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Deprimierendes Sittenbild Österreichs

Buchrezension: Machtkampf im Ministerium: Wie Parteipolitik unsere Schulen zerstört

(Andreas Tögel) Nach „Kulturkampf im Klassenzimmer“ legt die Lehrerin und ehemalige „Ombudsfrau für Wertefragen und Kulturkonflikte“, Susanne Wiesinger, mit diesem Band ein Sittenbild des öffentlichen Bildungswesens in Österreich vor. Mit ihrem Erstlingswerk wurde sie in den Augen der Sozialdemokratie (der sie entstammt) zur Persona non grata. Mit „Machtkampf im Ministerium“ hat sie sich nun zwischen alle Stühle gesetzt. Jetzt sind auch die im Bund regierenden Schwarzen böse auf sie. Betrachten sie die Roten als Nestbeschmutzerin, die Beschwichtigungs- und Problemverdrängungsaktionen aufdeckt und anprangert, die von den Genossen besonders in Wien im öffentlichen Schulsystem betrieben werden, sind nun die Schwarzen enttäuscht, weil sie sich nicht als Werkzeug ihrer Parteipolitik vereinnahmen lässt. Ihren Posten Im Ministerium ist die unerschrockene Frau jedenfalls los. Jetzt ist sie wieder als Lehrerin in einer „Brennpunktschule“ in Wien tätig. Ihre weitere Karriere dürfte damit beendet sein.

Machtkampf im Ministerium: Wie Parteipolitik unsere Schulen zerstört

Wie schon im „Kulturkampf“ geht es auch in ihrem neuen Buch – bereichert um die Erfahrungen aus ihrer einjährigen Tätigkeit im Ministerium und aus zahlreichen Besuchen öffentlicher Schulen in den Bundesländern – Großteils um die mit der Massenimmigration aus dem muslimischen Kulturkreis verbundenen Schulprobleme. Sprachdefizite muslimischer Kinder stehen, neben unüberbrückbar erscheinenden Kulturbarrieren, im Vordergrund.

Von einer Integration kann, abseits von Sonntagsansprachen, dort keine Rede mehr sein, wo eine Mehrheit der Schüler aus fremden Kulturkreisen stammt und wo im Klassenzimmer jede soziale und ethnische Durchmischung fehlt. Wer soll da wen worin „integrieren“? In Wien gibt es Schulklassen mit 100% Kindern mit „Migrationshintergrund“. Als Lehrer steht man da auf verlorenem Posten und wird weder von den nach rein parteipolitischen Kriterien ausgewählten Schulleitern, noch von den Bildungsdirektoren unterstützt. Die Frustration der Lehrerschaft ist dementsprechend groß.

Wiesinger fordert mehr Augenmerk für die Interessen der (in- und ausländischen) Kinder und weniger ideologische Grabenkämpfe auf Kosten der Schüler. Mit Schönreden, Wegschauen und dem Bewerfen der offenkundigen Missstände mit immer noch mehr Geld, ist es einfach nicht getan. Aus einem Dummkopf macht auch noch so viel Bildungsaufwand einfach keinen Nobelpreisträger.

Die ehemalige Ombudsfrau belässt es aber nicht bei der bloßen Kritik an offensichtlichen Fehlentwicklungen, sondern legt einen Zehn-Punkte-Katalog von Vorschlägen und Forderungen vor, wie den hauptsächlich in den Ballungsräumen auftretenden Problemen wirksam zu begegnen wäre. Um die Aussichten auf eine Verwirklichung dieser Ideen steht es indes schlecht: rotschwarzer Parteienstaat, wie er leibt und lebt. Was die einen gutheißen, müssen die anderen von Vornherein ablehnen und in Grund und Boden kritisieren – und umgekehrt. Es geht nicht um die bestmögliche Organisation eines fruchtbringenden Unterrichts, sondern um Geld, Dienstposten und Ideologie. Auf allen Ebenen tobt der parteipolitisch motivierte Grabenkrieg.

