Blog-Archive

Frauenvolksbegehren 2.0

Von Andreas Tögel

O Herr, lass´ Hirn regnen!

Da das wunderschöne Land am Strome derzeit mit keinerlei nennenswerten Problemen zu kämpfen hat, sondern, wie es sich für eine Insel der Seligen eben gehört, gemütlich vor sich hin prosperiert, hält es eine Gruppe engagierter Menschen überwiegend (mutmaßlich) weiblichen Geschlechts für angezeigt, für ein wenig innenpolitische Bewegung zu sorgen. Um deren dringendem Bedürfnis abzuhelfen, folgt nun – nach der erfolgreichen Erstauflage anno 1997 – ein zweites Frauenvolksbegehren.

Wirtschaftliche Anliegen stehen im Mittelpunkt der an die Bundesregierung gerichteten Forderungen. Bezahlen soll all die wunderbaren Dinge indes – wie könnte es anders sein – der reaktionäre Klassenfeind, vulgo: die männerdominierte, unternehmerisch tätige Ausbeuterklasse. Ein kleiner Auszug aus dem feministischen Wünsch-dir-was-Programm:

  • 50% Frauenquote auf allen Ebenen
  • 1.750,- Euro Mindestlohn für alle Branchen
  • 30-Stunden-Woche – bei vollem Lohnausgleich
  • Rechtsanspruch auf kostenlose Kinderbetreuung

Dass die wackeren VolksbegehrerInnen mit ihrem Ansinnen von „50% Frauenquote auf allen Ebenen“ auch an Kanalräumer, Straßenpflasterer und Wehrpflichtige gedacht haben könnten, ist eher nicht anzunehmen. Wie immer geht es den vorgeblich nach „Gerechtigkeit“ lechzenden EgalitaristInnen nämlich ums Rosinenpicken. Sie haben es auf wirtschaftliche Führungspositionen abgesehen, die hohe Einkommen versprechen.

Nun ist es aber kein Zufall, dass ausgerechnet in jenen Branchen, in denen hohe Gehälter winken (wie im Fahrzeug- Anlagen- und Maschinenbau oder in der Finanzindustrie), nur relativ wenige Frauen in Spitzenpositionen tätig sind. Das hat übrigens gar nichts mit einer Verschwörung unbelehrbarer Machos zu tun, sondern hängt hauptsächlich damit zusammen, dass Frauen sich, sofern es sie zum Erwerb akademischer Weihen drängt, bevorzugt für solche Studienrichtungen (wie Sprachen, Psychologie, Lehramt, Politikwissenschaften oder irgendetwas anderes „Soziales„) entscheiden, deren Absolventen sich gemeinhin durch größtmögliche Unbrauchbarkeit für die Privatwirtschaft auszeichnen. In vielen Branchen gibt es daher kaum einschlägig ausgebildete Frauen – zumindest nicht in ausreichender Zahl. Wer unter diesen Voraussetzungen eine gesetzlich oktroyierte Frauenquote – und zwar, um die Anmaßung auf die Spitze zu treiben, auch für private Betriebe fordert, verlangt schlicht Unmögliches oder legt es auf die mutwillige Zerstörung oder Vertreibung der Betriebe ins Ausland an. Denn die wären unter den im Volksbegehren geforderten Umständen ja genötigt, inkompetente Strohfrauen zusätzlich zu den Männern zu bezahlen, die wirklich die Arbeit erledigen.

Über die utopische Mindestlohnforderung braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Löhne bilden sich nun einmal, zumindest außerhalb totalitärer, planwirtschaftlich verfasster Höllenlöcher, nicht per Ukas, sondern als Ergebnis von Marktprozessen. Schönheitschirurgen verdienen nun einmal mehr als Kosmetikerinnen – und zwar aus ganz plausiblen Gründen. Wer das gewaltsam ändern möchte, könnte sich als nächstes auch an der Aufhebung der Schwerkraft versuchen.

Ähnliches gilt für die geforderte 30-Stunden-Woche. Einen Kuchen in mehr Teile zu zersäbeln, bedeutet, kleinere Stücke verteilen zu müssen. Wer das bestreitet, und – bei gegebener Kuchengröße – weiteren Essern unverändert große Portionen zusichert wie zuvor, hat im Mathematikunterricht offensichtlich entscheidende Lektionen verpasst und/oder vom Funktionieren einer arbeitsteiligen Marktwirtschaft nicht den leisesten Schimmer.

