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Wozu Waffen in Privathand?

(Andreas Tögel) Früher oder später sieht sich jeder Waffenbesitzer mit der Frage „Wozu brauchst du ein Schießeisen?“ konfrontiert. Allenfalls Jägern wird der Besitz von Feuerwaffen ungefragt zugebilligt, besonders deshalb, weil die Jagd mit Armbrust oder Pfeil und Bogen hierzulande (anders als in den USA) verboten ist.

Wozu also eine Waffe? Abgesehen von der in der Frage zum Ausdruck kommenden Anmaßung, darüber befinden zu wollen, was ein anderer „braucht“ (niemand fragt, wozu jemand seidene Unterwäsche oder einen Brillantring braucht), erhebt sich augenblicklich die Gegenfrage, wer denn keine braucht oder besitzt. Die Rede ist nicht von Feuerwaffen oder anderen Gegenständen, die „nur zum Töten gemacht“ wurden, sondern von Dingen, die jedermann im Haus hat und die selbstverständlich als Waffe eingesetzt werden können. In erster Linie sind das die in jedem Haushalt vorhandenen Messer. Auch das sind Waffen.

Spätestens seit dem Beginn der Masseneinwanderung aus Afrika und dem Orient sollte jedermann klar sein, dass Messer jene Objekte sind, die bei Bluttaten am weitaus häufigsten zum Einsatz kommen. Kaum ein Tag vergeht ohne Messerangriff.

Der Umstand, dass Messer Gegenstände des täglichen (Küchen-) Bedarfs sind, tut nichts zur Sache. Sie sind überall problemlos erhältlich, schnell zur Hand, gut zu verbergen, lautlos einzusetzen und in der Hand eines geübten „Fachmanns“ absolut tödlich. Interessanterweise widmet ihnen aber weder der Gesetzgeber noch die ansonsten stets alarmierungsbereite Journalistenzunft auch nur einen Gedanken. Woran das liegen mag? Weil Messer, Äxte, Hämmer, Feilen und schwere Kristallaschenbecher eben nun einmal da sind und man nichts dagegen tun kann?

Weshalb das öffentliche Interesse und der Regelungs- und Verbotsfuror des Politbüros sich so einseitig auf Feuerwaffen richtet, erscheint angesichts der vorliegenden Bluttatenstatistiken, in denen Feuerwaffen so gut wie keine Rolle spielen – besonders die legal erworbenen nicht – jedenfalls rätselhaft.

Doch zurück zur Eingangsfrage. Die Motive für den Waffenbesitz sind breit gefächert. Die Jagdausübung und der Wunsch, sich im Fall der Fälle gegen einen Angriff wehren zu können, liegen auf der Hand. Doch ob diese beiden Anliegen die Mehrzahl der privaten Waffenbesitzer umtreiben, ist zweifelhaft. Denn so, wie viele Zeitgenossen Briefmarken, Bierdeckel, französische Rotweine oder Oldtimerfahrzeuge sammeln, interessieren sich andere eben für – meist historisch interessante – Feuerwaffen. In der Tat bilden Waffen ja eine Sonderform des Maschinenbaus und können an Technik interessierte Zeitgenossen allein durch ausgeklügelte Konstruktionsdetails begeistern. Viele Sammler erfreuen sich an ihrem Besitz, ohne damit jemals einen scharfen Schuss abgegeben zu haben oder das zu beabsichtigen. Die „aus Sicherheitsgründen“ für Sammlerwaffen immer wieder auftauchende Forderung nach einer „Kastration“ solcher Waffen (durch Verschweißen des Laufs, Ausschleifen des Stoßbodens am Verschluss und so weiter) ist eine haarsträubende Zumutung. Es ist, als ob man Sammler von alten Fahrzeugen dazu nötigen würde, die Motoren und Getriebe oder andere wesentliche Bauteile ihrer Fahrzeuge vorsorglich zu zerstören, um sicherzustellen, dass sie nie wieder bauartgemäß bewegt werden können.

Eine besonders große Gruppe von Waffenbesitzern begeistert sich für den Schießsport in all seinen Varianten: vom Biathlon über das Wurftaubenschießen und Präzisionswettbewerbe für Langwaffen (etwa das aus den USA kommende „Benchrestschießen“) bis hin zu dynamischen Wettbewerben, bei denen verschiedene Lang- und Kurzwaffenarten zum Einsatz kommen. Wer selbst niemals in einer dieser Disziplinen aktiv war, kann nicht ermessen, wie viel Freude das gezielte Schießen und Treffen machen kann.

Die Mehrzahl der privaten Waffenbesitzer gibt in ihrem Leben weder einen Schuss auf einen Menschen ab, noch hat sie das im Sinn. Fazit: Der Besitz einer Feuerwaffe liefert ebenso wenige Gründe für einen Generalverdacht wie der eines Messers.

Dieser Text ist soeben in der März-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 201 erschienen.



Traum und Wirklichkeit: der Glaube versetzt keine Berge!

Die von ihrer Weisheit und Allmacht überzeugten politischen Eliten wähnen sich in einer Welt, in der die von ihnen beschlossenen Gesetze zwingend das gewünschte Ergebnis herbeiführen. In ihrer Phantasie sorgt ein „Mietendeckel“ für billigen Wohnraum, hoheitlich erzwungene Mindestlöhne bewirken kollektiven Wohlstand, und strenge Waffengesetze schließen zuverlässig jede Bluttat aus.
Davon, wie „hervorragend“ das alles in der wirklichen Welt funktioniert, kann jedermann sich täglich selbst ein Bild machen.

Umso erstaunlicher ist es, dass nicht nur die anmaßende Politnomenklatura, sondern auch ein beachtlicher Teil der gegängelten und ausgeplünderten Untertanen blindlings auf die wundersam segensreiche Kraft staatlicher Kommandos vertraut. Viele der Beherrschten sind geradezu süchtig nach immer mehr Vorschriften, Verboten und Steuern (etwa in Sachen CO2), auf dass ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten am Ende dermaßen eingeengt werden, dass sie überhaupt nichts mehr falsch machen können. Ganz besonders wichtig ist es vielen Zeitgenossen, ins Leben anderer hineinzuregieren, denen es zu verbieten gilt, was ihnen selbst entbehrlich erscheint.