Die Hälfte der heute in den Grundschulen sitzenden Kinder – also jene Generation, die einmal den Sozialstaat am Leben erhalten soll – kann als „verlorene Generation“ abgeschrieben werden. Sie werden lebenslänglich in der Mindestsicherung enden. Furchtbar! Man muss kein Soziologe, Ökonom oder Bildungswissenschaftler sein, um sich ausmalen zu können, was das bedeutet: Österreich hat seine Zukunft hinter sich.

Wer die Möglichkeit dazu hat, erspart seinen Kindern den fruchtlosen Aufenthalt in öffentlichen Schulen – auch und besonders jene in der Wolle gefärbten Linken, die ansonsten stets von Inklusion und Gleichmacherei schwärmen. Die einzigen Nettoprofiteure der für jedermann offensichtlichen Krise des Schulsystems, sind folgerichtig die Privatschulen. Die erleben einen Boom.

Angesichts der Reformresistenz im Lande handelt es sich um eine zwar hochinformative, aber gerade deshalb deprimierende Lektüre: es wird sich wohl nichts zum Besseren wenden…



Buchrezension: Machtkampf im Ministerium

Wie Parteipolitik unsere Schulen zerstört

(Andreas Tögel) Nach „Kulturkampf im Klassenzimmer“ legt die Lehrerin und ehemalige „Ombudsfrau für Wertefragen und Kulturkonflikte“, Susanne Wiesinger, mit diesem Band ein Sittenbild des öffentlichen Bildungswesens in Österreich vor. Mit ihrem Erstlingswerk wurde sie in den Augen der Sozialdemokratie (der sie entstammt) zur Persona non grata. Mit „Machtkampf im Ministerium“ hat sie sich nun zwischen alle Stühle gesetzt. Jetzt sind auch die im Bund regierenden Schwarzen böse auf sie. Betrachten sie die Roten als Nestbeschmutzerin, die Beschwichtigungs- und Problemverdrängungsaktionen aufdeckt und anprangert, die von den Genossen besonders in Wien im öffentlichen Schulsystem betrieben werden, sind nun die Schwarzen enttäuscht, weil sie sich nicht als Werkzeug ihrer Parteipolitik vereinnahmen lässt. Ihren Posten Im Ministerium ist die unerschrockene Frau jedenfalls los. Jetzt ist sie wieder als Lehrerin in einer „Brennpunktschule“ in Wien tätig. Ihre weitere Karriere dürfte damit beendet sein.
Wie schon im „Kulturkampf“ geht es auch in ihrem neuen Buch – bereichert um die Erfahrungen aus ihrer einjährigen Tätigkeit im Ministerium und aus zahlreichen Besuchen öffentlicher Schulen in den Bundesländern – Großteils um die mit der Massenimmigration aus dem muslimischen Kulturkreis verbundenen Schulprobleme.
Sprachdefizite muslimischer Kinder stehen, neben unüberbrückbar erscheinenden Kulturbarrieren, im Vordergrund.
Von einer Integration kann, abseits von Sonntagsansprachen, dort keine Rede mehr sein, wo eine Mehrheit der Schüler aus fremden Kulturkreisen stammt und wo im Klassenzimmer jede soziale und ethnische Durchmischung fehlt. Wer soll da wen worin „integrieren“? In Wien gibt es Schulklassen mit 100% Kindern mit „Migrationshintergrund“. Als Lehrer steht man da auf verlorenem Posten und wird weder von den nach rein parteipolitischen Kriterien ausgewählten Schulleitern, noch von den Bildungsdirektoren unterstützt. Die Frustration der Lehrerschaft ist dementsprechend groß.
Wiesinger fordert mehr Augenmerk für die Interessen der (in- und ausländischen) Kinder und weniger ideologische Grabenkämpfe auf Kosten der Schüler. Mit Schönreden, Wegschauen und dem Bewerfen der offenkundigen Missstände mit immer noch mehr Geld, ist es einfach nicht getan. Aus einem Dummkopf macht auch noch so viel Bildungsaufwand einfach keinen Nobelpreisträger.
Die ehemalige Ombudsfrau belässt es aber nicht bei der bloßen Kritik an offensichtlichen Fehlentwicklungen, sondern legt einen Zehn-Punkte-Katalog von Vorschlägen und Forderungen vor, wie den hauptsächlich in den Ballungsräumen auftretenden Problemen wirksam zu begegnen wäre. Um die Aussichten auf eine Verwirklichung dieser Ideen steht es indes schlecht: rotschwarzer Parteienstaat, wie er leibt und lebt. Was die einen gutheißen, müssen die anderen von Vornherein ablehnen und in Grund und Boden kritisieren – und umgekehrt. Es geht nicht um die bestmögliche Organisation eines fruchtbringenden Unterrichts, sondern um Geld, Dienstposten und Ideologie. Auf allen Ebenen tobt der parteipolitisch motivierte Grabenkrieg.
Die Hälfte der heute in den Grundschulen sitzenden Kinder – also jene Generation, die einmal den Sozialstaat am Leben erhalten soll – kann als „verlorene Generation“ abgeschrieben werden. Sie werden lebenslänglich in der Mindestsicherung enden. Furchtbar! Man muss kein Bildungswissenschaftler, Soziologe oder Ökonom sein, um sich ausmalen zu können, was das bedeutet: Österreich hat seine Zukunft hinter sich.
Wer die Möglichkeit dazu hat, erspart seinen Kindern den fruchtlosen Aufenthalt in öffentlichen Schulen – auch und besonders jene in der Wolle gefärbten Linken, die ansonsten stets von Inklusion und Gleichmacherei schwärmen. Die einzigen Nettoprofiteure der für jedermann offensichtlichen Krise des Schulsystems, sind folgerichtig die Privatschulen. Die erleben einen Boom.
Angesichts der Reformresistenz im Lande handelt es sich um eine zwar hochinformative, aber gerade deshalb deprimierende Lektüre: es wird sich wohl nichts zum Besseren wenden…

