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Buchrezension: The Wolf: The Mystery Raider That Terrorized The Seas During World War I

Mit Mut, Verstand und dem Glück des Tüchtigen

(Andreas Tögel) Mehr als 100 Jahre sind seit dem Ende des Ersten Weltkrieges vergangen. Einer seiner weniger bekannten Aspekte ist der Handelskrieg zur See. Beide am Krieg beteiligte Seiten hatten erkannt, dass der Versorgung des Gegners mit Rohstoffen und Lebensmitteln kriegsentscheidende Bedeutung zukommt. Beide Seiten versuchten, dem Feind die Versorgung damit abzuschneiden. Die Briten setzten, gestützt auf ihre weit überlegende Überwassermarine, auf eine „Kontinentalblockade“, die rasch Wirkung zeigte. Besonders der Mangel an aus Übersee eingeführten Düngemitteln führte auf Seiten der Mittelmächte zu starken Einbrüchen in der landwirtschaftlichen Produktion und zu erheblichen Versorgungmängeln.

The Wolf: The Mystery Raider That Terrorized The Seas During World War I

Die Deutschen konterten mit einer U-Boot-Offensive, die zu existenzbedrohenden Verlusten an britischem Schiffsraum führte. Kriegsrechtsbedingte Einschränkungen des U-Bootkrieges, und die Gefahr, die USA in den Krieg zu ziehen (Stichwort Lusitania, 1915), veranlassten den kaiserlichen Marinestab dazu, nach Alternativen zu suchen. Nachdem die für den Handelskrieg prädestinierten Kreuzer des Ostasiengeschwaders, das im Dezember 1914 bei den Falklandinseln versenkt worden war (nur der schnelle Kreuzer Dresden konnte der Vernichtung entgehen), entschied man sich für den Einsatz bewaffneter Handelsschiffe als Hilfskreuzer. Eines dieser Schiffe war die „Wolf“.

Gestützt auf fünf Jahre lang gesammelte Logbucheintragungen der „Wolf“, Korrespondenzen deutscher und alliierter Militärs, Pressenachrichten, Erinnerungen von Besatzungsmitgliedern der „Wolf“ und Aussagen von Besatzungsmitgliedern und Passagieren der von ihr aufgebrachten Schiffe, haben die beiden Autoren eine packende Schilderung der im Verlauf von 444 (!) Tagen auf See eingetretenen Ereignisse vorgelegt.

Ausgerüstet mit zehn getarnten Kanonen, vier Torpedorohren, über 600 Minen, einer hochmodernen Ausrüstung zum Abhören des feindlichen Funkverkehrs, sowie einem Bordflugzeug, ging das „schwarze Schiff“ im November 1917 in See. Auftrag: Störung des alliierten Seehandels mittels Verminung von Hafenzufahrten in Südafrika, Arabien, Ceylon, Singapur, Australien und Neuseeland, und daran anschließender Kaperkrieg. Die „Erfolgsbilanz“ der „Wolf“ kann sich sehen lassen: Auf ihrer Fahrt über drei Weltmeere und 64.000 Seemeilen, wurden 30 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 138.000 BRT durch Minen versenkt oder gekapert und 400 Personen interniert und nach Deutschland gebracht.

Angesichts des Fehlens überseeischer Stützpunkte war das Schiff die gesamte Zeit über auf sich allein gestellt und, da kein Hafen zwecks Nachschubaufnahme angelaufen werden konnte, darauf angewiesen, die benötigten Kohle- und Lebensmittelvorräte durch das (seerechtskonforme) Plündern aufgebrachter Schiffe zu beschaffen.

Eine strikte Geheimhaltungspolitik der britischen Admiralität sorgte in Verbindung mit einer rigorosen Pressezensur dafür, die Öffentlichkeit über die Aktivitäten der deutschen Hilfskreuzer im Unklaren zu lassen. Mysteriöse Schiffsverluste, die auf die Rechnung von durch die „Wolf“ gelegte Minen oder eine Kaperung durch sie gingen, wurden geraume Zeit als Folge von Sabotageaktivitäten deutschstämmiger Immigranten betrachtet. Die gräuelpropagandistische Darstellung der „Hunnen“ als kindermordende, brunnenvergiftende und Frauen vergewaltigende Untermenschen, führte zu einer regelrechten Hexenjagd auf alles Deutsche in den britischen Überseeterritorien.

Im Gegensatz zu ihren Erwartungen, erfuhren Besatzungen und Passagiere der gekaperten Schiffe, darunter auch Frauen und Kinder, eine durchwegs gute und faire Behandlung durch Offiziere und Besatzung der Wolf. Kapitän Karl August Nerger schaffte es, den als Selbstmordeinsatz eingeschätzten Raid, verfolgt und gejagt von fünf feindlichen Kriegsmarinen, unbeschadet zu Ende zu bringen. Dafür wurde er mit dem höchsten deutschen Orden, dem Pour le Mérite ausgezeichnet.

Die beiden Autoren haben ein ausgewogenes Werk vorgelegt, das einen weithin unbeachteten Aspekt des Krieges schildert – ohne antideutsches Ressentiment und bar jeder romantisierenden Verklärung. Ein großartiges, gut recherchiertes Buch, das bislang allerdings nur in englischer Sprache vorliegt.



