht nur für Deutschland, sondern für die gesamte westliche Welt.

Über viele, viele Seiten und stets mit überprüfbaren Quellenangaben, listet er minutiös zahlreiche Untaten auf, die von jenen Männern verübt wurden, die der westlichen Zivilisation mit tödlicher Feindschaft gegenüberstehen und das Abendland schon seit geraumer Zeit als „Beuteland“ betrachten, oder die mit der unkontrollierten Massenzuwanderung von „Flüchtlingen“ aus Afrika und dem Orient ins Land kamen.

Aus gehabtem Schaden nichts gelernt!

Weit schlimmer noch als die offenkundig dramatische Verschlechterung der Sicherheitslage, wirkt indes die Haltung des politisch-medialen Komplexes, der unbeirrt und kontrafaktisch das Narrativ von der Kulturbereicherung durch muslimische Zuwanderer und deren Integrationsbereitschaft pflegt. Eisern halten die über die Deutungshoheit gebietenden Dressureliten daran fest – um im Gegenzug jedermann als Hinterwäldler, Unmenschen, Rassisten und/oder Nazi zu diffamieren, der einfach keinen Gefallen an der unübersehbaren Ausbreitung von der westlichen Lebensart fremden Parallelgesellschaften und an der Zerstörung bewährter politischer Strukturen finden kann. Nicht jeder ist dazu bereit, die Errungenschaften der Aufklärung auf dem Altar des zeitgeistigen Multikultiwahns zu opfern.

Wer mit der Sachlage an vorderster Front Bekanntschaft macht (etwa im Umgang mit ins Sozialsystem eingewanderten Muslimen oder als Streifen- und Kriminalpolizist), weiß, wo der Hund begraben liegt: Es ist nur und ausschließlich die Religion der die meisten Zuwanderer anhängen, die ihre Integration oder Assimilation nicht nur erschwert, sondern nahezu völlig ausschließt. „Die Mutter aller Probleme ist die muslimische Migration“, resümiert der Autor folgerichtig. Muslime zweiteilen die Welt kompromisslos in gute Rechtgläubige und böse Ungläubige. Die „Goldene Regel“ ist ihnen unbekannt. Und falls sie sie doch kennen, widerspricht sie dem Kern ihrer Religion. Denn in den von Allah gegebenen heiligen Schriften finden die „Rechtgläubigen“ Vorschriften und konkrete Handlungsanweisungen, wie mit den verhassten westlichen „Kuffar“ zu verfahren ist. Eingedenk dessen braucht sich niemand über die Probleme zu wundern, die mit der muslimischen Massenzuwanderung ins Land kommen.

Dass Meinungsbildner und politische Eliten mit einer Duldung, ja sogar Förderung der moslemischen Zuwanderung – baumseitig – an genau jenem Ast sägen, auf dem auch sie selbst sitzen, ist ein Phänomen, dessen Erklärung in dem Buch etwas mehr Raum hätte gewidmet werden sollen. Trotzdem: lesenswert!



Weg mit dem Fiat-Geld!

(Andreas Tögel) Das Buch richtet sich nicht an ein eingeweihtes Fachpublikum. Dem Autor ist es vielmehr darum zu tun, interessierten Normalsterblichen das Wesen des Geldes zu erklären; seine Entstehung, seine Bedeutung für das Leben der Menschen in einer modernen arbeitsteiligen Welt, und die langfristig verheerenden, keineswegs auf die Wirtschaft beschränkten Konsequenzen eines hoheitlichen Geldmonopols. Er verzichtet dabei auf die Verwendung eines Insidervokabulars und schildert den Sachverhalt in einer für Laien verständlichen und plausiblen Weise. Nach der Lektüre sollten die meisten Missverständnisse und Fehleinschätzungen, denen Otto Normalverbraucher auf dem Gebiet der Ökonomie im Allgemeinen und dem der Geldtheorie im Besonderen regelmäßig erliegt, ausgeräumt sein.

Weg mit dem Fiat-Geld

Dass Monopole für den Bürger und Konsumenten stets schädlich sind, ist Allgemeingut. Warum es sich ausgerechnet beim Geld anders verhalten soll, indes nicht. Was Milton Friedman (allerdings in anderem Zusammenhang) einst die „Tyrannei des Status quo“ genannt hat, gilt auch hier: Wer sonst, wenn nicht der Staat, sollte das Geld herausgeben und über politisch gesteuerte Notenbanken seinen Wert sicherstellen?