Umso größer das Erstaunen, wenn trotzdem geschieht, was angesichts der geltenden Gesetze gar nicht geschehen dürfte. „Mehrere Waffen bei Intervention in Wohnung sichergestellt“, lautete kürzlich etwa eine Pressemitteilung der Wiener Polizei.
Bei diesem Vorfall geht es um immerhin drei Faustfeuerwaffen nebst (verbotenen) Schalldämpfern. Pikant an der Sache ist, dass gegen den Besitzer der genannten Gerätschaften bereits ein behördliches Waffenverbot bestand.

Aber es geht noch bunter: „Bei Hausdurchsuchung 67 Waffen sichergestellt“, lautet die Überschrift einer Meldung des ORF aus Reutte in Tirol. In dem beschlagnahmten Privatarsenal befanden sich auch nicht näher genannte „verbotene Waffen“ (dabei kann es sich beispielsweise um vollautomatische Feuerwaffen oder „Pumpguns“, aber auch um „Stockdegen“ und Schlagringe handeln). Den Grund für die Hausdurchsuchung bildete in diesem Fall ein Whatsapp-Video, das den Mann beim Hantieren mit einer Pistole zeigt. Die Behörde sah sich zum Handeln veranlasst, weil auch gegen ihn bereits ein Waffenverbot vorlag.

Waffenverbote werden gewöhnlich dann ausgesprochen, wenn die betroffene Person zuvor gegen waffenrechtliche Bestimmungen verstoßen hat. Wie sinnvoll diese Vorgehensweise ist, wenn der mit dem Bann Belegte seine Geringschätzung für das einschlägige Gesetz bereits zuvor deutlich bekundet hat, liegt auf der Hand.

Keine Wirkung, kein Schaden

Zweierlei zeigt sich anhand der beiden Beispiele: Zum einen kann jemand, der sich in den Besitz von Waffen zu setzen gedenkt, das ungeachtet des geltenden Waffengesetzes tun. Der Weg zum konzessionierten Fachhändler, der treulich mit den Behörden kooperiert und Leute, gegen die ein Waffenverbot besteht, nicht als Kunden akzeptiert, ist eben nicht erforderlich. Den in den beiden Fällen handelnden Personen, bei denen es sich mutmaßlich nicht um Berufskriminelle handelt, die über Beziehungen zur Unterwelt und zu Waffenschiebern verfügen, war es ohnedies möglich, sich Waffen zu besorgen. 

Zum anderen wurde in beiden Fällen durch Waffen keinerlei Schaden angerichtet.
Dass sie aus dunklen Quellen stammten, hat ihre Besitzer nicht dazu veranlasst, Gewalttaten zu verüben. Wären diese Waffen auf gesetzeskonforme Weise erworben worden, würde kein anderes Ergebnis vorliegen. Wir sehen: Waffen sind per se nicht böse, und gesetzliche Verbote sind – siehe die Erfahrungen aus dem Kampf gegen illegale Drogen – sinnlos, wenn eine dringende Nachfrage vorliegt.
Lediglich das mit dem Handel verbundene Geschäftsrisiko und die Größe allfälliger Kollateralschäden nehmen durch restriktive Gesetze zu.

Fazit: Waffengesetze sorgen so wenig für Sicherheit, wie Mietrechtsgesetze Wohnraum schaffen. Offensichtliches zu akzeptieren, scheint vielen Zeitgenossen indes unmöglich zu sein.

Dieser Artikel ist zuerst im Magazin eigentümlich frei Nr.
198
erschienen.



Schalldämpfer: Mythos und Wirklichkeit

Im Zuge der letzten Waffenrechtsnovelle wurde in Österreich mit Jahresanfang 2019 allen Jägern die Verwendung von Schalldämpfern gestattet. Bislang war das nur Berufsjägern erlaubt. In Deutschland bestehen länderweise verschiedene Regelungen. Grundsätzlich gilt ein Schalldämpfer als „wesentlicher Waffenbestandteil“, der vom Besitzer bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen entsprechend zu registrieren ist.

Zwei Überlegungen stehen hinter dem Einsatz jagdlich verwendeter Schalldämpfer: Einerseits geht es um den Schutz des Gehörs der Jäger. Wer jemals mit dem Abschussknall eines Gewehrs Bekanntschaft gemacht hat, ohne einen Gehörschutz zu tragen, weiß worum es geht. Anders als auf dem Schießstand, kommt bei der Jagd die Verwendung von Kapselgehörschützern kaum in Betracht. Daher wird durch den Abschussknall, der bei gängigen Jagdkalibern einen Wert von 136, 5 Dezibel erreicht, das Gehör einer erheblichen Belastung ausgesetzt. Anderseits geht es um die Reduktion von Stress für das Wild, das wegen der stärkeren Freizeitnutzung der Wälder erhöhtem Druck ausgesetzt ist.

Moderne Schalldämpfer können den Abschussknall einer Büchse um bis zu 40 Dezibel reduzieren. Die Dämpfungsleistung korreliert mit dem Volumen des Gerätes.
Vereinfacht ausgedrückt: je größer der Dämpfer, desto geringer der Schussknall.

Der Konsument von Actionfilmen unterliegt gewöhnlich der irrigen Vorstellung, dass ein Schussknall sich mittels eines Schalldämpfers (der im Film meist auf Kurzwaffen montiert ist) auf ein dumpfes „Plopp“ reduzieren lässt, das mit dem beim Öffnen einer Flasche Schaumweins entstehenden Geräusch vergleichbar ist.
Das ist indes Filmfiktion, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat.

Ein weiterer im Film liebevoll gepflegter Unsinn ist die Verwendung von Schalldämpfern auf Revolvern. Das kann aus dem einfachen Grund nicht funktionieren, weil bei Revolvern zwischen der Trommel und dem Lauf ein bauartbedingter Luftspalt besteht, durch den der Schussknall auch dann austritt, wenn am Laufende ein Dämpfer montiert ist. Dagegen kann der Abschussknall von Pistolen durch den Einsatz von Dämpfern deutlich reduziert werden.