Buchrezension – Es gibt keinen „Dritten Weg“

(Andreas Tögel) Blickt man in der Geschichte zurück, waren es stets die Zeiten wirtschaftlicher Freiheit, die auch breiten Wohlstand ermöglichten. Umgekehrt waren es stets Phasen maximaler Regulierung, die den gegenteiligen Effekt hatten. Hochentwickelte, arbeitsteilig organisierte Gesellschaften profitieren von der Freiheit des Einzelnen, wirtschaftlich selbstbestimmt zu handeln. Regierungseingriffe in die Wirtschaftsabläufe hemmen Innovation und Fortschritt – am Ende zum Nachteil aller Marktakteure.

Der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, hat sich eingehend mit der Wechselwirkung zwischen Freiheit und Wohlstand auseinandergesetzt und seine Gedanken im vorliegenden Buch zusammengefasst.

Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen hat sich seit dem Jahr Null bis zum Beginn der Industriellen Revolution kaum verändert. Erst der durch Kapitalakkumulation ermöglichte, im 19. Jahrhundert stark an Fahrt gewinnende Übergang von der Agrar- zur Industriewirtschaft, hatte eine gewaltige Aufwärtsentwicklung zur Folge, die sich im 20. Jahrhundert weiter verstärkte. Die durch die „kapitalistische“ Produktionsweise ermöglichte Produktivitätssteigerung ging mit einer starken Zunahme der Lohneinkommen einher. Marx lag mit seiner Prophezeiung einer „Pauperisierung“ der Massen ebenso daneben, wie vor ihm schon Malthus, der eine kollektive Verelendung infolge nicht ausreichender Nahrungsmittelproduktion prognostizierte. Beide hatten die Effizienz und Flexibilität der Marktwirtschaft unterschätzt.

Zunehmende Regulierungen, die seitens der Regierungen hauptsächlich dem Wunsch geschuldet sind, soziale Absicherungen einzuführen – und durch erzwungene Umverteilung zu finanzieren -, bremsen die dynamische Aufwärtsentwicklung. Immer wieder wird nämlich geflissentlich darüber hinweggesehen, dass nur verteilt werden kann, was zuvor produziert wurde. Wer also – mit Verboten und Vorschriften aller Art – der Produktion Hindernisse in den Weg legt, ersetzt Freiheit durch Zwang und verringert damit den Wohlstand. Wer den Eigennutz von Unternehmern und Investoren anprangert und bekämpft, schadet am Ende den werktätigen Massen mehr als den „Kapitalisten“. Arbeitsteiliges Wirtschaften ist eben kein Nullsummenspiel!

Als positive Beispiele nennt Mayer etwa das „deutsche Wirtschaftswunder“, das durch die liberale Deregulierungspolitik Ludwig Erhards möglich wurde. Dessen damals keineswegs den Wünschen der Wählermehrheit entsprechenden Reformen, legten den Grundstein für die Wirtschaftsstärke Deutschlands, die von den Sozialisten in allen Parteien bis heute nicht zerstört werden konnte. Am anderen Ende des eurasischen Kontinents markierten die in den 1980er-Jahren auf den Weg gebrachten, wirtschaftsliberalen Reformen Deng Xiaopings den Beginn eines chinesischen „Wirtschaftswunders“. Das abschreckende Gegenbeispiel bildet der davor, nämlich zwischen 1958 und 1961 versuchte „Große Sprung nach vorn“ Maos, als dessen Folgen Massenelend und viele Millionen von Hungertoten zu beklagen waren. Rigorose Wirtschaftsplanung führt am Ende stets ins Desaster.

Der Markt als chaotisches System der Selbststeuerung, in welchem die entscheidenden Signale von den durch Angebot und Nachfrage bestimmten Preisen ausgehen, erweist sich jeder zentralistischen Planwirtschaft als klar überlegen. Das auf alle Marktteilnehmer verteilte Wissen kann durch keine noch so gut organisierte Planungsbehörde der Welt jemals ersetzt werden.

Nun sind moderne Linke heute aber nicht mehr darauf erpicht, 150 Jahre alte marxistische Konzepte erneut umzusetzen und alle Produktionsmittel zu kollektivieren. Sie phantasieren vielmehr von einem „Dritten Weg“ zwischen Kapitalismus und Sozialismus, um darauf zur besten aller Welten zu schreiten. Sie träumen davon, die Produktivität und Effizienz des einen mit der (vermeintlichen) sozialen Sicherheit des anderen zu verbinden. Das grundlegende Missverständnis dabei: Die Steuerungsfunktion des Marktes beruht auf der Entscheidungsfreiheit des Einzelnen, die durch staatliche Lenkungseingriffe wesentlich beeinflusst wird. Wer dank „sozialer Absicherung“ für die Folgen seines fehlerhaften Handelns nicht mehr verantwortlich ist und nicht mehr scheitern kann, folgt falschen Anreizen. Er wird dazu verleitet, hohe Risiken einzugehen und die allfälligen Kosten seiner Misswirtschaft unbeteiligten Dritten aufzubürden. Die angeblich alternativlose Rettung von Banken, die „too big to fail“ sind, und, weil „systemrelevant“, mit Steuergeld vor dem Untergang bewahrt werden müssen, ist eines der Symptome dieser Fehlentwicklung.

Damit nicht genug, wenden sich die „verlassenen Mündel“ des Wohlfahrtsstaats zunehmend von ihren Regierungen ab, von denen sie sich verraten fühlen. Doch ein kollektiver Vertrauensverlust ist in einer arbeitsteiligen Gesellschaft geradezu verheerend, sobald sie das Ausmaß einer kleinen Horde übersteigt, in der jeder jeden kennt. Wenn es so weit kommt, beginnt das politische System sich selbst zu zerstören.