Dass Geldwertstabilität von den Symbionten Regierung und Geldwirtschaft so verstanden wird, dass das Geld Jahr für Jahr zwei Prozent an Wert verliert – seine Halter also sukzessive enteignet werden – scheint niemanden aufzuregen.
Dass Geld seinem Wesen nach ein Produkt des Marktes ist – und keinesfalls das eines hoheitlichen Ratschlusses, wissen die wenigsten. Dass die staatliche Verfügungsgewalt über das Geld und dessen Wert die Bürger in ein unentrinnbares Abhängigkeits- und Dienstbarkeitsverhältnis zwingt, erschließt sich den meisten ebenso wenig.

Andreas Marquart belässt es aber nicht bei einer Schilderung und Kritik der herrschenden Umstände, sondern liefert zum Schluss auch Visionen von einem Ausstieg aus dem hoheitlich manipulierten – hin zu einem marktgerechten, von privaten Herausgebern produzierten Geld.



Aus gehabtem Schaden nichts gelernt!

Stefan Schubert, Ex-Polizist, Journalist, Bestsellerautor und Sicherheitsexperte, hat eine erdrückende Fülle von Material zusammengetragen, das seine These stützt, wonach der Islam ein Sicherheitsrisiko darstellt – und zwar nicht nur für Deutschland, sondern für die gesamte westliche Welt.

Über viele, viele Seiten und stets mit überprüfbaren Quellenangaben, listet er minutiös zahlreiche Untaten auf, die von jenen Männern verübt wurden, die der westlichen Zivilisation mit tödlicher Feindschaft gegenüberstehen und das Abendland schon seit geraumer Zeit als „Beuteland“ betrachten, oder die mit der unkontrollierten Massenzuwanderung von „Flüchtlingen“ aus Afrika und dem Orient ins Land kamen.

Weit schlimmer noch als die offenkundig dramatische Verschlechterung der Sicherheitslage, wirkt indes die Haltung des politisch-medialen Komplexes, der unbeirrt und kontrafaktisch das Narrativ von der Kulturbereicherung durch muslimische Zuwanderer und deren Integrationsbereitschaft pflegt. Eisern halten die über die Deutungshoheit gebietenden Dressureliten daran fest – um im Gegenzug jedermann als Hinterwäldler, Unmenschen, Rassisten und/oder Nazi zu diffamieren, der einfach keinen Gefallen an der unübersehbaren Ausbreitung von der westlichen Lebensart fremden Parallelgesellschaften und an der Zerstörung bewährter politischer Strukturen finden kann. Nicht jeder ist dazu bereit, die Errungenschaften der Aufklärung auf dem Altar des zeitgeistigen Multikultiwahns zu opfern.

Wer mit der Sachlage an vorderster Front Bekanntschaft macht (etwa im Umgang mit ins Sozialsystem eingewanderten Muslimen oder als Streifen- und Kriminalpolizist), weiß, wo der Hund begraben liegt: Es ist nur und ausschließlich die Religion der die meisten Zuwanderer anhängen, die ihre Integration oder Assimilation nicht nur erschwert, sondern nahezu völlig ausschließt. „Die Mutter aller Probleme ist die muslimische Migration“, resümiert der Autor folgerichtig. Muslime zweiteilen die Welt kompromisslos in gute Rechtgläubige und böse Ungläubige. Die „Goldene Regel“ ist ihnen unbekannt.
Und falls sie sie doch kennen, widerspricht sie dem Kern ihrer Religion. Denn in den von Allah gegebenen heiligen Schriften finden die „Rechtgläubigen“ Vorschriften und konkrete Handlungsanweisungen, wie mit den verhassten westlichen „Kuffar“ zu verfahren ist. Eingedenk dessen braucht sich niemand über die Probleme zu wundern, die mit der muslimischen Massenzuwanderung ins Land kommen.