Der beim Schuss entstehende Knall setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Dabei handelt es sich um den Abschussknall einerseits, und um den Geschossknall andererseits. Ersterer wird durch die explosionsartige Verbrennung der Patronentreibladung verursacht, während letzterer entsteht, wenn das Geschoss die Schallmauer durchbricht – was sowohl bei Gewehren als auch bei Kurzwaffen gewöhnlich der Fall ist. Wer sogenannte „Subsonic-Munition“
einsetzt, deren reduzierte Pulverladung bewirkt, dass die Geschosse die Schallgrenze nicht erreichen, muss erhebliche Leistungseinbußen in Kauf nehmen, was deren jagdliche Verwendung ausschließt.

Die Physik lässt sich nicht überlisten. Schalldämpfer reduzieren lediglich den Abschussknall, nicht aber den vom Geschoss verursachten Überschallknall. Der kann nicht gedämpft werden. Im militärischen Bereich ist der Einsatz von Gewehrschalldämpfern, beispielsweise durch Scharfschützen, dennoch interessant, weil der beschossene Gegner (sofern er dann noch lebt) zwar den Geschossknall hört, aber den Standort des Schützen akustisch nicht ausmachen kann.

Bei jagdlichen Einsätzen ist auf die Größe der Schalldämpfer Rücksicht zu nehmen. Viele Jäger legen großen Wert auf die „Führigkeit“ ihrer Büchsen, die durch einen Dämpfer stark herabgesetzt wird. Auch die Montage selbst bildet eine technische Herausforderung. Auf jagdlich gebräuchlichen, mehrläufigen Büchsen – etwa kombinierten Büchsen mit Kugel- und Schrotläufen – ist die Montage von Schalldämpfern nicht möglich. Nur einläufige Waffen – etwa Kugelrepetierbüchsen – sind dafür geeignet.

Ob und wie viele Waidmänner den Nerv haben, die Laufmündung ihrer handgefertigten Waffen aus der Werkstatt eines Büchsenmachers (die jenseits von 20.000 Euro kosten können) mit einem Gewinde zur Aufnahme eines Dämpfer verschandeln zu lassen, ist eine andere Frage.

Der Beitrag erschien zuerst in der Aug./Sept. – Ausgabe von „eigentümlich frei“ Nr. 195



Waffenverbot für Ausländer

Orientiert man sich am klassischen Rechts-links-Schema der Politik, finden sich die Befürworter liberaler Waffengesetze auf der rechten Seite der Skala, während die Freunde einer restriktiven Regelung links stehen. Dass das nicht immer so war, und die Linken zu der Zeit, als sie den Staat noch nicht vollständig unter ihre Fuchtel gebracht hatten, auf ihre Waffen nicht verzichten wollten, interessiert heute keinen mehr.

Munition

Das mit dem Rechts-links-Schema vergesellschaftete Begriffspaar „Waffengegner“ und „Waffennarren“ geht jedenfalls an der Realität vorbei. Letztere wollen nicht akzeptieren, dass der Staat ihnen vorschreibt, welche Art von Gegenständen sie besitzen dürfen und welche nicht. Mündige Bürger verbitten sich derartige Zumutungen eben. Was hat das mit „Narretei“ zu tun? „Waffengegner“ indes, haben wiederum keineswegs grundsätzlich etwas gegen Waffen, sondern nur gegen diejenigen, die sich nicht in der Hand des Leviathans befinden. Sie befürworten also nicht nur ein staatliches Monopol hinsichtlich der Gesetzgebung, der Rechtsprechung und der Anwendung von Zwangsgewalt, sondern auch einen Verzicht auf Notwehr, die gegenüber bewaffneten Gangstern (gleich ob auf eigene Rechnung oder im Regierungsauftrag tätige) natürlich nur mittels dafür tauglicher Mittel erfolgen kann: Wer einen aggressiven Pistolero zwecks Gefahrenabwehr mit Wattebäuschchen bewirft, wird scheitern. Und wer bewaffneten Staatsschergen allen Ernstes einen verantwortungsvolleren Umgang mit Schusswaffen zubilligt als unbescholtenen Bürgern und Steuerzahlen, muss im Geschichtsunterricht recht oft gefehlt haben. So ist etwa die im Jahr 1938 beschlossene Waffengesetzgebung des Dritten Reiches eine perfekte Vorlage dafür, wie man einer totalitären staatlichen Willkürherrschaft am zweckmäßigsten den Weg bereitet.

Die angeblich konservative österreichische Bundesregierung hat soeben eine im Zuge der Umsetzung einer von der EU beschlossenen „Waffenrichtlinie“ vorgelegte Waffengesetznovelle durch den Ministerrat gebracht. Die sorgt für einigen Diskussionsstoff. Die ab Beginn des Jahres 2019 zum Zweck des Gehörschutzes legalisierte Verwendung von Schalldämpfern durch die Jägerschaft regt dabei ebenso wenig auf, wie die den Waidmännern nunmehr erteilte Erlaubnis, Kurzwaffen für die Nachsuche mitzuführen. Auch die Ausstellung einer Waffentrageerlaubnis für nicht im Dienst befindliche Justizbeamte und Militärpolizisten sorgt nicht für Unruhe. Was – besonders radikal linke Kritiker der Gesetzesnovelle – aber aufbringt, ist der Umstand, dass von außerhalb der EU stammende Ausländer einer Spezialbehandlung zugeführt werden sollen. Die dürfen nach dem Willen der Regierung abseits ihrer Wohnstätte ab sofort nicht einmal mehr ein Messer bei sich führen.

Die meisten Zeitgenossen haben mit dieser neuen Regel allerdings kein Problem: Die Leserbefragung eines weit verbreiteten Boulevardblattes ergibt zum 21. 11. bei 1.853 Teilnehmern nämlich eine Zustimmung von 82 Prozent, bei drei Prozent Unentschiedenen. Nur 15 Prozent kritisieren die „unfaire Ungleichbehandlung“ der Großteils aus Afrika und dem Orient zugewanderten Neubürger. Offenbar schlagen plötzlich zwei Herzen in der breiten Brust von gestandenen Linken. Einerseits sind sie zwar prinzipiell dagegen, dass Privatpersonen bewaffnet herumlaufen, andererseits aber wollen sie den ohnehin durch die Bank schwer traumatisierten Migranten nicht verbieten, ihre in den Herkunftsländern erworbenen Gewohnheiten auch hierzulande beizubehalten. Unbewaffnete Männer sind dort einfach unvorstellbar. Sie hier mittels Entwaffnung zu demütigen, geht also gar nicht.