„Kostenlose Kinderbetreuung“ klingt auch richtig putzig. Sicher arbeiten die beamteten Dompteure in den staatlichen Nachwuchsaufbewahrungsanstalten für Gotteslohn, und die Errichtung sowie der Betrieb der erforderlichen Baulichkeiten kost´ schließlich gar nix. Alles klar?

Fazit: Eine derart geballte Ladung wirtschaftlichen Unverstands, ist selbst in Papieren von „Attac“, der „Armutskonferenz“ oder der Beamtengewerkschaft nicht auf Anhieb zu finden. Wir werden sehen, wie viele Wahlberechtigte tatsächlich dafür stimmen, das Wasser künftig bergauf fließen zu lassen.



Gleichheit und Gerechtigkeit

„Gender-Pay-Gap“

Von Andreas Tögel

Während das unbewältigte griechische Schuldendebakel längst von der politischen Entwicklung in der Türkei, dem wichtigsten „Partner“ der EU im Orient, überdeckt und völlig aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt wird; Während Eurokrise und Schwierigkeiten mit dem vor uns liegende Brexit weiterhin schwelen und einer Lösung harren, gibt es andere wirtschaftlich relevante Themen, die kaum einmal aus dem Blick geraten. Die meisten davon haben mit „Gerechtigkeit“ zu tun.
Dazu muss man wissen, dass für die Sozialisten in allen Parteien (materielle) Gleichheit den höchsten Ausdruck irdischer Gerechtigkeit bedeutet. Nichts ist für sie schwerer zu ertragen, als eine ungleiche Verteilung des Wohlstands. Folgerichtig gilt Ihre Gleichheitsforderung auch für die Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit. Dass Einkommensungleichheiten, wie sie bei den Selbständigen ganz selbstverständlich auftreten, niemals Proteste der Gleichheitsfetischisten auslösen und dass die Hauptstromjournaille dazu beredt schweigt, sei nur am Rande angemerkt. Unsere weisen Führer könnten ja immerhin gleiche Gewinne und damit Unternehmerlöhne dekretieren. Anderseits: Unternehmer sind selber schuld – sie hätten ja schließlich etwas lernen und dann Beamte werden können.
Ein Dauerbrenner und besonders heißes Eisen sind die mutmaßlich oder tatsächlich vorhandenen Unterschiede bei der Entlohnung von Frauen und Männern. Wie das Ungeheuer von Loch Ness, so tauchen auch die angeblich abenteuerlich weit auseinanderklaffenden Einkommen, die allein der Geschlechtszugehörigkeit geschuldet seien, immer wieder in der Berichterstattung auf. Der „Weltfrauentag“ ist eine gute Gelegenheit, die alte Klamotte von der geringeren Bezahlung der Frauen wieder einmal auf die Bühne zu bringen. Bis zu 22 Prozent (!) Lohndifferenz soll es sein. Ein Skandal!
Wahr ist: Wer Äpfel mit Birnen vergleicht, findet auf Anhieb Unterschiede. Die (so gut wie immer aus der linken Ecke stammenden) Kritiker der geschlechterspezifischen Einkommensunterschiede, begnügen sich in aller Regel mit einem recht oberflächlichen Vergleich von Kollektiven. Klar, wie könnten Kollektivisten auch anders? Die Gründe, die zu unterschiedlich ausfallenden Arbeitseinkommen und Pensionen führen, werden selten analysiert.