Dass Meinungsbildner und politische Eliten mit einer Duldung, ja sogar Förderung der moslemischen Zuwanderung – baumseitig – an genau jenem Ast sägen, auf dem auch sie selbst sitzen, ist ein Phänomen, dessen Erklärung in dem Buch etwas mehr Raum hätte gewidmet werden sollen. Trotzdem: lesenswert!

Sicherheitsrisiko Islam
Stefan Schubert
Kopp-Verlag
318 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-86445-686-2
23,70 Euro



Buchrezension: Gegen Wahlen

Die Demokratie ist in der Krise – obgleich sie von einer Mehrheit der Weltbevölkerung gewünscht und als jeder anderen Staatsform überlegen eingeschätzt wird. Sinkende Wahlbeteiligung, schwindende Zahlen von Parteimitgliedern und zunehmende Unzufriedenheit der Wähler mit ihren Regierungen sind unübersehbar. Der Autor diagnostiziert ein „demokratisches Ermüdungssyndrom“, dessen Hauptursache er in der Alternativlosigkeit zu regelmäßig stattfindenden Wahlritualen zu erkennen meint.

In der Tat zeigt der antike Prototyp, das athenische Vorbild, dass nicht Wahlen die Basis einer funktionierenden Demokratie bilden, sondern die Partizipation der Bürger, die sich eben nicht in der Stimmabgabe erschöpft.

Das in der Neuzeit aus der Mode gekommene Lossystem (das gegenwärtig nur noch zur Bestimmung von Geschworenen genutzt wird) ist nach Meinung des Autors dazu geeignet, die Auswahl des politischen Personals insofern zu verbessern, als Bestechung, Wählertäuschung und Korruption damit eingedämmt werden. Wenn der Zufall und nicht Skrupellosigkeit und das größere Talent zum planmäßigen Lügen entscheidet, brauchen den Wählern auch keine Märchen mehr aufgetischt zu werden.
Das ist eine zweifellos zutreffende Überlegung.

Der Autor plädiert daher für eine Kombination von Wahl- und Losverfahren, was sowohl auf die Effizienz, als auch auf die Legitimität der modernen Demokratie eine positive Wirkung ausüben würde. Leider werden von ihm einige wesentliche Ursachen der Demokratiekrise völlig ausgeblendet:

  1. Die Tendenz der wohlfahrtsstaatlichen Demokratie zur Infantilisierung der Stimmberechtigten. Wer deren Leben bis ins Detail regelt, trainiert ihnen jede Fähigkeit zur Selbstbestimmung ab. Wie aber sollen die Bürger auf sinnvolle Weise ihr Führungspersonal bestimmen können, wenn sie keine Verantwortung für ihr eigenes Leben zu tragen gewöhnt sind?

  2. Massendemokratien tendieren zur „sozialen“ Umverteilung und zur Planwirtschaft. Dass Planwirtschaften in 100/100 Fällen zu Mangel und Elend führen, ist indes hinlänglich erwiesen.

  3. Die Entkoppelung von Macht und Verantwortung: politische Mandate garantieren die Straflosigkeit bei fahrlässigen oder gar vorsätzlichen Fehlentscheidungen. Die Wähler einerseits bleiben anonym und die Gewählten andererseits verschanzen sich hinter ihrem Mandat. Wenn aber fehlerhaftes Handeln systembedingt keine negativen Konsequenzen nach sich zieht, ist „Moral hazard“ programmiert.

  4. Das politische Personal rekrutiert sich in jeder Demokratie aus einer rigorosen Negativauslese der Gesellschaft. Menschen, die auf dem Markt erfolgreich sind, begeben sich nicht in die Niederungen der Politik. Entweder sie sind in ihrem Beruf unabkömmlich oder sie würden ihre Einkommenssituation und weitere Karrieremöglichkeiten durch den Wechsel in die Politik drastisch verschlechtern. Daher zieht die Politik bevorzugt Zivilversager auf magische Weise an. Daran kann auch ein Lossystem nichts ändern, da die Besten gar nicht erst auf die Idee kommen, sich um ein politisches Amt zu bewerben.

Lord Dalberg-Acton erkannte, dass Macht korrumpiert. Solange die politische Klasse nicht entscheidend entmachtet wird – und zwar durch Wegnahme der meisten von ihr im Laufe der Zeit usurpierten Agenden – ist kein Ende der Demokratieverdrossenheit zu erwarten. Selbstbestimmung, nicht die Illusion der Mitbestimmung, bildet den Kern der Demokratie.