Man darf gespannt sein, wie groß das Fass sein wird, das die Hauptstrommedien, besonders aber der staatliche Rotfunk, der meint, seit der Angelobung der schwarzblauen Regierung die einzige Opposition im Lande zu sein, wegen dieser „Ungerechtigkeit“ aufzumachen gedenkt.

Wer allerdings ernsthaft glaubt, dass die mit Geldstrafen bedrohte Übertretung der Neuregelung auch nur einen einzigen Sprenggläubigen dazu veranlassen wird, sein Messer zu Hause zu lassen, sollte sich umgehend um stärker wirkende Medikamente umsehen. Er wird sie brauchen.

Dieser Text ist erstmals in der Ausgabe 189 des Magazins „eigentümlich frei“ erschienen.



Vollautomatische Waffen für die Polizei?

Aktuellen Meldungen ist zu entnehmen, dass die Sicherheitslage in Deutschland und Österreich immer besser wird. Wer daran nicht glauben will, ist ein rechtsradikaler Paranoiker.

Angesichts dieser erfreulichen Entwicklung, besteht keinerlei Grund zur Sorge. Damit das auch so bleibt, schicken sich die um grundlos verängstigte Bürger besorgten Obertanen soeben an, die Polizei aufzurüsten. Das hat weder mit wachsenden Bedrohungen oder steigender Kriminalität, noch mit den herbeiphantasierten Gefahren der Islamisierung zu tun, sondern ist als vorsorgliche Maßnahme zu verstehen. Man weiß ja schließlich nie und niemand denkt, plant und handelt so langfristorientiert, wie demokratisch gewählte Regime.

Vollautomatische Militärwaffen sollen für die Polizei in Hessen und für die österreichische Polizei angeschafft werden. Mehr Feuerkraft schafft größere Sicherheit, so das Kalkül der beamteten Experten. Gehören aber vollautomatische Kriegswaffen tatsächlich in die Hände von Polizisten?

Wer, etwa während der Militärdienstzeit, die Gelegenheit hatte, mit vollautomatischen Waffen zu schießen, weiß, was das bedeutet: Es verursacht ebenso viel Lärm wie Spaß, bringt aber auf Punktzielen eine verhältnismäßig geringe Trefferausbeute. Wer ein anvisiertes Ziel zuverlässig treffen und dabei Kollateralschäden vermeiden will, wird daher auf den Einsatz von Dauerfeuer verzichten und auf kontrolliertes Einzelfeuer setzen.

Das heißt nicht, dass Militärs blöd sind, weil sie auf die Verwendung vollautomatischer Waffen nicht verzichten. Denn die Einsatzgrundsätze des Militärs unterscheiden sich ganz grundsätzlich von denen der Polizei: Im Krieg kümmert es in aller Regel keinen, ob auf der Feindseite unschuldige Opfer zu beklagen sind.

In den USA hatten die lokalen Sicherheitskräfte und das Militär nie etwas miteinander zu tun. Sheriffs sind vom Vertrauen der Bürger abhängig, sind keine unkündbaren Beamten, sondern werden gewählt. Die Bewaffnung der Polizei unterscheidet sich von der des Militärs: Standard sind Revolver, Pistolen und Flinten. Über vollautomatische Waffen verfügen nur Spezialeinheiten, wie etwa S.W.A.T.-Teams (Special Weapons And Tactics). Dass europäische Polizeieinheiten überwiegend in militärischer Tradition stehen und entsprechend organisiert sind, drückt sich zunehmend auch in ihrer Bewaffnung aus.

Grund für die geplante Aufrüstung der hiesigen Polizeien ist die Terrorismusabwehr. Kriegswaffen sind indes nur für Terroristen erste Wahl, weil sie damit ein Maximum an Schaden anrichten können. Aufgabe der Polizei ist es aber nicht, Blutbäder unter Unschuldigen anzurichten. Waffengleichheit mit Terroristen anzustreben, ist also absurd. Daher ist es fragwürdig, Sicherheitspolizeieinheiten Militärwaffen in die Hand zu drücken.

Die nun von der Polizei zu beschaffenden Sturmgewehre (in Deutschland vermutlich das HK G36 und in Österreich das Steyr AUG), sind für das Nato-Kaliber .223 Rem. (5,56 x 45mm) ausgelegt. Dabei handelt es sich um eine kleinkalibrige Patrone mit hoher Mündungsgeschwindigkeit und – speziell bei Verwendung militärischer Vollmantelgeschosse – großer Durchschlagsleistung. Sie durchdringen problemlos einen menschlichen Körper, was die Gefährdung Unbeteiligter auf belebten Plätzen unvermeidlich macht. Nicht auszudenken was geschähe, würde die Polizei in einer Bahnhofs- oder Flughafenhalle, beim Oktoberfest oder auf einem Weihnachtsmarkt, vollautomatische Waffen einsetzen. Ungezählte Opfer unter Unbeteiligten wären unmöglich zu vermeiden. Bei der im Hinblick auf Polizeitaktik und –Ausrüstung weit besser aufgestellten Polizei in den USA weiß man, weshalb man auf Flinten und nicht auf vollautomatische Kriegswaffen setzt. Die Beschaffung von Repetierflinten und ein intensiviertes Schießtraining, würden auch in Euroland mehr bringen, als die weitere Militarisierung der Polizei.

Kriegswaffen gehören in die Hände von Militärs. In Polizeistreifenwagen haben sie nichts verloren.



Restriktive Waffengesetze und öffentliche Sicherheit

Von Andreas Tögel

Es ist wieder passiert: Ein Schulmassaker. In den USA. Im Land der Waffennarren und einer allmächtigen Waffenlobby. Wieder wurde eine waffenfreie Zone zum Schauplatz einer blutigen Tragödie. Die Reaktion, die nach jeder Schreckenstat dieser Art zu erfolgen pflegt, besteht auch jetzt wieder in der Forderung nach strengeren Waffengesetzen – insbesondere nach einem Verbot halbautomatischer Büchsen. Denn Waffen töten. Keine Waffen – keine Toten. So funktioniert die Welt der „Liberalen“ jenseits des Atlantiks. In Europa sowieso.