Der viel beschworene „Dritte Weg“ ist daher nichts weiter als ein verlockendes Trugbild. Es gibt ihn nicht. Erhards soziale Marktwirtschaft war eben kein „gezähmter Kapitalismus“. Sie war einfach dadurch sozial, weil sie den auf dem Markt wirkenden Kräften weitgehende Freiheit zugestand und damit bestmögliche Resultate hervorbrachte..

Eine Rückkehr zu den Prinzipien des klassischen Liberalismus ist nach Ansicht Mayers daher unabdingbar, wenn die Freiheit erhalten und der Wohlstand weiter ausgebaut werden sollen. Fazit: entweder die freie Markt- oder eine von letztlich stets inkompetenten Bürokraten gesteuerte Planwirtschaft. Ein Drittes gibt es nicht.



Das Dilemma der Notenbanken und Regierungen

Format: Kindle Ausgabe

(Andreas Tögel) Wenn drei auf dem Boden der Österreichischen Schule der Ökonomik stehende Experten und Erfolgsautoren sich eines die breite Öffentlichkeit zwar nicht sonderlich interessierenden, nichtsdestotrotz aber hochgradig virulenten Problems annehmen, entsteht, wie im vorliegenden Fall, alles andere als eine beruhigende Einschlaflektüre.
Ausgehend vom Beginn der 2007/2008 ausgebrochenen Finanzkrise, beschreiben die Autoren minutiös den Weg in die „Nullzinsfalle“, in der die Notenbanken beiderseits des Atlantiks – und mit ihnen jedes Unternehmen und jeder Privathaushalt – heute sitzen. Der größte aller Schuldner, der Staat, ist der einzige Nettoprofiteur der frivolen Übung.
Der Zins kann unter „normalen“ Umständen, also wenn die Marktteilnehmer freie Entscheidungen treffen und der Leviathan sich jedweder Intervention in die Wirtschaft enthält, niemals negativ werden. Ein Naturgesetz. Wenn Regierungen und Notenbanken sich aber gegen die Natur stellen und sich anmaßen, die Schwerkraft aufzuheben oder den Zins unter die Nulllinie zu drücken, werden sie verheerende Konsequenzen ernten. Immer. Überall.

Es geht in diesem Buch aber keineswegs „nur“ um die grausamen monetären Konsequenzen real negativer Zinsen im herrschenden Klima der „finanziellen Repression“, sondern auch um deren Wirkung auf die Mentalität und damit die allgemeine Lebensführung der Bürger. Wer der Früchte seiner Arbeit nicht sicher sein kann, ändert sein Verhalten in Richtung extremer Kurzfristigkeit. Wer Sparen als sinnlos erkennt, wird auf Teufel komm raus konsumieren, Kapitalverzehr betreiben und – bildlich gesprochen – das für morgen gedachte Saatgut schon heute auffressen. Besonders für die Lebensversicherer und andere institutionelle Anleger tun sich gewaltige Schwierigkeiten auf, da sie die ihnen aufgenötigten Garantiezinsen unter Nullzinsbedingungen nicht mehr verdienen können und in eine tödliche Doppelmühle geraten.

Eine besonders verhängnisvolle Konsequenz der Nullzinspolitik ist es, dass viele, die eine planmäßige Zukunftsvorsorge als sinnlos erkennen, keine Kinder mehr in die Welt setzen und stattdessen nach dem Motto „nach mir die Sintflut“ leben.

Mit großer Sachkenntnis und unter Verwendung zahlreicher Graphiken wird der Weg nachgezeichnet, den das seit 1971 völlig bindungslose, auf Schulden gegründete Fiat-Geldsystem genommen hat. Dass Schulden am Ende des Tages – von wem auch immer – beglichen werden müssen, ist nicht jedermann klar. Dass die Konsequenz eines „Schuldenschnitts“ in einem Schuldgeldsystem für die Kreditoren einen Vermögensverlust in gleicher Höhe bedeutet – und einen deflationären Effekt aufweist, ebenso wenig.

Das Wissen darum, dass die europide „Prokrusteswährung“ keineswegs auf eine von der politischen Klasse und deren gekauften Herolden unisono besungene Erfolgsgeschichte zurückblicken kann, sondern vielmehr die Ursache der ungeheuren Verwerfungen im Süden Europas bildet und längst eine Spaltung Eurolands in einen Nord- und einen Südblock nach sich zieht, ist ebenfalls (noch) kein Allgemeingut.

Aus der „Nullzinsfalle“ auszubrechen ist zwar möglich, aber derart schmerzhaft, dass die herrschende politische Klasse alles daransetzt, das laufende Pyramidenspiel ungebremst fortzusetzen. Der in einem Schuldgeldsystem zu zahlende Preis für die beliebig mögliche Ausweitung der Kredit- und Geldmenge, ist die laufend zunehmende Verwundbarkeit des weltweiten Finanzsystems, das durch die Nullzinsfalle in ein Dilemma gerät: Werden die Zinsen angehoben, droht vielen Staaten und Unternehmen augenblicklich die Insolvenz. Wird der Zins weiterhin auf der Nulllinie gehalten, kommt es dagegen zu flächendeckendem Kapitalverzehr mit absehbarer massenhafter Verarmung in baldiger Zukunft.