Gegen Wahlen: Warum Abstimmen nicht demokratisch ist
David Van Reybrouck
Wallstein-Verlag
200 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-8353-1871-7
17,90,- Euro



Buchrezension: Edelsteine als Investment

(Andreas Tögel) Das Misstrauen gegen staatliches Fiatgeld nimmt weltweit zu. Nicht ohne Grund geht seit Jahren der Trend zu spekulativen Investments in Kryptowährungen, sowie in als Inflationsschutz bewährte Edelmetalle (Gold und Silber). Der Goldkurs bewegt sich derzeit auf einem Fünfjahreshoch.

Doch das Horten edler Metalle birgt auch Nachteile, wie ein durch deren Gewicht und Volumen bedingter Lageraufwand, beschränkte Transportierbarkeit im Krisenfall und die relativ leichte Auffindbarkeit mittels Metalldetektoren, was im Falle des Verbots privaten Goldbesitzes (wie etwa in den USA zwischen 1933 und 1974) zum Problem werden kann.

Eine Alternative zum Gold bietet das Investment in Edelsteine. Deren leichte Transportierbarkeit infolge ihrer extremen Wertdichte und ihre beachtlichen Wertsteigerungen bilden die Hauptargumente dafür. Dass Edelsteine von geringerer „Liquidität“ sind als Gold, sollte allerdings nicht übersehen werden. Edelsteine kauft der Laie nicht einfach so. Es kann im Krisenfall möglicherweise schwierig werden, rasch Käufer dafür zu finden.

Grundsätzlich teilt sich der Edelsteinmarkt in zwei Kategorien: „Weiße Ware“, also Diamanten einerseits, und Farbsteine – Rubine, Saphire und Smaragde -, andererseits. Experten, wie der Autor dieses Buches empfehlen, zu Anlagezwecken ausschließlich auf die jeweils besten Qualitäten zu setzen. Bei Diamanten heißt das: beste Farbe (D oder E, früher auch als „River Blue“ bezeichnet), größte Reinheit (FL, Flawless oder IF, Internally Flawless) und beste Schliffqualität. Für die Wertaufbewahrung sollten Steine mit einer Größe zwischen 0,5 und zwei Karat gewählt werden.

Für Farbsteine gilt: Unbehandelt, beste Farbe (bei Rubinen „taubenblutrot“), größte Reinheit, erstklassige Bearbeitung und Größen ab einem Karat.

Für alle Edelsteinklassen gilt: das Volumen der Funde nimmt weltweit ab. Langfristig ist daher mit Wertsteigerungen zu rechnen, da die Nachfrage – besonders in Fernost – ständig zunimmt. Alle Details hinsichtlich der entscheidenden Bewertungskriterien werden im Buch ausführlich und in einer auch für Laien verständlichen Art und Weise dargestellt. Auch der Prüfung und Zertifizierung von Edelsteinen ist breiter Raum gewidmet.

Während sich der Wert von Diamanten in den letzten Jahren seitwärts bewegt hat und bei Schmucksteinqualitäten seit der Finanzkrise 2008 sogar etwas zurückgegangen ist, sind die Preise für Rubine aus Fernost (Burma) geradezu explosionsartig gestiegen. Topqualitäten sind heute schwer zu finden. Neue Abbaustätten in Afrika (Mozambique) füllen die durch die geringere Ausbeute in Asien bedingte Angebotslücke, wenngleich ihr Wert (noch) nicht an den der asiatischen Ware heranreicht.

Auch Saphire aus Burma haben eine turbulente Aufwärtsentwicklung ihrer Preise hinter sich. Nicht ganz so stark, aber ebenfalls beachtlich haben sich die Preise für Smaragde entwickelt, die vorzugsweise in Kolumbien abgebaut werden.

Wer ernsthaft daran denkt, Geld zu Wertaufbewahrungszwecken in Edelsteine zu investieren, dem sei die Lektüre dieses informativen Buches wärmstens empfohlen.