Seltsam, dass keiner der in solchen Fällen so schnell mit Verbotsforderungen auftrumpfenden Kritiker einer freizügigen Waffengesetzgebung, sich einmal die Frage stellt, weshalb derartige Vorfälle bevorzugt an Orten geschehen, an denen generelle Waffenverbote gelten. Wirken Verbote am Ende etwa doch nicht so gut, wie immer behauptet wird? Gibt es keine Bluttaten bewaffneter Täter in Kalifornien, New York City, Chicago oder Washington D.C., wo die strengsten Verbote gelten? Und weshalb finden ausgerechnet auf zivilen oder militärischen Schießanlagen, wo jedermann bewaffnet ist, niemals blutige Massaker statt? Sollte denn die Verfügbarkeit von Privatwaffen nicht mit Gewaltanwendungen korrelieren?

„Gott erschuf die Menschen, aber Samuel Colt machte sie alle gleich“ ist ein cleverer Werbespruch aus der Frühzeit der Colt-Waffenschmiede. Wer auch nur einen Augenblick lang nachdenkt, dem erschließt sich schlagartig der Wahrheitsgehalt dieser Aussage. Menschen unterscheiden sind nun einmal – nicht zuletzt hinsichtlich ihrer Körperkraft. Eine Frau mit Kleidergröße 36, wird sich des Angriffs eines 95 Kilo schweren, durchtrainierten Mannes mit bloßen Händen nicht erwehren können. Zu ungleich sind die körperlichen Voraussetzungen verteilt. Hat sie aber eine wirkungsvolle Waffe zur Hand (mit der sie auch umgehen kann), sieht die Sache völlig anders aus. Die Waffe funktioniert als Gleichmacher. Seltsam, dass notorische Egalitaristen diese Tatsache nicht erkennen. Waffen haben für körperlich unterlegene Opfer von Gewalttaten dieselbe Wirkung, wie das Gehörn eines Büffels im Kampf gegen einen Löwen. Würde man Beutetieren die Möglichkeit zur Selbstverteidigung nehmen indem man ihnen die Hörner abschneidet, hätten die Raubtiere leichtes Spiel.

Restriktive Waffengesetze berauben potentielle Opfer jeder Möglichkeit, sich gegen Räuber wirkungsvoll zur Wehr zu setzen. Die sind ja allein schon dadurch im Vorteil, dass die Initiative auf ihrer Seite ist. Ist ihr Opfer unbewaffnet, so hat es überhaupt keine Chance. Verfügt es jedoch über ein wirkungsvolles Mittel zur Gegenwehr, birgt die Attacke für jeden Angreifer ein unkalkulierbares Risiko. Der Angriff kann für den Kriminellen fatal enden. Die Aussicht auf Gegenwehr hat auf potentielle Täter folglich eine nicht zu unterschätzende Wirkung, denn die suchen ja nicht den Kampf, sondern leichte Beute.

Bei Massakern wie dem in Parkland, sind die Opfer stets unbewaffnet. In Schulen und Universitäten sind sie das aufgrund der Gesetze. Der mit viel Getöse inszenierte „Marsch nach Washington“, wird keine Menschenleben retten. Auch in Zukunft werden Gewalttäter sich auf die Wehrlosigkeit ihrer Opfer verlassen können. Je weiter die Waffengesetze verschärft werden, desto mehr.

Das einzige akut wirksame Mittel gegen initiierte Gewalt ist Gewalt. Wird die Aggression mit Waffen geübt, bedarf es bewaffneter Gegenwehr. Wären Schulen keine waffenfreien Zonen; verfügten Schulwarte, Direktoren und der eine oder andere Lehrer über Waffen, würden „Amokläufe“ frühzeitig beendet und die Zahl der Opfer wäre um vieles niedriger. Das Beispiel Israels zeigt, welche Wirkung auf die innere Sicherheit von einer weiten Verbreitung ziviler Waffen ausgeht: Noch ehe die Polizei eintrifft wird dort fast jede kriminelle Gewalttat von bewaffneten Bürgern beendet. Die haben begriffen, dass der Schutz ihres Lebens und ihrer Sicherheit zuallererst in ihren eigenen Händen liegt.

Der Text ist zuerst in der April-Ausgabe des Magazins „eigentümlich frei“ erschienen



Manche Illusionen sterben nie

Von Andreas Tögel

Keine Privatwaffen: Totale Sicherheit

Debatten über das in den USA im zweiten Verfassungszusatz abgesicherte Recht auf privaten Waffenbesitz sind alles andere als neu. Bereits im 19. Jahrhundert gab es Kritik an angeblich zu liberalen Waffengesetzen. Die sind in den USA – anders als hierzulande vielfach fälschlich kolportiert – keine Bundesangelegenheit, sondern Sache der einzelnen Bundesstaaten. Gegen „das lasche Waffengesetz in den USA“ zu polemisieren, ist also purer Unsinn.

Mitte des 19. Jahrhunderts schreibt der Sklavereigegner und Anarchist Lysander Spooner (1808 – 1887) der Waffen-weg-Fraktion folgendes ins Stammbuch:

„Waffen zu verbieten, weil Kriminelle sie benutzen, bedeutet, den Gesetzestreuen zu erzählen, dass ihre Rechte und Freiheiten nicht von ihrem eigenen Verhalten abhängen, sondern von dem der Schuldigen und der Gesetzlosen.“

Wer könnte dem widersprechen? Tatsächlich wäre es ein fatales Signal, viele Gute wegen der Untaten weniger Böser zu bestrafen – zum Beispiel durch Wegnahme ihres gesetzeskonform erworbenen Eigentums. Spooners Feststellung basiert auf einem Grundsatz, der aus dem römischen Recht stammt. Der lautet: „Missbrauch hebt der rechten Gebrauch nicht auf“ (Abusus not tollit usum). In der Tat ist ja auch noch niemand auf die verrückte Idee gekommen, schnelle Autos verantwortungsbewusster Fahrer zu konfiszieren, weil rücksichtslose Individuen mit solchen Wagen Unfälle verursacht haben.