Machtkampf im Ministerium
Susanne Wiesinger mit Jan This
Edition QVV
233 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-200-06697-7
22 Euro



Lehrberufe in der Krise

Von Andreas Tögel

Staat und Kammern als gnadenlose Chancenkiller

Finanzminister Schelling hat in seiner eben gehaltenen Budgetrede für 2017 ein „ausgeglichenes“ Budget in Aussicht gestellt (das allerdings nur nach Abzug der horrenden Kosten für die Versorgung der hier eingefallenen „Flüchtlinge“ darstellbar ist). Das ist – angesichts der hartnäckigen Forderung nach einer weiteren Ausdehnung der Staatsschuldenorgie durch den sozialistischen Koalitionspartner – immerhin bemerkenswert. Eine weitere Intensivierung des koalitionsinternen Streits scheint damit indes programmiert zu sein und vorzeitige Neuwahlen werden nun noch wahrscheinlicher, als sie es zuvor schon waren.
Doch die seit 1970 nahezu unentwegt regierenden Sozialisten verfügen keineswegs über ein Monopol auf hartnäckige Realitätsverweigerung. Die für unseren ständisch orientierten Gouvernantenstaat symptomatischen Zwangsinteressenvertretungen stehen in dieser Disziplin dem roten Kanzler nicht nach.
Ein Beispiel: Die liberale Denkfabrik „Agenda Austria“ hat kürzlich vorgeschlagen, die Gewerbeordnung dahingehend einer radikalen Reform zu unterziehen, als die Zahl jener Gewerbe drastisch reduziert werden sollte, deren Ausübung eine Meisterprüfung zur Voraussetzung hat. Durch diesen erleichterten Zugang zur beruflichen Selbständigkeit, so die Autoren des Papiers, könnte ein Gründerboom ausgelöst und damit auf preiswerte und unbürokratische Art und Weise eine Beschäftigungsinitiative gestartet werden.
Lange hat es nicht gedauert, schon sprengt die stets um die Bewahrung der Pfründe ihrer Zwangsmitglieder besorgte Wirtschaftskammer auf die Wallstatt, um leidenschaftlich gegen ein derart unerhörtes Ansinnen zu polemisieren. Angeblich würde nämlich das Angebot an Lehrstellen unter einer liberalisierten Gewerbeordnung leiden, wie das Beispiel Deutschlands zeige, wo eine derartige Maßnahme bereits im Jahr 2004 vorgenommen wurde.
Was der Aufmerksamkeit der Damen und Herren Kammerbeamten entgangen sein dürfte: Korrelation und Kausalität sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Dass die Zahl der Lehrlinge in Deutschland rückläufig ist, ist nicht der anno 2004 vollzogenen Deregulierung geschuldet. Vielmehr ist die demographische Entwicklung maßgeblich: Es gibt heute eben weniger Jugendliche als vor 12 Jahren. In Österreich ist zusätzlich die durch die Sozialisten mutwillig ins Werk gesetzte Zerstörung der Grundschulen von entscheidender Bedeutung. Die in „Neue Mittelschule“ umgetaufte Hauptschule, die als Lehrlingslieferant von größter Bedeutung ist, wurde dadurch – insbesondere in den größeren Städten – zur zeitweiligen Aufbewahrungsstätte für die Sprösslinge „bildungsferner Schichten“ degradiert.