Buchrezension: Fauler Zauber: Schein und Wirklichkeit des Sozialstaates

Über das süße Gift des Sozialismus

Der 2012 – viel zu früh – verstorbene Autor war ein sehr produktiver Geist. Wie kaum ein zweiter hat er es verstanden, auch komplexe wirtschaftliche und gesellschaftlich-politische Phänomene in einer Art und Weise darzustellen, dass sie sich auch unbedarften Lesern erschließen. In der vorliegenden Schrift geht es um das süße aber gefährliche Gift des Sozialstaates.

Wie sein großes geistiges Vorbild, F. A. Hayek, erkennt er in der romantisierenden Sehnsucht nach dem in der Kleingruppe oder in der steinzeitlichen Horde gelebten Altruismus, die Wurzel aller Kritik am vermeintlich kalten und „unmenschlichen“ Kapitalismus. Doch die große Gesellschaft, in der nicht jeder jeden kennt, verlangt nach gänzlich anderen Regeln und Prinzipien, um ein für alle gedeihliches Zusammenleben zu ermöglichen. Die Übertragung des Prinzips der Kleingruppe auf die moderne Massengesellschaft führt geradewegs in die Katastrophe.

Der Sozialismus, ein keineswegs erst mit Marx und Engels in die Welt getretenes Phänomen, ist unter verschiedenen Namen und unter den originellsten Tarnkappen verborgen, nach jedem gescheiterten Versuch seiner Verwirklichung immer wieder neu erstanden. Aktuell feiert er etwa unter den Bezeichnungen „Gender Mainstreaming“ und „Kampf dem Klimawandel“ fröhliche Urständ.

Das zentrale Kapitel in Baaders Ausführungen bildet der Gegensatz zwischen Sozialstaat und Minimalstaat. Er selbst ist Befürworter des letzteren, wiewohl er einräumt, dass „anarchokapitalistische“ Protagonisten einer völlig staatsfreien Privatrechtsordnung sehr starke Argumente auf ihrer Seite haben.

Minimalstaat also. Der beschränkt sich nach Baader auf den Schutz von Eigentum und Sicherheit des Bürgers im inneren und nach außen, wobei der Begriff Eigentum nicht nur materielle Aspekte umfasst, sondern sich an von John Locke formulierten Prinzipien orientiert, die er in seiner „Zweiten Abhandlung über die Regierung“ darlegt. Der deutsche Sozialist Ferdinand Lasalle verunglimpft diesen Minimalstaat als „Nachtwächterstaat“. Kein Wunder: Sozialisten schätzen private Eigentumsrechte gering, oder lehnen sie völlig ab. Das Kollektiv – letztlich der Staat – hat nach ihren Vorstelllungen von der Wiege bis zur Bahre vorzusorgen. Der Einzelne bezieht seine Rechte (falls überhaupt) vom Kollektiv und zählt ansonsten nichts.

Der konsequente Kampf aller Sozialisten gegen die Keimzelle der bürgerlichen Gesellschaft, die Familie, speist sich aus dem Wunsch, die Gesellschaft zu atomisieren, in welcher der einzelne nur noch Bindungen zum allsorgenden Staat kennt (und braucht), der neben sich nichts duldet. Der Sozialstaat tritt an die Stelle eines eifersüchtig über seine Herrlichkeit wachenden Gottes.

Unter dem eingängigen Schlachtruf eines „Kampfes für die soziale Gerechtigkeit“ hat der Sozialstaat nahezu alle gesellschaftlich relevanten Bastionen, wie Geldproduktion, Pensions- Kranken- und Unfallversicherung, Schulwesen und öffentliches Transportwesen (die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit) gestürmt. Er hat das Privatrecht weitgehend abgeschafft und verstaatlicht: Arbeits- und Mietverträge können unter seinem Regime nicht mehr nach der freien Willensübereinkunft der Vertragspartner geschlossen werden. Der Staat ist zur allsorgenden Gouvernante mutiert, die nicht etwa dafür sorgt, dass ihre Schützlinge gefahrlos zu Erwachsenen heranreifen, die ihre eigenen, selbst verantworteten Entscheidungen zu treffen verstehen; vielmehr achtet er darauf, dass seine Zöglinge ewig unmündige Kinder bleiben.