_„__Nicht Waffen töten, sondern Menschen töten“,_ ist eine von den Verteidigern liberaler Waffengesetze gern gebauchte Parole. Eine andere lautet: „_Wenn Waffen töten, dann machen Löffel fett“._ Nun ist es mit Analogien so eine Sache. Die Fraktion der Antiwaffennarren führt gegen die beiden genannten ins Feld, dass es am Ende nur auf den intendierten Zweck eines Gegenstandes ankommt. Also: Während Waffen ausschließlich dafür produziert würden, um Menschen zu töten, ist es keineswegs der Zweck von Löffeln, Fettleibigkeit herbeizuführen. Das leuchtet ein, nicht wahr?

Dennoch handelt es sich dabei um eine in mehrfacher Hinsicht fehlerhafte Argumentation. Die wenigsten in der Hand vom Zivilsten befindlichen Waffen sind „zum Töten“ gedacht. Sie dienen als Notwehrmittel, deren Einsatz nur als Reaktion auf einen widerrechtlichen Angriff erlaubt und nicht auf die Tötung des Angreifers gerichtet ist; sie könnten zwar, wie Jagd- Sport- und Sammlerwaffen, dazu eingesetzt werden, um Menschen Schaden zuzufügen, sind dafür aber nicht gedacht. Man schießt, als Jäger, auf jagdbares Wild, als Sportschütze auf Papierscheiben oder Metallgongs und erfreut sich, als Waffensammler, lediglich am Besitz seiner Stücke, mit denen vielfach gar nicht geschossen wird. Keine Rede also von Waffen als Werkzeuge zum Töten von Menschen.

Außerdem ist der Zweck, für den ein Gegenstand gedacht ist, immer losgelöst seinem Gebrauch als Werkzeug für ein Gewaltverbrechen zu betrachten. So sind etwa Küchenmesser, Waldäxte und Hämmer zwar nicht zum Töten von Menschen gedacht, werden aber dennoch häufig dafür verwendet – übrigens viel häufiger als Feuerwaffen! Erst in der Vorwoche wurde in der Steiermark ein Doppelmord mit einem Beil verübt. Die Angehörigen der Opfer werden vermutlich nur wenig Trost in der Tatsache finden, dass das eingesetzte Mordwerkzeug dafür gar nicht gedacht war. Die Kritik an der angeblich „falschen Analogie“ der oben zitierten Parolen geht also ins Leere.

In Norwegen wird gegenwärtig bereits daran gedacht, halbautomatische Büchsen zu verbieten. Klar, wenn in den USA ein Geistesgestörter in einer „waffenfreien Zone“ ein Massaker verübt (es sind so gut wie immer entweder psychisch defekte Typen oder politisch/religiös fanatisierte Verbrecher, die derartige Gräueltaten verüben), müssen unbescholtene norwegische Sportschützen dran glauben. Die geplante Maßnahme ist mindestens so intelligent, wie die deutsche „Energiewende“, die – man erinnere sich – als Reaktion auf einen Tsunami in Japan proklamiert wurde.

Die Illusion, dass der Leviathan mittels strenger Gesetze Sicherheit schaffen könnte, ist seit den Tagen Thomas Hobbes´ nicht umzubringen. Kaum passiert etwas, ist auch schon „der Staat gefordert“, um gegenzusteuern. Dass Staatsregulative so gut wie immer ein Problem und niemals die Lösung bedeuten, wird geflissentlich ignoriert. Das Fernziel aller unbeirrbar Staatsgläubigen steht daher fest: Erst wenn hinter jedem einzelnen Bürger mindesten ein (natürlich schwer bewaffneter!) Scherge des Innenministers herschleicht; wenn sich niemand mehr einfach kaufen kann was er will; wenn erst einmal Tonaufzeichnungen und Videoüberwachungen in allen Haushalten durchgeführt werden; und wenn endlich jedem einzelnen gleich nach der Geburt ein Chip verpasst wird – dann wird alles gut. Aber zunächst einmal heißt es – jedenfalls für Privatpersonen: Die Waffen nieder!

Wie besagt ein Albert Einstein zugeschriebenes Zitat? Die menschliche Dummheit ist – anders als das Weltall – unbegrenzt.