Auch die landauf landab unentwegt kolportierte Behauptung, dass das Land mehr Akademiker benötige (denn wer nicht studiert hat, sei ein minderbemittelter Dummkopf), bedeutet eine indirekte Abwertung der Lehrberufe. Keiner möchte sich heute noch bei der Arbeit die Hände schmutzig machen. Dass ein einziger fähiger Handwerksmeister für die Gesellschaft wertvoller ist als alle Soziologen, Politologen und Genderwissenschaftler zusammen (die außerhalb staatlich geschützter Werkstätten kaum eine Aussicht auf eine Anstellung haben und für unternehmerische Tätigkeiten meist völlig ungeeignet sind), ist eine zwar naheliegende Erkenntnis, die aber dennoch ihrer Entdeckung durch Politik und Medien harrt.
Im Ergebnis sehen sich Gewerbetreibende heutzutage mit einem Angebot an Lehrstellenwerbern konfrontiert, von dem nur diejenigen unter ihnen Gebrauch machen wollen, die starke masochistische Neigungen verspüren. Was zum Beispiel soll ein Malerbetrieb mit Lehrlingen anfangen, die schon an der Berechnung einer Fläche (zwecks Kalkulation der für den Anstrich benötigten Farbmenge) scheitern? Sollen sie etwa den durch das staatliche Schulsystem in neun Jahren nicht vermittelten Stoff nachholen?
Dass die Arbeiterkammer in der jüngsten Ausgabe ihrer Klassenkampfpostille „AK Für Sie“ der Lehrlingsproblematik einen mehrseitigen Artikel widmet, passt ins düstere Bild. Die alarmierten roten Kämmerer beklagen darin, dass potentielle Ausbildner sich zu sehr auf die Schulnoten fixieren und dafür auf die manuelle Geschicklichkeit von Lehrstellenwerbern keinerlei Rücksicht nehmen würden. Diese Kritik geht indes völlig an der betrieblichen Realität vorbei, von der sie als Quasibeamte, die selbst nie im Betrieb gearbeitet haben, naturgemäß keine Ahnung haben. Heute reicht die bloße manuelle Geschicklichkeit in den meisten Lehrberufen einfach nicht mehr aus! Ein Automechaniker, Elektromonteur oder Verkäufer muss heute eben nicht nur mit dem Schraubenschlüssel, dem Leitungsprüfer oder der Registrierkasse, sondern auch mit dem PC oder komplizierten Mess- und Diagnosegeräten umgehen können. Wer das – dank des inferioren staatlichen Zwangsschulsystems – nicht bringt, hat auch im „einfachen Handwerk“ heute kaum noch eine Chance.
Ohne eine grundlegende Reform des Schulwesens, dessen Totalprivatisierung wohl die wirkungsvollste aller möglichen Maßnahmen wäre, wird es daher kaum möglich sein, die Betriebe mit der Art von Berufsnachwuchs zu versorgen, den diese benötigen. Der Beatles-Drummer Ringo Starr war/ist nicht der einzige, der zur Einsicht gelangt(e), dass „…sich alles, was die Regierung in die Hand nimmt, in Scheiße verwandelt.“



Wollt Ihr den totalen Plan?