Das bleibt nicht ohne Folgen für die Demokratie: Wer der Fähigkeit entwöhnt ist, für sich selbst zu sorgen, wird auch kaum über die Fähigkeit verfügen, die richtige Auswahl bei der Bestellung seiner politischen Führer zu treffen, wie Alexis de Tocqueville bereits 1840 erkannt hat („Über die Demokratie in Amerika“).

Das sehr kurz ausgefallene Schlusskapitel „Auswege“ bietet wenig Hoffnung auf eine rechtzeitige Umkehr auf dem Weg zur Knechtschaft. Es ist ein Katalog der Maßnahmen die zu ergreifen wären, allerdings ohne jede Chance auf ihre Verwirklichung. „Errungenschaften“ des Sozialstaates wieder abzubauen, ist eine Herkulesaufgabe, der kein Sterblicher gewachsen sein dürfte.



Buchrezension: The Wolf: The Mystery Raider That Terrorized The Seas During World War I

Mit Mut, Verstand und dem Glück des Tüchtigen

(Andreas Tögel) Mehr als 100 Jahre sind seit dem Ende des Ersten Weltkrieges vergangen. Einer seiner weniger bekannten Aspekte ist der Handelskrieg zur See. Beide am Krieg beteiligte Seiten hatten erkannt, dass der Versorgung des Gegners mit Rohstoffen und Lebensmitteln kriegsentscheidende Bedeutung zukommt. Beide Seiten versuchten, dem Feind die Versorgung damit abzuschneiden. Die Briten setzten, gestützt auf ihre weit überlegende Überwassermarine, auf eine „Kontinentalblockade“, die rasch Wirkung zeigte. Besonders der Mangel an aus Übersee eingeführten Düngemitteln führte auf Seiten der Mittelmächte zu starken Einbrüchen in der landwirtschaftlichen Produktion und zu erheblichen Versorgungmängeln.

The Wolf: The Mystery Raider That Terrorized The Seas During World War I

Die Deutschen konterten mit einer U-Boot-Offensive, die zu existenzbedrohenden Verlusten an britischem Schiffsraum führte. Kriegsrechtsbedingte Einschränkungen des U-Bootkrieges, und die Gefahr, die USA in den Krieg zu ziehen (Stichwort Lusitania, 1915), veranlassten den kaiserlichen Marinestab dazu, nach Alternativen zu suchen. Nachdem die für den Handelskrieg prädestinierten Kreuzer des Ostasiengeschwaders, das im Dezember 1914 bei den Falklandinseln versenkt worden war (nur der schnelle Kreuzer Dresden konnte der Vernichtung entgehen), entschied man sich für den Einsatz bewaffneter Handelsschiffe als Hilfskreuzer. Eines dieser Schiffe war die „Wolf“.

Gestützt auf fünf Jahre lang gesammelte Logbucheintragungen der „Wolf“, Korrespondenzen deutscher und alliierter Militärs, Pressenachrichten, Erinnerungen von Besatzungsmitgliedern der „Wolf“ und Aussagen von Besatzungsmitgliedern und Passagieren der von ihr aufgebrachten Schiffe, haben die beiden Autoren eine packende Schilderung der im Verlauf von 444 (!) Tagen auf See eingetretenen Ereignisse vorgelegt.

Ausgerüstet mit zehn getarnten Kanonen, vier Torpedorohren, über 600 Minen, einer hochmodernen Ausrüstung zum Abhören des feindlichen Funkverkehrs, sowie einem Bordflugzeug, ging das „schwarze Schiff“ im November 1917 in See. Auftrag: Störung des alliierten Seehandels mittels Verminung von Hafenzufahrten in Südafrika, Arabien, Ceylon, Singapur, Australien und Neuseeland, und daran anschließender Kaperkrieg. Die „Erfolgsbilanz“ der „Wolf“ kann sich sehen lassen: Auf ihrer Fahrt über drei Weltmeere und 64.000 Seemeilen, wurden 30 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 138.000 BRT durch Minen versenkt oder gekapert und 400 Personen interniert und nach Deutschland gebracht.

Angesichts des Fehlens überseeischer Stützpunkte war das Schiff die gesamte Zeit über auf sich allein gestellt und, da kein Hafen zwecks Nachschubaufnahme angelaufen werden konnte, darauf angewiesen, die benötigten Kohle- und Lebensmittelvorräte durch das (seerechtskonforme) Plündern aufgebrachter Schiffe zu beschaffen.