Traum und Wirklichkeit

Was nicht sein darf, kann nicht sein

Von Andreas Tögel

Gewaltverbrechen bieten der Nomenklatura immer wieder gerne genutzte Anlässe dafür, einst selbstverständliche Rechte der Bürger im Namen der Sicherheit abzuschaffen und die Freiheit weiter einzuschränken. Schnell ist die Gleichung aufgestellt: keine Waffen = keine Gewaltopfer. Wird diese noch mit dem emotionalen Apell unterfüttert „…und wenn mit einem allgemeinen Waffenverbot nur ein einziges Menschenleben zu retten wäre, wäre es das schon wert“, haben es diejenigen einigermaßen schwer, die für liberale Waffengesetze eintreten.
Nicht nur an dieser Stelle wurde schon viel über die Fehlerhaftigkeit der obigen Gleichung geschrieben. Gewaltkriminalität ist nämlich ein moralisches und kulturelles Problem, nicht aber eine Frage der legalen Verfügbarkeit bestimmter Tatmittel. Ist der Einsatz von Gewalt ein anerkanntes Mittel zur Durchsetzung von Interessen, spielt die Frage der dafür eingesetzten Werkzeuge eine absolut untergeordnete Rolle.
Das von der hiesigen Waffen-weg-Fraktion immer wieder gerne angeführte Beispiel Japans, wo ein weitgehendes Schusswaffenverbot für Private herrscht und tatsächlich sehr wenige Bluttaten verübt werden, ist daher wenig hilfreich, weil dort die Kriminalitätsrate insgesamt deutlich niedriger liegt, als in den USA oder in Europa. Auch mit Pfeil und Bogen oder mit scharfen Blankwaffen lässt sich bekanntlich jede Menge Blut vergießen. In Japan passiert das aber eben nur sehr selten.
Und wenn schon Ländervergleiche angestellt werden, ist es sehr bemerkenswert, dass stets auf die Schweiz „vergessen“ wird, wo Privatpersonen sich nicht nur Jagd- und Sportwaffen problemlos besorgen können, sondern zudem noch zehntausende vollautomatische Militärwaffen in Privathaushalten lagern – und dennoch keine bürgerkriegsähnlichen Zustände herrschen. Die Schusswaffenkriminalität in der von Waffen in Privathand starrenden Schweiz, liegt deutlich unter jener im weitgehend privatwaffenfreien Großbritannien. Wie gesagt – es handelt sich um eine Frage der Kultur, nicht um eine des herrschenden Waffengesetzes.
Dass sich die Sicherheitslage in Europa – besonders seit 2015 – dramatisch verschlechtert hat und ständig weiter verschlechtert, ist der beste Beweis: die Massenzuwanderung von Menschen aus vormodernen, gewaltaffinen Kulturen, in denen man nach wie vor daran gewöhnt ist, vermittels des Einsatzes von Gewalt Faken zu schaffen, lässt gar nichts anderes erwarten, als eine Zunahme von Gewaltdelikten.
Dass in einer derartigen Situation der Staat all sein Sinnen und Trachten darauf richtet, rechtschaffenen Bürgern den Zugang zu Feuerwaffen zu erschweren oder ganz zu verunmöglichen, während er zugleich keinerlei erkennbare Anstrengungen unternimmt, ebenso (illegal) bewaffneten, wie schwerkriminellen Elementen (nicht wenige davon Einwanderer), entgegenzutreten, sollte auch überzeugten Etatisten zu denken geben.
Dass es nicht selten Angehörige von Opfern der Gewaltkriminalität sind, die für liberale Waffengesetze eintreten, wird von den Medien geflissentlich verschwiegen. Viele davon vertreten nämlich die Ansicht, dass die Opfer noch leben könnten, wenn sie über eine Möglichkeit zur wirksamen Notwehr verfügt hätten. Eine Überlegung, die einiges für sich hat. Man muss nicht gleich an einen religiös motivierten Mordexzess wie jenen im Pariser Bataclan, oder das jüngst in Las Vegas verübte Massaker (wo es zur Genugtuung der Linken allerdings hauptsächlich die „richtigen“, nämlich potentielle Trump-Wähler, getroffen hat), denken. Ein schlichter Raubüberfall oder ein bewaffneter Einbruch ins eigene Haus reicht aus, um die Grenzen hoheitlicher Sicherheitszusagen aufzuzeigen. Das staatliche Gewaltmonopol kann nicht überall zugleich wachen. Es ist immer dann nicht zur Stelle, wenn man mit kriminelle Gewalt konfrontiert wird. Dann ist sich jeder selbst der Nächste.
So lange aber eine Wählermehrheit den Staat für den allsorgenden Heilsbringer in Sicherheitsfragen hält, leben die Bürger gefährlich.

Dieser Beitrag ist zuerst in der Ausgabe 179 des Magazins „eigentümlich frei“ erschienen



Tatwerkzeuge und Waffengesetze

Von Andreas Tögel

Vertreter des staatlichen Gewaltmonopols neigen zu einer kritischen Einstellung zum privaten Waffenbesitz. Insbesondere aus dem Mund nahe an der politischen Macht befindlicher, hoher Polizeioffiziere, wird man selten etwas anderes, als den Wunsch nach möglichst restriktiven Waffengesetzen hören. Das mag mit der unter Staatsbediensteten weit verbreiteten Überzeugung zu tun haben, dass sie immer alles richtig machen und ihr Gewaltmonopol niemals missbräuchlich einsetzen werden. Das kann aber auch ihrer Sorge geschuldet sein, bei einer weiten Verbreitung von Waffen in Privathand, im Einsatzfall möglicherweise auf Widerstand zu treffen und sich als Polizeibeamte einer erhöhten Gefahr aussetzen zu müssen.

Dessen eingedenk, ist es bemerkenswert, in einer Publikation der österreichischen Kriminalpolizei gleich zwei Beiträge zu finden, die sich vor dem Hintergrund der mit der Masseneinwanderung verbundenen Zunahme terroristischer Aktivitäten, sehr differenziert der Frage des Waffenbesitzes annehmen ( http://www.kripo.at/assets/2017-05.pdf ).

Schon vor der „Flüchtlingswelle“, zählten in der Alpenrepublik Messer zum bevorzugen Tatmittel für Bluttaten (in Deutschland wird es sich nicht anders verhalten). 35 Prozent der Täter griffen im Zeitraum von 2005 bis 2015 zum Messer. Schusswaffen wurden in nur neun Prozent der Fälle eingesetzt, wobei die Polizeistatistik keine Differenzierung zwischen legal und illegal beschafften Waffen vornimmt. Wer einschlägige Pressemeldungen aufmerksam analysiert, kommt allerdings zum Schluss, dass der Anteil illegal beschaffter oder besessener Waffen weit überwiegt.

„Verbrechen aus Leidenschaft“ bilden den größten Anteil in der Mordstatistik. Die Täter sind in diesen Fällen nicht wählerisch und greifen häufig zum ersten besten geeignet erscheinenden Gegenstand, um ihre Tat auszuführen. Zum Einsatz kommen, neben Messern, Äxten, Hämmern, Fleischschlegeln und Scheren, oft die bloßen Hände. Allein dadurch wird schon deutlich, wie wenig es der Gesetzgeber in der Hand hat, die Zahl der Bluttaten vermittels waffengesetzlicher Regeln zu senken. Eine restriktive Gesetzgebung, die sich auf einen offensichtlich eher unbedeutenden Teil von Tatmitteln, nämlich die Schussaffen, konzentriert, bringt so gut wie nichts – auch wenn Presse und Fernsehen jeden Fall eines illegalen Schusswaffengebrauchs zu einer Hetzkampagne gegen den Privatwaffenbesitz nutzen und so tun, als wäre eine konsequente Waffen-weg-Politik dazu geeignet, das Gewaltproblem lösen. Weshalb sollte eine mit einer Schusswaffe begangene Tat unterblieben sein, wenn ein legaler Zugriff darauf nicht ohne weiteres hätte erfolgen können? Weshalb hätte der Täter nicht ein anderes Tatmittel einsetzen sollen?