Unter diesen Umständen den Kopf über Wasser zu behalten, ist nicht leicht. Im letzten Teil des Buches wird dennoch der Versuch unternommen, Möglichkeiten aufzuzeigen, sein mühsam aufgebautes Vermögen zu bewahren oder gar zu mehren.

Fazit: Das Buch sollte für Politiker und Medienschaffende zur Pflichtlektüre gemacht werden!



Buchrezension: Wie man korrupte Regime zementiert

(Andreas Tögel) Siebzehn Jahre lang hat der Autor Deutschland als Diplomat in Afrika gedient. Zuletzt als Botschafter in Kamerun. Seine vor Ort gemachten Beobachtungen und Erfahrungen ergeben ein geradezu verheerendes Bild der westlichen Entwicklungshilfe, die aus Gründen der politischen Korrektheit auf den neuen Namen „Entwicklungszusammenarbeit“ umgetauft wurde.

Afrika wird arm regiert

Von einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe kann keine Rede sein. Wie Volker Seitz anhand einer Fülle von Beispielen erläutert, geht es vielmehr um eine modere Art des Ablasshandels, der den Spendern das wohlige Gefühl der Barmherzigkeit einträgt, ohne den vorgeblich zu beglückenden Afrikanern zu nutzen. Ganz im Gegenteil: Jeder nach Afrika fließende Cent zementiert die Herrschaft der, von wenigen Ausnahmen abgesehen, korrupten afrikanischen Politeliten. Jede mit westlichen Spendengeldern errichtete Schule enthebt die jeweilige Regierung der Notwendigkeit, selbst in die Bildung zu investieren. Da werden schon eher teure Limousinen und Waffen angeschafft.

Stark verkürzt: Entwicklungshilfe bedeutet den Geldtransfer von armen Menschen in reichen Spenderländern zu in üppigem Wohlstand schwelgenden Potentaten im armen Afrika, die nicht selten über Konten und Immobilienbesitz in Europa und den USA verfügen.

Der Autor geht mit den staatlichen und nichtstaatlichen Hilfsorganisation hart ins Gericht, denen er vorwirft, einen Gutteil ihrer Aktivitäten zum eigenen Nutzen zu entfalten. Die internationale Spenden- Hilfs- und Elendsbewirtschaftungsindustrie hat nicht das geringste Interesse daran, die vorgeblich zu behebenden Probleme (in erster Linie die Armut) zu beseitigen, weil sie damit ihre Existenzberechtigung verlieren würde. Wer gefährdet schon ein Geschäftsmodell, das weltweit Hunderttausenden Funktionären beachtliche Einkommen sichert – besonders dann, wenn die sich auch noch als selbstlose Wohltäter gerieren dürfen?

Seitz fordert eine rigorose Erfolgskontrolle für die eingesetzten Mittel, die nur dann fließen sollen, wenn die herrschenden politischen Strukturen deren Einsatz sinnvoll erscheinen lassen. Das gern gebrauchte Schlagwort vom „Marshallplan für Afrika“ ist unredlich, weil keine der in Europa nach dem Kriege gegebenen Bedingungen, wie das Vorhandensein funktionierender ziviler, politischer, kultureller und wirtschaftlicher Strukturen in kaum einem afrikanischen Land gegeben ist.

Schutzbehauptungen, die Missstände Afrikas seien dem (vor rund 60 Jahren beendeten) Kolonialismus, geographischen oder klimatischen Bedingungen geschuldet, lässt der Autor nicht gelten. Wo es Probleme gibt, sind sie durchwegs hausgemacht. Korrupte Regierungen und Beamte, mangelnde Rechtssicherheit und eine mittelstandsfeindliche Bürokratie behindern oder verhindern jeden wirtschaftlichen Fortschritt, den die Afrikaner nur aus eigener Kraft – und nicht gestützt auf westliche Almosen – erreichen werden.

Auch wenn anmaßende westliche Paternalisten es nicht gerne hören: Afrika kann seine politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Defizite nur aus eigener Kraft beseitigen. Die bestehenden Probleme mit Geldern der „Entwicklungszusammenarbeit“ zu bewerfen, bringt sie nicht zum Verschwinden, sondern perpetuiert sie.
Augenöffnend und unbedingt lesenswert!

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Christlicher Antikapitalismus und die Bedeutung der Ahnungslosigkeit

Von Andreas Tögel

Es kommt nicht oft vor, dass ein Wirtschaftswissenschaftler sich der Betrachtung der Phänomene Geld und Kapitalmarkt aus christlicher Sicht widmet. Weil allzu viele Kirchenvertreter zwar über keinerlei Grundkenntnisse der Ökonomie verfügen, aber – gestützt auf einige Bibelzitate – jedenfalls eine rabiat ablehnende Haltung zu Geld und Reichtum einnehmen, ist von dieser Seite diesbezüglich kaum mit einem fundierten Urteil zu rechnen.

Anliegen des Autors Samuel Gregg, Forschungsdirektor des konservativen Acton-Instituts in Grand Rapids / Michigan / USA ist es, die Bedeutung des Geldes im Hinblick auf seine Transformation in wohlstandschaffendes Kapital zu würdigen. Nicht im Horten eines sterilen Schatzes, sondern in der Aktivierung des Mammons um damit Gutes tun zu können, liegt die aus christlicher Sicht positive Funktion materiellen Reichtums. Die von Adam Smith gewonnene Erkenntnis, dass Menschen in Verfolgung ihrer eigennützigen Ziele, auch anderen ungewollt Nutzen stiften, kann aus christlicher Sicht nicht ernsthaft angezweifelt werden.