  • So wird etwa nicht berücksichtigt, dass Frauen, speziell die formal bestgebildeten unter ihnen, dazu neigen, „weiche“ Berufe zu wählen, deren Entlohnung aufgrund ihrer niedrigeren Wertschöpfung geringer ausfällt. Dass deutlich mehr Männer als Frauen den Weg in die berufliche Selbständigkeit wählen, ist ein Faktum. Frauen, die als Entwicklungsingenieure in den Hochlohnbranchen von Fahrzeug- oder Maschinenbauindustrie tätig sind, findet man ebenso selten wie solche, die als Techniker in der Rohstoffförderung oder in der EDV arbeiten. Frauen zieht es auch weniger in den „harten“ aber gut bezahlten Verkaufsaußendienst als Männer.
    Frauen ziehen Sprachausbildungen oder etwa das Studium von Politikwissenschaften, Soziologie oder Publizistik vor. Damit sind aber nun einmal keine Spitzeneinkommen zu erzielen – es sei denn, man schafft es, bei der Staatsindustrie unterzukriechen oder einen Job als Spitzenbeamter, Minister oder Bundeskanzler zu ergattern.
    Bei den Lehrberufen zieht es junge Frauen nach wie vor in den besonders niedrig entlohnten Handel und ins Friseurgewerbe – Branchen mit extrem geringer Wertschöpfung. Gut bezahlte Starkstrommonteurinnen, Kranführerinnen oder Werkzeugmacherinnen findet man dagegen so häufig wie Einhörner.
  • Frauen gehen (außer im öffentlichen Dienst) nach wie vor früher in Pension als Männer und verlieren damit – dem von den Gewerkschaften mit Zähnen und Klauen verteidigten Senioritätsprinzip sei Dank – die einkommensstärkste Zeit, was auch für die Pensionshöhe von entscheidender Bedeutung ist.
  • Nicht Männer, sondern Frauen – daran wird auch eine radikalfeministische Politik in den nächsten 100 Jahren nichts ändern können – bekommen nun einmal Kinder, was nicht ohne Bedeutung fürs Einkommen ist. Denn die für die Kinderbetreuung aufgewendete Zeit kann für die Berufskarriere entscheidende Nachteile bedeuten. Es liegt auf der Hand, dass nicht jedes Unternehmen seine Interessen stets mit denen seiner Dienstnehmerinnen in Einklang bringen kann. Daher können schon einmal Personalentscheidungen fallen, die zu Lasten einzelner Frauen gehen. Das mag aus der Perspektive der Betroffenen bitter sein, ist aber in betriebswirtschaftlicher Hinsicht billig und verständlich.

In jedem Fall ist es strikt abzulehnen, dass der Staat in private Betriebe hineinregiert, um ideologisch motivierten Gleichheitsphantasien Bahn zu brechen – etwa indem er Geschlechterquoten diktiert. Wenn also Harald Mahrer (Staatssekretär im Wirtschaftsministerium) Frauenquoten fordert – selbstverständlich nicht für Eisenbieger, Müllkutscher und Straßenpflasterer, sondern ausschließlich für Führungskräfte, so folgt das ausschließlich zeitgeistigen-linken Opportunitätsüberlegungen, die mit betrieblicher Realität nichts zu tun haben. Es handelt es sich um einen geradezu klassischen Fall einer Anmaßung von Wissen. Was weiß ein Staatssekretär, was für Betriebe, die er nicht gar kennt, gut ist? Das einzige für im Wettbewerb stehende Unternehmen relevante Kriterium bei der Personalauswahl ist die Qualifikation der/des Betreffenden. Ob ein(e) Stellenwerber(in) männlich, weiblich, groß oder klein, jüdisch oder christlich ist, spielt keine Rolle. Nur seine/ihre Eignung für die zu besetzende Stelle ist von Gewicht. Quotenregeln, gleich welcher Natur, stellen einen unerhörten Eingriff in das Vertragsrecht dar.
Sind Quoten, die auf die persönliche Eignung von Stellenwerbern naturgemäß keine Rücksicht nehmen, schon im öffentlichen Dienst mehr als fragwürdig, wird es gänzlich unerträglich, wenn es um private Betriebe geht, deren berechtigtes Interesse ausschließlich im Unternehmenserfolg besteht – ja bestehen muss!
Es mag noch so banal klingen: Kein Mensch auf der Welt kann alles zugleich haben. Die gesamte, eng begrenzte Zeit des Lebens, besteht daher aus einer Abfolge von Präferenzentscheidungen. Risikolose, anstrengungsfreie (Innendienst)Tätigkeit, Mutterglück und ein hohes Einkommen sind eben nicht oder nur sehr schwer im selben Leben zu haben. Die gute Nachricht ist: Die Frauen haben die Wahl. Sie können frei darüber entscheiden, was ihnen wichtiger ist: Die sichere, ruhige Kugel mit mäßigem Salär oder der risikoreiche Stressjob mit hohem Entgelt. Mutterschaft oder berufliche Karriere.
In welchen Stein steht gemeißelt, dass es Staatsaufgabe wäre, den eitlen Versuch zu unternehmen, weiblichen Angestellten das alles zur selben Zeit zu garantieren?
Der Gouvernantenstaat leistet den Interessen karriereorientierter Frauen langfristig einen Bärendienst, wenn er der Bildung einer Kaste von Quotentrampeln Vorschub leistet. Tüchtige Frauen haben es nicht verdient, ihre Erfolge deshalb relativiert zu sehen, weil sie auf eine staatliche Affirmative-action-Politik zurückgeführt werden. Tüchtige Frauen stehen auch ohne den Staat als Zuhälter ihren Mann. Auch unter harten Wettbewerbsbedingungen.