Eine strikte Geheimhaltungspolitik der britischen Admiralität sorgte in Verbindung mit einer rigorosen Pressezensur dafür, die Öffentlichkeit über die Aktivitäten der deutschen Hilfskreuzer im Unklaren zu lassen. Mysteriöse Schiffsverluste, die auf die Rechnung von durch die „Wolf“ gelegte Minen oder eine Kaperung durch sie gingen, wurden geraume Zeit als Folge von Sabotageaktivitäten deutschstämmiger Immigranten betrachtet. Die gräuelpropagandistische Darstellung der „Hunnen“ als kindermordende, brunnenvergiftende und Frauen vergewaltigende Untermenschen, führte zu einer regelrechten Hexenjagd auf alles Deutsche in den britischen Überseeterritorien.

Im Gegensatz zu ihren Erwartungen, erfuhren Besatzungen und Passagiere der gekaperten Schiffe, darunter auch Frauen und Kinder, eine durchwegs gute und faire Behandlung durch Offiziere und Besatzung der Wolf. Kapitän Karl August Nerger schaffte es, den als Selbstmordeinsatz eingeschätzten Raid, verfolgt und gejagt von fünf feindlichen Kriegsmarinen, unbeschadet zu Ende zu bringen. Dafür wurde er mit dem höchsten deutschen Orden, dem Pour le Mérite ausgezeichnet.

Die beiden Autoren haben ein ausgewogenes Werk vorgelegt, das einen weithin unbeachteten Aspekt des Krieges schildert – ohne antideutsches Ressentiment und bar jeder romantisierenden Verklärung. Ein großartiges, gut recherchiertes Buch, das bislang allerdings nur in englischer Sprache vorliegt.



Buchrezension – Es gibt keinen „Dritten Weg“

(Andreas Tögel) Blickt man in der Geschichte zurück, waren es stets die Zeiten wirtschaftlicher Freiheit, die auch breiten Wohlstand ermöglichten. Umgekehrt waren es stets Phasen maximaler Regulierung, die den gegenteiligen Effekt hatten. Hochentwickelte, arbeitsteilig organisierte Gesellschaften profitieren von der Freiheit des Einzelnen, wirtschaftlich selbstbestimmt zu handeln. Regierungseingriffe in die Wirtschaftsabläufe hemmen Innovation und Fortschritt – am Ende zum Nachteil aller Marktakteure.

Der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, hat sich eingehend mit der Wechselwirkung zwischen Freiheit und Wohlstand auseinandergesetzt und seine Gedanken im vorliegenden Buch zusammengefasst.

Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen hat sich seit dem Jahr Null bis zum Beginn der Industriellen Revolution kaum verändert. Erst der durch Kapitalakkumulation ermöglichte, im 19. Jahrhundert stark an Fahrt gewinnende Übergang von der Agrar- zur Industriewirtschaft, hatte eine gewaltige Aufwärtsentwicklung zur Folge, die sich im 20. Jahrhundert weiter verstärkte. Die durch die „kapitalistische“ Produktionsweise ermöglichte Produktivitätssteigerung ging mit einer starken Zunahme der Lohneinkommen einher. Marx lag mit seiner Prophezeiung einer „Pauperisierung“ der Massen ebenso daneben, wie vor ihm schon Malthus, der eine kollektive Verelendung infolge nicht ausreichender Nahrungsmittelproduktion prognostizierte. Beide hatten die Effizienz und Flexibilität der Marktwirtschaft unterschätzt.

Zunehmende Regulierungen, die seitens der Regierungen hauptsächlich dem Wunsch geschuldet sind, soziale Absicherungen einzuführen – und durch erzwungene Umverteilung zu finanzieren -, bremsen die dynamische Aufwärtsentwicklung. Immer wieder wird nämlich geflissentlich darüber hinweggesehen, dass nur verteilt werden kann, was zuvor produziert wurde. Wer also – mit Verboten und Vorschriften aller Art – der Produktion Hindernisse in den Weg legt, ersetzt Freiheit durch Zwang und verringert damit den Wohlstand. Wer den Eigennutz von Unternehmern und Investoren anprangert und bekämpft, schadet am Ende den werktätigen Massen mehr als den „Kapitalisten“. Arbeitsteiliges Wirtschaften ist eben kein Nullsummenspiel!