Um die christliche Haltung zu Geld und Kapital zu analysieren, zitiert Gregg die Bibel, die Kirchenväter, sowie die Spätscholastiker und unternimmt eine Zeitreise von der Antike bis ins Heute. Grundsätzlich ablehnende Positionen, wie sie in jüngerer Zeit – sowohl von katholischen, als auch von protestantischen Funktionsträgern – immer wieder eingenommen werden, konnte er in den christlichen Quellen indes nicht finden. Im Gegenteil: Der Titel seines Buches – Für Gott und den Profit – findet sich sogar auf den Kontenbüchern tiefreligiöser Kaufleute des Mittelalters. Die strikt antikapitalistische Haltung vieler Christen resultiert offensichtlich aus purer Unkenntnis ökonomischer Einsichten. Viele christliche Fundamentalkritiker der liberalen Wirtschaftsordnung haben zwar keine Ahnung, was unter „Spekulation“ zu verstehen ist, oder worum es sich bei einem „Leerverkauf“ handelt, aber sie sind sicherheitshalber grundsätzlich dagegen.

Die Betonung der Bedeutung privaten Eigentums und die Verfolgung des Zieles einer materieller Bereicherung – nicht um ihrer selbst willen, sondern als Mittel zum guten Zweck -, steht keineswegs im Widerspruch zur christlichen Ethik. Die Abgrenzung berechtigter Zinsforderungen vom unbilligen Wucher, ist eines der Themen, denen der Autor – wie das die Kirche durch viele Jahrhunderte hindurch getan hat – große Bedeutung zumisst. Gregg beschäftigt sich auch mit der Herausforderung des „Moral Hazard“, der durch die von Politik und Geldproduzenten falsch gesetzten Anreize begünstigt wird. Die Verantwortung des einzelnen, selbst richtig zu entscheiden, wird dadurch indes nicht kleiner.

Fazit: Ohne Geld, das daraus gebildete Kapital, und die damit entstehenden Möglichkeiten, wäre die Menschheit sehr viel ärmer. Die Bewahrung der Armut aber liegt nicht im Sinn der christlichen Ethik. Lesenswert!

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Buchrezension: Die Österreichische Schule der Nationalökonomie aus österreichischer Perspektive

Von Andreas Tögel

Die Autoren der vorliegenden Publikation, entstammen den verschiedensten Disziplinen und analysieren die Lehren der „Österreichischen Schule der Ökonomik“ in neun Beiträgen aus zeitgenössischer Sicht. Der Zeitpunkt des Erscheinens des Buches ist insofern gut gewählt, als im Gefolge der Immobilien- Finanz- und Staatsschuldenkrise der Jahre 2007/2008, die Reputation der herrschenden neoklassisch-keynesianischen Lehre stark beschädigt und bis heute nicht wieder hergestellt wurde. Der Hauptstrom der rezenten Volkswirtschaftslehre war und ist offensichtlich nicht in der Lage, befriedigende Erklärungen oder gar Lösungsansätze für die persistierende Krise zu liefern, der Regierungen und Notenbanken nach wie versuchen, mit einer immer stärker ausgeweiteten Geldmengeninflation zu begegnen. Da die Aussichtslosigkeit dieses Unterfangens immer deutlicher zutage tritt, führt die Suche nach brauchbaren Alternativen immer häufiger zur unserer Tage leider weithin marginalisierten „Österreichischen Schule“.

In diesem Buch werfen Historiker, Juristen, Volkswirte, Finanzwissenschaftler, Fonds- und Industriemanager aus ihren jeweiligen Perspektiven Blicke auf die Konzepte dieser von Carl Menger im Jahre 1870 begründeten Schule der Volkswirtschaftslehre und warten mit zum Teil hochoriginellen Überlegungen auf: So etwa, wenn ein Bankrechtler die Rolle des Staates mit der eines Schiedsrichters beim Fußballspiel vergleicht und dabei zu interessanten Einsichten gelangt; Oder wenn ein Volkswirt die Auseinandersetzung der „Österreicher“ mit dem Sozialismus untersucht und zum Ergebnis kommt, dass die von diesen formulierte Kritik bis heute durch keine der darauf folgenden Verteidigungsversuche widerlegt werden konnte.

Die Betrachtungen des Historikers, der die „österreichische“ Theorie im Lichte des zeitgeschichtlichen Kontextes darstellt, sind ebenso spannend zu lesen, wie die Betrachtungen aus der Sicht des Kapitalinvestors.

Insgesamt handelt es sich hierbei um eine anregende, kurzweilig zu lesende Lektüre, die zur Beschäftigung mit den Schriften von Böhm-Bawerk, Mises, Hayek, Rothbard und Co., oder denen zeitgenössischer „Austrians“ animiert.

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Buchrezension: Nationalmasochismus

Von Andreas Tögel

Acht dem liberalen und konservativen Spektrum zuzuordnende Autoren, suchen in der vorliegenden Publikation nach Antworten auf die Frage, weshalb die politischen und intellektuellen Eliten der westlichen Welt derart zielstrebig daran arbeiten, den Ast abzusägen, auf dem sie sitzen – und zwar baumseitig.