Frauenquote: Wie Deutschland seine Konkurrenzfähigkeit ruiniert

###Ein weiterer Anschlag auf die Freiheit

von Andreas Tögel

Eine im internationalen Wettbewerb erfolgreiche Produktion von Waren und Erbringung von Dienstleistungen hängt entscheidend von der optimalen Auswahl des handelnden Personals ab. Für gewinnorientierte Privatunternehmen kann das zu einer Überlebensfrage werden. Es sollte daher selbstverständlich sein, dass ausschließlich die Qualifikation der Bewerber für Stellenbesetzungen relevant ist. Doch die Bedeutung der fachlichen Eignung wird infolge des durch die Politik des Gender Mainstreamings ausgelösten Quotenfimmels immer weiter zurückgedrängt. Jüngstes Beispiel für die wirtschaftliche Autodestruktion in der Spätzeit des Wohlfahrtsstaates ist die in Deutschland soeben beschlossene Frauenquote für Aufsichtsräte. Ab 2016 sollen, nach dem Willen der schwarzroten Großkoalitionäre, 30 Prozent aller derartigen Positionen für Frauen reserviert sein.

Wären Talente, Meriten und Fertigkeiten zwischen den Geschlechtern gleich verteilt, würde daraus kein Problem erwachsen. Diese Voraussetzung ist indes nicht erfüllt. Wer untersucht, welche beruflichen Tätigkeiten Frauen mehrheitlich anstreben, wird feststellen, dass es erhebliche Abweichungen von den Zielen der Männer gibt – und zwar auf allen Qualifikationsebenen. Weibliche Pflichtschulabsolventen bevorzugen Lehrberufe wie Friseurin, Verkäuferin oder Bürokauffrau, während Jungen sich mehrheitlich technischen Berufen zuwenden. Frauen, die Straßen pflastern, Dächer decken oder am Hochofen stehen, sind daher rar. Auch bei Absolventen höherer Schulen und akademischer Studien klaffen die Präferenzen der Geschlechter deutlich auseinander: Streben Frauen häufig Karrieren in „weichen“ Berufen an, zieht es Männer eher in die „harte“ Welt wettbewerbsorientierter Sparten. Hier ist nicht der Platz, zu ergründen, warum es so ist.

Faktum ist, dass zum Beispiel die Zahl der Absolventinnen technischer Studienrichtungen weit geringer ist als jene der Absolventen. Das ist kein Problem, so lange der Staat sich nicht in privatrechtliche Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und -nehmern einmischt. Frauen werden eben ihren Interessen folgen (in aller Regel also keine Karriere in der Rüstungsindustrie anstreben) und Männer den ihren – und eher nicht im Nagelstudio anheuern.

Probleme tauchen erst dann auf, wenn den Betrieben einseitig und willkürlich festgelegte Quoten oktroyiert werden, die nicht mit entsprechend ausgebildetem, weiblichem Personal besetzt werden können. Liegt der Anteil von Frauen mit bestimmten Schlüsselqualifikationen unter jenem der geforderten Anstellungsquote für solche (Führungs-) Aufgaben, geraten die betroffenen Branchen in Probleme. Es fällt übrigens auf, dass es bei Frauenquoten stets um saubere, gut bezahlte Positionen geht, niemals aber um Tätigkeiten im Bereich körperlich schwerer Drecksarbeiten, die großzügig und obligatorisch den Männern überlassen werden. Von Forderungen nach Frauenquoten in der Kanalbrigade, für Gerüstarbeiter oder Starkstrommonteure wurde bislang jedenfalls nichts bekannt.