###Ökonomische Bildung im öffentlichen Schulsystem

Von Andreas Tögel

**_Eine Blamage_**

Immer wieder wird, meist von Vertretern der Wirtschaft, die Forderung erhoben, man möge doch den Kindern in den Schulen mehr wirtschaftlichen Sachverstand vermitteln. Immerhin erklärt ein Großteil der Erwachsenen bei einschlägigen Befragungen, in wirtschaftlichen Angelegenheiten wenig bis gar nicht informiert zu sein. Außerdem wird der Großteil der Schüler doch später auf der immer ungemütlicher werdenden freien Wildbahn des Marktes bestehen müssen (nicht jeder kann schließlich beamteter Radfahrbeauftragter oder Umverteilungsbürokrat werden) und sollte daher zumindest über rudimentäre Kenntnisse der wichtigsten Grundbegriffe des Wirtschaftens verfügen.

Das ist eine zwar grundsätzlich sinnvolle Idee, verkennt jedoch leider die Realität des öffentlichen Schulsystems, das in den letzten Jahrzehnten von einer aus allen Poren Sozialismus ausdünstenden Zwangsschulkamarilla zu einem zutiefst marktfeindlichen Gehirnwäsche- und Indoktrinationsvehikel umfunktioniert wurde. Wer´s nicht glaubt, werfe einen Blick in das Schulbuch „Geospots“ für den Geographie- und Wirtschaftskundeunterricht der 7\. Und 8\. Schulstufe. Dort findet sich eine Graphik _„Überblick: Verschiedene Wirtschaftstheorien“._

![Ueberblick](http://www.freiheits-akademie.at/wp-content/uploads/2016/04/ueberblick.jpg)

Daran fällt spontan dreierlei auf: Der Umstand, dass man peinlicherweise nicht einmal imstande ist, den Namen eines Nobelpreisträgers (Friedman) richtig zu schreiben, ist noch das geringste Übel. Dass allerdings gleichrangig neben Marx, den Nobelpreisträgern Hayek und Friedman, sowie dem wirkungsmächtigsten Ökonomen des 20\. Jahrhunderts, Keynes, der Philologe und Attac-Aktivist Christian Felber genannt wird, ist indes geradezu abenteuerlich. Den Tupfen auf dem i bildet schließlich der Umstand, dass dessen „Gemeinwohlökonomie“, als einzige der genannten Theorien, in Fettdruck dargestellt wird.

Dass sich das Unterrichtsressort seit 1970 mit einer eher kurzen Unterbrechung in der Hand der Sozialisten befindet, ist nicht zu übersehen. Was ein in der Wolle gefärbter Roter ist, der schreckt eben auch vor der unverschämtesten Desinformation nicht zurück. Denn hier geht es den Verantwortlichen ganz offensichtlich darum, wieder einmal den „Neoliberalismus“ zum Gottseibeiuns zu erklären und die Schüler zugunsten eines ultralinken Hirngespinsts zu beeinflussen. Mit einem „_Heranführen an alternative Theorien“,_ wie das die für die Approbation von Lehrmitteln zuständige Ministerialrätin im Unterrichtsministerium wortreich erklärt, hat das gar nichts zu tun – zumal im Fall der „Gemeinwohlökonomie“ von „Theorie“ auch bei größtem Wohlwollen keine Rede sein kann. Es ist begründungslos geäußerte Phantasie eines auf dem Gebiet der Volkswirtschaftslehre dilettierenden Träumers.