Tatsache ist: Nie war die Lust der linken Intelligentsia größer, alles Eigene zu verteufeln und alles Fremde zu vergötzen; Die eigene Geschichte als unentwegte Abfolge schlimmster Verbrechen und jene fremder Völker als eine von unterdrückten, ausgebeuteten und versklavten Unschuldslämmern darzustellen. Die rassistische Überhöhung der „Arier“ durch die von der Bühne der Weltgeschichte abgetretenen Nationalsozialisten, wird durch deren Kinder und Kindeskinder in ihr exaktes Gegenteil verkehrt: Der nichteuropäische, bevorzugt muslimische, schwarze oder braune Migrant, wurde zum neuen Idealbild stilisiert.

Jegliche Kritik an der Kultur, an den Sitten und Gebräuchen oder am Verhalten der in die Alte und Neue Welt eingewanderten Migranten, wird von einer linken Dressurelite stereotyp als offensichtlich rassistische Attitüde denunziert und unter Verlust jedes Gefühls für Verhältnismäßigkeiten, ohne zu zögern in eine Reihe mit den Missetaten der Nationalsozialisten gestellt.

Von den vom Nationalmasochismus als Erste erfassten Deutschen, der Täternation schlechthin, die ihre durch den Holocaust bedingte, untilgbare Erbschuld umso weniger loswird, je mehr sie sich in pathologischem Schuldstolz suhlt und selbst vor aller Welt erniedrigt, ist das Virus der Selbstbezichtigung und –Geißelung mittlerweile auch auf die Nationen der einstigen Gegner des Nationalsozialismus und auf Neutrale (wie die skandinavischen Völker) übergesprungen.

Folgerichtig hat sich dieser Tage jeder heterosexuelle weiße Mann unentwegt bei allen Braunen, Gelben und Schwarzen lebenslänglich zu entschuldigen – ohne zu wissen wofür und ohne jemals Sühne erlangen zu können. An allem Elend dieser Welt trägt er die Alleinschuld, soviel ist sicher. Allein seine schiere Existenz stellt einen Affront gegen alle Nichtweißen dar. Daher kann nur sein rückstandsloses Verschwinden die Welt vom Übel erlösen.

In den USA darf inzwischen jeder Rassist sein – solange er nicht weiß ist (wie Martin Lichtmesz, gestützt auf die profunde Analyse in Jared Taylors, „White Identity“ klarstellt). Wenn Schwarze einen Schwarzen – seiner Hautfarbe wegen – zum Präsidenten wählen, oder, weil sie eben schwarz sind, Sonderrechte fordern (und erhalten), hat das nichts mit Rassismus zu tun. Wenn Weiße das Gleiche tun, indes schon. Doppelstandards sind im „Land of the Free“ inzwischen zur ehernen Regel geworden. Stets gehen sie zu Lasten der Weißen, die, so haben es einige Fachleute für Bevölkerungsentwicklung errechnet, spätestens bis zum Jahr 2050 zur Minderheit im eigenen Land geworden sein werden.

Wenn es den Weißen nicht gelingt, ihre eigenen Interessen wieder auf eine Weise zu verfolgen, wie alle anderen Rassen es tun, werden sie alsbald untergehen. Und das gilt nicht nur für die USA.

Nationalmasochismus
Martin Lichtmesz, Michael Ley (Herausgeber)
Verlag Antaios
147 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-944422-86-2
19,- Euro

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Buchempfehlung: Wir Weicheier

„Warum wir uns nicht mehr wehren können und was dagegen zu tun ist“, lautet der Untertitel dieses erhellenden, ganz und gar ohne Rücksicht auf die Erfordernisse der Politischen Korrektheit verfassten Buches. Die im ersten Teil des Untertitels erhobene Behauptung, wird vom Autor minutiös erläutert und schlüssig belegt. Von der Verweichlichung der Jugend, über die fatale Feminisierung der Streitkräfte westlicher Staaten, bis zur mittlerweile allgegenwärtigen Gedankenpolizei, die jede Form von Gewalt (sofern sie nicht von angeblich unterdrückten Minderheiten ausgeht) – und damit auch den Krieg an sich und die zu seiner Führung nun einmal erforderlichen Soldaten verurteilt, abwertet und verabscheut.
Wie die längst verlorene Wehrhaftigkeit der westlichen Staaten zurückzugewinnen ist, oder besser – ob das angesichts der dort herrschenden kollektiven Dekadenz überhaupt noch möglich ist, bleibt indes weithin offen. Zwar erhebt der Autor durchaus plausible Forderungen, was sich alles ändern müsste, um unsere Zivilisation gegen künftige Attacken nach innen und außen zu wappnen; daran, dass das in einer Zeit aber keinesfalls passieren wird, in der die Auslieferung von deutschen Schützenpanzern am fehlenden Nachweis für deren Unbedenklichkeit im Hinblick auf das Fruchtwasser schwangerer Soldatinnen scheitert, dürfte wohl auch der gelernte Militärhistoriker Creveld selbst keinen Moment lang zweifeln. Wie heißt es so schön: „Helm ab zum Gebet“ oder „Fertigmachen für den Zusammenbruch!“
Er selbst präsentiert mit seinem Hinweis auf die von zahlreichen Historikern seit der Antike konstatierten Zyklizität der geschichtlichen Entwicklung (dem ewigen auf und ab der Kulturen), im Grunde selbst die traurige Gewissheit: Der Westen hat seine Zukunft hinter sich. 70 Jahre Frieden haben uns Glauben gemacht, dass es nie mehr Krieg geben könne – zumindest nicht auf unserem eigenen Boden. Wie alle hochstehenden, reich, bequem, weibisch und feige gewordenen Zivilisationen der Vergangenheit, wird wohl auch die unsere von vergleichsweise primitiven, rückständigen dafür aber wehrhaften und nach wie vor über die Fähigkeit zur Fortpflanzung verfügenden Barbaren niedergeworfen werden. Eigentlich schade…