Mit dem seit 2015 laufenden Massenzustrom von Millionen junger Männer aus vormodernen Kulturen, hat sich die Sicherheitslage in Europa drastisch verschlechtert. Aber gerade die aus deren Reihen verübten Gewaltverbrechen, bieten keinerlei Grund zur Annahme, der Gesetzgeber könnte mit Waffenverboten der Sicherheit Vorschub leisten. Sprengstoffanschläge und Massaker mit automatischen Militärwaffen, könnten selbst in totalitären Staaten nicht per Dekret unterbunden werden. Und weil Messer gerade für die Tätergruppe der zugewanderten Kulturbereicherer das Tatwerkzeug Nummer eins bilden, sind verschärfte waffengesetzliche Bestimmungen umso weniger hilfreich.

Ein weiterer Aspekt ist der Einsatz von Fahrzeugen als Mordinstrumente – ein völlig neues Phänomen. Ob die Anlage von Pollern oder massiven Betonhindernissen an zentralen Plätzen der Großstädte dagegen helfen kann, muss sich erst herausstellen. Dem Terror mit Schusswaffen- Messer- und Fahrzeugverboten begegnen zu wollen, wäre jedenfalls ein an Torheit nicht zu überbietender Gedanke!

Den Protagonisten restriktiver Waffengesetze sei das Zitat eines erfahren Wiener Kriminalisten ins Stammbuch geschrieben: „Wenn der Papa durchdreht und will, dann erschlägt er die Mama eben mit dem Bügeleisen“.

Dieser Text ist zuerst in der Ausgabe 177 des Magazins „eigentümlich frei“ erschienen



Generalverdacht und Hetze

Von andreas Tögel

Aus George Orwells dystopischer Fabel Farm der Tiere wissen wir: Manche Tiere sind gleicher als andere. Will heißen: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. In unseren Tagen manifestiert sich diese Art von Ungleichheit – allem hoheitlich orchestrierten Egalitarismus zum Trotz – in der Art und Weise, wie mit bestimmten sozialen Gruppen durchaus unterschiedlich umgegangen werden darf, respektive wer auf welche Weise kritisiert werden darf und wer über jede Kritik erhaben ist.
So werden wir vom Komplex der politisch-medialen Meinungsführer etwa seit Jahren unentwegt belehrt, dass es absolut nicht geht, Zuwanderer aus dem Orient oder aus Afrika unter den Generalverdacht zu stellen, arbeitsscheu zu sein, zu Gewalttaten zu neigen, mit dem Terror zu sympathisieren oder gar selbst zu terroristischen Aktivitäten zu tendieren. Einen Generalverdacht gegen diese Gruppen zu äußern, wäre „diskriminierend“. Wer es dennoch tut, ist ein „Hetzer“ und hat beste Chancen, vor dem Kadi zu landen und verurteilt zu werden. Auch Polizeimaßnamen, die sich gezielt gegen potentiell gefährliche Personengruppen richten, wie das „ethnic profiling“, sind tabu.
Dem als Antisemiten verschrieenen Wiener Bürgermeister Karl Lueger wird die Aussage zugeschrieben „Wer ein Jud´ ist, bestimme ich“. Die Identifizierung von Juden ist heute nicht mehr das Thema. Heute geht es vielmehr darum, festzulegen, wer unter Generalverdacht gestellt werden darf und wer nicht. Generalverdacht ist nämlich nicht per se ein Übel – vorausgesetzt, er wird von der über die Meinungshoheit gebietenden Dressurelite gegen die Richtigen, geäußert. In diesem Fall ist jede noch so rabiate und unreflektierte Kritik erlaubt und gilt keinesfalls als Hetze
Generalverdacht gegen Unternehmer (alles Spekulanten, Ausbeuter und Steuerhinterzieher), Sparer (schädigen die Wirtschaft) verheiratete, heterosexuelle, weiße Männer (Frauen und Kinder unterdrückende, rassistische Machos) – ganz besonders aber gegen Waffenbesitzer (psychisch Kranke und Minderwertigkeitskomplexler, Typen mit kleinen Schwänzen und Erektionsproblemen, potentielle Gewalttäter und Mörder), ist nicht nur erlaubt, sondern sogar angebracht und wird von der veröffentlichten Meinung gutgeheißen.
Wer die Einträge auf den Blogs der Massenmedien liest, wenn es um waffenrechtlich relevante Themen geht, kann sehen, welche Drachensaat hier aufgeht: Übelste Beschimpfungen von Waffenbesitzern (insbesondere von Jägern) sind da zu finden, die sich gelegentlich bis hin zu Mordphantasien steigern, die in leuchtenden Farben ausgemalt werden. Die pausenlose Agitation der Massenmedien gegen den privaten Waffenbesitz, zeigt Wirkung: Wer sich für Waffen interessiert, ist suspekt, wer gar welche besitzt, steht unter dem Generalverdacht, sie in aggressiver Weise gegen seine Mitmenschen einsetzen zu wollen. Regelmäßig stattfindende, als „Waffenkontrollen“ getarnte Hausdurchsuchungen bei amtlich registrierten Waffenbesitzern, sind seit Jahren obligat. Schwerbewaffnete Berufskriminelle bleiben dagegen von behördlichen Nachstellungen verschont.
Die Äußerung von Gewaltphantasien gegen rechtmäßige, Waffenbesitzer, liefert den Behörden keinen Grund, einzuschreiten. Man stelle sich vor, jemand würde auf diese Weise gegen die Anhänger der friedlichsten aller Friedensreligionen – ja selbst gegen straffällig gewordene Mitglieder derselben – vom Leder ziehen.
Die Einführung des Straftatbestandes der „Verhetzung“ ist ein Sargnagel für die Meinungsfreiheit. Die am 24. 1. am Wiener Landesgericht erfolgte einschlägige Verurteilung eines Freiheitsaktivisten und Waffenlobbyisten spricht Bände. Die Nomenklatura bringt die Justiz gegen ihr Kritiker in Stellung. Alles schon dagewesen.
Jetzt geht es ans Eingemachte, um den letzten Rest verbliebener Freiheit. Dazu gehört das Recht auf Selbstvereidigung, das in einer gewalttätiger werden Welt den Besitz von Waffen selbstverständlich einschließt. So wenig dem Eigentümer eines Feuerlöschers die Vermutung gebührt, ein Brandstifter zu sein, so wenig verdienen es rechtskonform bewaffnete Bürger, als gemeingefährlich unter Generalverdacht gestellt zu werden.

Der Text erschien zuerst in der Printausgabe Nr. 170 des Magazins „Eigentümlich frei“.



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