Als positive Beispiele nennt Mayer etwa das „deutsche Wirtschaftswunder“, das durch die liberale Deregulierungspolitik Ludwig Erhards möglich wurde. Dessen damals keineswegs den Wünschen der Wählermehrheit entsprechenden Reformen, legten den Grundstein für die Wirtschaftsstärke Deutschlands, die von den Sozialisten in allen Parteien bis heute nicht zerstört werden konnte. Am anderen Ende des eurasischen Kontinents markierten die in den 1980er-Jahren auf den Weg gebrachten, wirtschaftsliberalen Reformen Deng Xiaopings den Beginn eines chinesischen „Wirtschaftswunders“. Das abschreckende Gegenbeispiel bildet der davor, nämlich zwischen 1958 und 1961 versuchte „Große Sprung nach vorn“ Maos, als dessen Folgen Massenelend und viele Millionen von Hungertoten zu beklagen waren. Rigorose Wirtschaftsplanung führt am Ende stets ins Desaster.

Der Markt als chaotisches System der Selbststeuerung, in welchem die entscheidenden Signale von den durch Angebot und Nachfrage bestimmten Preisen ausgehen, erweist sich jeder zentralistischen Planwirtschaft als klar überlegen. Das auf alle Marktteilnehmer verteilte Wissen kann durch keine noch so gut organisierte Planungsbehörde der Welt jemals ersetzt werden.

Nun sind moderne Linke heute aber nicht mehr darauf erpicht, 150 Jahre alte marxistische Konzepte erneut umzusetzen und alle Produktionsmittel zu kollektivieren. Sie phantasieren vielmehr von einem „Dritten Weg“ zwischen Kapitalismus und Sozialismus, um darauf zur besten aller Welten zu schreiten. Sie träumen davon, die Produktivität und Effizienz des einen mit der (vermeintlichen) sozialen Sicherheit des anderen zu verbinden. Das grundlegende Missverständnis dabei: Die Steuerungsfunktion des Marktes beruht auf der Entscheidungsfreiheit des Einzelnen, die durch staatliche Lenkungseingriffe wesentlich beeinflusst wird. Wer dank „sozialer Absicherung“ für die Folgen seines fehlerhaften Handelns nicht mehr verantwortlich ist und nicht mehr scheitern kann, folgt falschen Anreizen. Er wird dazu verleitet, hohe Risiken einzugehen und die allfälligen Kosten seiner Misswirtschaft unbeteiligten Dritten aufzubürden. Die angeblich alternativlose Rettung von Banken, die „too big to fail“ sind, und, weil „systemrelevant“, mit Steuergeld vor dem Untergang bewahrt werden müssen, ist eines der Symptome dieser Fehlentwicklung.

Damit nicht genug, wenden sich die „verlassenen Mündel“ des Wohlfahrtsstaats zunehmend von ihren Regierungen ab, von denen sie sich verraten fühlen. Doch ein kollektiver Vertrauensverlust ist in einer arbeitsteiligen Gesellschaft geradezu verheerend, sobald sie das Ausmaß einer kleinen Horde übersteigt, in der jeder jeden kennt. Wenn es so weit kommt, beginnt das politische System sich selbst zu zerstören.

Der viel beschworene „Dritte Weg“ ist daher nichts weiter als ein verlockendes Trugbild. Es gibt ihn nicht. Erhards soziale Marktwirtschaft war eben kein „gezähmter Kapitalismus“. Sie war einfach dadurch sozial, weil sie den auf dem Markt wirkenden Kräften weitgehende Freiheit zugestand und damit bestmögliche Resultate hervorbrachte..

Eine Rückkehr zu den Prinzipien des klassischen Liberalismus ist nach Ansicht Mayers daher unabdingbar, wenn die Freiheit erhalten und der Wohlstand weiter ausgebaut werden sollen. Fazit: entweder die freie Markt- oder eine von letztlich stets inkompetenten Bürokraten gesteuerte Planwirtschaft. Ein Drittes gibt es nicht.



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