Da es keine Schande ist, Herrn Felber nicht zu kennen, ein paar Worte zu einigen der Unwahrheiten und/oder Irrtümer, die er kolportiert:

* „_Neoliberalismus ist eine (…) Reinform des Kapitalismus.“_ Falsch! „Neoliberale“ wünschen sich einen starken Staat, während „reine Kapitalisten“ eine staatsfreie Privatrechtsgesellschaft vorziehen.

* _„Die Kapitalvermehrung_ [im Kapitalismus] _ist Selbstzweck.“_ Falsch! Jeder Unternehmer, der nicht die Konsumentenwünsche bestmöglich befriedigt, ist schnell weg vom Fenster. Kapitalvermehrung ist daher die Folge kundenorientierter Produktion und kein Selbstzweck.

* Die Staaten werden seit 2000 schlanker. Falsch! Nie zuvor haben die Staaten ihre Insassen brutaler ausgepresst als heute. Maximale Steuererträge bei gleichzeitig wachsenden Schuldengebirgen sind allerdings das Gegenteil eines Beweises für eine erfolgreiche Schlankheitskur der Staaten.

Ein kurzer Streifzug durch ein paar der skurrilen Ideen, die Felber in Büchern wie „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ oder „50 Vorschläge für eine gerechtere Welt / Gegen Konzernmacht und Kapitalismus“ formuliert: Hier plädiert er etwa für eine Halbierung der Arbeitszeit, diagnostiziert einen „ _Gegensatz zwischen Wettbewerb und Kapitalismus_“, tritt u. a. für ein steuerfinanziertes, bedingungsloses Grundeinkommen ein und träumt von einer sämtliche Aktivitäten der Wirtschaftstreibenden weltweit kontrollierenden und steuernden Superbürokratie. All das natürlich streng gendergerecht, antidiskriminatorisch und demokratisch.

Eine derartige Menge von Gedanken, die durch keinerlei Realismus getrübt sind, findet man selten zwischen Buchdeckeln. Nur ein Mensch, der nie im Leben einen Betrieb von innen gesehen, geschweige denn jemals mit eigenen Mitteln, auf eigene Initiative und auf eigenes Risiko unter Wettbewerbsbedingungen und Knappheitsverhältnissen wirtschaftlich tätig war – dafür aber das Prinzip des menschlichen Handelns vollständig verkennt – ist imstande, derartige Vorstellungen zu entwickeln. Die von Felber präsentierten Gedanken sind vielmehr typisch für marktferne, staatsverliebte Zentralbürokaten.

Einen linken Utopisten wie ihn gleichwertig neben Keynes, Friedman und Hayek zu stellen ist, als ob man in einem Beitrag über Titanen der Physik neben Newton, Einstein, Heisenberg und Schrödinger, Conchita Wurst oder Muhammad Ali nennen würde.

Wer fordert, dass mehr Wirtschaftswissen in staatlichen Schulen vermittelt werden sollte, muss sich darüber im Klaren sein, dass dabei hochgradig linksideologisch befrachtete Utopien präferiert und den Kindern der nüchterne Blick auf die Gegebenheiten in einer von Knappheit geprägtem Welt vernebelt würde.

Das beste Heilmittel für das Schulsystem wäre (und zwar nicht nur im Hinblick auf die Vermittlung von Wirtschaftswissen!) – wie sich schon am Beispiel des Telekommunikationssektors gezeigt hat – eine radikale Privatisierung. So lange das Schulwesen aber als wettbewerbsfreie, geschützte Werkstätte organisiert ist, in der parasitär lebende Staatsagenten das Sagen haben, die auf den Bedarf der Kunden (Schüler) keinerlei Rücksicht zu nehmen brauchen, werden weiterhin konsequent falsche Inhalte vermittelt werden. Und das zu exorbitanten Kosten.

Die Betreiber von Privatschulen dürfen sich die Hände reiben. Ihr Geschäftsmodell wird in den nächsten Jahren von Erfolg zu Erfolg eilen.



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