Wir Weicheier
Martin van Creveld
Ares-Verlag, 2017
ISBN: 978-3-902732-67-5
223 Seiten, Hardcover
19,90,- Euro



Buchempfehlung: Die Einzelfalle

Warum der Feminismus ständig die Straßenseite wechselt

Von Andreas Tögel

Das vorliegende Buch beschäftigt sich – anders als der Untertitel es erwarten lässt – weniger mit dem Feminismus, als mit dem Phänomen der Masseneinwanderung aus fremden Kulturkreisen – und den sich daraus ergebenden Problemen. Wenn vorwiegend männliche Migranten (der Begriff „Flüchtling“ verbietet sich deshalb, weil niemand aus Österreich nach Deutschland „flüchten“ muss, der zuvor eine ganze Reihe sicherer Drittstaaten durchquert hat), die zutiefst patriarchalischen und gewaltaffinen Zivilisationen entstammen, in Deutschland auf Menschen treffen, denen jeder Wille zur Selbstbehauptung und –Verteidigung systematisch abtrainiert wurde und wo die Männer zu verweichlichten Memmen degeneriert sind, dann kracht´s eben im Gebälk.
Feministische Männerverächterinnen empören sich unserer Tage nicht etwa über den Umstand, dass muslimische Zuwanderer Frauen, wie sie es eben von zu Hause gewöhnt sind, als Menschen zweiter Klasse, als nach Belieben verfügbares Freiwild betrachten, beschimpfen, handgreiflich belästigen, nicht selten sogar vergewaltigen. Nein, sie nutzen diese Untaten vielmehr dazu, ihre völlig undifferenzierte Männerhatz noch weiter zu intensivieren und so zu tun, als ob auch westlich sozialisierte Männer unentwegt und wie selbstverständlich, allein oder in Rudeln, über „ihre“ Frauen herfallen würden. Die von Frauenrechtlerinnen seit vielen Jahren geforderte Verschärfung des Sexualstraftrechts rückt endlich in Reichweite – übergriffigen Zuwanderern sei dafür Lob und Dank!
Radikale Linke und Islamversteher jeden Kalibers, haben angesichts der berüchtigten Silvesternacht 2015/16 nichts Besseres zu tun, als die Empörung autochthoner Männer über diese Vorgänge als nichts weiter als „gekränkte Besitzansprüche“ zu deuten. Dass systematische Übergriffe auf Frauen, in noch so gut wie jedem Krieg als planmäßiges Mittel zur Demütigung der Unterlegenen (Frauen und Männer!) eingesetzt wurden, ist den intellektuellen Verbündeten der „Flüchtlinge“ noch gar nicht aufgefallen.
In einer Gesellschaft, in der „Vater Staat“ zum einzigen noch anerkannten und geschätzten Vater emporgewachsen ist, können Frauen nicht länger mit männlichem Beistand im Falle intolerabler Nachstellungen rechnen. Vater Staat ist doch – von der Wiege bis zur Bahre – für alles zuständig, also auch für die Sicherheit (der Frauen). Auf die Anwendung von Zwangsgewalt (etwa zur Gefahrenabwehr) erhebt Vater Staat sogar einen monopolistischen Anspruch.
Fazit: Der moderne deutsche Mann dokumentiert Übergriffe aller Art heute lieber mit dem Smartphone (kommt gut auf youtube!), als dass er am Ende infolge beherzten Einschreitens jene Prügel zu beziehen riskieren würde, die auszuteilen ihm längst abgewöhnt wurde. Schön, derart zivilisiert zu sein, dass man auch den Weg zum eigenen Untergang noch frohen Mutes beschreitet, nicht wahr?

Die Einzelfalle
Warum der Feminismus ständig die Straßenseite wechselt
Ellen Kositza
Verlag Antaios
158 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-944422-17-6
13,- Euro
Link zum Verlag



Der Niedergang der „liberalen“ Demokratien: systembedingt und unausweichlich

Wenn der dem „Anarchokapitalismus“ nahestehende Ökonom Hans-Hermann Hoppe es unternimmt, eine „kurze Geschichte der Menschheit“ zu verfassen, darf es nicht verwundern, wenn gegen den Hauptstrom gebürstete Erkenntnisse und Schlussfolgerungen präsentiert werden. Zitat: „Ich fördere keine unbekannten Fakten zutage oder bestreite bestehende Erkenntnisse.“ Dies trifft nur auf die beiden ersten Kapitel des vorliegenden Werkes weitgehend zu.

Im ersten Teil des Büchleins, werden jene Schritte beschrieben, die den Menschen in die Zivilisation geführt haben. Der vor etwa 11.000 Jahren erfolgte Übergang zur Sesshaftigkeit („Neolithische Revolution“) ist – als Ergebnis einer beachtlichen kognitiven Leistung – der wesentlichste. Im zweiten Teil, beschreibt Hoppe den Weg der Menschheit bis zur am Beginn des 19. Jahrhunderts stehenden „Industriellen Revolution“, die endlich den Weg aus der „Malthusianischen Falle“ weist. Die „kapitalistische“ Umwälzung, führt zur substanziellen Zunahme der persönlichen Einkommen (die zuvor nur unwesentlich über dem Existenzminimum lagen und über Jahrhunderte faktisch unverändert blieben) und liefert die Voraussetzungen für einen dramatischen Anstieg der Bevölkerungszahl.