Zu den praktischen Konsequenzen des Quotenirrsinns, von denen die Mitglieder des Politbüros naturgemäß keine Ahnung haben, da sie die ungastlichen Niederungen des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs im Regelfall nie kennengelernt haben: Die deutsche Industrie ist vom Maschinenbau und Automobilsektor geprägt. In der Motorenentwicklung oder in anderen für diese Branchen entscheidenden Schlüsselqualifikationen sind aber Frauen kaum zu finden. Da der Anteil der in einschlägigen Berufen qualifizierten Frauen weit unter jenem der Männer liegt, werden suboptimale Personalbesetzungen die logische Folge sein.

Selbst Politschranzen, die ihr ganzes Leben in geschützten Werkstätten zugebracht und Intellektuellen, die ihre Elfenbeintürme nie verlassen haben, sollte einleuchten, dass es von Vorteil ist, wenn in der Privatwirtschaft tätige Führungskräfte vom Geschäftsgegenstand ihrer Dienstgeber etwas verstehen. Daran allerdings scheint keiner von ihnen auch nur einen Gedanken zu verschwenden…

Die zerstörerische Konsequenz von Frauenquoten wird sofort deutlich, wenn man den Blick nicht auf börsennotierte Großunternehmen, sondern auf kleine Betriebe richtet. Man stelle sich einen einfachen Handwerksbetrieb vor: Da macht sich etwa ein Schmiedemeister selbständig, investiert sein mühsam zusammengespartes Geld in seinen Betrieb (oder er verpfändet das Dach über seinem Kopf, um einen Bankkredit zu besichern), engagiert einige Leute, und plötzlich schreibt der Staat ihm eine Frauenquote für seine Mitarbeiter vor. Da er die nicht mit qualifiziertem Personal besetzen kann (und das gilt nicht nur für Schmiede, sondern für Dutzende anderer Handwerksgewerbe in gleicher Weise), muss er entweder schließen oder ungeeignete Kräfte anheuern, um dem Gesetz zu genügen.

Mag sein, dass die Auswirkungen von Quotenvorschriften bei Großbetrieben weniger dramatisch ausfallen, als das bei kleinen und mittelständischen Unternehmen der Fall wäre. Welche Konsequenz die Beschäftigung unqualifizierten Personals für die Produktivität eines Unternehmens hat, ist indes – ungeachtet seiner Größe – klar: Sie nimmt ab. Sei es, weil fachliche Nieten gehäuft Fehlentscheidungen treffen oder weil Frauenquotenpositionen faktisch doppelt besetzt werden müssen – nämlich zusätzlich mit einem Mann, der weiß, worum es geht. Was das in Zeiten globalisierten Wettbewerbs zu bedeuten hat, dürfte auf der Hand liegen: Wer den Standort seines Unternehmens nicht längst ins Ausland verlegt hat, wo man ihn mit weniger anmaßenden Regulativen quält, verfügt jetzt über einen weiteren Grund, bei künftigen Investitionsentscheidungen einen großen Bogen um Deutschland zu machen.

Doch die ausschließliche Beschäftigung mit den wirtschaftlichen Konsequenzen von Quotenvorschriften greift zu kurz. Damit wird das dem Quotendenken innewohnende, entscheidende Problem nämlich gar nicht erfasst. Dessen wichtigster Aspekt ist die rücksichtslose Missachtung von Eigentümerrechten! Egal, wie groß ein in Privathand befindliches Unternehmen ist; gleich, ob es sich um eine Personen- oder eine Kapitalgesellschaft handelt: Sie wird mit privaten Mitteln und auf privates Risiko betrieben. Es gibt daher keinen Grund, weshalb Staatsagenten, die weder etwas von der Unternehmensführung verstehen, noch am Unternehmensrisiko beteiligt sind, in betriebsinterne Entscheidungen – etwa in Fragen der Stellenbesetzung – eingreifen sollten.

Es geht um die Frage: Freiheit oder Zwang? Privat oder Staat? Es geht schlicht und ergreifend um einen weiteren Schritt zur Ausdehnung der politischen Macht zu Lasten der Bürger. Bewerkstelligt durch einen weiteren Anschlag auf das Privatrecht und die weitere Relativierung des Wertes privaten Eigentums.

Mit Quotenvorschriften ist daher nicht nur eine Beschädigung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen verbunden, sondern – viel schlimmer noch – ein weiterer Anschlag auf die Freiheit. „Blühende Landschaften“ werden auf diese Weise weder entstehen noch bewahrt werden. Jedenfalls nicht in Deutschland…



Top