An dieser Stelle soll das Augenmerk aber besonders auf dem dritten und letzten Teil des Werks liegen, in welchem der Autor sich mit den Konsequenzen des Übergangs von der (zunächst feudalen, später absolutistischen und schließlich konstitutionellen) Monarchie zur Demokratie beschäftigt.

Vorausgeschickt sei, die auf den beiden ersten Kapiteln basierende Erkenntnis, dass mit wachsender Größe politischer Entitäten – ungeachtet der Regierungsform – eine zunehmende Ausbeutung der Bürger durch den Staat einhergeht. In kleinen politischen Einheiten (wie Liechtenstein, der Schweiz oder Singapur) sind die Begehrlichkeiten des Leviathans geringer. Hier lebt es sich freier und materiell gesehen besser, als in großen Imperien.
Grundsätzlich gilt: Während der Wettbewerb unter produktiven (wirtschaftlich tätigen) Menschen und Institutionen, dem Bürger (durch Qualitätsverbesserung oder Produktionsverbilligung) stets zum Vorteil gereicht, führt ein Wettbewerb auf der politischen Ebene (unter unproduktiven Individuen und Organisationen), stets zu stärkerer Regulierung, weniger Freiheit und/oder höheren Steuerlasten für den Bürger.

In der Demokratie werden die persönlichen Privilegien des Adels, durch funktionelle Privilegien der gewählten Amtsträger ersetzt. Der Wegfall der (in einer Monarchie bestehenden) Zugangsbarrieren zur politischen Macht, nährt die Illusion, Krethi und Plethi könnten – bei allgemeinem, gleichem Wahlrecht – selbst an der Macht teilhaben und die damit verbundenen Pfründe lukrieren. Darüber hinaus fallen weitgehend alle Hemmungen bei der Erfindung neuer Staatsausgaben – in der Hoffnung, für diese nicht selbst aufkommen zu müssen, sondern sie anderen aufbürden zu können.

Das in der Monarchie nur einer kleinen Personengruppe zustehende Privileg, keine marktfähigen Leistungen für den Lebensunterhalt produzieren zu müssen, sondern stattdessen parasitär auf Kosten anderer leben zu können, wird in der Demokratie im Prinzip auf die gesamte Gesellschaft ausgedehnt. Jeder kann am Diebstahl teilnehmen – wenn er nur geschickt genug ist, sich nahe genug an der Macht zu positionieren – etwa als Beamter oder als Agent der Geldwirtschaft.

Es ist kein Zufall, dass die Steuerlasten (die, verglichen mit den heute üblichen Tarifen, in der Feudalzeit geradezu lächerlich gering waren) ebenso unentwegt zunehmen, wie das Ausmaß der vom Staat usurpierten Zuständigkeiten und damit die Zahl der Beamten.

In Verbindung mit dem Umstand, dass „…in einer Demokratie sichergestellt [ist], dass nur gefährliche Menschen zur Spitze der Staatsregierung aufsteigen…“, nimmt die totale Politisierung der Gesellschaft autodestruktive Züge an. Da sich demokratische Mehrheiten stets im Lager der Habenichtse (die oft ebenso faul, wie dumm sind) finden, selten aber bei den in Wohlstand Lebenden (die meist intelligent und fleißig zu sein pflegen), besteht der Hauptzweck des rezenten Politsystems, in der hoheitlich orchestrierten Wohlstandsumverteilung von den Produzenten zu den Nichtproduzenten. Anders ausgedrückt: von den Gescheiten, Fleißigen und Anständigen zu den Dummen, Faulen und Unanständigen. Langfristig fatale Konsequenz: Kapitalverzehr und kollektiver Wohlstandsverlust.

Alle von Hoppe theoretisch entwickelten Überlegungen, sind empirisch leicht zu belegen: Konzentrationsprozesse, Schuldenexzesse, zunehmender Konformitätsruck, Verfall der (privaten wie der öffentlichen) Moral, Freiheitsverluste – kurzum – kollektiver Niedergang – sind Symptome des verhängnisvollen politischen „Fortschritts“.

Der Autor erkennt – wohl zur Überraschung vieler Leser, die libertären Überlegungen kritisch gegenüberstehen – die wahre Machtelite in den „Plutokraten“, die sich der politischen Klasse lediglich als Werkzeug bedienen. Die Symbiose von Big Government und Big Business geht stets zu Lasten der Bürger.

Als Ausweg aus dem Weg zum Zusammenbruch, sieht Hoppe die Abkehr von der politischen Megalomanie und eine Rückkehr zu einer kleinräumigen Ordnung – auf der Ebene von Städten und Dörfern, wo im Idealfall jeder jeden kennt und ein parasitäres Leben privilegierter Klassen, durch die laufende Kontrolle der Kleingruppe unmöglich wird…

**Eine kurze Geschichte der Menschheit**
Hans-Herman Hoppe
Lichtschlag Buchverlag
130 Seiten, broschiert
*ISBN 978-3-939562-33-7*
**16,90,- Euro**



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